Beiträge von Loggia

    Ach, schau an. Das "Provisorium bis 1967", 37 angefangen und 38 abgebrochen, hätte ich für ein Nachkriegsprovisorium gehalten (naja, irgendwie doch nicht so ganz, die Proportionen der Fenster und des Eingangs sind nicht so richtig 50er-mäßig), weil z.B. in Berlin sehr viele solche einstöckige Läden in die Kriegsbrachen gesetzt wurden seinerzeit.

    Erfurt ist mit seinen Renaissancehäusern ziemlich speziell, habe ich den Eindruck.

    Oder gibt es eine weitere deutsche Stadt, die so viele Renaissancehäuser hat?

    Ah ja die Rumpelgasse, die haben wir neulich bei einem Erfurt-Besuch schwer gesucht. Die wird nämlich nirgends mit einem Straßenschild gewürdigt, stattdessen steht an einigen Häusern "hinter dem Markt" oder so ähnlich, plus Hausnummer, obwohl die wohl schon an der Rumpelgasse sind. Ist wohl so ähnlich wie bei den Moabitern seinerzeit, die "Tiergarten" auf ihre Visitenkarten schrieben: irgendwie ist ihnen der Ort peinlich, an dem sie wohnen.

    giulio: Aha. Naja, ich war bei "Züri brännt" sozusagen live dabei (habe zumindest etwas Tränengas abbekommen und mit anderen jungen Leuten geredet auf der Straße), und einmal habe ich im AJZ genächtigt, als es das noch gab. War ein Erlebnis.

    Daß die Bahnhofsgegend zu Zeiten der Eröffnung der Bahnhofe im 19.Jhdt "was besseres" war, geht mE aus der idR opulenten Architektur der jeweiligen Bahnhofshotels (und in Fürth der Villen dort) hervor.

    Abgestürzt und heruntergekommen sind sie dann meist später, bei manchen Bahnhöfen vielleicht auch recht schnell.

    Aber Zürich ist mW ziemlich einzig damit, daß seine Bahnhofsnähengegend so lange Zeit als gehobene Gegend firmiert.

    In den 1980ern war ich mal in Göttingen in einem alten Fachwerkhaus, das an Studenten vermietet wurde. Die zogen gerade ein und wollten neue Tapeten aufkleben. Ich erinnere mich leider nicht genauer, wie das vonstatten ging (waren da bereits Tapeten an den Wänden, über die rübergeklebt wurde?), nur noch daran, daß in der Küche nur gestrichener LEHMputz war, in den man mit dem Finger Löcher bohren konnte. Ein paar Versuche, Nägel oder Haken o.ä. anzubringen, waren gescheitert und hatten 2fingerdicke Krater hinterlassen. Schon sehr speziell, sowas war mir vorher unbekannt.

    Das finde ich jetzt aber noch ein relativ gelungenes und originelles Beispiel. Das ergibt dann halt so ein Sammelsurium wie Ara Coeli (die Kirche in Rom, an der jahrtausendelang immer wieder im gerade herrschenden Stil herumgebaut wurde). Oder Trierer Porta Nigra im Mittelalter, überall mit angeflanschten Häuschen bebaut.

    Ärgerlich daran ist halt, daß keinerlei Baustil dann wirklich erlebbar ist, wie es bei einer Teilrekonstruktion eher wäre, und man nur noch eine Rumpelkammer hat statt begehbaren Beispielen für Architekturstile im Laufe der Jahrhunderte.

    Naja, wenn die Stadt so pleite ist, dann klappen die Dinger halt irgendwann mal mit Schaden zusammen, so wie diese Brücke bei Genua. Oder der Damm vor New Orleans. Ist ja nicht so, daß es sowas noch nie gegeben hätte.

    Ajaje, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich hab gedacht, man hängt die Dusche auf dem Campingplatz an die Wasserleitung, und die hat unten einen komfortablen 20l-Boiler, so wie die Steh-Campingduschen, die es früher gab, und die in ofenbeheizten Altbauten aufgestellt wurden.