Beiträge von ursus carpaticus

    Eine für mich sehr erfreuliche Nachricht im Zusammenhang mit diesem Strang.

    Wir haben geschrieben:


    Es ist ewig schade, dass die Lücke zwischen Litschau und Neubistritz niemals geschlossen worden ist- mit den Waldviertler Bahnen, die heute noch zwischen Groß-Gerungs und Gmünd bzw Gmünd und Litschau privat betrieben werden, ergäbe das ein phantastisches Schmalspur-Netz.

    Tatsächlich gibt es so etwas wie einen Verein, der diese Lücke tatsächlich schließen will. Zwar ist das nach wie vor reine Science-fiction, aber immerhin ist alles, was einmal angedacht ist, auf irgendeine Weise bereits Realität. Und dass man mit einer Vision nicht mehr der einzige ist, hat auch etwas.

    Dazu ist dieser Gedanke tatsächlich tourismuswirtschaftlich extrem ausbaufähig. Das längste Schmalspurnetz Europas sollte doch eine beträchtliche Attraktivität ausüben. Allein der Gedanke - einen halben Tag (in eine Richtung!) mit der Schmalspurbahn unterwegs zu sein - wo gibt es so etwas? Groß Gerungs-Gmünd: ca 1' 40, Gmünd Litschau ca 1h 15, Ltschau-Neubistritz (fiktiv) 45 min, Neubistritz-Neuhaus 1h 40.


    Unsere korrupte Politik träumt stattdessen von der Waldviertel-Autobahn, die von Hollabrunn über Waidhofen(!) nach Freistadt (!!) führen soll. Dies mit der Begründung, um eine Autobahnverbindung zum Flughafen Budweis(!!!) zu schaffen. So eine Schlangenlinie kriegt man nicht einmal als Vollauxoffena hin!

    Ja, natürlich nördlich des Rings, da hab ich mich schlecht erinnert. Man muss die Josefstraße nördlich der Fronleichnamskirche nehmen, dort ist die Stadt (stellenweise) noch recht urtümlich, vor allem um die Hohe Synagoge.

    https://de.wikipedia.org/wiki/hohe_synagoge_(krakau).

    Damals, in den 90ern hat das alles auch wilder und uriger ausgesehen als heute, überhaupt an einem Novembertag. Der dichte Nebel, mitunter ziemlich jach einsetzend, hatte schon was Gespenstisches. Heute ist das wohl alles touristischer Trampelpfad.

    Kasimir besticht in erster Linie durch seine Kirchen, vor allem seine beiden gotischen Großkirchen. Wahrscheinlich wäre ich heute enttäuscht.

    Google Maps


    hier noch ein schöner Blick aus der Krakauer Straße zum Rathaus:


    Google Maps

    Dann ist der Platz massiv verkleinert worden, offenbar vor allem im Süden, wo die schwächsten Häuser stehen. Das von dir photographierte Haus vor der Fronleichnamskirche ist in der Tat das Aufwendigste des Platzes.


    Es gibt auch eine zweite schöne Großkirche in Kasimir.

    Das is mir bekannt, und ich erachte die Neuhauser Straße für einen veritablen Schandfleck im dt. Wiederaufbau. Das neue Gebäude ist allerdings eine veritable Verbesserung. Es besteht weder in Anbetracht des Vorzustandes noch in Anbetracht der Nachbarschaft irgendein Grund sich drüber aufzuregen.

    der Sport Scheck ist jetzt nicht das Schlimmste und würde inmitten eines "normalen" europäischen Boulevards durchaus "funktionieren". Das Problem ist die primitive Wiederaufbaumoderne der Nachbarschaft, in deren Mitte er sich gleichfalls etwas ermüdend ausnimmt. Das Haus Friedrich würde in einem solchen Ambiente auch nicht Wunder wirken. Schade, dass man nicht beides in Nachbarschaft haben kann!

    hab ja nichts gegen diese (wenngleich kleindeutsche) Erkenntnis, aber ist sag nur, dass das gegen Linke nichts zählt. Wie Sachargumente mit Verrückten sowieso fehl am Platz sind. Das destruktive "Schaut auf euren Marx, ihr gottverdammten Heuchler"-"Argument" ist mE praktisch viel wirkungsvoller.

    Was sind das für Argumente, Löbenichter? Ist dir nicht klar, dass du es mit Verrückten zu tun hast? Und die Diskussion haben die schon angefangen, notfalls untereinander, ein linker Moderator, ein linker Pfaffe, ein linker Historiker und ein Denkmalschützer, der allen recht gibt, aber sagt, dass auf die Belange des Denkmalschutzes Rücksicht zu nehmen ist und die Statue nur sorsam abgebaut werden darf. Auf deinen Sermon wartet da wirklich niemand. Nicht so schlecht war Exilwiener im APH, ausnahmsweise: zuerscht müssen mal Marx, Engels, Lenin etc weg, und zwar schnell.

    Das ist die slawische Kernstadt, das heutige Viertel Okol - mit so durchgestrichenem l am Schluss. Der Rest ist Erweiterung im Sinne des ostdt. Zentralmarktschemas.

    In Krakau ist wie auch in Schlesien ein Phänomen sehr bemerkenswert, nämlich die Verschmelzung von Renaissance und Historismus bis zur Unkenntlichkeit zu einem völlig amorphen Brei.

    Hier noch ein fürs APH verfasster Nachtrag, der hier vielleicht auch den einen oder anderen interessieren dürfte:


    Ich hab ein altes Exemplar dieser legendären Blauen Bücher -Reihe über Meisterwerke deutscher Bildhauerkunst oä vor der großen Zeitenwende natürlich. Obwohl man es dort mit den Grenzen Deutscher Kunst absolut nicht streng nimmt, wird Kukus mit keiner Silbe, geschweige denn mit einem Bild erwähnt. Die gezeigten Exponate sind teilweise deutlich schwächer.

    Irgendwie typisch für das deutsche Bewusstsein. Die heutige Rezeption erfolgt über den staatlichen tschechischen Kulturtourismus.


    zu Herschmanitz:


    In den 1960erJahren hat Golo Mann dieses Gebiet dh dieses Dorf bereist, wobei er ziemliche Schwierigkeiten hatte, das richtige Herschmanitz zu finden - es gibt ihrer mehrere. Er hat einen recht stimmungsvollen Reisebericht hinterlassen. Damals war das Sudetenland noch etwas mehr deutsch besiedelt als heute, zumal die fortpflanzungsunfähigen Alten oftmals "bleiben durften". Diese Generation ist mittlerweile ziemlich weggestorben. Ich persönlich habe mehrfach (genauer 2x) die Erfahrungen gemacht, dass Söhne aus Mischehen (mit tschechischen Müttern) einen sagen wir ziemlich dezidiert den deutschen, ja tschechenfeindlichen Standpunkt vertreten haben. Teilweise konnten sie nicht einmal richtiges muttersprachliches Deutsch. Eine bis in meine Generation reichende deutsche Restbevölkerung habe ich nur ansatzweise im Isergebirge erlebt, ev. gibt es dies auch im Altvatergebirge und in Schatzlar (Ostriesengebirge).

    Apropos: Ich kannte wem aus einer sudetendeutschen Familie (mitterlweile verstorben), die folgendes Ritual pflegt: ein mal pro Jahr fährt sie in ihrer alte Heimat, Mastig im Riesengebirgsvorland, besucht dort ihr altes Haus, heute angeblich in niederländischem Besitz, aber praktisch leerstehend, steigt über den Zaun und macht dort mit Mitgebrachtem ein Picknick.

    Das würde ich nicht tun.

    Ja, Leute wie Andreas und Kaoru sind halt irgendwie Zerrissene. Als gestandene Linke können sie Kritik an ihren Ideologien bzw Parteigängern nicht ertragen. Als Ästheten oder Kulturbürger schätzen sie jedoch die überkommene Baukunst. Dieser Zwiespalt äußerst sich natürlich bei politischen Diskussionen mitunter in voller Schärfe.