Deutschland in Trümmern - 75 Jahre danach

  • Am 8. Mai vor 75 Jahren endete mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg in Europa. Die traurige Bilanz mit unfassbarem menschlichen Leid und grausamen Schicksalen ist bekannt und soll hier nicht weiter diskutiert werden.

    Da wir ein Architekturforum sind, möchte ich meinen Fokus mehr auf die Zerstörung unserer Städte und Kulturdenkmale legen, genauer gesagt auf die Gebäude, die zur Ruine wurden und auch lange nach dem Kriegsende noch eine solche blieben.

    Denn während altersbedingt die Zeitzeugen immer weniger werden, gibt es fast in jeder Stadt Orte, die noch an die Zerstörungswut erinnern. Es handelt sich hierbei um Kriegsruinen, die nicht wieder aufgebaut - aber auch nicht komplett abgeräumt wurden. Die Gründe sind vielfältig, manche erhoben die Ruine auf einen Denkmalsockel [böse Zungen würden behaupten, das APH tut dies mit der ihren ebenfalls], andere verzichteten aus politischen Gründen auf den Wiederaufbau. Oft fehlte auch schlicht und ergreifend das nötige Geld.

    Anfangs dachte ich, dies wäre auf einige Kriegsruinen in den bekannten Städten beschränkt, aber weit gefehlt. Die Kassel-Galerie von Fuldataler gab mir etwas zu denken und nach kurzem Überlegen sind mir selbst viele weitere eingefallen - was dann auch zu der Idee zu dieser etwas ungewöhnlichen Galerie geführt hat.


    Die aufgeführten Beispiele möchte ich knapp vorstellen. Falls ihr noch weitere kennt, fügt sie gerne hinzu. :smile:


    Inhaltsverzeichnis

    • Berlin - Anhalter Bahnhof
    • Berlin - Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
    • Berlin - Graues Kloster
    • Dresden - Frauenkirche (ehem.)
    • Dresden - St. Pauli
    • Dresden - Trinitatiskirche
    • Dresden - Zionskirche
    • Erfurt - Barfüßerkirche
    • Halberstadt - Franzosenkirche
    • Kassel - Garnisonkirche
    • Kassel - Lutherkirche
    • Kassel - Zeughaus
    • Hamburg - St. Nicolai
    • Hanau - Wallonische Kirche
    • Hannover - Ägidienkirche
    • Hannover - Nikolaikapelle
    • Köln - Alt St. Alban
    • Köln - St. Kolumba
    • Ludwigshafen - Lutherkirche
    • Mainz - St. Christoph
    • Nürnberg - Katharinenkloster
    • Ohrdruf - St. Michaelis
    • Stralsund - Johanniskloster
    • Weimar - Tempelherrenhaus
    • Wismar - St. Marien
    • Würzburg - St. Johannis
    • Zerbst - Bartholomäuskirche
    • Zerbst - Schloss
    • Zerbst - St. Marien
    • Zerbst - St. Nikolai
  • Berlin – Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (1891 – 1943)

    Die wohl bekannteste Kriegsruine in Deutschland steht zentral am Breitscheidplatz, unweit des Kurfürstendamms, im alten Berliner Westen. Sie wurde ursprünglich im Auftrag von Wilhelm II. im Gedenken an Wilhelm I. erbaut.

    Nach dem Kriegsende taten sich die Siegermächte schwer, den Wiederaufbau der schwer beschädigten Kirche zuzulassen. So kam es 1956 zum Abriss des Chors und danach zum Neubau der noch heute bestehenden Eiermann-Bauten.

    Die noch 71 Meter hohe Turmruine fungiert heute als Mahnmal gegen den Krieg.



    Zustand 1905


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    Autor unbekannt / Public domain



    Zustand 1954


    Bundesarchiv_B_145_Bild-F001296-0004%2C_Berlin%2C_Kaiser-Wilhelm_Ged%C3%A4chtniskirche.jpg

    Bundesarchiv, B 145 Bild-F001296-0004 / Brodde / CC-BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0 DE (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Germany — CC BY-SA 3.0 DE)



    Zustand heute


    Ged%C3%A4chtniskirche1.JPG

    nl:User:GerardM / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)

  • Berlin – Anhalter Bahnhof (1880 – 1945)

    Ebenfalls im Berliner Westen befindet sich der alte Anhalter Bahnhof bzw. der kümmerliche Rest, der von dem einst imposanten Kopfbahnhof übriggeblieben ist.

    Das technisch aufwendige Bahnhofsgebäude wurde 1880 im Beisein von Wilhelm I. und Bismarck eingeweiht. Mit einer Höhe von 34 Metern und einer Binderlänge von 62 Metern besaß die Bahnhofshalle damals die größte Spannweite in ganz Europa!

    Nach dem Kriegsende war der Anhalter Bahnhof verkehrstechnisch bedeutungslos geworden, was dann auch zu seinem Ende führte. Trotz Denkmalschutz und Protesten aus der Bürgerschaft wurde die Ruine schließlich 1959 gesprengt. Kleine Notiz am Rande: Das Gebäude war so wiederstandsfähig, dass mehrere Abbruchunternehmen sich verkalkulierten und daran bankrott gingen.

    Heute erinnert nur noch die Portikusruine an den Anhalter Bahnhof.



    Postkarte von 1904


    Berlin-Kreuzberg_Postkarte_009.jpg

    Ungenannt / Public domain



    Zustand 1951


    Bundesarchiv_B_145_Bild-P054491%2C_Berlin%2C_Ruine_des_Anhalter_Bahnhofes.jpg



    Zustand heute


    Anhalter_Bahnhof%2C_Berlin%2C_Germany%2C_2014-07-13-3369.jpg

    Slaunger / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 4.0 International — CC BY-SA 4.0)

  • Berlin – Graues Kloster (14. Jh. – 1945)

    Auch im Osten der Stadt ist man untätig gewesen. Und dabei traf es mit dem Grauen Kloster ausgerechnet das wichtigste mittelalterliche Bauwerk der Stadt!

    Bereits 1539 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst, die Gebäude dienten seitdem als Gymnasium. Nach schwerer Kriegszerstörung wurden die Ruinen nur notdürftig gesichert. Beim Bau eines U-Bahn-Tunnels 1951 erlitt das Graue Kloster weitere Beschädigungen, sodass die meisten Gebäudeteile abgerissen wurden.

    Ein beabsichtigter Wiederaufbau des Refektoriums für einen Restaurantbetrieb kam nicht zustande; die Ruine des Refektoriums wurde für die Verbreiterung der Grunerstraße 1968 ebenfalls abgerissen.

    Seitdem besteht nur noch die Ruine der ehemaligen Klosterkirche und dient bis heute als - eher wenig beachtetes - Mahnmal.


    Zustand 1910


    Graues_Kloster_Berlin.jpg

    Post- und Photo-Verlag, Inh. Ludwig Walter, Scan durch Kammervirtuos / Public domain



    Zustand heute

    Klosterkirche_ruine_berlin_mitte_april2017_%284%29.jpg

    Z thomas / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 4.0 International — CC BY-SA 4.0)

  • Dresden – Frauenkirche (1726 – 1945 , ab 2005)

    Zu diesem Bauwerk muss ich sicherlich nicht viel erklären.

    In aller Kürze: Erbaut 1726 nach einem Entwurf von George Bähr, 1945 beim Luftangriff auf Dresden zerstört, die Ruine diente in der DDR als Mahnmal gegen Krieg. Glücklicherweise nach der Wende enttrümmert und bis 2005 wiederaufgebaut.

    Wohl Einzigartig ist, dass in diesem Fall ein Mahnmal tatsächlich "entwidmet" und originalgetreu wiedererrichtet worden ist.


    Zustand 1898


    Dresden._Frauenkirche_mit_Neumarkt_LOC_ppmsca.52545.jpg

    Miscellaneous Items in High Demand, PPOC, Library of Congress / Public domain



    Zustand 1958


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    Bundesarchiv, Bild 183-60015-0002 / Giso Löwe / CC-BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0 DE (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Germany — CC BY-SA 3.0 DE)



    Zustand heute


    Dresden_110916_028.jpg

    Gerdb23 / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)

  • Dresden – St.-Pauli-Kirche (1891 – 1945)

    Die St.-Pauli-Kirche befindet sich im Wohngebiet Hechtviertel in der Dresdner Neustadt. Nach der Kriegszerstörung wurde die Ruine erst 1960 enttrümmert und notdürftig hergerichtet. Seit 1996 beherbergt sie ein Theater, wobei im Kirchenschiff ein Glasdach eingezogen worden ist.


    Zustand 1900


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    Kupferstichkabinett - Sammlung Theodor Bienert (sächsische und böhmische Topographie, Ende 16. Jh. - Anfang 20. Jh.)



    Zustand heute von Außen...


    St.PauliRuine_2012_Aussenansicht.jpg

    Pauliruine / CC BY (Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0)



    .. und von Innen


    St.PauliRuine_2012_Zuschauerraum.jpg

    Pauliruine / CC BY (Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0)

  • Dresden – Trinitatiskirche (1893 – 1945)

    Die Trinitatiskirche befindet sich in der Johannstadt, östlich der Dresdner Innenstadt. Nach der Kriegszerstörung wurde 1950 die gesamte Johannstadt großflächig "enttrümmert", wovon nur die Kirchenruine und das zugehörige Gemeindehaus verschont geblieben sind. Als dann Ende der 1960er Jahre auch noch die Kirche abgerissen werden sollte bildete sich Wiederstand in der Gemeinde, sodass der Turm und die Mauerreste notdürftig gesichert worden sind. In diesem Zustand hat die Kirche bis heute überdauert, auch wenn gelegentlich Freiluftgottesdienste in der Ruine gefeiert werden.

    Hoffentlich kommt es nicht zur Umsetzung der anstelle der Trinitatiskirche geplanten neuen Jugendkirche...



    Zustand 1905


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    Postkarte 1905 - Hugo Engler, Dresden Nr. 588 Trinitatis- Kirche



    Zustand heute von Außen...

    Trinitatiskirche_Dresden.JPG

    Paulae / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)



    .. und von Innen


    Trinitatiskirche%2C_Dresden_%286%29.JPG

    Chris06 / CC0

  • Dresden – Zionskirche (1913 – 1945)

    Die alte Zionskirche in der Dresdner Südvorstadt wurde aus dem Vermögen des Fabrikanten Johann Hampel erbaut, der

    der Stadt zu diesem Zwecke 750.000 Mark vermacht hatte. Es wurde ein ungewöhnliches Gebäude, nämlich ein Zentralbau im Jugendstil. Nach der Kriegszerstörung wurde die Ruine lange Zeit sich selbst überlassen. Die Gemeinde hatte eine neue Kirche etwas weiter südlich gebaut und das Grundstück an die Stadt abgegeben. Diese nutzt die alte Zionskirche seit 1985 als Lapidarium und hat immerhin ein (wenn auch hässliches) Notdach errichtet.


    Zustand 1913


    DD-Alte-Zionskirche-1.jpg

    SchiDD / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 4.0 International — CC BY-SA 4.0)



    Zustand heute


    AlteZionskirche.jpg

    DP-1 / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)

  • Königsberger Dom



    Ich weiss wir reden vom heutigen Deutschland, aber heute gedenken wir (eine kleine Gruppe wohlgemerkt) auch dem Ende Ostdeutschlands und anderer ehemaliger deutschsprachiger Gebiete in Europa. Und hier ganz besonders Ostpreussen mit Königsberg. Zum Dom gibt es nicht viel zu sagen. Neben dem Schloss das Herz Königsbergs, Ausgangspunkt der Reformation im Ordensland. Bei den infernalischen Bombenangriffen im August 1944 zerstört und in Sowjetzeiten allein nur die Tatsache gerettet, dass Kants Grab Teil des Doms ist. Nach der Wende mithilfe deutscher Spendengelder rekonstruiert, markiert der Dom ein Symbol für eine Stadt die es nicht mehr gibt.



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    Der Dom in den 20er Jahren. Ein Meisterwerk der Backsteingotik im Ordensland Preussen.



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    Der Kneiphof 1960 mit der Dom-Ruine. Wo bis 16 Jahre zuvor ein mittelalterliches Gassengewirr mit Bürgerhäusern stand weht nun nur noch Gras wie in der Prärie. Erschütternd und sprachlos zugleich.



    1024px-Koenigsberg_Cathedral_-_panoramio.jpgKoenigsberg Cathedral - panoramioRaki_Man / CC BY (Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0)


    Aus dem Grasland wurde immerhin eine würdige Parkanlage die dem Dom gerecht wird.




    Zum Dom schrieb die ostpreussische Dichterin und Schriftstellerin Agnes Miegel ein bewegendes Gedicht:


    Als euch der Feuersturm verschlungen hat,


    Da starbst Du, Dom , mit Deiner alten Stadt,


    Du hast ihr noch mit glühenden Glockenzungen


    Aus stürzendem Haupt den Sterbepsalm gesungen,


    Insel des Grauens, wurde leer von Leben,


    Was Deiner Kinder Heim und Brot gegeben.


    Gruft über Grüften standest Du, schwarz und kahl,


    Als ich Dich weinend sah zum letztenmal.


    Du liegst wie Jugend, unerreichbar weit.


    Doch auf dem Goldgrund jeder Weihnachtszeit


    Blickst Du im Schmuck der grünen Lichterbäume,


    Ein Gnadenbild, in meine Flüchtlingsträume.


    Und wieder seh ich alles, wie es war :


    Vor dunklem Chor goldfunkelnd den Altar,


    An strengem Pfeiler reicher Kanzel Prunk,


    Der bunten Bogen hochgewölbtem Schwung,


    Den Orgelchor, wo ich als Kind gesungen,


    Glühend vor Glück: „Es ist ein´ Ros entsprungen -“


    Und keine Nacht verlöscht in meinem Herzen


    Den Friedensschimmer Deiner Altarkerzen.

  • Erfurt – Barfüßerkirche (1291 – 1944)

    Die Barfüßerkirche befindet sich zwischen Domplatz und Anger inmitten der Erfurter Altstadt. Einst zählte sie zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Erwähnenswert zur Historie ist eine Predigt von Martin Luther in der Kirche im Jahr 1529.

    Am Totensonntag 1944 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff stark in Mitleidenschaft gezogen und danach -bis auf den Hohen Chor- nicht wiederaufgebaut. Heute befindet sich in der Kirche eine Außenstelle des Angermuseums.


    Zustand einst


    Erfurt_Barf%C3%BC%C3%9Ferkirche.JPG

    Wikswat / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)



    Zustand heute


    Erfurt_ruiny_kosciola_franciszkanow_2.jpg

    Andrzej Otrębski / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 4.0 International — CC BY-SA 4.0)

  • Halberstadt – Franzosenkirche (1713 – 1945)

    Informationen zur Halberstädter Franzosenkirche sind leider nur spärlich vorhanden. Der deutschsprachigen Wikipedia ist die Ruine nicht mal einen eigenen Artikel wert. Umso wichtiger ist also eine Erwähnung in diesem Strang.

    Wie der Name schon vermuten lässt, wurde die Kirche von aus Frankreich geflohenen Hugenotten errichtet. Nach der Entwidmung 1818 wurde das Gebäude als Lagerraum genutzt.

    Nach der Zerstörung am 8. April 1945 wurde die Ruine zu einer Gedenkstätte erklärt.


    Zustand um 1900


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    Quelle Stadt Halberstadt



    Zustand heute


    Ruine_Franzosenkirche_%28Halberstadt%291.JPG

    Chris06 / CC0

  • Hamburg – St. Nikolai (1195 – 1943)

    Nun wieder zu bekannteren Exemplaren.

    Die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai hat ihre Ursprünge im 12. Jh., wobei sie in ihrer Geschichte schon mehrfach zerstört worden ist. Nach dem großen Stadtbrand 1842 wurde die Kirche quasi komplett neu gebaut, sodass der dann neugotische Bau 1874 geweiht wurde. Von 1874 bis 1877 war der Kirchturm mit 147 Metern Höhe sogar das höchste Bauwerk der Welt.

    Nach der Kriegszerstörung wurde die Kirchengemeinde St. Nikolai nach Harvestehude verlegt und die Ruine nur notdürftig gesichert, sogar ein Komplettabriss stand im Raum. Mittlerweile dient die Ruine als Mahnmal, im Turm befindet sich eine Aussichtsplattform.


    Zustand 1890


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    Strumper & Co., Hamburg / Public domain



    Zustand heute


    Hamburg_St.Nicolai.jpg

    An-d / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)

  • Hanau – Wallonisch-Niederländische-Kirche (1597 – 1945)

    Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist die Doppelkirche in Hanau. (Luftbild)

    Diese wurde im 16. Jh. für Religionsflüchtlinge aus Frankreich bzw. den Spanischen Niederlanden erbaut - für jede Gemeinschaft ein eigener Kirchenraum.

    Nach dem Krieg wurde lediglich die kleinere, ehemals niederländische, Kirchenhälfte wiederaufgebaut. Der größere wallonische Teil blieb Ruine und Mahnmal.


    Zustand 1940



    Hanau_Neustadt_-_Niederl%C3%A4ndisch-Wallonische_Kirche_von_S%C3%BCden.png

    Autor unbekannt / Public domain



    Zustand heute


    Hanau_NDL-WLN_Kirche_1.JPG

    David Liuzzo / CC BY-SA (Creative Commons — Attribution-ShareAlike 3.0 Unported — CC BY-SA 3.0)

  • Anfangs dachte ich, dies wäre auf einige Kriegsruinen in den bekannten Städten beschränkt, aber weit gefehlt.

    Ja, da gibt es fraglos massenhaft zerstörte Bauwerke, von denen wir noch Teile sehen können.


    Offenbar beschränkt sich dieser Strang aber auf Großbauten.

  • Zeno: Auf Großbauten beschränkt sich der Strang keineswegs, nicht umsonst schrieb ich

    Die aufgeführten Beispiele möchte ich knapp vorstellen. Falls ihr noch weitere kennt, fügt sie gerne hinzu.


    Naturgemäß sind es meist Ruinen von Großbauten, die bis heute stehengeblieben sind. Denn i.d.R. kann es sich nur der Staat leisten, Grundstücke in Innenstadtlagen 75 Jahre lang ungenutzt zu lassen. Auf dem freien Markt wäre da ja zwischenzeitlich tabula rasa inkl. Neubebauung abgelaufen.

    Für mich als über fünfzig Jahre nach Kriegsende geborenen sind solche Ruinen etwas besonderes. Ältere Generationen werden da vielleicht anders urteilen.


    Am Rande: Ich kann mich daran erinnern, dass mir vor ein paar Jahren in der Würzburger Innenstadt, in der Nähe der Neubaukirche, Mauerreste an einem brachliegenden Grundstück aufgefallen sind. Es könnte auch ein Parkplatz dahinter gewesen sein. Da ist mir direkt die schlimme Bombardierung der Stadt eingefallen, aber ob das der Grund dafür ist, weiß ich leider nicht. Sonst hätte ich das ebenfalls in den Strang aufgenommen.

  • Ich kann mich daran erinnern, dass mir vor ein paar Jahren in der Würzburger Innenstadt, in der Nähe der Neubaukirche, Mauerreste an einem brachliegenden Grundstück aufgefallen sind.

    Interessant. Ich denke auch in erster Linie an Ruinengrundstücke in Würzburg, von denen einige mittlerweile bebaut sind.