Beiträge von Loggia

    Sieht ja richtig nach heiler Welt aus, überall kleine Läden und ab und an mal ein kleines Café, kein Leerstand, nichts heruntergekommenes, keine Dreckecken, keine 1-Euro-Läden... Häuser alt, aber bestens in Schuß und schön dekoriert... -

    Über die "Heidenmauer" wüßte ich gern näheres. Wenn die aus dem 9.Jhdt. stammt, müßte das ja die Karolingerzeit gewesen sein, oder nicht? In der Karolingerzeit so große Bauwerke, in der Gegend? War das mal Teil einer Kirche oder Halle oder Pfalz??

    Ich bin momentan an einem anderen Rechner/Internetanschluß, der "langsamer" ist als der zuhause. Und mit diesem langsameren laden die Bilder wirklich nicht. Die Danzig-Bilder kann ich problemlos sehen, anderes habe ich z.Zt. nicht ausprobiert. Woran es liegt, weiß ich nicht, kann nur vermuten es könnte mit Anzahl Bilder pro Beitrag / Größe der Bilder / "Serverstärke" des Hosters zu tun haben.

    Zum 1.1. ist in der NZZ ein nachdenklicher Artikel zu Walter Gropius und dem Bauhaus - und dem, was davor war - erschienen:

    Historische Verwerfungen: Wie das Neue Bauen begann | NZZ

    Wenn das so stimmt, dann hat das Bauhaus eigentlich recht wenig zu der Architektur beigetragen, die wir heute damit assoziieren - das waren eher die Holländer ("de Stijl") und Frank Lloyd Wright. Was die Bauhäusler hatten, war eine große Klappe - aber sie waren zumindest nicht die ersten, die den neuen Stil ("neue Sachlichkeit" und Artverwandtes) hervorbrachten.

    Calvin, soso... wird das lutherische Leipzig jetzt von Calvinisten übernommen...?

    Immerhin sieht der Neubau ganz gut aus. An der Breitseite gehören mE oben auch noch sechs Figuren hin, oder warum hat man dort die Lisenen sonst unterbrochen? Aber es ist eine recht gute Balance aus modern-schlicht und doch der Stadtumgebung angepaßt gestaltet (hochformatige Fenster, Lisenen, ordentliches Dach, sogar Figuren) gelungen.

    Das ist ja eine richtige Fachwerkperle.

    Aus den 80er Jahren, als ich den Namen wohl mal auf Autobahnabfahrtsschildern las, ist es mir als dornröschenschlaf-dämmriges Zonenrandgebietsörtchen in Erinnerung (ich war aber nie im Ort). Und, ja, der Nebel paßt dazu...

    Ich hab die Bilder nochmal auf mich wirken lassen. Insgesamt sind es wenige "Bausünden", wo man mehrere Häuser für ein zu großes abgerissen hätte oder was völlig stilistisch unpassendes hingestellt hätte. Es sind schon fast alles Fachwerkhäuser, oft mit sehr schönen Details, nur sind die oftmals stark überformt durch 19. und 20. Jhdt, besonders die Fenster.

    Das Abdecken von wetterausgesetzten Giebeln oder Seitenwänden könnte regional sein; interessant fände ich, was man früher (vor den 1960ern) dafür benutzt hat - eine Schiefergegend ist ja scheints nicht, und Holzschindeln habe ich nirgendwo gesehen. Die Gesamtverkleidungen mit Platten sind wohl wie das völlige Verputzen zeittypisch für 1960er bis Mitte 70er bzw. für 19. Jhdt- bis 1930er, weil da die glatten Putzfassaden präferiert wurden und man die Häuser optisch der Mode anpaßte.

    Wenn man sich all die Veränderungen überlegt, die so ein Haus im Laufe der Jahrhunderte erfuhr, dann kommen Fachwerkhäuser schon für recht wandelbar daher.

    Ich staune, daß an so vielen Häusern noch diese scheußlichen Eternitplatten erhalten sind, die ich schon als Kind in den 1960ern abscheulich fand, als man damit anfing, Schwarzwaldhöfe damit zu verunstalten. Dort sind sie inzwischen eigentlich flächendeckend verschwunden, aber in Hessisch Lichtenau scheint die Zeit langsamer zu gehen.

    Wirklich sehenswert.

    Wenn ich mir die Bilder so anschaue (am meisten faszinieren mich natürlich die Ammerbrückchen), mit den verputzten und freigelegten Fachwerkhäusern, muß ich sagen, für meinen Geschmack ist da eine glückliche Mischung erreicht. Das Bild wäre mir zu unruhig, wenn alle Fachwerke freigelegt wären. Und ganz ohne solche - nur Putz überall - wärs langweilig. Und ein Sgraffitto-Haus neben einem freigelegten Fachwerk sähe komisch aus - da paßt etwas Putz daneben besser.

    Ich finde das ein wirklich gelungenes Stadtbild, dem ich ein möglichst langes Leben wünsche...

    Runde, aber schlanke und nicht so weit über das Kirchenschiff hinausragende Türme habe ich zu deutscher Romanik im Kopf (müßte jetzt suchen, wo genau, das Bild zu Lorch hat aber auch einen nicht ganz so dicken Turm), aber deutsche Gotik? Da erwarte ich 4, 8 oder noch mehr Ecken, aber eben: Ecken. Der Campanile (Schiefe Turm) in Pisa ist gotisch, aber mW auch ein ziemliches Einzelstück (in Italien gibt es eh nicht viele gotische Bauwerke). Das verlinkte Bild zur spätromanischen Kathedrale Uzès hat immerhin auch den halb ins Kirchenschiff ragenden Rundturm, wie Wittenberg, allerdings ist die Fasadengestaltung sehr anders, mehr wie in Pisa.

    Um den Wittenberger Kirchturm läuft das Spruchband "ein feste Burg ist unser Gott". Vielleicht wollte man diesen Spruch einfach sinnfällig architektonisch umsetzen, deshalb die Massivität? Wann ist denn der Turm, und wann ist die Kirche denn gebaut worden?

    Als ich den Turm zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, das sei ein kaiserzeitlicher Wasserturm, weil er so rund ist und diesen neogotischen Aufsatz hat. Beim Näherkommen wurde mir dann klar, daß es ein Kirchturm ist. Form und Plazierung (seitlich an der Kirche) finde ich sehr ungewöhnlich.

    Die "Böllchen" am Tollensesee finde ich als Ferienhäuser sehr originell, gerade auch mit der Schindelbekleidung. Dauerhaft drin wohnen würde ich nicht wollen. Sie erinnern mich entfernt an die z.T. auch sehr eigenwilligen 1920er-Jahre-Wochenend-Holzhäuschen in Bad Saarow (speziell das "Eierhaus"). Gerade Holzhäuschen bieten sich an für gestalterische Ausflüge...

    Na klar... da waren wir in den letzten Jahren ein paar Mal. Einmal sogar im Turmzimmer oben (das ist der 2. Eingang rechts, den man kaum sieht). Auf jeden Fall eine sehenswerte Stadt.

    Das Hilchenhaus finde ich ja sehr speziell, besonders den Balkon vorne. Die Konsolen (? oder nennt man das anders?) in dieser geschweiften Form finde ich schon ein bißchen "indisch" in der Anmutung. Sonst ist das ganze Haus Renaissance-europäisch, aber dieser Balkonunterbau ist sehr eigentümlich.