Fuldatal (Allgemeines)

  • Hm, der typische alleingelassene Adventskranz oder Weihnachtsbaum ist es im Januar eher nicht... muß man abwarten, was die Brandsachverständigen sagen.

    - Ich wußte nicht, daß es tatsächlich einen Ort "Fuldatal" (analog "Wuppertal", also ein Zusammenschluß mehrerer älterer Gemeinden?) gibt.

    - Ich bin erstaunt, daß es in diesem Ort anscheinend fast nur verputzte Fachwerkbauten gibt.

    (Auf den alten Kasselbildern sind ja auch viele verputzte Fachwerkbauten. Bis jetzt dachte ich, daß das eine Mode zwischen 19.Jhdt. und und frühem 20. Jdht. gewesen sei. Aber mancherorts schätzt man anscheinend glatte Fassaden so sehr, daß man gar nicht zur Fachwerksichtigkeit zurückkehren möchte - bzw. die nie hatte, weil von Anfang an verputzt wurde.

    Deswegen Fuldataler : weißt Du vielleicht, ob diese Häuser jemals "fachwerksichtig" waren bzw. wann die gebaut wurden? Du dokumentierst die Orte ja immer sehr genau und ungeschönt, d.h. ich habe den Eindruck, wenn ich deinen Galerien folge, bekomme ich ein recht umfassendes Bild des Ist-Zustands, nicht nur eines besonders "sahnestückigen" Teils, sondern recht allegemein, wie es im Ort aussieht, mit allen Höhen und Tiefen.

    Ich könnte mir schon vorstellen, daß mancherorts das Verputzen viel Tradition hat. Aber "wieviel" (in halben Jahrhunderten)?

  • Das Haus ist einfachstes Konstruktion Fachwerk.

    Der Nachbarbau ist ein sehr sehenswertes Haus.


    An der Kasseler Straße sind fast alle Häuser verputzt.

    Aber am Dorfplatz und rund um die Kirche sind alle Häuser frei.


    Ich werde mal eine Galerie demnächst erstellen.


    Loggia viele Häuser waren mal frei,wurden nach dem Krieg verputzt.

  • Ich wußte nicht, daß es tatsächlich einen Ort "Fuldatal" (analog "Wuppertal", also ein Zusammenschluß mehrerer älterer Gemeinden?) gibt.

    Ich war auch sofort irritiert, denn mir war stets bewusst, dass es keinen Ort Fuldatal gibt. Oder andersrum gesagt, dass Fuldatal kein Ort, sondern eine Gemeinde ist.


    Möglicherweise ist diese Wortwahl aber mit den unübersehbaren (und vor allem unüberhörbaren) Unterschieden innerhalb Deutschlands zu erklären.


    Während wir von "Ort" und "Gemeinde" reden, könnten im Norden Deutschlands "Ortsteil" und "Ort" die entsprechenden Begriffe in der Alltagssprache sein. Das hat natürlich eine gewaltige Sprachenverwirrung zur Folge.


    Gleichwohl ist "Gemeinde" überall in Deutschland dasselbe.

  • Zeno: sorry, aber ich komme da nicht mit.

    "Gemeinde" ist für mich a) eine Verwaltungseinheit (die keineswegs überall in Deutschland gleich ist, im Norden gibt es z.B. "Samtgemeinden"), die in D schon länger besteht, und deren Zuschnitt mit jeder Verwaltungsreform wechselt, b) eine Organisationsform des Zusammenlebens mit wiederkehrenden Festen und mindestens einem Teil fester Mitglieder, c) ein Begriff für eine von Feld und Flur unterschiedene Siedlungsform.

    "Ort" ist für mich a) ganz allgemein Lokalität, b) ein irgendwann mal postalisch als Zustellungsbezirk erfasstes bewohntes Gebiet, c) eine Gemeinde, bei der ich nicht weiß, wie es sich mit a) oder c) verhält.

    "Ort" ist für mich einerseits allgemeiner als "Gemeinde" (hat weniger Eigenschaften, siehe Ort c) ), andernseits hindeutend-spezifischer im Sinn von "da!" (ausgestreckten Zeigefinger dazudenken). Orte können unterschiedliche Größen haben, vom Sitzplatz in der Bahn bis zu Großgemeinden. So ist jedenfalls mein Sprachgebrauch.

  • Natürlich gibt es weitergehende Bedeutungen.


    Unter Gemeinde verstehe ich "a". Gibt es in ganz Deutschland, wenn auch in Berlin und Hamburg mit dem Land identisch. Samtgemeinden sind wieder was anderes, nämlich Gemeindeverwaltungsverbände. Auch unter "Amt", "Kirchspiel", "Verwaltungsgemeinschaft", "vereinbarte Verwatungsgemeinschaft" bekannt.


    Mich verwundert aber, dass in Deiner Aufzählung zwar bewohnte Teile von Zustellbezirken der Post auftreten (das, was eine gemeinsame Zustell-Postleitzahl hat?), was im Alltagsleben weitgehend bedeutungslos sein dürfte, aber nicht das Fundamentale: im Idealfall ein zusammenhängend bebautes Gebiet, das nicht baulich mit anderen zusammenhängend bebauten Gebieten verbunden ist. Nicht mit anderen Siedungsgebieten verbundene Einöden sind natürlich auch Orte, denn auf die bauliche Isoliertheit kommt es an, keinesfalls auf die Größe. Dass eine Gemeinde aus über 100 Orten besteht, ist in Streusiedlungsgebieten nicht ungewöhnlich.


    Am einfachsten zu verstehen ist es auf dem Land: jedes Dorf ist ein Ort (einfacher gehts doch wirklich nicht mehr). Und die Verwaltungseinheit, meistend mehrere Orte umfassend, ist die Gemeinde. Hedemünden ist ein Ort und Hann. Münden die Gemeinde, zu der es gehört. Dass es innerhalb der Gemeinde Hann. Münden auch einen Ort Hann. Münden gibt, sollte der Verständlichkeit nicht schaden. Das Problem heutzutage sind die Verstädterung und die Zersiedelung, die verunklaren, was eigentlich klar ist.

  • Daß ich auf die Post abhob, hat folgenden Grund: wenn der Briefträger da was hinbringt, dann wohnt da wer. Das können auch abgelegene Katen mitten im Wald, Hausboote am Fluß oder Halbruinen mitten in der Stadt sein; aber da ist dann wer, und somit ist es für mich ein Ort. Die bauliche Abgegrenztheit ist halt, wie Du selbst im letzten Satz sagst, nicht immer so ohne weiteres augenfällig. Ich grenze also eher Ort <> wüster Ort ab.

    Was die "Gemeinden aus vielen halbwegs abgegrenzten Orten" (wie Du sagst) angeht, so kenne ich dazu aus BaWü und Norditalien viele Beispiele; meine Verständnisschwierigkeit ist dabei, daß die früher eben selbst Gemeinden a) waren (ich habe das noch erlebt, ich bin älter als die BaWü-Gemeindereform), und als Gemeinden b) weiterexistieren - und somit für mich eben immer noch "Gemeinden" sind, nicht bloß "Orte". So einige Neubaugebiete, oft dazwischen, würde ich auch eher als "Orte" ansprechen, oder "Ortsteile", wenn da kaum prägende Aktivität durch örtlich begrenzte Vereine besteht.