• Überall der gleiche fantasielose Investorenschrott, von Norden bis in den Süden...

    https://phoenix.blverlag.ch/kai-haeuser-in-haarlem/

    Standardisierte Fenster und Dachneigungen... Mal heller Klinker, mal dunkler... gerade weil so vieles doch im Angebot ist! Eine Fassade mal schnell spiegeln... und schon hat man ein zweites Haus entworfen. Oder einfach ein anderes Woihnzimmerfenster ankleben. Wie kann Individualität entstehen, wenn das ganze Projekt von einem Architekten stammt?


    Panoramalink: https://goo.gl/maps/VkH7bAVewg9P3uvcA

  • Sieht ein wenig aus wie das neue lübecker Gründerviertel! Nur stehen diese Häuser, anders als in den zerstörten deutschen (und zum Teil heute polnischen) Städten, bereits außerhalb der sehr schönen Altstadt, also kann ich damit noch gerade leben. ;)

  • Och, die Berliner Gründerzeitviertel wurden auch oft von EINEM Projektentwickler gebaut. Ob da dann soviele unterschiedliche Architekten rangelassen wurden, weiß ich nicht... wenn, dann haben sie oft ähnliche Ergebnisse erzielt. Das mit den ähnlichen Häusern habe ich hier in der Straße, wo ich wohne, auch - die wurde zwischen 1905 und 1916 etwa bebaut.

    Daß es nun diese Bauklötzchenhäuser "komplett glatt mit ohne Dachvorsprung" geworden sind, liegt daran, daß das Bauklötzchenhaus mit tiefgezogenen Fenstern halt das derzeitige (2015-2020 etwa) Modehaus "für Spitzdachgegenden" ist, man sieht es ja auch in Ulm.

    Für ein Neubaugebiet in NL finde ich das nicht schlecht, wenn ich auch diese völlige Dekoraskese schon etwas affig finde; als Bewohner hätte ich mir aber einen Balkon gewünscht.

  • "Investorenschrott" ist natürlich heftig formuliert; da verstehen die meisten von uns was anderes, eher sowas in Richtung des von Heimdall verlinkten Bildes. Da aber auch hier die Gestaltung minimalslisiert worden ist und sich die Fassaden auf die Stichworte wie "Kleinmassstäblichkeit", "Giebeldächer" und "murale Fassaden" reduzieren, sehe ich auch hier keinen Grund zur Beschönigung des Begriffs. In allen Altstädten ist diese Bauweise anzutreffen. Wie bereits von Loggia erwähnt in Ulm (man kann sogar noch weiter südlich gehen bis nach Lindau), in Lübeck, in Frankfurt und und und sind solche Fassaden anzutreffen.


    Das einzige, was ich bei diesen Neubauten typisch holländisch finde, sind die weissen Fensterrahmen. Aber auch diese sind für das Projekt standardisiert worden... Mal eine Geschosshöhenvariierung hätte gut getan, oder auch ein ander Dachneigungswinkel, oder ein Gesims. Und die breite Palette der Backsteinfarben ist nicht der Regionalität geschuldet, sondern einfach der heute überall angebotenen breiten Palette von Backsteinsorten.