Bremen - St. Ansgarii

  • Liebe Freunde,


    mein seinerzeitiger erster Beitrag andernorts, soll auch hier wieder am Beginn stehen.


    Vielen Dank, daß ich hier mittun darf !


    Herzliche Grüße an Lingster und SchortschiBähr !!


    Pagentorn


    7. Oktober 2014


    Ich erlaube mir, den angesprochenen Artikel aus dem 'Hanse-Schnack' beizufügen. Er belegt, daß Bewegung in diese Frage kommt - erstmals nach Jahrzehnten des Stillstandes. Diese Tendenz gilt es mit allen Kräften zu fördern !


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  • Nun geschätzter Pagentorn, es kommt zusammen was zusammen kommen musste: Ihre Loslösung vom APH hin zum BKF. Ein grosser Gewinn für das hiesige Forum, ein schwerer Schlag für das havarierende Schiff APH. Seien Sie versichert, hier sind Sie in bester Gesellschaft. :smile:

  • Sehr verehrter Löbenichter,


    gerade von Ihnen, als dem Gründer des St.-Ansgarii-Themenstranges, so herzlich begrüßt zu werden, freut mich ungemein. Daß man hier so viele hochverdiente Mitforisten wieder trifft, ist zudem wie eine Art 'nach Hause kommen' ! Man fühlt sich gleich heimisch. Schön, daß der Gedankenaustausch auf diese Weise nahtlos fortgesetzt bzw. wieder intensiviert werden kann.

    Nochmals vielen Dank für Ihre Worte, die ich als Vorschußlorbeeren betrachte, denen ich natürlich erst noch gerecht werden muß !

  • Grundrisse des 'Ansgari-Hauses'


    Grobe Grundrisse der westlichen Gebäudehälfte des Bremer Carrée’s, welche gegenwärtig unter dem neuen Namen ‚Ansgari-Haus’ am Markt platziert wird (die östliche Hälfte erhielt den Namen 'Obernhaus' [von wegen Obernstraße]), kann man unter dem folgenden Link finden:

    (Bitte ganz bis nach unten 'scrollen').


    Gastronomie – Ansgari Haus


    Man beachte, daß man – wohl aus Unkenntnis – auf den genannten Grundrissen aus der Ansgaritorstraße die ‚Ansgaritorswallstraße’ gemacht hat…


    Jedenfalls wäre im Bereich des 'Ansgari-Hauses' der Turmschaft einzuarbeiten. Fraglich ist, wie weitgehend die zu diesem Zweck notwendigen strukturelle Eingriffe sein müßten.

  • Aus dem Impressum der obigen Webseite geht übrigens hervor, daß eine in Paris angesiedelte Firma für das 'Ansgari-Haus' verantwortlich zeichnet.

    Man sollte dieser einmal den Hinweis geben, daß Ansgar auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs geboren wurde...

  • "Nun ist er halt weg..."


    Anbei eine - erwartbare - Gegenreaktion vom heutigen Tage auf den - oben eingestellten - Leserbrief von Axel Spellenberg. Diese Reaktion transportiert lediglich die altbekannten Standardfloskeln, welche in schöner Regelmäßigkeit gegen Rekonstruktionen vorgebracht werden.

    Ärgerlich ist nur, daß gleichzeitig das 'hohe Lied' der Libeskind-Türme gesungen wird.

    Solche Schreiber vermitteln den unbedarften Lesern stets den Eindruck, daß die letzten Jahrzehnte ausschließlich von Rekonstruktionen dominiert gewesen seien und daß nun endlich einmal die arme 'zeitgenössische' Architektur zum Zuge kommen müsse. Dabei ist es in Wahrheit genau umgekehrt. Die Morderne hat zur Genüge bewiesen, daß sie nicht in der Lage ist, attraktive Gebäude und Stadträume zu schaffen. Und genau dies wissen auch ihre Parteigänger. Und darum sind sie so verbissen darum bemüht, jede Rekonstruktion zu verhindern, da die breite Bevölkerung mit jeder gelungenen Rekonstruktion mehr die Augen darüber geöffnet werden, welche Schönheit man ihr - aus welchen Gründen auch immer [z.B. Ideologie / Profitgier / Verhinderung von stärkerer Identifizierung mit der eigenen Stadt bzw. Kultur] - in den letzten Jahrzehnten vorenthalten hat...


    Leserbrief vom 27.04.2020 in den 'Bremer Nachrichten':


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  • Selten blöde Einlassung. Welche Funktion hätte der erhaltene Asgariturm gehabt? Und diese Worthülsen von wegen offen und zukunftsgewandte Innenstadt. Was um alles in der Welt soll eine MUTIGE Stadt sein? Der Asgariturm wird hundertmal früher Denkmalschutz erlangen als "zeitgemäß attraktive Gebäude", die übermorgen eben dies nicht mehr sind.

  • Nein, das ist eben gerade kein Disneyland. Das ist einerseits ein Wiederaufbau eines altbekannten Bremer Turms, und das Neubau-Gebäude sieht im Entwurf auch sehr bremisch aus (naja, mit Staffelgiebel würde es mir noch besser gefallen).

    Aber ich finde den Entwurf recht gelungen, und wünsche ihm Verwirklichung. Für eine weitere Kirche besteht wahrscheinlich kein Bedarf, aber ein Wohn- und Geschäftshaus ist flexibel und paßt.

  • Was in 100 Jahren stehen wird


    (Antwort von Axel Spellenberg auf 'HWK')


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    Der Leserbrief von Hans Wilhelm Kaufmann hat mich im Nachhinein doch tiefer und schmerzhafter getroffen als zunächst geahnt. Schmerzen nach Verletzungen pflegen ja bekanntlich nicht sofort einzutreten. Sie treten hinterher umso heftiger auf. Und erst die ´Zeit heilt alle Wunden´.


    ´Perlen vor die Säue werfen´ sollten wir nicht tun. Und Hans Wilhelm Kaufmann daher keine Antwort widmen. Er hat keine Ahnung, welche über Jahrzehnte erworbene Mühe und Kenntnisfähigkeit in einer solchen einzelnen Zeichnung - die er abfällig als "bestenfalls Disneyland oder Playmobil" herabwürdigt - steckt. Das ist - wenn es sich denn nun um den Bremer Musikalienhändler und Tonkünstler handelt - wie mit seiner Musik und Tonkunst, die Virtuosität in einem Kunstgenre muß in langwierigen Studien und Proben erworben werden. Die angehängte Skizze aus dem Jahr 1968 zeigt meine römische Reisestudie als Student der Architektur im beginnenden 7. Semester. Das habe ich alles auf ´eigene Faust´ gemacht, Studienreise und eine Anzahl von Bauskizzen alter Bauwerke, nebenher solche Handstudien. So haben die Baumeister früherer Epochen die Kunst des Zeichnens und Entwerfens erlernt. Das kann heutzutage so gut wie keiner mehr und es wird auch an den Architekturschulen längst nicht mehr gelehrt. Stattdessen hat der Computer und CAD den Stift und die Feder abgelöst, die Auswirkungen sind bekannt. Ich freue mich jetzt auf den Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau von Notre-Dame, der im Juni ausgeschrieben werden soll.

    Das ist mein Genre durch und durch, und alles wird auf´s Feinste mit der Hand gezeichnet.


    Was weiß der Gitarrenlehrer HWK von den langwierigen Bemühungen eines Architekten, die bereits im Alter von 4 Jahren im väterlichen Architekturbüro begannen, als ich schon handwerklich präzise zeichnen lernte? Was weiß er von meiner Herkunft aus der preußischen Adelsfamilie von Zieten, die mir die künstlerische Begabung und Ader verlieh? Von meinen Erlebnissen als 5-jähriger Knirps, als ich Bauwerk und Parkanlagen von Schloß Rheinsberg in der Mark-Brandenburg fasziniert in mich aufsog. Und die schöne klassizistische Stadt Neuruppin, in der Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1781 geboren wurde, und aus der meine Familie stammt? Axel Spellenberg wurde am 18.

    März 1945 im Nord-Schwarzwald in die Nachkriegsära hineingeboren, die auch Bremen architektonisch nicht zu ihrem Vorteil veränderte. Schinkel mußte so etwas nicht erleben - auch nicht eine öffentliche Herabwürdigung seines schöpferischen Schaffens, wie mir das in der Hansestadt Bremen als 75-jähriger Architekt widerfährt.


    Alle diese Erfahrungen, Erlebnisse und Vorbilder stecken in den "Heile-Welt-Bildchen", die HWK in ´bestenfalls´ mißgönnerisch zeitgeistversessener Manier vor aller Bremer und Umzu Augen anprangert. Seine Fragen bleiben zu meinem Leidwesen und seinem Vorteil unbeantwortet im öffentlichen Raum stehen: "Wo kommt sie her", (die neue Fassade für das Bremer Carée), was für eine Historie wird da gemalt?" Antwort an dieser Stelle: von dort kommt sie her, aus den unzählig vielen Studien der Baukunst vom Altertum bis zur Moderne, dazu Kunst aller Epochen. ´Gemalte Historie´ aus aberhunderten von Entwürfen und aus preisgekrönten Wettbewerben, darunter Plänen zum Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt. Visionäre Zeichnungen, für die ich durch die Initiatoren des Wiederaufbaus - nicht öffentlich vor hundertausenden von Lesern heruntergeputzt und beleidigt - sondern im September 2018 vor einem großen Kreis von Vertretern von Vereinen - wie der Gesellschaft Neumarkt Dresden oder den Nürnberger Altstadtfreunden - Fachleuten, namhaften Architekten und Bürgern besonders geehrt wurde.

    Die altehrwürdige Stadt Bremen sollte sich schämen, dass in ihr Menschen leben und wohnen, die anerkannte Architekten zum "Heile-Welt-Bildchen-Maler" und "Disneyland"-Schöpfer deklassieren.

    Eine solche ehrabschneidende und mein Berufsbild herabsetzende, verletzende Wortdrechselei und Fragestellerei habe ich noch in keiner anderen Stadt erlebt. HWK zufolge werden Architekten wie ich in Bremen nicht ´gebraucht´, sind "nicht hilfreich". Was die Stadt seinen Vorstellungen nach braucht, sind "mutige und zukunftsorientierte"

    Architekten und "zeitgemäß attraktive Gebäude und Konzepte, die unseren heutigen Stand und Status widerspiegeln und gerade deswegen zum Charakter Bremens als offene und zukunftsgewandte Stadt passen" - aber nicht rückwärtsgewandte, Disneyland-Kitsch und Playmobil-Flair hervorbringende "Heile-Welt-Bildchen-Maler".

    Wobei HWK auch noch dem von ihm präferierten Stararchitekten Libeskind ein "dürftiges Zeichnen" unterstellt. Ja, der Musikus weiß am besten, was Architekten zu tun haben: nach seiner Pfeife tanzen. Bewahren Sie dieses Schreiben sorgfältig für die Nachwelt auf. In "100 Jahren" wird von der "zeitgemäß attraktiven Innenstadt" HWK´s einmal nichts mehr übrig bleiben. Aber der Turm von St. Ansgarii wieder stehen, und - so ´schmerzhaft´ das auch für solche voreingenommenen Zeitgeister wie HWK sein wird - früher als gedacht ihm ´im Weg stehen´.




  • Siehst du, das ist richtig gute Polemik, da kann man was lernen'

    Zitat

    Perlen vor die Säue werfen´ sollten wir nicht tun. Und Hans Wilhelm Kaufmann daher keine Antwort widmen. Er hat keine Ahnung, welche ...

    Und er hat den Schreiberling eben dennoch als Sau bezeichnet. Völlig unangreifbar.

  • Der Turm von St. Ansgarii als optischer Bezugspunkt


    Der von mir hochgeschätzte Villa1895 hat vor einiger Zeit auf APH ein Foto mit der Ansicht des Turms von St. Ansgarii eingestellt, auf dem zu sehen ist, wie sich der 'Anschari' in hochaufragender, majestätischer Weise über dem nördlichen Ende der Heerenstraße präsentierte. Diese Perspektive war sehr populär und findet sich auf hunderten von Postkarten in schwarz-weißer oder kolorierter Form. Der Turm bildet hier den imposanten Begleiter des östlichen Altbaus des renommierten Speiselokals 'Jacobihalle' (einer kulinarischen Institution im unzerstörten Bremen).

    Weniger bekannt ist die Ansicht, die den Turm im Kontext des westlichen Neubaus der Jacobihalle zeigt. Deshalb sei diese ergänzend beigefügt. Der Anschari erscheint hier gewissermaßen als integraler Bestandteil des Gebäudes. Eine wunderschöne Symbiose !


    01. Perspektive 'Heerenstraße'.


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    02. Perspektive 'Kurze Wallfahrt'.


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    03. Luftbild zur Orientierung.

    (Heerenstraße: grüne Linie; Kurze Wallfahrt: blaue Linie.)


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