Beiträge von SchortschiBähr

    In der neuen Ausgabe Nr.94 des Berliner Extrablattes, Verkündungsorgan des Fördervereins Berliner Schloß e.V. wird berichtet, daß für die Rekonstruktion der Gigantentreppe bereits Spenden gesammelt worden sind in beträchtlicher Millionenhöhe und der Bau 2023 beginnen könnte.

    Des weiteren finden sich zwei sehr ausführliche kunsthistorische Artikel von Peter Stephan. Zum einen zur metaphysischen Deutung der Schloßkapelle, Kuppelspruch und Kreuz, zum anderen ein Plädoyer zur Rekonstruktion der GIgantentreppe im Schlüterhof:


    Berliner Extrablatt Ausgabe 94 by Förderverein Berliner Schloss - Issuu

    Da möchte ich allen voran Freiburg im Breisgau anführen.

    Die Altstadt war ja doch zum größeren Teil zerstört. Nur die Gebiete südöstlich und südlich des Münsters waren unversehrt geblieben, ebenso das Münster. Aber alles südwestlich, westlich und vor allem nördlich des Münsters wurden im November 1944 in Schutt und Asche gelegt.

    Man entschied sich beim Wiederaufbau zur weitgehenden Beibehaltung des historischen, mittelalterlichen Stadtgrundrisses, der noch die zähringische Planstadt (ähnlich einem römischen Kastell, aber geschwungenes Straßenkreuz) erleben läßt. Die Hauptmagistrale, die Kaiser-Joseph-Straße (Kajo) wurde allerdings aufgeweitet und die säumenden Gebäude in ihren EGs mit auf Pfeilern ruhenden Laubengängen geöffnet.

    In der Anfangsphase errichtete man noch angepasste, mittelalterlich wirkende Häuser, mit Erkern, Portalen, Treppengiebeln. Ein schönes Beispiel ist die Herrenstraße nordöstlich hinter dem Münster mit den wiederaufgebauten Herrenhäusern (Prälaten). In der Salzstraße wurden zwei Adelspalais äußerlich rekonstruiert. Insgesamt entstand in weiten Teilen ein harmonischer Übergang von den erhaltenen Altstadtteilen zu den Neubaugebieten.


    Zur Lage der Altstadt:


    Wir erkennen die schräg von Nord nach Süd verlaufende Kajo und ihre im Verhältnis zu den anderen Straßen und Gassen stark aufgeweitete Breite. Auffällig ist der lebendig wirkende, an fließendes Wasser erinnernde Schwung der Straßen und Gassen, typisch Freiburg, dazu noch die "Bächle" kleine Straßenkanäle mit fließend Wasser.


    Freiburg_Altstadt.jpg


    Eine kurze eben zusammen gesammelte Bildergalerie, die einige angepasste Neubauten vorstellen soll, bzw. modernisierte Rekonstruktionen.


    Nördlicher Münsterplatz, rechts die Stadtbibliothek als Neubau mit 2 über die ganze Fassade hochgezogenen Erkern. Links das modernisierte Kornhaus als nachempfundene Rekonstruktion in Resten der alten Umfassungsmauern.


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    Konviktstraße, im Rücken der Schloßberg, Neubauviertel 80iger Jahre


    File:Konviktstraße (Freiburg im Breisgau) jm60847.jpg - Wikimedia Commons

    CC-by-sa 3.0 deed.de


    Die Kaiser-Joseh-Straße, kurz Kajo, Richtung Martinstor. Rechts Bauten der Fünfziger mit den ersten Laubengängen


    Liebeserklärung an Freiburg | Erkunde die Welt

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    Der erhaltene Teil der Altstadt, vom Münster ausgesehen:


    Mit der Bahn von Zürich Flughafen nach Freiburg (Breisgau) ab 18,90 €

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    Die Konviktstraße nach dem Krieg:


    Konviktstraße Freiburg im Breisgau ca. 1950 - Architekturforum Architectura  Pro Homine


    Alles Wiederaufbau in der Herrenstraße


    Freiburg

    eigenes Foto


    Wenn Beine aus dem Freiburger Bächle ragen - Stein

    Stein - Zeitschrift für Naturstein%2Ffreiburger-baechle%2F&psig=AOvVaw2sOm0aAzqGJ9ulOFikTP5r&ust=1600247015038000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCOjxtejm6usCFQAAAAAdAAAAABAF


    Herrenstraße nach dem Krieg:


    Pin auf Historisches Freiburg


    Kajo am Bertholdsbrunnen, links angepasste Naubauten, rechts das rosa Kaufhof-Gebäude bereits modernisiert.

    Kaiser-Joseph-Straße (Freiburg im Breisgau) – Wikipedia

    www.wikipedia.org%2Fwiki%2FKaiser-Joseph-Stra%25C3%259Fe_(Freiburg_im_Breisgau)&psig=AOvVaw3OVPm-2KUhBiKdv9nz4kro&ust=1600245701838000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCKjRrvbh6usCFQAAAAAdAAAAABAE


    Dieselbe Ansicht vor dem Krieg:


    Kaiser-Joseph-Straße (Freiburg im Breisgau) – Wikipedia



    Rechts nochmals die ersten Arkadenbauten:


    Kaiser-Joseph-Straße Freiburg - StadtPanorama

    360° StadtPanoramen - Panoramabilder deutscher Städte%2Ffreiburg%2Fkaiser-joseph-strasse.html&psig=AOvVaw3OVPm-2KUhBiKdv9nz4kro&ust=1600245701838000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCKjRrvbh6usCFQAAAAAdAAAAABAn


    Der einzige historische Wiederaufbau in der Kajo, der Baslerhof, danach Breuninger Kaufhaus aus den 80igern:


    Basler Hof, Kaiser-Joseph Straße, Freiburg | Robert Cutts | Flickr

    www.flickr.com%2Fphotos%2Fpanr%2F4514627584%2Flightbox%2F&psig=AOvVaw3OVPm-2KUhBiKdv9nz4kro&ust=1600245701838000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCKjRrvbh6usCFQAAAAAdAAAAABAu


    Kajo, Ecke Salzstraße, rechts ein Treppengiebelhaus der Wiederaufbauzeit:


    Datei:Kaiser-Joseph-Straße 203 (Freiburg im Breisgau) jm61441.jpg –  Wikipedia

    CC-by-sa 3.0 deed.de


    Schräg gegenüber:


    Bertoldsbrunnen - Stadtmitte Freiburgs

    Freiburg im Breisgau%2Fde%2Ffreiburg%2Fbertoldsbrunnen.php&psig=AOvVaw3OVPm-2KUhBiKdv9nz4kro&ust=1600245701838000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCKjRrvbh6usCFQAAAAAdAAAAABA8


    Kajo Nr 244/246


    Datei:Kaiser-Joseph-Straße 244 246 (Freiburg im Breisgau) jm94444.jpg –  Wikipedia


    CC-by-sa 3.0 deed.de


    Die westliche Seite der Kajo nahe Bertholdsbrunnen:


    Freiburg, Baden-Württemberg, state of Germany (the art of … | Flickr

    www.flickr.com%2Fphotos%2F123406046%40N03%2F27629583871%2F&psig=AOvVaw3OVPm-2KUhBiKdv9nz4kro&ust=1600245701838000&source=images&cd=vfe&ved=0CAMQjB1qFwoTCKjRrvbh6usCFQAAAAAdAAAAABBI


    Damit soll es erst einmal genügen, vielleicht kann/mag Citoyen noch etwas beitragen!?

    Kein TV-Tipp, aber ein Youtube-Fund, die Geschichte von uns Deutschen beginnend mit dem Zerfall des karolingischen Reiches, in Form einer erzählerischen Geschichtsreise zu den bedeutenden Orten:


    In Polen scheint man schnell mal nen Schloß auf der grünen Wiese bauen zu wollen. Dabei wären die alten deutschen Schlösser erst einmal wieder aufzubauen, na ja!


    Übersetzung:

    Im Dorf Katarzynin in Großpolen wird ein spektakuläres Gebäude gebaut. Es ist ein Schloss, das gerade gebaut wird... in der Mitte eines Feldes. Bald wird es ein Vier-Sterne-Hotel für 110 Gäste geben. Die Anwohner scheuen sich, darüber zu sprechen. Und es gibt diejenigen, die meinen, es sehe aus wie eine Burg aus Shrek. Warum? Im Material von Claudius Michalc.

    Siehe auch: https://wiadomosci.wp.pl/buduj…razenie-6426557677459585v


    Gut gewollt ist nicht gut gemacht. Im Vergleich zur Burg im See ist das hier grenzwertig zu Disneykitsch. Wenn die Proportionen nicht stimmen und die Struktur des Gebäudes nicht organisch stimmig wirkt. Allein die Dachlandschaft, die keine ist, als nur eine klobige graue Masse, schade drum! Sonst wohl eine Mischung aus Loire-Schloß und polnische Renaissance mit modernem Anbau, oder so?


    Also das mit der Burg in Polen begeistert mich gerade. Sehr mystisch das Ganze. Sieht aus wie die Gralsburg aus dem Bilderbuch, König Amfortas und so, oder König Artus Tafelrunde. Der Erbauer hat sich davon inspirieren lassen. Hihihi, das sowas heutzutage noch möglich ist!? Dachte, das wäre mit der Gründerzeit hops gegangen.

    Oder der Deutsche Orden ist auferstanden und holt sich die, ... ähm, liegt nämlich bei Posen!!!


    Auf der Google Earth Aufnahme vom 30.8.2017 stehen gerade mal die EG-Strukturen. Also in 3 Jahren ist die Ordensfestung hochgezogen worden. Kann schon sein, daß der Auftraggeber irgendwie ordenseingeweiht ist. Oder einfach ein stinkereicher Russe.

    Nun, nach den Luftaufnahmen im Video zu schließen hat der Architekt durchaus Ahnung von italienischen Burgen und Kreuzritterfestungen aus dem Nahen Osten. So eine Mischung sehe ich darin. Ich kann keinen Kitsch erkennen. Alles sieht ziemlich authentisch aus, eben für eine historisierende Burg, wie sie auch ein Architekt vor 1900 hätte bauen können.

    Sogar an eine Burgkapelle mit Rundapsis hat man gedacht. Auch einen großen Rittersaal mit hohen Lanzettfenstern gibt es. Und unterhalb der Burgkapelle vielleicht sogar die Burgkirche, den da erblicke ich noch einen Polygonalchor. Und sonst Unterteilung in äußeren Ring, Vorburg und Hauptfeste mit dem Bergfried. Dazwischen mehrere Palase und Höfe, oder Palazzi mit gotisierenden Fenstern und Arkaden. Top! Alles aus Ziegel gebaut mit Naturstein (Beton?) teils verkleidet, Fenstergewände etc.. Hoffentlich wird das nicht abgerissen, eher enteignet und dann kann es eine top Touristenattraktion werden in einer strukturschwachen Gegend. :foto:Vielleicht sollte es ja auch ein Hotel werden? Oder die Elben verteidigen darin den Herrn der Ringe, .... ! :koenig:

    Tübinger weißt Du mehr?



    Ach, das ist ja ein Ding! Andere Projekte krebseln auf Spendenniveau jahrelang herum wie die burgundische Burg Guedelon oder das St.Galler-Klosterplanprojekt bei Messkirch. Ich habe ja manches Mal schon über Burgruinen fantasiert, diese wieder aufzubauen, oder so manche Klosterruine, zuletzt in Murbach. Aber die Zeiten eines König Ludwig (Neuschwanstein) oder eines Kaiser Wilhelm (Hohkönigsburg) sind halt vorbei, tröstete ich mich. Nun nuu stampfen die Polen, also ein polnischer Oligarch, vielleicht eher ein korrupter ukrainischer Burgenoligarch solche Festungen a la maniera italiana so einfach aus dem Boden. Da hat einer sein Inneres Kind aber tüchtig spielen lassen. Na, wenigstens sind die Verhaftungen erst geschehen, als es schon stand. Ob's jetzt fertig gebaut wird? Oder vom polnischen Staat requiriert wird und als Museum umfunktioniert? Dann hätten sie ein hübsches Schnäppchen gemacht. Naturschutzgebiet ist aber nicht so toll!

    Aha, danke für die Info!!!

    Aber wer hat was davon einen Goldschatz aus echtem Gold zu fälschen, wenn das Fundgut ins Museum kommt!? Einfach um in die Schlagzeilen zu kommen? Aber selbst die Fälschung und der Materialwert kosten doch sicher einen hohen Betrag!? Welcher Goldschmied gibt sich dafür her?

    Vielleicht nicht ganz thematisch passend, aber einen Beitrag wert. Am 2.September jährte sich zum 150. Mal der Sedan-Tag. Was ist das? Wird in diesem Artikel ausführlich beschrieben:


    https://jungefreiheit.de/wisse…dan-deutschland-feiertag/


    Zitat


    Sie brachte den Sieg, aber noch nicht den Frieden. Sie stand am Ende eines Kaiserreiches und ebnete den Weg für ein neues. Für fast ein halbes Jahrhundert war sie Anlaß für patriotische Feiern und ist heute doch fast vergessen: die Schlacht von Sedan während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71, deren Ende sich am 2. September zum 150mal jährt.

    Schon klar, aber eben deswegen, dieses Klientel wird also um eine Einschätzung der schönsten Stadt Deutschlands gebeten und über 40000 sollen abgestimmt haben. Also kommt das dort auch unter die Leute. Dresden auf dem dritten Platz. Auf der Seite auch ein Artikel zu den schönsten Kleinstädten in Deutschland und einer für Europa.

    Ach, Loggia, geht doch nur um den Blick über den elitären Tellerrand, hm!? stickpoke:):ueberkopfstreichen::lehrer:


    Hier die Originalquelle auf: https://www.travelbook.de/ziel…ossstadt-abstimmung?ref=1

    , um evt. weitere Berührungsängste abzumildern.

    Über insgesamt 14 Städte wurde abgestimmt. Siehe dort das Abstimmungsergebnis mit Fotos und Prozenten!

    Hier noch ein kurzer, ergänzender Abriß der Klostergeschichte Murbachs (mit Fotos, siehe link)

    :

    Murbach | verschwundene Galluskapelle im Klosterbezirk - sanktgallus.net


    Sankt_Gallus_Murbach-6.jpg


    Details der wohl hochsymbolischen skulpturalen Ausschmückung der Chorfassade


    Galerie à colonnettes de l'abbaye de Murbach


    La façade de Murbach


    Quelle letzte 2 Fotos: Die Abtei von Murbach


    Die Ruinierung der Kirche durch die Mönche selbst, zu Beginn einer Baumassnahme:


    858810_d3.jpg


    kapitel-19.html

    Im Vorbeifahren entdeckt, angehalten und abfotografiert. Eine Art Domkuppelhaus auf grüner Wiese wohl zur Probe aufgebaut. Man nehme den Kontrast zu den urtraditionellen Steinhäusern im Hintergrund zur geometrisch feinst durchkonstruierten Kuppel wahr.

    bei Corravilliers, Haute Saone, Vosges du Sud





    Alles mit "Verbindungselementen" per Schwalbenschwanzverbindung einschiebbar verbunden. Total stabil, da hat nichts gewackelt!




    Immer wieder einen Abstecher wert ist die ehemalige Fürstenabtei Murbach im Elsaß bei Guebwiller. Auf der Rückfahrt am Sonntag habe ich ihr einen kurzen Besuch abgestattet.

    Bereits im 8.Jh durch den Heligen Pirmin in der Tradition der iro-schottischen Wandermönche gegründet, wurde die Abtei als sogenannte Fürstenabtei bekannt und rühmte sich einer bedeutenden Bibliothek. Diese wurde im 30-Jährigen Krieg in einem Bergwerk vor der Vernichtung gerettet. Durch die abgelegene Lage in einem Seitental der Vogesen blieb die Abtei vor den Verheerungen der Kriege lange Zeit verschont. Erneuerungsbestrebungen im frühen 18.Jahrhundert misslangen, das Kirchenschiff stürzte ein, auch die Konventsbauten wurden daraufhin nicht weiter ausgebaut. Im Gegenteil die Mönche begannen mit dem Rückbau und verließen schließlich den einsamen Ort und zogen es vor in Guebwiller unterzukommen. EInzigartig, so ein Rückzug aus der Waldeinsamkeit, tja Verfall des Mönchtums... !

    Dennoch können wir uns heute noch am erhaltenen, grandiosen Ostbau der Klosterkirche erfreuen, der Chorgeviert, Seitenchöre, die Chorflankentürme und ein schmales Querschiff beinhaltet. Bemerkenswert sind die skulpturalen Elemente an der Ostfassade.


    https://de.wikipedia.org/wiki/kloster_murbach



    Bilder: eigene


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