Beiträge von Riegel

    Das war aber 'hinter' dem Bahnhof und Landesmuseum, zwischen den Flüssen Limmat und Sihl auf einer Halbinsel, wohin sich auch heute noch nicht allzuviele Menschen verirren. Als Bahnreisender bekam man davon nichts mit.

    Google Maps

    Die Kaiserstrasse vom Kaiserplatz bis zum Rossmarkt



    Am letzten respektive ersten Teilstück der Kaiserstrasse (siehe drittletzte Abbildung oben) überlebten nebst dem einen oder allenfalls beiden oben genannten Eckbauten nur drei Häuser der gründerzeitlichen Bebauung. Kaiserstrasse 4 und 6 stammen noch von 1875 und Kaiserstr. 3-5a, der 'Drei-Kaiser-Bau', von 1893.



    Kaiserstrasse-nach-Hauptwache-1901.jpg

    Die Kaiserstrasse in Richtung Rossmarkt 1901. Das zweite Haus von links mit dem aufwändig gestalteten Giebel in deutscher Neorenaissance ist nicht mehr vorhanden. Die darauf folgenden beiden dunklen Fassaden sind Kaiserstr. 4 und 6. Gegenüber ist knapp über der Dachsilhouette die ehemalige Kuppel des 'Drei-Kaiser-Baus' zu erkennen. Bildquelle unbekannt.


    Von Nr. 4 ist nicht einmal mehr die Fassade in der ganzen Breite vorhanden; drei der ursprünglich fünf Fensteraxen sind noch original, eine vierte wurde vereinfacht wiederhergestellt und eine fünfte zugunsten des Nachbarhases aufgegeben. Dafür wird diese durch zwei aufgesetzte Geschosse kompensiert... Nr. 6 erhielt ebenfalls zwei neue Geschosse aufgepropft, dafür ist aber der historische Teil der Fassade bis ins Erdgeschoss hinunter tadellos erhalten.



    kaiserstrasse_18.12.2007_0374x.jpg

    Kaiserstr. 6 und 4, 2007.



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    Kaiserstr. 6, 2007.



    Gegenüber steht der 'Drei-Kaiser-Bau', Kaiserstr. 3-5a, von 1893/94 (> Wikipedia-Beitrag). Er entstand als Geschäftshaus aus drei eigenständigen Bauten hinter einheitlicher Fassade, wobei der rechte Gebäudeteil von Anfang an schmaler als die andern beiden war. Über dem Mittelbau thronte ursprünglich ein mächtiger Kuppelaufbau. An seiner und des Daches Stelle besteht heute ein weiteres Geschoss mit Flachdach. Die Fassaden sind zudem stark vereinfacht worden:


    687px-Drei_Kaiserbau_in_Frankfurt_am_Main%2C_Architekt_Eugen_Greiss%2C_Frankfurt%2C_Tafel_73%2C_Kick_Jahrgang_II.jpg?uselang=de

    Der 'Drei-Kaiser-Bau' im ursprünglichen Zustand. Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei. Urheber unbekannt, 1898.



    800px-Frankfurt_Am_Main-Kaiserstrasse_3-5a_von_Nordwesten-20130308.jpgDer 'Drei-Kaiser-Bau' heute. Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei (Lizenz CC BY-NC-ND 3.0). Urheber: Roland Meinecke, 2013.

    Während im Südwesten des Kaiserplatzes die Kaiser- und Friedensstrasse in spitzem Winkel aufeinander treffen und so den Platz für einen auf drei Seiten freistehenden Kopfbau (Junior-Haus) schufen, führen am nordöstlichen Platzende die Bethmann- und Kirchnerstrasse eher rechtwinklig auf den Platz zu. Zusammen mit der axial in den Platz mündenden Kaiserstrasse umschliessen sie zwei Eckbauten, die nicht mehr so aufwändig gestaltet waren wie der Junior-Haus-Vorgänger:


    800px-Kaiserstrasse-hist.jpg

    Der Kaiserplatz in Richtung Rossmarkt und Hauptwache mit den beiden Eckbauten Kaiserstr. 14 (links) und 15 (rechts) zwischen 1890 und 1905. Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei. Photoglob AG Zürich, unbekannter Fotograf.



    Das nördliche Eckhaus, Kaiserstr. 14, wurde nach Zerstörungen im Krieg vereinfacht und mit einem zusätzlichen Geschoss wiederaufgebaut, nachdem um 1912/14 das 1. Obergeschoss mit der Ladenzone verbunden wurde:


    800px-Frankfurt-Kaiserplatz-b.jpg

    Kaiserstr. 14 mit Blick in die Kirchnerstrasse. Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei. Urheber: Tilman AB, 2011/2012.



    Währenddessen ist die Situation auf der Südseite mit Kaiserstr. 15 nicht mehr wiederzuerkennen:


    google-frankfurt-kaiserstr.15.jpg

    Kaiserstr. 15. (https://goo.gl/maps/e3kyie7hu4npg2in6)


    Dennoch vermute ich, dass hinter der unansehnlichen Fassade von Nr. 15 noch Teile des gründerzeitlichen Baus stecken. Die Geschosse sind nämlich höher als bei beiden modernen Nachbarbauten. Allerdings wäre dann der abgewinkelte Teil der Fassade in anderer Lage neu errichtet worden.

    Kaiserplatz



    Der kurz darauf folgenden Kaiserplatz (> Wikipedia-Beitrag) hat eine sehr schöne und interessante Platzform, aber trotzdem nahm ich sie bei meinen Frankfurt-Besuchen nie so wahr. Obwohl er verkehrsberuhigt ist, dominiert immer noch die Gestaltung mit Prämissen der Verkehrsführung. Auch die heutige disperse Bebauung sorgt nicht gerade für ein geschlossenes Platzbild.


    An ihm stehen zwei markante Gebäude, das 1876 eröffnete Hotel 'Frankfurter Hof' und das Junior-Haus von 1951:


    google frankfurt kaiserplatz

    Kaiserplatz. (https://goo.gl/maps/j86plqnmhzrxarvn6)


    Das Junior-Haus wendet zwei kahle, fensterlose Mauerscheiben dem Platz zu, und im Norden reisst ein Zugang zum Commerzbank Tower sein überrissenes Maul auf. Am nordöstlichen Platzende besteht eine überaus hässliche Fassade über Eck (Kaiserstr. 15), und auch die Skyline der sehr nahe stehenden Hochhäuser ist nicht gerade förderlich für das Platzerlebnis. Irgendwie schade, denn hier bestand einst wie am Bahnhofplatz ein sehr stimmiges Gründerzeit-Ensemble, wie man es sich heute kaum mehr erahnen kann.


    Drei Rundum-Blicke, die alle einen unterschiedlichen Eindruck des Platzes vermitteln:

    https://goo.gl/maps/dxjago35aaysfv4g7

    https://goo.gl/maps/ryeyd3wnfugcwffn6

    https://goo.gl/maps/4nbv6enwfm8azt5ba


    Das Hotel 'Frankfurter Hof' erlitt im Krieg immense Schäden, wurde aber zügig wieder aufgebaut. Anstelle des ursprünglichen Mansarddaches trat auch hier ein bis heute bestehendes Staffelgeschoss mit Flachdach, aber das Innere wurde in Anlehnung an den ursprünglichen Stil gestaltet. Die folgende Webseite umfasst viele historische und neue Fotos vom Äussern und Innern; ebenso eine ausführliche Geschichte des Hotels: Steigenberger Frankfurter Hof.


    Der Vorgängerbau des Junior-Hauses wurde 1890 vom Gründer der heute noch tätigen J.C. Junior'schen Liegenschaftsverwaltung übernommen, der auch die beiden in diesem Beitrag vorgestellten Gebäude am Bahnhofplatz errichtete und betrieb. Nach der Zerstörung liess sein Sohn das heutige, unter Denkmalschutz stehende Geschäftsgebäude (> Wikipedia-Beitrag) errichten; der Name 'Junior-Haus' leitet sich also von einem Familiennamen ab.


    800px-Hertel_Kaiserplatz_von_Osten_um_1880.jpg

    Der Vorgängerbau des Junior-Hauses um 1880. Nach rechts führt die Kaiserstrasse zur Gallusanlage und nach links die Friedensstrasse zum Schauspielhaus (zu diesem Zeitpunkt noch nicht erstellt). Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei, Fotograf Carl Hertel.


    Architektonisch war das Haus das bedeutendste Gebäude am Kaiserplatz, auch wenn es von der Grösse her vom 'Frankfurter Hof' und Gebäuden an der Nordseite das Platzes übertroffen wurde. Ein weiteres Bild aus derselben Zeit mit Blick in die Kaiserstrasse:


    Juniorhaus.jpg

    Der Vorgängerbau des Junior-Hauses um 1880 mit dem heute noch bestehenden Kaiserbrunnen von 1876. Bildquelle: Geschichte - Junior'sche Liegenschaftsverwaltung.



    Beachtenswert ist die noch niedrige Bebauung an der Nordseite der Kaiserstrasse. Die Gebäude am rechten Bildrand haben den Krieg überlebt, auch wenn sie ihre Mansarddächer und später noch ihre Dachbalustraden einbüssten:


    Kaiserplatz-nach-1951.jpg

    Das Junior-Haus nach seiner Fertigstellung 1951. Links das notdürftig wiederaufgebaute Schauspielhaus, rechts das Doppelhaus Kaiserstr. 18/20 mit eingebüsstem Dach. Ungelaufene Ansichtskarte.



    Sie Dächer sind heute in vereinfachter Form rekonstruiert:


    800px-Kaiserplatz-ffm002.jpg

    Kaiserstr. 18/20, 22 und 24. Bildquelle: Wikimedia commons, gemeinfrei. Urheber: Dontworry, 2007.

    Das letzte vorgestellte Gebäude Kaiserstr. 28 steht bereits am älteren Abschnitt der Kaiserstrasse, die bis 1873/74 als Verbindungsstrasse vom historischen Zentrum zu den drei Westbahnhöfen angelegt worden war. Sie ist bedeutend schmaler als der jüngere Abschnitt bis zum Hauptbahnhof. Infolge Kriegsschäden ist die Bebauung nur noch bruchstückhaft vorhanden. Oft wurden anstelle der abgebrannten Dächer gleich zwei Staffelgeschosse aufgesetzt und die verbliebenen Fassaden vereinfacht. Dadurch wirkt dieser Strassenabschnitt heute viel düsterer; nicht zuletzt aber auch wegen der Hochhäuser.


    An der diagonal gegenüberliegenden Ecke fällt das Haus Kaiserstrasse 25 in schwerer italienischer Neorenaissance auf. Ich nehme an, dass der Bau noch auf die 1870er-Jahre zurückgeht. Hervorzuheben sind die beiden umlaufenden Friese (gemalt oder gar Sgraffitotechnik?), von denen das obere zusätzlich Medaillons aufweist:


    google frankfurt kaiserstr.15

    Kaiserstr. 25. (https://goo.gl/maps/quhtkmkms4zekzrea)

    "A. Wüst" ist eindeutig entzifferbar. Unter dem Namen steht in kleinerer Schrift wahrscheinlich die Berufsbezeichnung; Schneider könnte den Umrissen nach hinkommen.


    Hefnersplatz 9 kann es nicht sein, da dort heute noch historische Gebäude in gestaffelter Abfolge stehen. Wenn ich den Stadtplan von 1944 betrachte (allerdings mit unscharfen Hausnummern), läge die Peter-Vischer-Strasse im Bereich des Möglichen. Ihre Westseite liegt ja am Stadtgraben der vorletzten Stadtbefestigung, der teilweise mit kleineren Gebäuden bebaut war (heute Garagenboxen...). Rechts angeschnitten ist auf der Fotografie tatsächlich ein niedriges Gebäude erkennbar. Das Trottoir auf der östlichen Strassenseite ist in Bezug zur Breite der Strasse sehr schmal eingetragen, was mit der Foto auch übereinstimmen würde. Schliesslich verglich ich noch mit einer Flugaufnahme (Klischeedruck), aber gemäss ihr sahen die Häuser dort anders aus.


    Somit kommen beide Adressen nicht in Frage. Nebenbei: so wird in Nürnberg ein 800-jähriger Stadftgraben (bei der Peter-Vischer-Strasse) behandelt: https://goo.gl/maps/86wsj4snpuk3iyhf7

    Wieder mal eine 'neue' unbekannte Fotoansichtskarte:


    IMG_20200131_0001.jpg

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    Leider gibt es fast keine Angaben wie Namen oder Hausnummern dazu. Die Papeterie scheint namenlos gewesen zu sein. Rechts vom Rundbogenportal ein Emailschild "A. Wüst", die Hausnummer über dem Bogenscheitel verwittert. die Aufnahme entstand wohl um 1900/1910.


    Es handelte sich um ein sehr breites Haus, das aus zwei Hàusern zusammengewachsen war. Die drei unteren Geschosse waren massiv gemauert, und das oberste bestand aus verputztem Fachwerk.

    Die Kaiserstrasse von der Gallusanlage bis zum Kaiserplatz



    Kaiserstr.-28-1938.jpg

    Kaiserstr. 28. 1938 gelaufene Ansichtskarte.


    Besonders gefreut hat mich diese Ansichtskarte mit Kaiserstr. 28. Es handelt sich um ein mit Reklamen sehr verunstaltetes gründerzeitliches Kaufhaus, das mit seinen voll verglasten Fassaden in krassem Gegensatz zum westlich benachbarten Bankgebäude mit sehr schwerer Architektur steht. Es ist das zweite Haus an der Kaiserstrasse innerhalb der ehemaligen Wallanlagen.


    Mir war nicht sofort klar, dass ein Gebäude abgebildet ist, von dem ich schon lange eine Ansicht im ursprünglichen Zustand suchte. Nun kann ich nach über zehn Jahren den Bogen schliessen:

    Im Bereich der Gallusanlage (ehemalige Wallanlage)



    Was genau mit dem Eckhaus Kaiserstrasse 32 (s. vorangehenden Beitrag) geschah, weiss ich nicht. Auf dem Stadtplan von 1944 ist dort bereits ein anderer Grundriss eingezeichnet.


    Wenn man die nächste Abbildung mit dem Nachfolgebau betrachtet, so könnte man meinen, dass hier ein frühes Hochhaus aus den 1930er-Jahren stünde. Jedenfalls erinnert es sehr an die ersten modernen Hochhausbauten in den USA. Gemäss der sehr empfehlenswerten Seite von Harald-Reportagen handelt es sich um den ersten Hochhausbau Frankfurts, der durch die damalige Rhein-Main Bank 1951 fertiggestellt wurde. Aufgrund des Stadtplans von 1944 und des architektonischen Ausdrucks frage ich mich, ob der Neubau schon vor dem Krieg geplant und zu bauen begonnen wurde.



    Kaiserstrasse um 1950

    Die Kaiserstrasse bei der Einmündung in die Gallusanlage mit dem Rhein-Main Bankneubau von 1951. Ungefähr gleicher Aufnahmestandort wie bei der vorletzten Abbildung. Ansichtskarte.


    Das zwölfstöckige Hochhaus wurde dann fünfzig Jahre später abgerissen und an seiner Stelle 2003 das Gallileo-Hochhaus eröffnet. Den Zwillingsbau der alten Nr. 32, die Nr. 31, hat es im Krieg wohl auch erwischt, wie man an der Brandmauer am linken Bildrand sieht.



    Gallusanlage Hotel Fürstenhof 1903

    Hotel 'Fürstenhof' an der Gallusanlage und Kaiserstr. 31. 1903 gelaufene Ansichtskarte.


    Südlich an den Eckbau Nr. 31 anstossend bestand das 1902 errichtete Hotel 'Fürstenhof', dessen Betrieb 1910 wohl infolge schlechter Lage betreits wieder eingestellt wurde. Vorher stand hier das 1848 in Betrieb genommene Bahnhofgebäude der Main-Neckar-Bahn. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und wiederaufgebaut, nachdem bereits 1920 seine Eckkuppel abgetragen worden war. 1992 erfolgte ein Um- und Neubau, wobei vom ursprünglichen Gebäude nur die Fassaden und das Vestibül mit Treppenhaus erhalten blieben. Ins Bauprojekt einbezogen wurde auch die brachliegende Fläche von Nr. 31 (rechts), die mit einem postmodernen Neubau mit 'gründerzeit-hohen' Stockwerken überbaut wurde.



    Gallus und Taunusanlage vor 1926
    Gallusanlage mit Blick vom Schauspielhaus nordwärts zur Taunusanlage. In der linken Bildhälfte der Fürstenhof. Ansichtskarte vor 1926 (mit Uhrturm!).



    Gallus und Taunusanlage um 1950

    Gallusanlage mit Blick vom Schauspielhaus nordwärts zur Taunusanlage nach 1951. Hinter dem mit einem provisorischen Dach versehenen Fürstenhof das Hochhaus der Rhein-Main Bank. Kunst-Ansichtskarte.


    Südlich vom Fürstenhof bestand ein Kopfbau mit markantem, kuppelförmigem Dach, der den Krieg unbeschadet überstanden hatte. Um 1970 wurde er dennoch abgerissen und durch diese Drei-Scheiben-Schönheit ersetzt. Heutige Situation: https://goo.gl/maps/xamg4ca9etqigfnd9.



    Schauspielhaus 2
    Gallusanlage Richtung Schauspielhaus. Ansichtskarte um 1920/30.


    Die Wallanlage lief ursprünglich bis zum Main hinunter. Heute wird ihr Freiraum aber durch das Schauspielhaus abgeschlossen, das auf dem Boden der einstigen Wallanlage steht.



    Schauspielhaus 4

    Schauspielhaus und östliche Nachbarbebauung an der Neuen Mainzer Strasse. Ansichtskarte um 1910/20.

    kaise366.jpg

    Gleiche Ansicht 2007 wie auf der Ansichtskarte oben. Rechts die Häuser Nrn. 40, 42 und 44, die alle nach dem gleichen Grundrissschema (Hinterhaus mit zwei Verbindungsflügeln) möglicherweise vom gleichen Architekten erstellt wurden. Hinten die eingerüstete Nr. 48 anlässlich der Restuckierung.



    kaise360.jpg

    Kaiserstrasse ostwärts gegen die Gallusanlage. Die letzten beiden Gebäude zur Gallusanlage hin, Nrn. 32 und 34, fehlen heute und sind mit einem Sockelbau eines Hochhauses besetzt..



    kaise363.jpg

    Kaiserstr. 40. Für mich eine der schönsten Fassaden an der Kaiserstrasse.



    kaise368.jpg

    Kaiserstr. 40. Das Erd- und 1. Obergeschoss darf man mit Ausnahme des Mittelportals nicht anschauen!



    Kaiserstr. 37, Logensaal

    Kaiserstr. 37, Logensaal


    Aussenansicht heute: Google Maps.



    Kaiserstrasse 1906 Trenkler

    Der Häuserblock Kaiserstr. 32 - 46 von der Gallusanlage aus mit dem Manskopf-Uhrturm im Vordergrund. 1906 gelaufene Ansichtskarte, Verlag Trenkler&Co., Leipzig.


    Dieses Riesenteil mit 13m Höhe für lediglich vier Uhren ist für mich ein Beispiel des masslos überbordenden Historismus'. 1926 wurde es als Verkehrshinderniss bereits entfernt. Der Name geht auf seinen Stifter zurück:

    Gustav Manskopf stiftete seiner Vaterstadt 1887 die Renovierung des Gerechtigkeitsbrunnens auf dem Römerberg mit einer neuen Statue der Justitia in Bronze, 1889 den 13 Meter hohen Manskopfschen Uhrturm an der Kreuzung Kaiserstraße/Taunusanlage (1926 als Verkehrshindernis beseitigt) sowie den 1904 im Römerhöfchen aufgestellten Hercules-Brunnen.



    Kaiserstrasse 1898

    Ansicht der Kaiserstrasse von der Gallusanlage her. 1898 gelaufene Ansichtskarte.


    Die beiden Kopfbauten Nrn. 31 und 32 hatten identische Fassaden, aber unterschiedliche Breiten resp. Tiefen. Beide existieren heute nicht mehr. Dies war ein sehr häufiges Ansichtskartenmotiv, hier auf einer der frühesten Ansichten zusammen mit dem Manskopf-Uhrturm und dem Hauptbahnhof im Hintergrund..



    Kaiserstr. 32 1911

    Kaiserstr. 32 auf einer 1911 gelaufenen Ansichtskarte.

    Ein paar aktuelle und historische Ansichten von der Kaiserstrasse:



    kaise421.jpg

    Kaiserstr. 68-76.


    Das Eckhaus rechts, Nr. 68, hat mittlerweile auch eine Verbesserung am Erdgeschoss erhalten. Diverse Ladenfrontumbauten im Sinne einer Annäherung an den ursprünglichen Zustand sind im APH und im DAF vorgestellt.



    kaise73.jpg

    Kaiserstr. 60, 62/64 und 66. Kaiserstr.


    66 ist der purifizierte Gründerzeitbau, dessen projektierte Fassadenrenovation und Innenumbau am Schluss des vorangehenden Beitrages vorgestellt wurde.



    Kaiserstr. 62

    Kaiserstr. 62, einer der beiden zerstörten Gründerzeitbauten anstelle der heutigen Kaiserstr. 62/64.


    Die Fassaden der Reihenbauten sind allesamt symmetrisch aufgebaut (mit Ausnahme von Nr. 35). Die Variante von zwei Giebelaufsätzen über seitlichen Risaliten anstelle eines Mittelgiebels ergeben eine willkommene Abwechslung.



    Kaiserstr. 69 Panoptikum 1907

    Kaiserstr. 67/69 'Panoptikum' auf einer 1907 gelaufenen Ansichtskarte.


    Die Eckkuppel sowie das Dach und eines der beiden Quergiebelchen sind heute nicht mehr vorhanden, dafür aber ein Notdach. Das verunstaltete Erdgeschoss wurde vor einigen jahren verbessert. Rechts angeschnitten das neubarocke Eckhaus Nr. 71, das heute noch besteht... Gleiche Ansicht heute: Google Maps. Nr. 71 ist nicht mehr wiederzuerkennen!



    kaise70.jpg

    Kaiserstr. 56 mit rekonstruierten Giebelaufsätzen.


    Das Blechdach ist im Neigungswinkel (75° bis 80°) und Materialwahl leider misslungen. Solche zweigeschossigen Blechdächer mit viel zu steilen Neigungen über zwei Geschosse, Dacheinschnitten und überdimensionierten Dachfenstergruppen werden leider an der Kaiserstrasse immer mehr anzutreffen sein. Google-Ansicht mit Nr. 56 und dem Neubau Nr. 58: Google Maps. Auch die Nrn. 51, 53 und 75/77 haben misslungenen Dächer.



    kaise71.jpg

    Nördliche Seite der Kaiserstrasse in richtung der Gallusanlage.


    Links angeschnitten ist Kaiserstr. 48, noch vor der Restuckierung. In Bildmitte der Neubau Nr. 46 aus den 1980/90er(?)-Jahren. Dieser nimmt nur die halbe Grundfläche des ursrünglichen Baus auf, da mit dem Bau des Silvertowers dahinter ein neuer Platz, der Jürgen-Ponto-Platz, geschaffen wurde, der dadurch wohl besser an die Kaiserstrasse angebunden werden konnte. Städtebaulich ist dies als Nachteil für die Kaiserstrasse anzusehen, da sie durch diese Lücke aufgeschnitten wurde.



    Kaiserstrasse 1951

    Die Kaiserstrasse auf einer 1951 gelaufenen Ansichtskarte.


    Rechts angeschnitten Nr. 36, links der Erker von Nr. 35, dem einzigen asymmetrischen Reihenhaus in diesem Abschnitt der Kaiserstrasse. In Bildmitte das Eckhaus Nr. 48, noch vor der Entstuckung, aber bereits mit neuem Attikageschoss, das jüngst zugunsten der ursprünglichen Dachform wieder aufgegeben wurde.



    Kaiserstrasse 1951x

    Ausschnitt aus der vorangehenden Ansichtskarte.


    Rechts Nr. 48, dessen Fassade restuckiert wurde, anschliessend die heute ebenfalls noch bestehende Nr. 50. Nr. 52 nur noch bis zum 1. Obergeschoss, Nr. 54 offenbar Totalschaden. Schliesslich Nr. 56 mit den heute wieder rekonstruierten Giebelaufsätzen. Mit der abgeschrägten Ecke ist Nr. 58, wo dieses inzwischen auch wieder abgerissene Telecomgebäude oder Warenhaus stand. Die Brandmauer weiter links gehört zu Nr. 66, das heute purifizierte Eckhaus zur Moselstrasse, für dessen Fassaden eine Aufhübschung vorgesehen ist (siehe vorangehenden Beitrag).

    Nein, ich weiss nicht mehr darüber (auch wenn mir in dieser Schule mein architektonisches Wissen beigebracht wurde). Sockel und Masten der Kandelaber waren noch vorhanden, aber die Lampenaufsätze waren vorher im 70er-Jahre-Stil:

    eth_zürich_-_hauptgebäude_-_polyterasse_2012-09-27_14-40-49_shiftn.jpg

    (für eine Vergrösserung einmal ins Bild klicken.)


    Hier noch mehr zur Lampenrestaurierung (auch die beiden Kommentare lesen!):

    Die Semper-Kandelaber im goldenen Gewand – Services & Ressourcen | ETH Zürich


    Was mit den Statuen über dem Mittelrisalit geworden ist, weiss ich auch nicht. Möglicherweise wurden solche gar nie aufgestellt, wenn ich die Fotografie betrachte, auf der das Gebäude erst gut dreissig Jahre alt ist:

    Wie Gottfried Semper Schweizer wurde - ETHeritage

    Dieser Bericht ist übrigens allgemein lesenswert, weil er den Lebnsweg Gottfried Sempers von Preussen in die Schweiz beschreibt.


    Auch 1880 gab es keine Statuen über dem Mittelrisalit:


    1024px-ETH_Zuerich_1880.jpg

    Bildherkunft: Baugeschichtliches Archiv Zürich, repr. bei Wikimedia Commons. Bild gemeinfrei.

    Vor weiteren historischen Ansichten der gründerzeitlichen Bebauung möchte ich auf die drei Bauprojekte Kaiserstr. 48, 58 und 66 kommen.



    Die nachempfundene Fassadenrekonstruktion von Nr. 48 wurde gerade begonnen, als ich 2007 in Frankfurt weilte. Die Fassaden waren mit flachen Steinplatten verkleidet und wiesen gitternetzartige helle Ziereinlagen auf:


    kaise432.jpg

    Kaiserstr. 48 im Dezember 2007.



    kaise431.jpg

    Kaiserstr. 48: Spuren eines Simses mit Konsolen..



    2015 präsentierte sich das Haus so (Beitrag aus dem APH):

    Kaiserstraße 48:


    20150918_171114.jpg


    20150918_171127.jpg


    20150918_171123.jpg


    Natürlich reichen die Fassaden nicht ans Original heran, aber es ist trotzdem eine hochwertige Rekonstruktion geworden, die den ursprünglichen Ausdruck des Gebäudes vermittelt. Hier eine Ansicht der ursprünglichen Fassade mit bereits verändertem Erdgeschoss:


    Kaiserstrasse-1939.jpg

    Kaiserstr. 48 (rechts) bis 76. 1939 gelaufene Ansichtskarte.





    Bei Nr. 58 erfolgte ein Abriss des Nachkriegsbaus (Telefon-Technikgebäude oder Warenhaus?) und anschliessend ein moderner Neubau in der Kubatur des gründerzeitlichen Baus:


    kaise393.jpg

    Kaiserstr. 56 (rechts) und die inzwischen abgerissene Nr. 58 (links), mit Blick in die Elbestrasse, 2007.


    Im gleichen Zitat von Schloßgespenst sieht man auf dem ersten Bild den Neubau:

    Neubau Kaiserstraße 58:


    20150918_170950.jpg


    Ich kann damit nichts anfangen. Die Grundform zitiert unverkennbar die gründerzeitliche Bebauung, aber so abstrakt und grobschlächtig, dass das Ganze schon wieder wie ein Fremdkörper wirkt. Dachschrägen, aber keine Gauben, unpassende Fensterformen, und dann zwar einerseits einen Eckerker, der Bezug auf den gegenüber stehenden Altbau nimmt, aber der Eckturm ist viel zu hoch und verjüngt sich nach oben nicht, hat ein Flachdach. Eigentlich müsste man jetzt schon einen Umbau vornehmen.


    Den Kommentar von Schloßgespenst kann ich nur unterstützen.





    Nr. 66 ist ebenfalls ein entstuckter Gründerzeitbau. Heute sieht er so aus:

    Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau - Frankfurt am Main - Deutsches Architekturforum

    Eine für die Augen sehr mühsame Webseite mit wandernden Bildern und Textblöcken stellt das Umbauprojekt vor, demgemäss die Fassaden wieder aeine Aufhübschung erfahren sollen:

    CAIROS

    (unter 'Projektentwicklungen' das Bild unter dem zweiten Punkt, sowie weiter unten unter 'BIM - Die Planungsmethode der Zukunft' diverse Fassaden- und Grundrissansichten.)


    Meines Wissens wurde dieses Projekt noch nicht realisiert. Die projektierte Fassadenwiederbestuckung ist viel zu grobschlächtig und erinnert mich an ein Gebäude aus Lego. Die Fassaden sahen ursprünglich so aus:


    kaiserstrasse-66-kellner.jpg

    Ausschnitt aus der Ansichtskarte im letzten Beitrag.


    Ich persönlich wäre froh, wenn dieses Projekt nicht zustande käme, denn es verhindert auf lange Zeit hinaus eine bessere Rekonstruktion der Fassaden. Natürlich bleibt eine exakte Rekonstruktion der äusserst aufwändigen Sandsteinarchitektur (kein Stuck!) nur ein Traum mit sehr geringer Chance auf Verwirklichung. Eine Überarbeitung des Fassadenprojekts ist aber sehr vonnöten! Die originalen Fassaden glichen in der Architektur und dem gelben Sanstein sehr jenen von Kaiserstr. 56 (siehe Farbbild oben mit Kaiserstr. 56 und 58). Seine Giebel sind ebenfalls eine exakte Teilrekonstruktion. Beide Eckbauten könnten vom selben Architekten stammen.

    Ich beginne nun mit der Kaiserstrasse bei der Einmündung in den Bahnhofplatz, auch wenn sie gemäss der Hausnummerierung dort endet. Ihre Baugeschichte begann ja 1874 am Rossmarkt, von wo aus sie bis zur Gallusanlage geführt wurde und so die drei Westbahnhöfe mit dem Zentrum verband. Auf halber Höhe befindet sich der Kaiserplatz, ein länglich-sternförmiger Platz, an dem fünf Strassen aufeinandertreffen und wo seit 1876 auch das Hotel 'Frankfurter Hof' seine Gäste empfängt. Erst mit der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes 1888 und dem anschliessenden Abbruch der drei Westbahnhöfe konnte die Kaiserstrasse bis zum Hauptbahnhof verlängert werden. Bei ihrer Eröffnung 1889 war sie noch von keinen Bauten gesäumt (siehe zweitletztes Bild im vorangehenden Beitrag). Die Wikimedia-Commons-Seite ist bestens mit heutigen und historischen Abbildungen versehen.


    2008 schrieb ich im APH einen Beitrag über die Bahnhofstrasse, wo allerdings 'fotografisch-sonnenbedingt' nur die Nordseite zum Zuge kam. Dafür habe ich nun den Plan dort mit der Südseite ergänzt:



    kaiserstrasse-plan-2.jpg



    Es ist ein Bestandesplan, aus welchem die noch erhaltenen gründerzeitliche Bauten (rot) ersichtlich sind, die noch erhaltenen Bauten mit entstuckten Fassaden (blau) sowie die Nachkriegsbauten (gelb). Fehlende oder rekonstruierte Dächer sind mit farbigen Punkten hervorgehoben. Kaiserstrasse 48 ist zwischenzeitlich wieder frei restuckiert worden. Bei Nr. 66 ist ebenfalls eine Restuckierung nach freier Nachempfindung vorgesehen. Diverse Schaufensterrekonstruktionen sind im DAF und APH sporadisch gezeigt worden.


    Die folgende Flugaufnahme stammt wohl aus den späteren 1950er-Jahren. Das Flugzeug befindet sich über dem Gleisfeld des Bahnhof mit Blickrichtung gegen Osten in die Kaiserstrasse. Man erkennt an den Dächern besonders gut, welches unzerstörte Bauten und welches mit Notdächern reparierte Altbauten oder gar Neubauten sind. Das rechte Eckgebäude Bahnhofplatz 9 sieht man hier noch ohne die heutige Aufstockung, aber ebenfalls mit einem Notdach versehen:


    akbahnhofviertel-luft.jpg

    Aufnahme und Verlag Aero-Lux, Frankfurt a. M.



    Bereits in den 1920er-Jahren begann die Unsitte des Verhängens der Fassaden mit Reklametafeln, teilweise sogar bis zu den obersten Geschossen. Man sieht daran bereits die damalige Geringschätzung der sogenannten "Zuckerguss-Fassaden":


    akkaise1.jpg

    Vergrösserung

    Ansicht der nordseitigen Bebauung an der Kaiserstrase, Blick vom Hauptbahnhof ostwärts zur Gallusanlage; Ansichtskarte um 1940, Phot. Rolf Kellner, Verlag von Emil Hartmann, Mannheim.

    (als Zwischenablage; wird später richtig eingeordnet)


    Die Lage des 'Rosenenecks' südwestlich des Domes:

    ueberl-dom-fahrg-ravenstein.jpg

    Überlagerung vom Ravensteinplan 1861 und Google Maps.


    Und zwei Aufnahmen, welche vom gleichen Standpunkt neben dem Südquerschiff des Doms in Richtung Osten aufgenommen wurden:


    akrosen12.jpg

    Kolorierte Ansichtskarte, Ludwig Klement, Frankfurt a. M., ca. 1930/35; rechts angeschnitten das 'Roseneck'.


    gark40x1.jpg

    Dezember 2006...


    Das vorstehende Treppenhaus steht ziemlich genau anstelle der linken Gebäudeecke des verschieferten Hauses in Bildmitte (Weckmarkt 13) und dem links folgenden schmalen Giebelhaus (Weckmarkt 11). Der Neubau mit dem Treppenhaus wurde förmlich mitten ins Roseneckplätzchen hineingestellt, sodass sich die Grundfläche des Gasthauses "zum Roseneck" heute im Bereich des Gartens im Hinterhof befindet. Da alle 50er-JahreBauten in den letzten Jahren renoviert worden sind, ist kaum davon auszugehen, das hier in den nächsten Jahren was passiert. Es ist zwar fraglich, ob diese Bauten bei einem nächsten Sanierungsbedarf nochmals saniert werden.

    Die Kaiserstrasse vom Hauptbahnhof bis zu den Wallanlagen (Gallusanlage)


    Über die Kaiserstrasse schrieb ich 2008 einen ausführlichen Beitrag im APH, wenigstens über die nördliche Strassenseite. Dies hatte damit zu tun, dass die Häuser der südlichen Seite nur kurze Zeit Sonnenlicht erhalten und demnach weniger fotografiert werden. Auch gab es damals Vogelschauansichten nur bei Bing-Maps, und da war die südliche Zeile auch nur schlecht erkennbar. Mit Google Maps ist das nun besser. In den vergangenen elf Jahren hat sich hier baulich einiges zum Positiven gewandelt.


    Bei Wikipedia gibt es über die Kaiserstrasse einen sehr anschaulichen Artikel. Allgemein sind dort die Artikel über Frankfurt sehr fundiert geschrieben.


    Die Kaiserstrasse beginnt am Rossmarkt und endet beim Hauptbahnhof; demgemäss auch die Häusernummerierung. Der erste Bauabschnitt entstand ab 1874 und verband das historische Zentrum mit den Westbahnhöfen. Diese lagen alle ausserhalb der einstigen Wallanlagen (heute Gallusanlage, anstelle der barocken Stadtbefestigung ab 1806 entstanden). Die Westbahnhöfe bestanden aus drei Bahnhöfen verschiedener Bahngesellschaften und lagen alle auf dem Gebiet des heutigen Bahnhofsviertels:

    - Taunusbahnhof (ab 1839)

    - Main-Neckar-Bahnhof (ab 1848)

    - Main-Weser-Bahnhof (ab 1850).



    Mk_Frankfurt_Bahnhofsviertel_Eintragungen.jpg

    Die drei Westbahnhöfe um 1860. Die Kaiserstrassse (rot) läge anstelle des Taunusbahnhofs und führte zur Wallanlage zwischen dem 'Gallusthor' und 'Taunusthor'. Die bogenförmige Verbindungsstrecke links zeichnet sich heute noch in der Grundform des heutigen Bahnhofplatzes ab (heutiges Bahnhofgebäude schwarz). Im Grundriss sind auch noch die einstigen Schanzen der Wallanlage erkennbar.

    (Kartengrundlage gemeinfrei, aus Wikipedia)



    Nach Eröffnung des neuen Hauptbahnhofes 1888 konnten die alten Bahnanlagen abgebrochen werden. Auf deren Brachen entstand dann das Bahnhofsviertel. Zunächst wurde die Kaiserstrasse in grosszügiger Breite noch ohne Bebauung erstellt respektive verlängert:



    1024px-Parade_Kaiserstraße_1889.jpg

    Die Kaiserstrasse 1889 noch ohne Bebauung. Rechts schwach erkennbar das ehemalige Trassee der Taunus-Eisenbahn. Der Bahnhof ist natürlich symmetrisch gebaut; weil die Kaiserstrasse leicht schräg auf ihn zuläuft (siehe Abbildung oben), erscheint er hier asymmetrisch.

    (Bild gemeinfrei, aus Wikipedia)



    Ein weiteres Bild noch während des Abbruchs der alten Bahnanlagen:


    Frankfurt_Hptbhf_1888a.jpg

    Bahnbrache der ehemaligen Main-Neckar-Bahn. Heute stehen hier die beiden Baublöcke zwischen Kaiserstrasse-Elbestrasse-Münchener Strasse und Bahnhofplatz. (Bild gemeinfrei, aus Wikipedia)

    Schade, da hat sich in den letzten zwei Jahren leider nichts zum Positiven getan. Als ich im Juni 2017 Abends um 19 Uhr bei 31°C in Frankfurt ankam, zückte ich auch gleich als erstes die Kamera:



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    Bahnhofplatz - Taunusstrasse. Am Hauptbahnhof 12 "Merkurbau" (mit Innenaufnahme), erbaut 1907.



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    Bahnhofplatz - Kaiserstrasse Nordseite. Am Hauptbahnhof 10 "Englischer Hof" (mit Innenaufnahme), erbaut 1902.



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    Bahnhofplatz - Kaiserstrasse Südseite.



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    Bahnhofplatz - Kaiserstrasse Südseite.



    Als ich über das Junior-Haus am Kaiserplatz recherchierte, bin ich auf die Seite einer Immobilienverwaltung gestossen. Eine gediegen gemachte Seite mit einigen Innenaufnahmen. So wie ich die Seite interpretiere, gehören die beiden Eckhäuser zur Taunusstrasse und Kaiserstrasse Nordseite hin immer noch der Familie, die diese beiden Häuser errichtete und das Immobilien-Verwaltungsunternehmen in 5. Generation führt. Interessant dabei ist ihre Firmenphilosophie, die in neun Zeilen zusammengefasst ist. Zwei Zeilen davon lauten:

    Zitat

    "Eigene langjährig bei uns beschäftigte Hausmeister und Haustechniker kümmern sich verantwortungsvoll und mit Leidenschaft um unsere Liegenschaften und Mieter.

    Wenn die Hausmeister und Haustechniker so prominent in der Firmenphilosophie erwähnt werden, darf man wohl noch Jahre von einer Rekonstruktion der Dachlandschaft träumen... Die beiden Häuser am Rossmarkt (s. erstes Bild dieses Stranges), welche diesen Strang überhaupt veranlassten, gehören ebenfalls in dieses Portefeuille.



    Weil ich gerade eine schöne Innenaufnahme der Eingangshalle des Hauptbahnhofs im originalen Zustand gefunden habe, und weil ja auch die Freilegung der jetzt noch verkleideten gewölbten Decke ansteht, doch nochmals zurück in den Hauptbahnhof, bevor es dann zur Kaiserstrasse geht:



    Hauptbahnhof-Eingangshalle-1900.jpg

    Danke für die schöne Zusammenfassung! Interessant ist auch, wie die Bensheimer mit ihrer Kirche umgegangen sind. Abgesehen davon, dass sie beim Wiederaufbau den romanischen Turm noch ganz aberissen haben, finde ich das Resultat doch beachtlich, vor allem den Innenraum und auch, dass zusätzlich zwei Chorfllankentürme dazu kamen. Wenn man weiss, dass der Architekt der Sohn des Mainzer Dombaumeisters war, versteht man das.

    st._georg_(bensheim)

    Nachtrag zu folgender bereits gezeigter Ansicht:


    Hauptbahnhof 1899


    Südliche Seitenansicht mit imposantem Heizungskamin und weiterer Bahnsteighalle. 1899 gelaufene Ansichtskarte.


    Die südliche Seitenfassade und ihr nördliches Pendant fielen bereits 1924 einer Erweiterung des Bahnhofs in neokassizistischen Stil um drei Geleise pro Seite zum Opfer. Für die Verlängerung der Querhalle mussten diese Fassaden zwingend abgebrochen werden.