Beiträge von thommystyle™

    Und natürlich auch keine moralische Diskussion... das ist in einem öffentlich-rechtlichen Sender heutzutage aber wahrscheinlich auch nicht zu erwarten.

    Nun das ist mir allerdings lieber, denn was würde denn heutzutage an moralischer Diskussion kommen. Im öff.-rechtl. doch wohl nur die Implikation, die Leute waren selbst Schuld. Dann lieber überhaupt keine Diskussion, die Bilder und die beiden Damen, die mir wie dir nahegegangen sind, sprechen für sich.

    Bereits am 22.10.2018 (!) verstorben ist Konrad Fischer, unermüdlicher und unbeugsamer Kämpfer gegen den Dämmwahn, bekannt aus zahlreichen TV Auftritten, hat zahlreiche Sanierungen vom kleinen Bauernhaus bis zu großen Schlössern in ganz Deutschland und darüber hinaus beratend begleitet. Leidenschaftlicher Denkmalschützer, harter Kritiker der Dämmlobby und fest verwurzelt in seiner fränkischen Heimat und im Glauben. Hatte ich gar nicht mitbekommen.


    In Memoriam! Konrad Fischer wird uns sehr fehlen! – EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie


    Informationen zu Altbausanierung - Denkmalschutz - Energiesparen - Architektur+Bau-Magazin


    Ruhe in Frieden!

    Ein Verlust ist sicherlich das Haus am Schrannenplatz 5 (hier im Bild zu sehen) :

    Ersatz mit einem belanglosen Neubau durch den angrenzenden Wirt (zur Gams). Liegende Fensterformate in der Altstadt!!:augenrollengruen::daumenunten:


    tysy_IMG_20190810_1020529.jpg


    Ebenfalls ein Verlust für das Stadtbild ist der Abriss der Haupstraße 6 ("Bauernbräu"),Hier zu sehen auf Seite 5 links.

    Dort ist momentan eine Baugrube. Der Abriss erfolgte durch den gegenüberliegenden Wirt vom Millipp. Der ist ja seinerzeit schon mal mit dem Greipl Egon "zusammengerückt", nachdem in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in einer Seitengasse ein vermutlich bedeutendes Haus abgerissen wurde. Die Wirte breiten sich immer weiter aus und alles was nicht ausdrücklich geschützt ist, wird früher oder später abgerissen. Nun gut, es wurde ein "altstadtverträglicher Bau" versprochen - schaun wir mal, wie das wird...

    Nicht verschweigen möchte ich allerdings auch, dass der Millip für einen vor Jahren abgerissen Bau direkt neben seiner Gaststätte (hier zu sehen, das rosa Gebäude in der Mitte) in einen (größtenteils) äußerst gelungen Ersatzbau gebaut hat (rechts neben dem Fachwerkbau, angelehnt an die denkmalgerechte Materialität und Form des hier sichtbaren Anbaus aus dem Jahr 1913) :

    800px-Beilngries%2C_Hauptstra%C3%9Fe_9-20160816-001.jpg

    Quelle:Tilman2007,CC BY-SA 4.0, wikimedia commons


    Auch im inneren hat man sich große Mühe gegeben, den Charakter des Ortes zu wahren/angemessen fortzuschreiben:

    Man hat ein Gewölbe eingezogen und hochwertige Materialien verwendet, Holzfenster samt Fensterläden, Stein- und Holzfußböden, hochwertiger Putz und Farbe etc... Höhepunkt ist sicherlich das "Bräustüberl": Bild1; und die Bar: Bild 2, Bild 3, Bild 4, Bild 5, alles neu! Einzig die Rückseite fällt deutlich ab, dort hat man für die Gästezimmer billig wirkende Balkone angebaut

    Auf die gute gleich die schlechte Meldung:
    anscheinend wurde eines der Häuser in der nähe des Fürstentors abgerissen, bin mir aber nicht sicher welches; ich weiß es nur vom Hörensagen; sobald ich näheres weiß werde ich es posten;

    Teil 5 die restlichen Aufnahmen
    img_3063i21f.jpg
    im O geht es durch das Fürsten- oder Beilngrieser Tor wieder aus dem Städtchen hinaus


    Der Neubau:

    tysy_IMG_20190810_1001375.jpg


    Auf den ersten Blick nicht der schlechteste Ersatzbau. Auf den zweiten Blick sind aber doch einige Mängel zu erkennen: sehr unruhige Dachlandschaft, Zink statt Kupfer, furchtbarer Eingang zur Apotheke, der steinerne Sockel wirkt auch unglücklich, die Abdeckungen der Lüfterausgänge (?) auf der Seite, viel zu perfekter Putz und Farbauftrag, und wie immer die Fenster... hmm naja...

    In Beilngries (Hauptstraße 43) wird das ehem. fürstbischöflich Forstamt saniert:

    Hervorragend!cclap:) So eine Sanierung findet man mittlerweile auch bei sonstigen denkmalgeschützten Gebäuden selten. Kalkputz/-milch, dazu die wiederverlegten Dachziegel ergeben ein der Historizität würdiges Bild. Einzig bei einem Punkt muss ich meckern: die Fenster. Einerseits natürlich wesentlich besser als die zweigeteilten Vorgänger, andererseits für meinen Geschmack viel zu wuchtige Rahmen/Sprossen. Die würden besser zu einem Gründerzeitler passen als zu einem Barockgebäude. Dazu hat man wie so oft auch die Reste der (nicht mehr vorhanden) Fensterrahmen - sprich die Einhängehaken und die Ladenhalter entfernt.


    Vorher:

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    Quelle: Tilman2007, CC BY-SA 4.0, wikimedia commons


    zwei aktuelle Bilder:

    IMG_20190720_093721659a45ed6e0ac5599.jpg


    der Hinterhof noch nicht ganz fertig:

    IMG_20190720_0942145.jpg


    Nebenan (Hauptstr. 41) hat unterdessen die überfällige Sanierung des "Wagner-Bräu" begonnen (ein recht stattliches Jurahaus), mal schauen wie das wird... Bild von 2016:

    1280px-Beilngries%2C_Hauptstra%C3%9Fe_41-20160816-001.jpg

    Quelle: Tilman2007, CC BY-SA 4.0, wikimedia commons

    In Berching wird zur Zeit das Gasthaus zur Post durch die Wirtsfamile Zrenner/Amrhein aufwendig saniert (die Familie hat mit dem Kaiserbeckhaus in Beilngries bereits eine ebenfalls äußerst aufwendige Sanierung hinter sich):


    Hier ein etwas älterer Bericht:

    Post Berching: Sanierung kommt voran - Region Neumarkt - Nachrichten - Mittelbayerische


    Und auf der Hompage der Gaststätte findet man Bilder vor der Sanierung und der Sanierung selbst, die zeigen wie aufwendig das ganze Unterfangen ist.

    https://www.post-berching.de/


    Die daran anschließende Häuserzeile direkt an der Sulz wurde komplett abgerissen, ob da historische Bausubstanz mit dabei war, vermag ich nicht zu sagen.

    Noch ein Artikel zum Goetheturm aus der FAZ:

    Finanzierung für Wiederaufbau des Frankfurter Goetheturms steht



    Dann der von "Agon" im APH gepostete Artikel zur Paulskirche:
    Diskussion über Zukunft der Paulskirche beginnt mit Debakel


    interessant finde ich ja diese Aussage:

    Zitat von FAZ.net

    Und er [OB Feldmann, Anm.] sagte voraus, dass es einen Kompromiss geben werde zwischen den Anhängern eines Erhalts der Paulskirche in ihrer heutigen schlichten Gestalt und den Befürwortern einer Rekonstruktion.

    Bis jetzt hat er ja jegliche Rekonstruktion kategorische abgelehnt, oder? Da wäre man bei der Paulskirche schon einen Schritt weiter...


    Und noch ein Artikel zur Oper/Schauspiel:

    mit schöner Visualisierung!

    Drei Bilder vom geschundenen Domhotel von Anfang Juni (und wir wissen ja, es wird auch nicht wieder gut):


    DSC05249.jpg


    DSC05267.jpg


    DSC05269.jpg


    Generell muss man festhalten, in dieser (Innen-) Stadt sind Hopfen und Malz verloren. Da mag auch eine fantastische Komplettreko wie Maria Himmelfahrt oder das Blau-Gold-Haus (in meinen Augen eines der besten Nachkriegsgebäude in Deutschland) nicht darüber hinwegtrösten.

    Bonusbilder:

    DSC05273.jpg


    DSC05243.jpg

    dazu ein paar aktuelle Bilder:

    tysy_IMG_48253f733271021ba917.jpg


    tysy_IMG_4845.jpg


    tysy_IMG_4852.jpg


    definitiv ein äußerst interessantes Gebäude, bin gespannt ob diesmal aus den Plänen was wird...

    (Infos über die Kapelle und Innenansichten findet man hier :Marienkapelle)



    In der Nähe von "Klein-Venedig" (Fischerei) wurde unterdessen ein kleines Fachwerkhäusl mustergültig saniert:

    IMG_4853.jpg


    Man beachte die ultrafeinen Sprossen! wunderbar :)

    dazu:

    Zitat

    Replik am Eingang Münchner Nordfriedhof: Die Sphinx ist zurück


    Nach monatelanger Arbeit wird die Replik der Figur am Nordfriedhof enthüllt, eine zweite soll bald folgen.


    [...]


    Münchner Nordfriedhof: Die Sphinx ist zurück


    Zum Hintergrund:

    Kunstkrimi: Neue Sphingen für den Münchner Nordfriedhof



    Münchner Nordfriedhof: Sphinx öffentlich rekonstruieren!

    Vielen Dank Leonhard für den interessanten Beitrag! Mir kommt die Gelbe Treppe immer mal wieder in den Sinn und dann schaue ich nach aktuellen Bildern oder Berichten im Internet. Gleichzeitig bin ich auch leicht enttäuscht, ich dachte man ist schon weiter. Ursprünglich war ja 2019 als Eröffnungstermin avisiert, dann Frühjahr 2020 und nun Oktober 2020. Nun gut, solange es um die Qualität geht, sollte man keine Kompromisse machen.

    Hm, das wirkt aber alles schon recht klassizistisch, Barock kann man das nicht mehr so recht nennen...

    Da hast du recht, die Zimmer und Säle wurden teilweise im Laufe der Zeit umgebaut und dem jeweils aktuellen Geschmack angepasst, bzw überhaupt erst so spät ausgebaut, dass dort dann das neue Kunstverständnis voll durchschlägt.