Beiträge von giulio

    Die haben in großem Stil getan, was mir hier ansatzweise untersagt wird: Galerien oder doch lange Bildbeiträge über die Defekte

    Das "untersagt" doch niemand, es gab doch schon explizite "Negativgalerien" z. B zu Böblingen und kritisches zu Nürnberg wie Nürnberg (Galerie).


    Was indes schon unerwünscht ist, sind Formulierungen wie "substratloses Gestänkere", noch dazu gegen Neumitglieder gerichtet.

    Kein Unterschied zwischen Würzburg und Salzburg???

    Also, in der Fläche (die ja für ursus nichts zählt) ist Salzburg prozentual gesehen wesentlich häßlicher als Würzburg (natürlich nicht nach ursus-Maßstäben), spätestens nördlich der Bahnlinie beginnt eine Bebauung, die man eher im Ruhrgebiet oder in der Ex-DDR vermuten würde, mit dem Bahnhofsplatz als besonders unangenehmem Ort.


    Fotografiert habe ich dort (leider) nicht, aber auf dem Weg zwischen Hotel und Bahnhof war ich mehrfach dort. Siehe z. B. hier (Neuentdeckung: das Salzburg-Wiki!)


    https://www.sn.at/wiki/Hauptseite

    Da Reko oder Nachempfindung eh nicht auf der Tagesordnung steht, sondern nur 50er Müll (nein, von dieser ästhetischen Bewertung ist nicht abzuweichen)

    Aber dazu bedarf es eines gewissen geschulten Geschmackes, und es tut mir leid, dies in dieser Härte zu sagen: wer Wü schön findet, hat den Geschmack verloren.

    Die Bezeichnung "Müll" mag ja in Einzelfällen noch angehen, auch wenn mir da andere und viel schlimmere Beispiele in den Sinn kommen würden.


    Andere Leute pauschal anzugreifen, geht aber zu weit - jeder mag aus guten Gründen bei verschiedenen Stadtbildern zu einem anderen Urteil kommen. Im übrigen haben wir Deinen Standpunkt jetzt alle verstanden, der muß also nicht bei jedem neuen Galeriebeitrag zu Würzburg immer wieder neu formuliert werden.

    Natürlich wäre auch so etwas wie ein zweiter Salzstadel denkbar, das wäre dann aber vom gestalterischen Anspruch der Gegenwart her enttäuschend und auch mit starken Einbußen am Museumserlebnis verbunden:


    Es gibt einen großzügigen, hellen Eingangsbereich mit üppiger Verglasung, dadurch geht es über eine Rolltreppe hoch in die Ausstellungsräume mit ihrem Beleuchtungskonzept. An ausgewählten Stellen ist der Blick auf die Donau und über ein großes Fenster direkt auf die Altstadt möglich.

    Von den Wettbewerbsteilnehmern ist es sicherlich das verträglichste Gebäude:


    Wettbewerb in Regensburg entschieden


    Architektur


    Ergebnis: Museum der Bayerischen Geschichte Regensburg


    Wie könnte denn konkret ein klassisch gestaltetes Gebäude an dieser Stelle aussehen, das ausreichend Platz und die gewünschten Lichtverhältnisse bietet (nämlich kein Licht von außen in den Ausstellungsräumen)? Da würde mir ggf. ein historisierendes Speichergebäude einfallen, aber in Regensburg?

    Dass es etwas windschief ist, sehe ich natürlich als Vorteil. Sonst wär es noch ärmer.

    Ich war ja schon vor Ort und auch im Museum und fand es gar nicht mal schlecht, durch die Form und die Fassade wirkt es eben nicht so klotzig und abweisend, siehe das Interview mit dem Architekten.


    Die Frage ist halt - wie bringt man die vorgegebene Nutzfläche auf der Grundfläche unter? Vermutlich ist die maximale Höhe vorgegeben, möglicherweise darf man aufgrund der Lage nicht tief in den Boden und Außenlicht ist sowieso weitgehend unerwünscht.

    Ja, "hinterfragen" und "kritisieren" sind immer äußerst sinnvoll, ich kann mit der heutigen Architektur in den allermeisten Fällen auch nichts anfangen, mir gefallen bestenfalls mal einzelne Entwürfe, aber eine ganze Stadt kann man damit natürlich nicht bauen, ohne daß es sehr öde oder häßlich wird.


    Natürlich ist so eine Umbauung wie hier beim Hamburger Michel unterirdisch, klar kann das selbst an mittelmäßige frühere Bebauungen nicht heranreichen: klick


    Seltsamerweise geht es mir bei Musik anders, da gefällt mir eine so richtig schön lärmende Gitarrenband weitaus besser als "klassische Musik", da kann es ruhig sehr experimentell und unharmonisch zugehen.

    "Hinterfragen" finde ich generell schon wichtig, wobei es ja nicht mit "ablehnen" gleichzusetzen ist. Ohne "hinterfragen" kein Fortschritt, wobei man natürlich auch zu dem Schluß kommen kann, daß einem das Traditionelle eher zusagt und das Neue eher weniger oder nur in Ausnahmefällen (entsprechend schreibe ich ja privat auch immer die alte Rechtschreibung und beruflich die neue ... :smile:).

    Ganz allgemein sehe ich es eher wie ursus - wäre es denn nicht sehr enttäuschend, wenn alles immer im gewohnten Rahmen bliebe? Wo bliebe dann die Weiterentwicklung und wer soll die Grenzen setzen?


    Was das Gebäude Münstertor betrifft, so will ich diesem Gebäude eine gewisse Ästhetik gar nicht absprechen, mal abgesehen davon, daß hier eine andere Form gar nicht auf das spitz zulaufende Grundstück gepaßt hätte.


    Es handelt sich dabei um ein Dreieck mit Flachdach, so ähnlich wie bei diesem Gebäude aus dem Jahr 1901:


    Ansicht von der Straße


    Ansicht von oben


    Die Frage, ob die heutige Architektur im Allgemeinen gut ist oder gar in eine Situation wie in Ulm paßt, ist natürlich eine andere. Aber künstliche Einschränkungen bei der Gestaltung ... halte ich weder für sinnvoll noch für durchsetzbar (zum Glück).


    "Verstörende Kunst" gab es früher auch, z. B. die ganzen seltsamen Bilder von Hieronymus Bosch, und "natürliches Schönheitsempfinden" ist doch eher eine kulturspezifische Prägung, z. B. wird traditionelle indische Musik wohl doch in Indien als "natürlich" empfunden, während es für mich kaum anhörbar ist.

    Eine gewisse Ästhetik will ich vor allem dem Münstertor nicht absprechen, wenn ich recht informiert bin, wurde auch ein Tunnel zur Unterfahrung durch die Bürger abgelehnt, vermutlich resultiert daraus auch die Keilform der Gebäude zur Umfahrung.


    Aber eine wirklich endgültige Meinung dazu habe ich nicht, ich habe die Neue Mitte bei einigen Besuchen zur Kenntnis genommen, aber letztlich ist in Sachen Ulm der Funke generell noch nicht übergesprungen.