Beiträge von Michael

    Das ist möglich, der Bereich lag schon außerhalb der Stadtbefestigung. Einige Scheunen stehen noch an der Großen Wolfstraße. Die historische Vorstadt geht südlich der Altstadt und in Richtung Osten mit der Egon-Bahr-Straße noch etwas weiter. Dort steht das Geburtshaus von Egon Bahr, 2004 benannte die Stadt die Falkener Straße nach ihm um.

    Als letzte Bilder aus der Stadt noch die Straße Werrarain in der Vorstadt. Zum Abschluss folgt dann noch ein Beitrag zur Burg Normannstein.


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    Werrarain 21 von 1669, unter dem 1. Fenster von rechts im Obergeschoss ist ein Doppeladler in eine der Fußstreben geschnitzt.


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    Hessische Straße 17 von 1696, interessantes Fachwerk mit den übereinander angeordneten gebogenen Fußstreben.


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    Hessische Straße 17/18, Pfuhls Hof



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    Daneben steht der Pranger.


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    Hessische Straße 24 aus der Zeit um 1600, die Inschrift erinnert an den Standort des 1826 abgebrochene Falkentors der Stadtbefestigung.


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    Hessische Straße Ecke Große Wolfstraße, links die Nr. 22 mit an die Eckständer geblattetem Riegel im Obergeschoss, der früher sicher über die gesamte Hausbreite durch ging, was auf ein hohes Alter hindeutet.


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    An der Einmündung der Kirchstraße weitet sich die Hessische Straße zu einem kleinen Platz auf.




    Hessische Straße 31 von 1589, über der Einfahrt die Inschrift: "BAWEN IST EINE LUST, ALLEIN DAS VIEL KOST."





    Hessische Straße 28, erbaut im 17. Jh., das Fachwerk wurde im 19. Jh. stark vereinfacht, an der rechten Gebäudeecke hat sich im Obergeschoss ein Rest der beschnitzten Kopf- und Fußwinkelhölzer erhalten.




    Einmündung der Bergstraße


    Von der Ziddelstraße zweigt die Hessische Straße ab, in der einige der stattlichsten Häuser von Treffurt stehen.


    Ziddelstraße Ecke Hessische Straße




    Blick nach Osten




    Hessische Straße 40 von 1703





    Hessische Straße 34




    Hessische Straße 10, mit Flachschnitzerei an den Streben des 1. Stockwerks, über der Hofeinfahrt die Inschrift: "Wer Gott vertraut hat wohl gebaut im Himmel wie auf Erden."


    Wir gehen noch ein Stück weiter dort steht der Kornhofspeicher.

    1465-73 im Auftrag des Stadtrat erbaut für das Zinsgetreide, orginal erhalten.

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    Der Kornhofspeicher wird seit einigen Jahren als Parkhaus genutzt, dazu waren einige Durchbrüche nötig und an der Rückseite wurde eine Auffahrt angebaut. Zwei Innenaufnahmen:



    Die Ziddelstraße verläuft ebenso wie Rathaus- und Kirchstraße von Norden nach Süden.


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    Ziddelstraße 19, mit schöner Flachschnitzerei, die in Treffurt und einigen benachbarten hessischen Städten wie Eschwege öfters vorkommt.


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    Ziddelstraße 17, der Schwebdaer Hof, war im Mittelalter ein Burgsitz. Das Haus muss zur Erbauungszeit 1601 sehr prachtvoll gewesen sein. Die reich geschnitzten Geschossvorkragungen und Konsolen sind noch vorhanden, unter den Brustriegeln gab es anscheindend ein Fries aus mit Beschlagwerk beschnitzten Bohlen, von denen nur wenige erhalten sind.


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    2017 wurde das ehem. Torhaus des Schwebdaer Hofes abgerissen, hier entstand inzwischen ein Neubau: Symbolische Übergabe des Wohngebäudes Ziddelstraße 17 B in Treffurt - Treffurt, Fachwerkstadt im Werratal


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    Das Rathaus wurde um 1550 auf älteren Fundamenten erbaut. Bis in die 1960er war es verputzt und der Turm war noch bis 1990 verschiefert.


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    Aus dem Jahr 1609 stammt die Freitreppe, in der Mitte die drei Wappen der Ganerben von Treffurt.


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    1616 wurde der Turm erbaut. Die Ecksäulen der Arkaden zeigen rechts den Heiligen Georg und links den Erzengel Michael.


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    Ansicht um 1900


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    Ostseite zur Rathausstraße, auf der Rückseite sieht man von der Schwelle zur Traufe durchgehende Ständer mit angeblatteten Bändern zwischen den Ständern. Diese Bauweise war in der Mitte des 16. Jh. schon recht altertümlich und kommt z. B. bei Häusern in Eisenach und Erfurt im letzten Drittel des 15. Jh. vor.


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    Blick über den Markt nach Westen. Die Westseite wurde in der DDR-Zeit weitgehend neu bebaut. Das Gebäude links war das Hotel zum Stern, das anscheinende Fachwerkhaus ist ein Teil des langgezogenen Gebäudes mit aufgeblendetem Fachwerk. Hier stand ein schönes wohl aus dem 17. Jh. stammendes Haus: Fotogalerie Historisches - Abriss Muff - Treffurt, Fachwerkstadt im Werratal


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    Ansicht in den 1930ern


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    Die Südseite besteht aus einfacheren Fachwerkhäusern des 18. Jahrhunderts.


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    Ganz links ist das große Gebäude Marktplatz 2 angeschnitten, das heute den Marktplatz von der Kirchstraße trennt und die Ostseite einnimmt. Das anscheinend u. a. als Feuerwehrhaus in den 1920er/30er Jahren erbaute Gebäude wird jetzt von der Sparkasse genutzt.


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    Nun durch die parallel zur Kirchstraße verlaufende Rathausstraße wieder den Hang hinauf.




    Vorbei an Marktplatz und Rathaus





    Blick von der Kreuzung Puschkinstraße/Rathausstraße zur Stadtkirche




    Giebel des Ohrfeigenhauses zur Rathausstraße




    Am nördlichen Ende der Straße steht die "Grafschaft", der ehem. Burgsitz der Familie von Giesau, aus der Zeit um 1600. Der Name stammt von einer Frau Graf, die im Haus eine Pension und ein Badehaus betrieb.





    In den Nebengebäuden befand sich um 1900 eine Zigarrenfabrik.


    Die Stadtkirche St. Bonifatius stammt aus der Mitte des 13. Jh., das Langhaus wurde im 14. Jh. nach Westen erweitert. 1866-96 wurde die Kirche renoviert und erhielt den steinernen Turmaufsatz, der ein Fachwerkgeschoss ersetzte.






    Das Schnitzretabel stammt aus den Jahren 1515-18.




    Sehr interessant finde ich die aus der Wand kommenden Säulen und Kapitelle.


    Die Herrschaftsgeschichte von Treffurt ist interessant. 1336 vertrieben die Landgrafen von Thüringen und Hessen und der Mainzer Erzbischof gemeinschaftlich die Herren von Treffurt aus ihrer Stadt und Burg, weil diese in der umliegenden Gegend als Raubritter begannen zu plündern. Die kleine Herrschaft wurde als Ganerbschaft unter den drei neuen Besitzern aufgeteilt. Diese bestand mit kleineren Veränderungen bis 1803. Nach dem Wiener Kongress fiel die Stadt wie fast alle kursächsischen und kurmainzischen Gebiete in Thüringen an Preußen.

    Die dreigeteilte Verwaltung befand sich im Mittelalter in den drei Türmen der Burg Normannstein. Im 16. Jh. verließ man die Burg und nördlich der Stadt wurden die drei bis heute mehr oder weniger erhaltenen Amtshöfe erbaut.


    Mainzer Hof


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    Nebengebäude


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    Direkt daneben steht, in Folie eingehüllt, der Hessische Hof, erbaut 1595, die Nebengebäude wurden in den 1970ern abgerissen.


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    Die beiden leerstehenden Amtshöfe standen schon kurz vor dem Abriss. Die Sanierung bzw. zunächst Sicherung des Hessischen Hofs steht jetzt anscheinend kurz bevor und für den etwas besser erhaltenen Mainzer Hof wird sicher auch bald eine Lösung gefunden.


    Preisträger - Bundeswettbewerb Europäische Stadt - Wandel & Werte


    Hessischer Hof: Rettung für Prinz Charles "Schützling" in Treffurt möglich | MDR.DE


    Weitere Fotos und Innenaufnahmen:

    Treffurt: Große Pläne für den "Schützling" von Prinz Charles | MDR.DE


    Den etwas weiter westlich gelegenen Sächsischen Hof hatte ich übersehen, ebenso wie wie neogotische kath. Marienkirche, deren Pfarramt sich im Sächsischen Hof befindet.


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    Treffurt saechs Hof

    No machine-readable author provided. MKir 13 assumed (based on copyright claims). [CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)]

    Am Marktplatz gibt es zumindest ein Eiscafé. In der Stadt wird es wahrscheinlich nicht mehr viele Läden geben, wie in den meisten kleineren Städten der Region.