Straßburg (F) - Straßburger Städtetouren, Teil 16, vom Broglieplatz über den Eisernen Mann zum Zixplatz

  • Nach langer Pause wieder mal eine neue Städtetour durch die Altstadt - inspiriert durch das Kunstwerk des Janusbrunnens von Tomi Ungerer. Wirklich viel neues wird es nicht zu sehen geben, dafür soll aber versucht werden, die architektonischen Gegensätze im heutigen Straßburg anhand eines kurzen Rundgangs etwas zu beleuchten.


    Der Brunnen geht auf einen Entwurf des Straßburger Künstlers Tomi Ungerer zurück und wurde von diesem bereits 1987 skizziert, errichtet wurde er dann erst 1998 anläßlich des Jubiläums der 2000-Jahr-Feier der Stadt Straßburg (mit viel Phantasie, wenn man die Römersiedlung Argentoratum berücksichtigt).


    Das Kunstwerk soll für die 'Geburt der Zivilisation' stehen, wobei das Aquädukt eine Anspielung auf die Römerzeit ist - darunter befindet sich dann ein rund 1,50 m hoher bronzener Januskopf, der für die "elsässische Geschichte zwischen Frankreich und Deutschland" stehen soll, ein Werk des Bildhauers Denis Roth.



    Leider war der Brunnen nicht in Betrieb, normalerweise würde dem Kopf das Wasser bis zum Mund stehen ...




    Meines Erachtens ist der Januskopf als solcher als Symbol für Straßburg ungeeignet, ursprünglich war es eine rein deutsche Stadt, heute ist es eine immer stärker durch Zuwanderung überformte französische Stadt - aber für die Kontraste zwischen deutscher und französischer Architektur, alt und neu ist es ein geeignetes Symbol.

    Ce qui arrive en fin de compte, ce n’est pas l’inévitable mais l’imprévisible.

    John Maynard Keynes

  • Zur Veranschaulichung der einzelnen Punkte nun dieser Stadtplan:


    contrastosm.jpg


    Das Kunstwerk befindet sich in Position 1.


    Hier ist festzuhalten, daß der Aufstellungsort des Kunstwerks ideal gewählt wurde - es befindet sich nicht nur zwischen Kaiserplatz (4) und Broglieplatz (5), sondern ist in etwa auch von Kaiserpalast (2) und Hôtel de Klinglin (3) in etwa gleich weit entfernt.


    Somit unterstreicht es allein schon durch seine Position den Kontrast zwischen dem gründerzeitlichen, wilhelminischen Kaiserplatz auf der einen Seite:


    IMG_3743_sil.jpg


    Kaiserplatz früher, Blick vom Kaiserpalast auf das Collegienhaus der Reichsuniversität:



    Und dem Broglieplatz auf der anderen Seite - dieser existierte zwar schon vor der Angliederung Straßburgs an Frankreich unter verschiedenen Namen (Großer Roßmarkt, Neuer Kornmarkt), erhielt aber erst 1740 durch den Marschall François-Marie de Broglie seine heutige Gestalt mit den langen Baumreihen.


    Zudem ist die Südseite des Platzes mit typisch französischen Adelspalais und daran anschließend den eindeutig französisch geprägten Bauten von Emile Salomon des 19. Jahrhunderts sicherlich der am stärksten französisch geprägte Ort der Altstadtinsel.


    Historische Ansicht:


    brogliealt.jpg


    Ansicht der Südseite des Broglieplatzes:


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    Französisch inspirierte Großstadtarchitektur von Salomon am anderen Ende des Broglieplatzes:


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    Verstärkt wird dieser Kontrast noch durch den Kaiserpalast am Kaiserplatz als Symbol des Kaiserreichs, sichtbar vom Denkmal aus:


    IMG_3742_sil.jpg


    Und hier eine historische Ansicht:


    kaiserpalast.jpg


    Vielleicht kein Zufall, daß dieses Gebäude nach 1918 "internationalisiert" und zum Sitz einer der ersten länderübergreifenden Organisationen wurde, der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt.


    Knapp neben dem Broglieplatz liegt indes das Hôtel de Klinglin, erbaut ab 1730 für den königlichen Prätor und heute Sitz des Präfekten als Symbol für Frankreich (übrigens während der deutschen Periode bis 1918 als "Statthalterpalais" als deutsches Regierungsgebäude genutzt und Unterbringungsort des Kaisers vor der Fertigstellung des Kaiserpalasts).


    Aktuelle Ansicht (man beachte die schußsicheren Glaswände):


    IMG_0710_DxO.jpg


    Und eine historische Ansicht nach 1871, als das Gebäude weitgehend zerstört war:


    klinglinalt.jpg

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    John Maynard Keynes

  • Vom Broglieplatz geht es nun weiter nach Westen, in Richtung Eiserner Mann. Mit Meissengasse bzw. Am hohen Steg ist dies meines Erachtens die schönste "Großstadtstraße" in Straßburg, mit anspruchsvollerer Architektur als beim Großen Durchbruch.


    Entsprechend befinden sich dort auch teure Geschäfte, die Straßenbahn, die schon im 19. Jahrhundert hier verlief, verleiht der Straße zudem großstädtisches Gepräge:


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    Im Hintergrund ist hier bereits das Gebäude der Kleinen Metzig (= Kleine Metzgerei, wohl in Anlehnung an die Große Metzig direkt an der Ill) zu sehen, das unmittelbar nördlich der Aubette errichtet wurde, die allerdings nicht als Schlachterei, sondern als Wohn- und Geschäftshaus:


    IMG_3753_sil.jpg


    Hier aus der Nähe, rechts im Hintergrund ist schon der Eiserne Mann zu sehen:


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    Am Standort des heutigen Gebäudes aus dem Jahr 1900, das schon unter Gustave Oberthür (1872 - 1965) vorgestellt wurde, befand sich übrigens zuvor eine flache Markthalle aus dem Jahr 1840, die vormalige Verkaufsstände ersetzte (die Straßenbahn fuhr damals auch schon, und wie zu sehen, sogar in Richtung Kleberplatz):


    petiteboucherie.jpg


    Um auf das Leitmotiv dieses Strangs Bezug zu nehmen - meines Erachtens verkörpert die Bebauung mit Kleiner Metzig auf der einen und Aubette auf der anderen Seite in gleichem Maße wie das Kunstwerk den deutsch-französischen Dualismus.


    Die Kleine Metzig von Gustave Oberthür verkörpert dabei eindeutig die deutsche Seite (nicht umsonst wurde der Bau von Stadtbaumeister Ott betreut), mit der Bezugnahme auf alte Straßburger Architektur, der Anspielung auf die Alte Metzig, den Skulpturen, die Jakob Sturm und Daniel Specklin zeigen (also Persönlichkeiten aus Politik und Architektur aus der vor-französischen Zeit Straßburgs), und nicht zuletzt mit deutschen Sinnsprüchen wie dem Bodenmosaik mit dem Text "Wer will bauen an den Strassen, muss die Leute reden lassen" (heute noch erhalten).


    Hier nun weitere Fotos der Kleinen Metzig, Ansicht vom Hohen Steg (in etwa 100 Meter nördlich des Kleberplatzes):


    IMG_0249_DxO.jpg


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    Die Statue von Jakob Sturm:


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    Direkt südlich davon befindet sich die Aubette, der ähnlich wie beim Kunstwerk des Januskopfs der französische Part zukommt:


    IMG_0252_DxO.jpg


    Die Gebäuderückseite der Kleinen Metzig:


    IMG_0253_DxO.jpg


    Zwischen beiden Gebäuden befindet sich inzwischen eine Einkaufspassage, die als Cour de l'Aubette, also Hof der Aubette, bezeichnet wird. Zur Aubette in nächsten Artikel mehr, insbesondere auch zur Bedeutung der Aufschrift Aubette 1928.

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  • Das französische Gegenstück zur Kleinen Metzig ist die Aubette, das einzige Projekt des französischen Architekten Jacques-François Blondel in Straßburg, der ja einen Plan für die Neugestaltung Straßburgs im Auftrag der Stadt Straßburg ausarbeitete, den "Plan Blondel".


    Aufgrund von Geldmangel und nicht zuletzt wegen der späteren französischen Revolution wurde von diesem Plan indes mit Ausnahme der Aubette nichts realisiert - somit stellt es das einzige typisch französische Gebäude am Kleberplatz dar und bildet einen starken Kontrast zur restlichen Bebauung.


    Indes ist die Aubette (die ursprünglich als Hauptwache diente, daher der Name - "aube" = hier wurden in der "Morgendämmerung" die Tagesbefehle ausgegeben) selbst nicht ganz widerspruchsfrei und verkörpert selbst mehrere Gegensätze:


    Zum einen wurde das Gebäude 1870 mit Ausnahme der Hauptfassade zerstört, beim Aufbau in der deutschen Epoche durch Conrath wurde das Gebäude daher komplett neu errichtet und erhielt auch ein völlig neu gestaltetes Dach.


    Zerstörte Aubette:



    Wiederaufbauplan:



    Und zum anderen wurde 1928 ein Teil des Innenraums (nämlich die rechte Seite) komplett neu gestaltet, und zwar im Auftrag von Paul Horn, einem aus Mülhausen stammenden Architekten und Bauunternehmer, der bereits in Der Große Durchbruch - La Grande Percée (1910 - 1960) mit einigen Bauten präsentiert wurde (Gerberhaus, Union Theater und Nebengebäude zum Kleberplatz).


    Die Arbeiten wurden an den Straßburger Künstler Hans Arp, vor allem jedoch an Theo van Doesburg vergeben, der eine Inneneinrichtung im typischen Stil des De Stijl schuf, die 1928 fertiggestellt wurde - daher die Bezeichnung Aubette 1928.


    Die französische Wikipedia bietet einige Fotos der Inneneinrichtung, die zum Glück in weiten Teilen rekonstruiert wurde:


    Aubette (franz.)


    Somit also in vielfacher Hinsicht ein Gebäude, das ähnlich dem Januskopf Widersprüche in sich vereint: französische Hauptfassade, deutsches Dach und Hauptgebäude, außen historisch, innen modern ... für Handel und Kultur gleichermaßen genutzt.


    Nach den umfangreichen Informationen noch zwei Fotos:




    Und hier schon der Blick auf die nächsten Gegensätze, wobei ich natürlich meine Stoskopf-Fotos recycle ...


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    John Maynard Keynes

  • silesien, deine Stadtwanderungen durch Straßburg sind einfach klasse, sehr informativ und schön bebildert. :daumenoben:cclap:)

    Ich freue mich immer auf den nächsten Abschnitt. Gerade weil ich von Straßburg vieles noch nicht weiß, da ich die Stadt erst sehr spät entdeckt und ins Herz geschlossen habe.

  • Vielen Dank, bei mir hat es seltsamerweise sehr lang gedauert, bis ich das ganze Straßburg entdeckt habe. Ich habe zwar über viele Jahre immer wieder das Zentrum besucht, bin aber seltsamerweise nie auf die Idee gekommen, mal gezielt in Vororte zu gehen oder gar Neubauprojekte zu dokumentieren. Über den Kaiserplatz oder Bahnhof bin ich da selten hinausgekommen ...


    Das hat sich eigentlich erst mit dem Internet geändert, plötzlich konnte man z. B. in Google Earth detailliert die komplette Stadt anschauen oder dank Websites wie Archi-Wiki (Qui sommes nous ? – Archi-Wiki) tatsächlich Informationen zu praktisch jedem Gebäude abrufen. Außerdem kann man heute angenehmerweise problemlos nach Büchern recherchieren und diese auch gleich online kaufen, das Straßburger FNAC war zwar gut sortiert, aber man war doch dann ziemlich auf das Sortiment festgelegt, das auch gerade vorrätig war.

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  • Zum Abschluss dieses kleinen Rundgangs noch weitere Gegensätze - zum einen natürlich die typisch deutsche Kaufhausarchitektur des Kaufhaus Modern im Vergleich zur typisch französischen Architektur am Broglieplatz.


    Das Kaufhaus Modern präsentiert sich mit den angrenzenden Bauten des Großen Durchbruchs wie aus einem Guß und wirkt ziemlich monumental und wuchtig:


    IMG_3763_sil.jpg


    Deutlich verspielter und mit Einflüssen aus Paris hingegen der gerade einmal 10 Jahre zuvor entstandene Bau von Charles Salomon, einen gebürtigen Straßburger, der aber auch in Paris studiert hatte:


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    Leider hat das Gebäude durch diverse Umbauten und Vereinfachungen nicht gerade profitiert:


    salomonbrogile.jpg


    Aber auch am Nachbarbau von Edouard Roederer, der bereits 1877 entstanden ist, werden die französischen Einflüsse sichtbar - auch dieser gebürtige Straßburger hatte ja in Paris studiert:


    roederer.jpg


    Meines Erachtens ist dieses unmittelbare Nebeneinander von so unterschiedlichen Landesstilen (obwohl allesamt zur deutschen Zeit entstanden) einzigartig (gibt es vielleicht in Metz ähnliches?).


    Zwei weitere Gegensätze auf dem letzten Abschnitt dieses Rundgangs betreffen indes weniger den Stil als vielmehr das Alter - so trennen den modernsten (und vermutlich unwirtlichsten) Platz der Altstadtinsel und das klassische Touristenziel des Zixplatzes gerade einmal 300 Meter, die in direkter Linie in wenigen Gehminuten zurückgelegt werden können.


    Und mehr noch: Dazwischen befindet sich die jüngste Straße der Straßburger Altstadt gerade einmal in 100 Metern Entfernung von der ältesten Straße, die vermutlich sogar schon älter als Straßburg selbst ist und schon zu den Zeiten der Römer existierte.

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  • Der "modernste Platz" der Altstadtinsel ist natürlich der Eiserne Mann/Homme de Fer, so benannt nach der Skulptur eines Mannes in einer eisernen Ritterrüstung, die übrigens nach wie erhalten ist - am Platz selbst ist in der Fassade eine Kopie aufgestellt.


    Der Platz stellt natürlich in sich einen Gegensatz dar, hier treffen Gebäude verschiedenster Epochen aufeinander, wobei aber früher (19. Jahrhundert ...) auch schon eifrig wertvolle Bausubstanz abgerissen wurde.


    Blick auf den Kleberplatz, rechts ist schon das Gebäude von Stoßkopf zu sehen, das in den Gerbergraben überleitet, siehe auch Charles-Gustave Stoskopf (1907-2004)


    IMG_3775_sil.jpg


    Das abgebildete Eckhaus geht zwar bis ins 16. Jahrhundert zurück und überstand sogar die Zerstörung der Aubette, wurde aber nichtsdestoweniger Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (genauso wie die komplette westliche Platzkante des Kleberplatzes) komplett umgestaltet.


    Kleiner Exkurs 1:


    So sah die Westseite des Kleberplatzes unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1871 aus - die Aubette ganz rechts ist zerstört, die alte Bebauung der Platzkante nicht, sie wurde aber danach fast komplett abgerissen, nur der Name "Maison Rouge" hat alle Zeiten überdauert ...


    kleber1871.jpg


    Kleiner Exkurs 2:


    Historisch gesehen gab es zwar immer eine Ost-West-Verbindung in Straßburg, aber nie eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung - schon im 17. Jahrhundert wurde eine solche Verbindung geplant und u. a. die Pfalz auf dem Gutenbergplatz hierfür abgerissen, der Große Durchbruch machte hingegen am Kleberplatz einen Knick um 90 Grad - de facto gibt es heute aber gewissermaßen als Nebenprodukt der Abrisse am Eisernen Mann der 50er Jahre eine solche Verbindung, die tatsächlich auch durch die Straßenbahn genutzt wird


    Aber zurück zum Eisernen Mann mit seinen ganzen Gegensätzen:


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    Rechts das Gebäude mit der Apotheke, an dem die Statue des Eisernen Mannes angebracht ist (die es nicht mehr aufs Bild geschafft hat), ebenfalls ein Komplettumbau eines älteren Rokoko-Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert.


    Im Hintergrund das Printemps-Kaufhaus mit der neuen Fassade von 2013 (zuvor stand hier ein Bau aus den 20er Jahren, der wiederum ein Kaufhaus von Berninger und Krafft ablöste (siehe Jules Berninger (1856-1926)) - hier durchquert die neue Straßenbahn seit 1994 die komplette Altstadtinsel von Norden nach Süden (die bis 1960 abgebaute alte Straßenbahn fuhr hingegen über die Ostseite des Kleberplatzes).


    IMG_3768_sil.jpg


    Ganz im Hintergrund ist im ersten Foto dann sogar aktuellste Architektur zu sehen, bereits kurz vorgestellt in Aktuelles zu Straßburg


    Die Bauten von Stoßkopf wurden ja schon präsentiert:


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    Nun soll es im weiteren Verlauf aber tatsächlich durch den Gerbergraben weitergehen, und zwar durch dieses Gebäude:


    IMG_3769_sil.jpg


    Blick auf den Gerbergraben:


    IMG_3776_sil.jpg


    Das Hochhaus "Valentin Sorg" von der Rückseite:


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    Und der Blick zurück auf den Eisernen Mann:


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  • Vielen Dank, bis 1970 gab es noch ein weiteres Jugendstilgebäude gleich dahinter aus dem Jahr 1900, das dann leider durch einen Bau von Stoskopf ersetzt wurde.


    Hier die Ansicht der Münstergasse von früher, man beachte den Bau mit seinem Eckturm etwas im Hintergrund rechts:


    Rue_du_Dome_Strasbourg_15532.jpg


    Hier aus der Nähe, er erinnert stark an ähnliche Bauten von Berninger und Krafft (siehe Jules Berninger (1856-1926) - Blankenburg-Haus und Magasin Knopf), von denen dieses Bauwerk vermutlich stammte:


    800px-4_Rue_du_Dome_Strasbourg_12781.jpg


    Dem Fuhrpark nach zu urteilen dürfte das Foto kurz vor dem Abriß entstanden sein.


    Dahinter ist übrigens keine Baulücke, sondern das glücklicherweise erhaltene Hotel Livio (siehe Bedeutende Bauten in Straßburg - vor 1871 inkl. Foto).


    Heutige Ansicht der Gasse:


    IMG_3749_sil.jpg


    Und das Gebäude aus der Nähe:


    IMG_3750_sil.jpg


    Diese seltsame Fassadenstruktur nutzte Stoskopf schon in ähnlicher Form bei seinem Bau am Kleberplatz Ende der 50er, der zu seinen Neubauten am Eisernen Mann überleitet.


    Zu sehen hier zwischen dem "FNAC-Gebäude" und dem geschwungenen Gebäude kurz vor dem Eisernen Mann:


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  • Nicht unbedingt, die meisten seiner Bauten sind "ganz normale" und ziemlich schmucklose Hochhäuser, die Raster wurden tatsächlich nur bei den beiden Gebäuden verwendet.


    Nach diesem Exkurs nun noch die restlichen Fotos dieses kurzen Rundgangs, die an Beitrag 8 (hier klicken) anschließen.


    Es geht nun über den Gerbergraben nach Süden, die Bebauung ist gemischt historisch/modern:



    Besonders unschön das große Gebäude auf der linken Seite, das Parkhaus "Vinci":



    Und schon haben wir die neueste Straße der Altstadt erreicht (entsprechend auch einfach als Neue Straße bezeichnet), erbaut im Rahmen des Großen Durchbruchs und schon unter Der Große Durchbruch - La Grande Percée (1910 - 1960) vorgestellt - gezeigt wird der Abschnitt in Richtung Kaufhaus Modern/Kleberplatz (siehe auch das kleine Hinweisschild):



    Einige Meter weiter südlich auf dem Gerbergraben entlang erreichen wir auch schon die älteste Straße Straßburgs, die Lange Straße. Hier aber nochmals der Blick auf den Gerbergraben Richtung Norden:



    Die Lange Straße folgt wohl in etwa einer sehr alten Straße, die schon von den Römern benutzt wurde, und durchquert mit ihrer Verlängerung nach Osten hin (dann unter dem Namen Spießgasse/Judengasse) die komplette Altstadtinsel.


    Blick nach Westen zu St. Peter:



    Und in der Gegenrichtung zum Münster:



    Tatsächlich verlaufen beide Straßen V-förmig aufeinander zu und treffen sich dann bei Alt St. Peter.


    Nun haben wir fast schon die Ill erreicht:



    Und schon sind wir am Zixplatz angekommen, der gerade einmal wenige Gehminuten vom Eisernen Mann entfernt ist, und haben dabei noch die neueste und älteste Straße Straßburgs durchquert:



    Und noch ein letzter Kontrast ... der völlig unromantische Zixplatz vor der Umwandlung zur Fußgängerzone:



    Der Platz während Corona:



    Und im Juli 2020 - wieder mit Touristen:


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