Beiträge von Königsbau

    So gepflegt und schön wie heute sahen unsere Altstädte wohl in ihrer ganzen Geschichte nie aus. Man kann sich ausmalen, was das für (ehemals) wirklich große Altstädte wie Nürnberg, Kassel oder Frankfurt bedeuten würde, sie wären heute ein unvergleichliches Erlebnis für jeden Besucher.

    Ich komme jedes Jahr auf meiner Fahrt ins Prättigau durch Vaduz. Der Ort ist blitzsauber und gepflegt, der Wohlstand des Fürstentums unübersehbar, aber als Begleiterscheinung leider über das erträgliche Maß hinaus mit modernistischen Bausünden (Bankhäuser etc.) durchsetzt, die so gar keine alpenländische Atmosphäre aufkommen lassen. Ein harmonisches Stadtbild bietet Vaduz nach all diesen Eingriffen daher leider nicht mehr. Dafür entschädigt ein paar Kilometer weiter das wunderbare Maienfeld.

    Mir fällt als positives Beispiel Zürich ein, repräsentativer Bahnhof und ebensolche Umgebung (Bahnhofstraße). Was man aus anderen Städten nur als Brennpunkt und Problembereich kennt ist hier die beste Adresse. Die Architektur macht den Unterschied.

    Und selbst wenn. Das wird man ihnen dann mit "Historismus ist rechts und rückwärtsgewandt"-Propaganda schon austreiben. Nein, der Zeitgeist ist denkbar ungünstig für so ein Projekt, da sollte man sich nichts vormachen. So gerne ich auch unrecht hätte.

    "Zugleich wurde aber in der Presse erwähnt, dass eine historisierende Neugestaltung nicht zur Diskussion stehe."


    Alles andere hätte mich auch sehr gewundert, angesichts der kulturellen Beschaffenheit dieses Landes. Zum Glück habe ich nicht den Fehler gemacht, diesem Gedanken allzu optimistisch gegenüberzustehen.

    Königstraße mit dem wegen der gleichnamigen Schuhmarke so genannten Salamanderbau. Die Fassade dieses Gebäudes wurde nach dem Krieg "versachlicht" und vor einigen Jahren wieder "kritisch" rekonstruiert, natürlich ohne dabei wieder die ursprüngliche Schönheit im Detail zu erreichen. Immerhin, ein weitaus besserer Ansatz als wenn man das Haus für einen Neubau beseitigt hätte. Links im Hintergrund öffnet sich die Königstraße zum Schlossplatz.


    Aufnahmedatum unbekannt


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    Warenhaus Tietz in der Königstraße 27, erbaut 1905 von Bihl & Woltz.

    Im Dritten Reich wurde das Gebäude wie alle anderen Kaufhäuser jüdischer Besitzer in Deutschland "arisiert" und bestand dann als "Kaufhaus Union" weiter (nach Kriegsende wieder Hertie). Das Gebäude überstand den Krieg, wurde später aber, dem Zeitgeist entsprechend, durch Richard Döcker komplett modernistisch umgebaut und erweitert. Bei einem kürzlichen Umbau kamen alte Fassadenreste zum Vorschein.

    PS: Diese überaus seltene Aufnahme hätte ich beinahe (ziemlich teuer) bei ebay ersteigert, ein paar Sekunden vor Auktionsende hat sie mir allerdings ein Profisammler weggeschnappt. Immerhin habe ich somit mein Weihnachtsgeld noch.


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