Beiträge von Loggia

    Auch in Ulm gibt es ein Ruinenkult-Eckchen, wie ich dem Ulm-Strang entnehme:


    Die Situation mit diesen Ruinenwänden und daran anschließend übergerad bemalten Häusern verstehe ich nicht.

    Ist das bemalte Haus mit dem Portal neu? Was waren die Ruinen? Ställe, Remisen? Ein Pulverturm? Hätte man die nicht wiederaufbauen und z.B. als Büros nutzen können? Und warum sind die so sonderbar eckenschlüssig mit dem Haus?

    Innenausbau der sog. Cheopspyramide

    Irgendwo im Netz las ich mal, daß man das aus verschiedenen Anzeichen (die jedoch nicht genau im Artikel referiert wurden) eher als "Nachnutzung" ansehen könne, d.h. daß die Pyramide nicht als Pharaonengrab gebaut wurde, sondern schon lange Zeit vorher dastand, bis mal einer auf die Idee kam, sich da drin begraben zu lassen.

    Diese Idee scheint mir erstmal nicht abwegig, denn die Gräber um Stonehenge sind siw nachweislich jünger als die Anlage selbst, und die Gräber in den Kirchböden (wie in Ara Coeli in Rom oder der Nikolaikirche in Stralsund noch erhalten) wurden ja auch erst angelegt, als die Kirche schon eine Weile stand.

    Zu dem eigentlichen Zweck der Anlage gibt es natürlich spekulative Theorien, eine davon war mal, es habe sich um eine Art Kraftwerk gehandelt - allerdings ohne klaren technischen Nachweis, wie bei so vielem, und insofern halt sehr spekulativ.

    Manche meinen auch, es hätte Bezug zu Astronomie und einer sehr präzisen Erdvermessungstechnik; das ist mit so ein Grund, warum ich meine, früher (in prähistorischer Zeit, wovon wir nichts mehr wissen) waren die Leute technisch auch schonmal recht weit.

    Es gibt ja noch diverse andere Pyramiden, etwa im Sudan. Vor vielleicht 10 Jahren ging mal "die bosnische Pyramide" in den alternativen Blogs rum, ein Berg in Bosnien hat wohl ziemliche Pyramidenform und könnte insofern durchaus eine verwitterte, mit anderem Material gebaute Pyramide sein, allerdings machte sich der Entdecker dann mit Firlefanz und Schwarzbau unglaubwürdig. Jedenfalls finde ich den Gedanken, es habe vielleicht mal ein Zeitalter gegeben, in dem vielerorts Pyramiden gebaut wurden, vielleicht als technische Anlagen, vielleicht als was anderes, schon irgendwie reizvoll.

    Denn es besteht ja auch eine gewisse bauliche Ähnlichkeit zwischen babylonischen Zikkurat (5.-3. Jhrtsd. vor Chr.) und mittelamerikanischen Stufenpyramiden (v.a. Maya, bis etwa 1500 n. Chr.): mehrere gestufte Plattformen, mit einer langen Aufgangstreppe, und obendrauf ein Tempel, und das Ganze öfters mal neu ummantelt. Da wundert man sich schon, wenn eine solche Bauform Jahrtausende später wieder ganz woanders auftaucht.

    Die Situation mit diesen Ruinenwänden und daran anschließend übergerad bemalten Häusern verstehe ich nicht.

    Ist das bemalte Haus mit dem Portal neu? Was waren die Ruinen? Ställe, Remisen? Ein Pulverturm? Hätte man die nicht wiederaufbauen und z.B. als Büros nutzen können? Und warum sind die so sonderbar eckenschlüssig mit dem Haus?

    Bei dem Photo aus den 1930ern, was ist da diese durchgehende imposante Fachwerkwand etwa in der Bildmitte, die sich über viele Häuser hinzieht?

    Heimdall: hm. Vielleicht hast Du recht, denn das Tenement-Museum ist offenbar ein solches nicht-umgebautes Backsteinhaus mit Feuerleitern: https://de.wikipedia.org/wiki/…East_Side_Tenement_Museum

    Kennzeichen waren jedenfalls extrem kleine Räume/Wohnungen ohne Fenster.

    Ich habe mal vor Jahren irgendwo Zeichnungen gesehen, da sahen die Fassaden nicht so wie die Backsteinhäuser aus, sondern hatten mEn vertikale Fensterschlitze - andere Bauart, andere Fassadengestaltung.

    Ob die typischen Backsteinhäuser immer so kleinteilig aufgeteilt waren, oder ob es da auch großzügigere Varianten gab (die dann vermutlich eher stehengelassen wurden) - ist bei Berliner Gründerzeithäusern ja auch so, der Unterschied zwischen Müllers Hof und Kudamm ist gravierend - und ob entsprechend die Bezeichnung "Tenement" dann auch eine Zeitlang auf die Backsteinhäuser überging, weiß ich nicht.

    Na ja, ich sagte ja extra "nicht so viel" - daß der Historismus/Jugendstil nicht ohne Abrisse auskam, kann man sich denken. Aber Stadtbrand (Feuersturm) gab es nicht, und im 20.Jhdt wurde wohl ziemlich wenig abgerissen.

    Jakob: was ich kenne, ist die Peter-Thumb-Kirche in Tiengen/Waldshut-Tiengen. Die war eigentlich gotisch oder sogar romanisch, wurde dann im Barock stark umgebaut (neue bogige Seitenwände, Fensterabschluß). Im 19. Jhdt erhielt sie Buntglasfenster, die in den 1980ern wieder ausgebaut wurden, damals hat man sie "rebarockisiert".

    Derlei Änderungen erwarte ich dementsprechend auch anderswo, und bin etwas skeptisch gegenüber "echtem Barock"...

    der wirtschaftliche Vorteil

    Den muß es immer geben, sonst besteht kein Anreiz, irgendetwas zu tun.

    Man sollte mal mehr untersuchen, was z.B. dafür sorgte, daß in NYC die grausigen Tenements verschwanden und sehr schöne, mit eleganten und mit Kronleuchtern gezierten Lobbys versehene Hochhäuser gebaut wurden. Bestimmt nicht, weil die ökonomischen Bedingungen (man will Geld machen mit den Häusern) geändert wurden. Es muß was anderes gewesen sein. Vielleicht, daß die Hausbewohner mehr Geld hatten und mehr für Wohnen ausgeben wollten.

    giulio: Dieses "Europahaus" sieht nur wegen der kleinteiligen Fenster nach 1920er/1930er aus, wären die ausgetauscht, würde man an 1970er denken. Schön ist anders, mir gefällt das nicht.

    Die Villa vom Landauer ist richtig gut in den Proportionen und in Fassaden, aber wäre eher was fürs Mittelmeer, am Strand von Tel Aviv, da wäre sie total hip. In München wirkt sie etwas seltsam, weil zu "unbehäbig". Zu sonnig, sozusagen.

    Aber gut, in den 1920ern war ja Strand-Sonnenbräune angesagt (Cote d'Azur, Wannsee und so), insofern ist das wohl zeittypisch.

    Wann kamen eigentlich die völligen Flachdächer auf, 1920er oder 1970er?

    Die "Berliner Dächer" mit den Mansardseiten und oben leicht schrägem Blechdach gab es ja schon früher (übrigens sehr haltbar, damals hatte man wohl ein Dichtungsmaterial gefunden, das wirklich gut hält - bei dem einen Seitenflügel von dem Haus, in dem ich wohne - Baujahr 1908 - an dem noch nie was am Dach gemacht wurde, gab es bisher nie Probleme mit Wassereinbruch etc.).

    Es gibt so Straßen - bei mir in der Nähe ist es die Wilmersdorfer, eine Geschäftsstraße in Charlottenburg - wo manche Häuser alle 30 Jahre abgerissen und durch neue ersetzt werden. Manchmal auch alle 10, 20. Das gab es an manchen Stellen schon bei Kaufhäusern um die Jahrhundertwende. Ich denke, es gibt einfach so Stellen in der Stadt, wo nur temporär gebaut wird.

    (Zwischendrin gibt es auch Häuser, die schon 80 Jahre stehen, aber das ist die Minderzahl)

    Das "Böhmische" etwa im Unterschied zum Österreichischen oder Deutschen scheint so eine Art "Malen mit dem breiten Pinsel" zu sein.

    'aus einem Guß'

    Hm, kann man das heutzutage überhaupt noch irgendwo finden? Ich meine, üblicherweise ist doch alles schon x-mal überformt worden...kann man da noch eine "Fassung von XY" finden?

    Ja, als Benennung einer Inneneinrichtungsmode im Historismus war mir das schon bekannt, nur daß das dann in der Architektur zu Loireschlössertürmchen geführt hat, finde ich ziemlich grotesk.