Beiträge von Königsbau

    Wobei (korrigiert mich wenn ich mich irre) die Abrisswut in München weitaus weniger ausgeprägt war als in anderen Städten wie z.B. Berlin oder Stuttgart. Vieles blieb glücklicherweise erhalten oder wurde wiederaufgebaut. Für mich ist München daher die schönste deutsche Großstadt mit 500.000+ Einwohnern.

    Die ev. Frauenkirche (1320 - 1475) mit ihrem filigranen, 72 m hohen Turm ist eines der bedeutendsten Bauwerke der südwestdeutschen Spätgotik und eine der ältesten Hallenkirchen Schwabens. Erbaut von berühmten Baumeistern wie Ensinger und Böblinger, die auch in Ulm und Straßburg wirkten.


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    Mit "gemeinsamen, überlieferten Maßstab" meinte ich z.B. solche Dinge wie Traufhöhe, Dachformen, Kubatur. Wenn ich zumindest das positiv für das Stadtbild bewerte, dir das aber angesichts der (unzweifelhaft dürftigen) baukünstlerischen Ausführung aber als wertlos erscheint, muss man das wohl so stehen lassen, da werden wir uns nicht einig.



    Zitat: "Wer sich mit so etwas zufriedenstellen lässt, hat wirklich alle Ansprüche an Stadtbaukunst aufgegeben."


    Entschuldige, aber das könnte man auch jenen vorwerfen, die die "Neue Mitte" in Ulm loben. Kennst du so jemanden?

    Also, das sind doch (mit Einschränkungen) ganz erfreuliche Ansichten. Ich sehe da eigentlich keinen Grund, Würzburg so negativ zu sehen. Besonders im Vergleich mit anderen deutschen Städten. Positiv fällt mir auf, dass sich der Großteil der Gebäude an einen gemeinsamen, überlieferten Maßstab hält. Eine nicht zu unterschätzende städtebauliche Qualität, die man ansonsten eigentlich nur noch in erhaltenen historischen Innenstädten vorfindet.

    Der Würzburger Wiederaufbau zählt bekanntlich zum Besten, den darf man nicht kritisieren, der ist ein großes Tabu.

    Warum auch - man kann diese gnadenlosen Bilder durchaus für sich sprechen lassen.

    Ach ursus, warum so polemisch. Das behauptet doch niemand. Es geht nur darum, dass der Wiederaufbau im Vergleich zu anderen Städten um Einiges gemäßigter und wenigstens ansatzweise traditionsorientiert erfolgte. Das kann man Würzburg doch zumindest zugestehen. Wenn du mal in Stuttgart warst verstehst du was ich meine.

    Im Würzburg Wiki gibt es erstaunlich viele Baudenkmäler, bei denen steht "instandgesetzt bzw. rekonstruiert" (zumeist in den 50er Jahren). Ich finde das bemerkenswert, zeigt es doch dass es in Würzburg nach dem Krieg sehr wohl Anstrengungen gab, wertvolle Teile des Stadtbilds zu bewahren. Und dass daher der Wiederaufbau nicht per se als schlecht bezeichnet werden kann.

    Bei den Bildern komme ich zu dem Schluss, dass Gera angesichts des historischen Bestands und entsprechenden Potenzials eine zu wenig beachtete Stadt ist. Danke für die Einblicke, die mein Interesse geweckt haben.

    Zeno, du hast da was falsch verstanden. Im Text steht "aufwendig modernisiert". Abriss und Neubau wären vermutlich weniger aufwendig gewesen, käme aber aufs gleiche raus. Von dem Altbau bleibt ja ohnehin nichts außer Erinnerung. So kann man sich als Bauherr aber noch mit dem Prädikat "Erhalt der Substanz" schmücken. Eigentlich clever.


    Bayern war für mich immer das (westdeutsche) Bundesland, in dem man das kulturelle Erbe am meisten schätzt und pflegt. Das gilt offenbar auch nur noch mit Einschränkungen.

    Beim Stephansdom missfällt mir der unvollständige Nordturm, die Renaissance-Haube wirkt unangemessen als Abschluss. Hier wäre eine entsprechende Vervollständigung des Turms vorteilhaft gewesen, denn im Gegensatz zum Straßburger Münster wurde ja bereits mit seinem Bau angefangen aber mittendrin abgebrochen, so dass er bis heute wie abgesägt wirkt und man sich den oberen Teil, durch den der Nordturm zum bis heute höchsten Kirchturm der Welt geworden wäre, hinzudenken muss.

    Diesen Satz finde ich schon richtig bizarr:


    Doch: „Das Bahnhofsviertel gehört nicht den Süchtigen allein“, sagt Christoph Schmitt, der in der CDU-Fraktion für sicherheitspolitische Themen zuständig ist.


    Das ist aber wirklich aufmerksam, dass das Bahnhofsviertel AUCH den Nicht-Süchtigen Frankfurtern gehören soll. Soweit sind wir schon gekommen. Nein, so wird Frankfurt nicht wie Zürich.

    Amputiert heißt, etwas wurde entfernt. Im Fall des Straßburger Münsters gab es den zweiten Turm aber nie. Vielleicht wäre es mit Doppeltürmen auch nie zu diesem unverkennbaren Wahrzeichen geworden. Wie gesagt, ich finde es gerade in dieser asymmetrischen, unvollendet wirkenden Form so reizvoll und interessant.

    Und ich finde das Straßburger Münster gerade wegen dieser Asymmetrie perfekt. Mit Doppeltürmen wäre das Bauwerk bei Weitem nicht so originell. Im Vergleich zu Ulm wirkt es außerdem deutlich imposanter, wenn man davor steht.