Beiträge von Leonhard

    Hier ein interessanter alter Dokumentarfilm zu Tittmoning von 1989 von Dieter Wieland über die damalige "Renovierung" des Stadtplatzes, die Gottseidank sehr behutsam umgesetzt wurde. Besonders interessant ist, dass die neuen Steine für die Gehsteige vom Stadtplatz in Pilsen stammen und von der dortigen Stadtverwaltung verkauft worden waren...


    Danke für die schönen Bilder! Ich war selber leider noch nie in Caserta. Das Schloss wird in Italien als eine der wichtigsten Königsresidenzen angesehen, auch wenn es gemessen am italienischen Barock sehr, sehr spät entstanden ist und schon mitten im Übergang zum Klassizismus steht (von dem es auch einige Stilelemente aufweist). Die Zusammenhänge mit Maria Amalia von Sachsen würden sich dabei sicherlich lohnen, weiterverfolgt zu werden.

    Das Stiegenhaus finde ich ob seiner Dimensionen besonders beeindruckend, der Typus ist der der Kaisertreppe, wie er das erste Mal 1584 im spanischen Escorial verwendet wird (Fotos hier, hier und hier), eine im Vestibül beginnende einarmige Treppe, die auf ein Wendepodest führt und sich dort in zwei parallele Treppenarme aufspaltet, die in Gegenrichtung zurückführen. In Mitteleuropa wird diese Art Stiege zum ersten Mal von Domenico Martinelli 1690 im Wiener Palais Harrach ausgeführt (allerdings in etwas bescheideneren Formen und Dimensionen, Fotos hier und hier) und 1701/04 von Enrico Zuccalli für Schloss Schleißheim bei München geplant: dort wird sie nach der Bauunterbrechung, die durch Kurfürst Max Emanuels Flucht nach der Niederlage bei Höchstädt erzwungen worden war, allerdings erst ab 1715 durch Joseph Effner verwirklicht (Fotos hier, hier, hier und hier). Die Schleißheimer Treppe ist derjenigen von Caserta sehr ähnlich, wenn auch nicht ganz so groß. Der Höhepunkt der Kaisertreppe wird sicher in der Residenz Würzburg erreicht, die allerdings im Vergleich zu Schleißheim und Caserta keine Laterne hat (dafür aber natürlich das großartige Fresko von Tiepolo).

    Lieber Ursus, ist kein Problem, ich hatte mir nur gedacht, dass du vielleicht eh ein paar lockere Gstanzln zum Thema Graz auf Lager hättest :wink: aber du musst dich nicht extra einlesen, kein Stress! Ich verstehe gut, dass das zuviel Aufwand ist. Aber vielleicht könntest du zu den Buidln noch dazuschreiben, wo das jeweils ist... das wäre nett!


    Edit: steht eh da, wenn man auf die Bilder klickt, musst es nicht dazuschreiben!

    Danke, wieder was dazu gelernt! Ich wusste tatsächlich nicht, dass die eigentliche Ostzunge der Karpaten sich so weit nach Westen verlängert, dass ihre Ausläufer bis nach Mähren und Niederösterreich reichen. Für mich haben die Karpaten gefühlsmäßig immer schon in der Ukraine, spätestens in Polen aufgehört. Danke für die erhellende Information!

    Weinkeller prägen das westkarpatische Land

    Erstmal vielen Dank für die schönen Bilder deiner Heimat (ich bin erstens ein überaus höflicher Mensch und zweitens finde ich die dargestellten Örtlichkeiten wirklich sehr schön und berührend), aber nun würde mich doch einmal eine grundsätzliche Sache interessieren: wieso "karpatisch"? Was ist an dir und deiner Heimat eigentlich karpatisch? Meinem bescheidenen Wissen nach beginnen die Karpaten viel, viel weiter im Osten und haben mit deiner Heimat weder geographisch noch kulturell viel zu tun (bis auf die Tatsache, dass Siebenbürgen auch einmal zu Kakanien gehört hat - aber Siebenbürgen ist so unendlich tief in Transleithanien, dass es schon fast gar nicht mehr wahr ist)... woher diese Sehnsucht?

    Danke Ursus, aber könntest du - wenn du mal Zeit hast - das genauer ausführen? Welche Kirchen, Palais und Bürgerhäuser sind in deinen Augen besonders wertvoll und welche stilistischen Beziehungen haben sie zu anderen österreichischen (oder mitteleuropäischen) Städten, vor allem im Vergleich zu Wien? Das Landhaus ist auf jeden Fall schon mal etwas absolut Besonderes und übertrifft an architektonischem Wert sicher auch die Wiener Stallburg, dem einzigen bedeutenden erhaltenen Renaissance-Bauwerk Wiens (meines Wissens gab es an Renaissance in Wien aber sowieso nicht viel).

    Ich weiß, dass ich dich damit um einen großen Gefallen bitte und dass dies ein bissl Aufwand bedeutet, aber wer wenn nicht du könnte so eine Übersicht von Graz und einen Vergleich mit Wien erstellen? :)

    Lieber Ursus, vielen Dank für die Bilder! Ich habe aber noch eine Bitte: ich kenne mich mit Graz leider überhaupt nicht aus und war nur mal als Kind dort, könntest du vielleicht die kunsthistorische Bedeutung der Stadt etwas beschreiben und in den mitteleuropäischen Kontext einordnen? Welche bedeutenden Kirchen und Palais gibt es dort und welchen Stellenwert haben sie im Vergleich mit anderen mitteleuropäischen Städten? Die Stadt scheint mir von den Bildern, die ich von ihr gesehen habe, sehr wertvoll zu sein und doch spricht man in kunsthistorischen Büchern eher wenig über sie. Oder täusche ich mich? Wenn du mir ein bisserl was über Graz erzählen könntest, wäre ich dir sehr dankbar, vielen herzlichen Dank!

    Das Landhaus ist auf jeden Fall schon mal sehr beeindruckend!

    Lieber Fusajiro, vielen Dank für die tollen Fotos! Die Rekonstruktion der Fassaden scheint wirklich fantastisch gelungen zu sein, vor allem die sicherlich sehr schwierigen Bildhauerarbeiten. Großes Kompliment an alle Ausführenden!


    Ich habe das ganze Vorhaben nicht so verfolgt, weiß man ungefähr, wie viel die Rekonstruktion der Fassaden gekostet hat bzw. noch kosten wird?

    Ein kleiner Nachtrag zu Passau: wer ihn noch nicht kennt, dem lege ich Dieter Wielands schönen Dokumentarfilm über Passau aus dem Jahre 1975 ans Herz, den man unter folgendem Link anschauen kann:


    https://www.br.de/mediathek/video/topographie-1975-passau-die-schwimmende-stadt-av:5896bbeeab0d0d0012fcd265#tab=bcastinfo&jump=tab


    Die Szene, in der im Zuge der Restaurierung der Residenz der lebensgroße Engel per Seilwinde auf den Balkon "fliegt" und sich seine vollendete Rokoko-Grazie vielleicht zum ersten Mal im freien Flug entfalten darf, ist wohl einer der schönsten und bewegendsten Momente in der Geschichte der Dokumentarfilme (ab min 19:50). Auch die Kamerafahrten über die Dächer der Altstadt mit ihren erstaunlichen Ein- und Tiefblicken in ein noch nicht komplett restauriertes Passau sind einzigartig und unwiederbringlich.

    Ich eröffne hier mal einen Faden zum Bau- und Sanierungsgeschehen in München.


    Bzgl. der anstehenden "Sanierung" der Lukaskirche im Lehel (im APH zuletzt besprochen), habe ich gestern zuerst mit dem Mesner und dann mit dem Pfarrer gesprochen. Beide waren erstaunt, woher ich das wüsste, der Pfarrer war sogar etwas irritiert und hat die Stirn gerunzelt... Der Mesner hat mir zuerst mitgeteilt, dass die Pläne des Wettbewerbsiegers nicht komplett umgesetzt würden, dass neben einer allgemeinen Sanierung nur die vorderen Bänke des Hauptraumes (also nicht die Seitenbänke!) entfernt würden, damit sie mehr Platz bekämen und außerdem ein mobiler Altar (so eine Art Volksaltar) aufgestellt würde. Von einer Entfernung der Seitenbänke und der steinernen Seitenbalustraden sowie von der Aufhängung von Akustiksegeln wisse er nichts. Da mir diese Antwort nicht 100% sattelfest vorkam, habe ich dann noch den Pfarrer aufgesucht und ihm die gleiche Frage gestellt. Wie gesagt schien er etwas irritiert, dass ich überhaupt etwas davon wusste und hat dann nur ausweichende Antworten gegeben, indem er zuerst darauf hingewiesen hat, dass die Gemeinde St. Lukas natürlich hocherfreut wäre, eine solche Kirche zu besitzen, aber dass man auch verstehen müsse, dass so eine Kirche auch lebt und benützt werden soll und dass zu diesem Zweck die Innenraumgestaltung auch an neue Anforderungen angepasst werden müsse, man wolle eben mehr Platz für Veranstaltungen haben. Man sei aber noch in der Planungsphase und würde mit dem Denkmalschutzamt die Möglichkeiten ausloten. Dann hat er darauf hingewiesen, dass ja schließlich im hinteren Bereich auch historische Gegebenheiten wiederhergestellt würden, indem z.B. zwei historische Holzdecken wieder freigelegt würden, desweiteren zwei Portale reaktiviert würden, die in den 60er Jahren zugemauert worden waren und schließlich die Farbgebung des gesamten Innenraumes, die heute einheitlich grau-beige ist, an die ursprüngliche angepasst würde (wie das genau aussehen sollte, wollte er nicht sagen). Auf meine konkrete Frage, ob denn die Seitenbänke und Balustraden drinbleiben und Akustiksegel in der Kuppel aufgehängt würden, wollte er nicht antworten und hat darauf hingewiesen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt nichts darüber sagen könne, er bitte um Verständnis. Die Bauarbeiten sollen erst im Sommer 2020 beginnen.


    Alles in allem keine sehr beruhigende Antwort, man kann nur hoffen, dass das Denkmalschutzamt zu krasse Veränderungen untersagt. Das Argument, dass die Kirche schließlich auch an die Anforderungen des Gemeindelebens angepasst werden solle, verstehe ich zwar einerseits; andererseits scheint der Gottesdienst-Besuch in St. Lukas aber eher gering zu sein, obwohl es eine der wichtigsten und größten evangelischen Kirchen in München ist: ich war am Sonntag im Pfingst-Gottesdienst (obwohl ich katholisch bin) und es waren vielleicht 60-70 Leute im Gottesdienst. Und das am Pfingstsonntag! Der Mesner hat gemeint, dass sonst noch weniger kommen würden und auch der Pfarrer zeigte sich in seiner Predigt erfreut, dass "heute soviele Leute im Gottesdienst wären". Die großen katholischen Kirchen in der Altstadt Münchens sind an solchen Feiertagen total voll und auch an normalen Sonntagen gut besucht. Angesichts dieser kleinen Gemeinde von St. Lukas scheint eine Vergrößerung des freien Platzes vor dem Altar schwer legitimierbar zu sein, aber es geht ihnen anscheinend mehr um außergottesdienstliche "Veranstaltungen".

    Ich weiß jetzt auch nicht, ob und wie man da weiter vorgehen sollte, vielleicht könnte man mit dem Denkmalschutzamt reden, das aber halt auch schon involviert ist.

    Blick Richtung Süden:


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    Ein wunderbarer Platz! Hier kann man sich auf eine Bank setzen, die Zeit und alles um sich herum vergessen und zur Ruhe kommen.


    Noch zwei Herbstimpressionen:


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    Das war's aus Murnau!

    Nun zum letzten Teil meiner Murnau-Galerie: dem Friedhof. Der Friedhof von St. Nikolaus ist vielleicht der schönste Platz von Murnau und einer der schönsten Friedhöfe, die ich kenne. Er ist auf einen nach Westen und Süden hin abfallenden Hang gebettet und erinnert fast an einen Weinberg. Als katholischer Bayer habe ich von Haus aus eine Affinität zu Friedhöfen, ich liebe es, über die schmalen Wege zwischen den Gräbern zu spazieren, die schmiedeeisernen Kreuze und Grabsteine zu betrachten und mich auf eine Bank unter einen Baum zu setzen, um über das Leben, den Tod, frühere Zeiten und Leute und alles mögliche zu sinnieren. Ein schöner Friedhof überträgt mir das Gefühl von Ewigkeit und Ruhe, er erinnert mich daran, dass wir alle einmal diesen Weg gehen werden und uns mit unseren Ahnen in Gott vereinen werden. Das ist ein tröstlicher Gedanke.


    Friedhof mit Blick zur Kirche:


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    Friedhof Richtung Schloss:


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    Blick Richtung Ortskern:


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    Weg hinunter in den Ort:


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    Deckenfresken Chor & Altar:


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    Kanzel & kleine Empore links:


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    Chor rechts:


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    Kirchenbank:


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    Orgel:


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    Das war's aus St. Nikolaus. Eine unerwartet großartige Kirche, die man sich in einem so kleinen und unbedeutenden Markt wie Murnau nicht erwarten würde!


    Übrigens: ich habe die Fotos auf Flickr gehostet, wo man sich auch höher aufgelöste Versionen der Fotos anschauen kann, was sich im Falle der Kirche sicher lohnt. Einfach auf die Fotos hier klicken, dann werdet Ihr zu Flickr weitergeleitet!

    Wie es sich für einen anständigen bayrischen Ort gehört, besitzt Murnau eine schöne Barockkirche: die Pfarrkirche St. Nikolaus. Weithin sichtbar steht sie am südlichen Rand des Schlossberges. An der Stelle der heutigen Barockkirche befand sich die 1134 erstmals genannte alte gotische Kirche St. Nikolaus, bis diese ab 1717 durch die neue Barockkirche ersetzt wurde (Weihe 1734). Wer die Kirche gebaut hat, ist nicht ganz klar; früher glaubte man, es könnten der Münchner Hofbaumeister Enrico Zuccalli oder Johann Michael Fischer gewesen sein. Aufgrund innenarchitektonischer Ähnlichkeiten mit der gleichzeitig entstandenen Wallfahrtskirche Einsiedeln in der Schweiz nimmt man aber inzwischen an, dass der dortige Architekt Caspar Moosbrugger der Ideengeber und der damalige Bauleiter von Ettal Pater Roman Deschamps der planende Architekt war.

    Von außen mutet die Kirche eher bescheiden an, es ist ein relativ schmuckloser Längsrechteckbau mit dreiachsiger, italienisch-barocker Giebelfassade im Westen; der Chor ist kreuzförmig mit zwei halbrund geschlossenen Chorseitenarmen; der Kirchturm mit Zwiebelhaube und Laterne ist in den Kirchenkörper integriert und steht auf dem gotischen Unterbau der alten Kirche.

    Angesichts dieses simplen Äußeren würde man sich innen einen länglichen Saalraum erwarten, doch weit gefehlt: den eintretenden Besucher überrascht ein Zentralraum, welcher durch ein dreischiffiges Emporenvorjoch vorbereitet und durch eine ebenfalls zentralisierte Choranlage fortgesetzt wird. Der überraschend weite Hauptraum präsentiert sich als kreisrund überkuppeltes Oktogon, ähnlich wie es auch in Einsiedeln zu sehen ist. Unter dem Oktogon befinden sich acht Bogenöffnungen, die sich in ihrer Höhe abwechseln: die vier Bögen zum Chor, den beiden Längsseiten und zur Orgelempore sind höher und stützen die runde Kuppel, die diagonal dazwischen liegenden Bögen sind etwas tiefer und stellen im Endeffekt nur Ausbuchtungen des Hauptgesimses dar; außerdem geben die niedrigeren Bögen den Blick frei in vier die Raumtiefe betonende Eckräume, in denen Seitenaltäre stehen (und im Falle der rückwärtigen Orgelempore zusätzlich die seitlichen Emporenräume). Gestützt werden die acht Bögen jeweils durch Doppelpilaster mit Kompositkapitellen.

    Der Chor ist kleeblattförmig und durch ein Vorjoch mit Logen vom Hauptraum getrennt.

    Laut Dehio darf diese Raumschöpfung als wichtige Vorstufe zu den Gestaltungen Johann Michael Fischers angesehen werden, was auch der Grund ist, weswegen man ihn lange als den Schöpfer dieser Kirche angesehen hat (was allerdings zeitlich nicht ganz hinkommt, da Fischer 1717 noch auf Lehrwanderschaft in Böhmen, Mähren und Österreich war).


    Die Stuckaturen stammen von Johann Baptist Zimmermann (Hauptraum 1724/25 und Chor 1729/30), die Fresken hingegen sind nicht original barock, sondern wurden Ende des 19. Jhs in neobarocker Manier geschaffen: die Chorfresken 1871/72 von Johann Michael Wittmer und Joseph Anton Schwarzmann, das Hauptfresko (das Jüngste Gericht darstellend) 1893-95 von Waldemar Kolmsperger. Ich weiß leider nicht, wie die Gewölbe vorher gestaltet waren und ob es vorher bereits andere Fresken gegeben hatte. Ich empfinde das Fresko des Hauptraumes aber als sehr passend und überzeugend; wenn ich nicht gelesen hätte, dass es nicht aus der Barockzeit stammt, hätte ich es nicht gemerkt. Die Fresken des Chorraumes schauen ein bissl nach Nazarenerstil aus und passen vielleicht nicht so perfekt in eine barocke Kirche. Der Rest der Ausstattung, d.h. die Altäre, Heiligenfiguren und Beichtstühle stammen überwiegend aus der Barock- und Rokokozeit.


    Hier eine Gesamtansicht von St. Nikolaus von Südwesten:


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    Nordseite:


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    Nordseite mit Kriegerdenkmal:


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    Chor:


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    Nun zum Inneren:


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    Sehr beeindruckend!


    Queransicht des vorderen Bereiches:


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    Rückseite:


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    Deckenfresko Hauptraum, hier sieht man auch schön die Bögen:


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    Deckenfresken und Stuckaturen im Chor:


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    Nun weitere Hausansichten aus Seitenstraßen.


    Grüngasse in Richtung Osten:


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    Grüngasse in Richtung Westen, in der Bildmitte hinten der Chor der Mariahilfkirche:


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    Häuser wie diese sind typische Handwerkerhäuser in Murnau, zweistöckige traufständige Häuser, teilweise mit Dachgauben.



    Johannisstraße 18 aus der 1. Hälfte des 19. Jhs:


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    Pfarrstraße 21, ehem. Doppelbauernhaus, zweigeschossiger Flachsatteldachbau mit traufseitiger Laube und Zierbund, um 1770:


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    Ein ähnlicher ehemaliger Doppelbauernhof ist das Mesnerhaus Mayr-Graz-Weg 1, ein zweigeschossiger Flachsatteldachbau mit einfachem Zierbund aus der Mitte des 18. Jhs:


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    Jetzt schauen wir uns ein paar Häuser in einigen Seitenstraßen an, es handelt sich hierbei allerdings nur um eine Auswahl und ist nicht erschöpfend. Wie Giulio schon richtig bemerkt hat, gibt es außerhalb der Marktstraße auch nicht mehr viel wertvolle Bebauung.


    Hier die vom Untermarkt nach Osten Richtung Schloss abgehende Schloßbergstraße (Nr. 6-2):


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    Schloßbergstraße 10-2:


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    Hausmadonna an der Schlossbergstraße 3:


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    Nun zum Schloss, welches am Ende der Schloßbergstraße liegt. Die älteste Burganlage geht auf das 13. Jh zurück, die heute sichtbare Anlage stammt aus dem 15. & 16. Jh: der Hauptbau mit stattlichem Zinnengiebel aus der 2. Hälfte des 15. Jh's und der Südflügel aus dem 16. Jh. Das Schloss wurde bis zur Säkularisation 1803 vom Kloster Ettal als Amts- und Wohnsitz des Pflegers sowie als Gerichtssitz genutzt. Im 19. Jh wurde es zu Schulzwecken umgebaut, weswegen von der ursprünglichen Innenausstattung nichts mehr übrig geblieben ist. Bis 1980 wurde es als Schule genutzt, dann bis 1993 zum Schlossmuseum umgebaut, welches neben Malerei aus dem 19. Jh (Landschaftsmalerei der Münchner Schule) und der Gruppe "Blauer Reiter" (hauptsächlich Bilder von Gabriele Münter) auch eine Dauerausstellung zu dem Schriftsteller Ödön von Horváth zeigt, der von 1923 bis 1933 regelmäßig seine Sommerfrische in Murnau verlebte. Weitere Informationen zum Schloss hier.


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    Westfassade:


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    Nun ein Foto vom Südrand des Schlossberges Richtung Süden auf die Berge, in der Mitte zu sehen das Wettersteingebirge mit Wettersteinwand, Alpspitze und Zugspitze, davor das Murnauer Moos:


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    Eine tolle Landschaft!

    Das waren die Bilder zum Unter- und Obermarkt. Murnau ist sicherlich kein architektonischer Höhepunkt (dazu hat es auch viel zu wenig historische Bedeutung), z.B. ist das nicht weit entfernt liegende Bad Tölz mit seiner Marktstraße (zu der Markus bereits eine sehr schöne Galerie präsentiert hat) im Vergleich zu Murnau nochmal reichhaltiger und wertvoller und besitzt außerdem auch mittelalterliche und vor allem barocke Bausubstanz. Murnau ist aber gerade aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine biedermeierliche Neuschöpfung aus den Jahren 1830-50 handelt und aufgrund der Länge, Geschlossenheit und der nach Süden zu den Bergen hin offenen Lage des Straßenmarktes durchaus etwas Besonderes.

    Die landschaftliche Einbettung ist dabei auch außergewöhnlich schön, wie wir noch sehen werden.

    dieser langgezogene Markt wirkte auf mich immer äußerst elegant (allerdings läßt die Qualität der Bebauung außerhalb relativ schnell nach, abgesehen natürlich von schönen Einzelbauten).

    Murnau ist ja auch historisch unbedeutend und immer sehr klein gewesen, da war außerhalb der Marktstraße nicht viel bebaut. Um 1900 haben sich allerdings einige Münchner in Murnau und Umgebung Villen bauen lassen, so dass es um den eigentlichen Ortskern herum noch einige schöne Landhäuser mit Gärten gibt. Murnau ist ein sehr gemütliches Fleckerl zum Leben, irgendwie auch wieder biedermeierlich...

    Obermarkt 37 Grießbräu:


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    Blick in die von Westen nach dem Grießbräu einmündende Grießbräustraße:


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    Obermarkt 37-45:


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    Obermarkt 41-51:


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    Obermarkt 41 (links) & 46-40 (rechts):


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    Obermarkt 46-40:


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    Obermarkt 46 & 44:


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