Unterwegs auf der CMT 2020 in Stuttgart

  • Mit leichter Verspätung hier noch Eindrücke von meinem diesjährigen Messerundgang. Obwohl ich meine Systemkamera dabei hatte, stammen die Fotos alle von meinem Smartphone - mangels vernünftigem Blitz löste die Kamera in den Caravans erst gar nicht aus, die Fotos mit dem Pixel 3a wurden aber wirklich ordentlich.


    Wir beginnen den Rundgang am Haupteingang der Messe:


    IMG_20200117_150420.jpg


    Gleich dahinter ist eine Veranstaltungsbühne - es handelt sich ja auch um eine Touristikmesse:


    IMG_20200117_150521.jpg


    Den Anfang macht wie im letzten Jahr die Halle 1, wo wiederum Fendt ausstellt:


    IMG_20200117_150610.jpg


    Hier fällt der Blick gleich auf einen kleinen Fendt, der unter der Modellreihe "Saphir" vermarktet wird:


    IMG_20200117_150635.jpg


    Tatsächlich sind die Modellreihen und deren Einstufung (Einsteigerklasse, Oberklasse, Luxusklasse usw.) einfach nur Marketing, eigentlich sind alle Baureihen technisch identisch und unterscheiden sich nur durch die Serienausstattung, Zusatzpakete oder andere Polster und Farben.


    Der Preis sieht zunächst einmal sehr günstig aus:


    IMG_20200117_150647.jpg


    Allerdings ist Fendt im Allgemeinen so sparsam ausgestattet (kleine Wassertanks, Mini-Boiler, kaum Anschlüsse, kaum Sicherheitsausstattung - nicht mal die Zulassungspapiere sind serienmäßig dabei!), daß man locker noch 6000 Euro an Zubehör dazubestellen kann (und da ist noch keine Klimaanlage dabei).

  • Innen gefällt auch dieser Fendt mit einer sehr sorgfältigen Verarbeitung (keine schiefen Türen oder billigen Plastikteile wie bei der Konkurrenz) und einem durchaus geschmackvollen und wohnlichen Ambiente:


    IMG_20200117_150656.jpg


    Das Waschbecken ist im Wohnraum, in der Ecke ist die Toilette mit optionaler Dusche:


    IMG_20200117_150705.jpg


    Hier kommt das Baukastenprinzip zur Anwendung, alle superkompakten Fendt haben diesen Grundriß, praktisch derselbe Wohnwagen ist auch als Bianco oder Opal lieferbar.


    IMG_20200117_150709.jpg


    Außer bei den ganz kleinen Fendt mit L-förmiger Sitzgruppe kann der Tisch abgeklappt werden und bildet dann mit den Rückenlehnen zusammen ein weiteres Bett:


    IMG_20200117_150723.jpg


    Blick in die Toilette, die Duschtasse ist serienmäßig, die Dusche nicht. Inwiefern man angesichts der tapetenartigen Wandverkleidung hier wirklich duschen kann, ist angesichts des Holzaufbaus fraglich ...


    IMG_20200117_150732.jpg


    Bei der Technik kommen Zulieferteile der üblichen Anbieter zum Einsatz: Dometic, Thetford, bei Heizung und Boiler meist Truma:


    IMG_20200117_150808.jpg


    Auch diese Konstruktion ist guter Fendt-Standard, gibt es in allen Fendt und funktioniert gut:


    IMG_20200117_150820.jpg


    Die Nummer läßt auf die Größe schließen, der 445 ist der kleinste Saphir, praktisch denselben Wohnwagen gibt es aber als Bianco auch noch kleiner. Die Länge beträgt übrigens 679 cm:


    IMG_20200117_150841.jpg

  • Fendt ist eine sehr konservative Firma und weicht von Modelljahr zu Modelljahr kaum vom einmal eingeschlagenen Weg ab. Innovationen gibt es nur sehr sporadisch, hier ist eine - der Bianco Emotion 445 FH:



    Die Innovation besteht hier - der Rest ist Fendt-Standard - in der Gestaltung des Bugs mit der auffälligen Seitentür. Dahinter verbirgt sich ein Klappmechanismus für ein Bett, beim Hochklappen des Betts entsteht so ein Stauraum, in den über die hohe Seitentür z. B. Fahrräder zugeladen werden können.


    Entstanden ist die Konstruktion in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Rosenheim - da die Tür leider nicht geöffnet werden konnte, hier ein umfangreicher Test:



    Eine weitere Innovation - zumindest für Fendt-Verhältnisse - ist ein Wohnwagen mit vollwertiger Dusche und Heckgarage. Bei der Konkurrenz in der Oberklasse serienmäßig und selbst in Einsteigercaravans lieferbar, bei Fendt auf ein einziges Modell beschränkt:



    Auch hier sitzt die Toilette hinten rechts:



    Indes befindet sich daneben ein richtiges Badezimmer mit Waschbecken und Dusche:




    Nicht ganz überraschend - der Rest ist wie immer gestaltet:


  • Kommen wir nun - um im Fendt-Marketingsprech zu bleiben - zur absoluten Oberklasse in Form eines mächtigen Doppelachsers, der als Diamant vermarktet wird (gibt es auch mit einer Achse):



    Hier gerät das Fendt-Baukastenprinzip meines Erachtens an seine Grenzen - denn wir sehen sofort, daß auch hier das gute alte Hammerschlagblech als Außenwand zum Einsatz kommt. Darunter exakt derselbe vorsintflutliche Aufbau mit Holzleisten und offenporigem Styropor wie bei allen Fendt-Modellen, nicht einmal die Isolierung ist besser als bei den Einsteigermodellen.


    Wieso man hier nicht wenigstens auf Styrodur mit geschlossenen Zellen umsteigt, verstehe ich nicht - man hält am traditionellen Aufbau fest, bei dem sich undichte Stellen wunderbar auf das Holz ausbreiten können, das dann langsam verrottet. Immerhin scheint man diese Technologie inzwischen so gut zu beherrschen, daß man 10 Jahre Dichtheitsgarantie auf die Aufbauverbindungen gibt, bei jährlicher Kontrolle beim Vertragshändler (auf Türen und Fenster gibt es aber keine Garantie, falls dort Wasser eindringen soll).


    Auch die Innenraumgestaltung finde ich schwer verständlich - zunächst einmal gibt es edlere Materialien und Furniere sowie einen großen Tisch:



    Wieso zwei Personen eine so riesige Sitzbank benötigen, erschließt sich mir nicht - die Klappen und Schränke sind übrigens auch hier Standard-Fendt.


    Es gibt einen separaten Fernsehschrank mit künstlichem Kaminfeuer:



    Im Heck dann zwei Einzelbetten:



    Hier die Raumaufteilung - im wesentlichen einfach ein langer Schlauch ohne Zwischenwände oder separate Räume:



    An der Seite dann ein winziges Badezimmer ohne Dusche in einfachster Gestaltung:



    Letztlich verstehe ich das Konzept dieses riesigen Wagens nicht, nur zwei Betten, dafür ein Tisch für mindestens 6 Personen. Die zusätzliche Länge wird für einen längeren Durchgang verschenkt, es gibt nicht einmal ein brauchbares Bad, der Aufbau ist derselbe wie immer, die Ausstattung ist großzügiger, aber bei weitem nicht komplett (auch hier kosten Zulassungspapiere, City-Wasseranschluß, Alufiber-Dach, Gas-Außensteckdose usw. Aufpreis - von Autark-Paket, Klimaanlage oder Mover mal ganz zu schweigen).


    Alles in allem also sicherlich keine "Luxusklasse", sondern etwas größere und besser ausgestattete Fendt-Standardkost.

  • Hier nun quasi der Gegenentwurf zu Fendt - in Form des englischen Herstellers Swift, dem letzten verbliebenen unabhängigen Hersteller in England.


    Gleich zu Anfang zwei Youtube-Videos, einmal seriös und gründlich:



    Und einmal eher unterhaltsam und direkt von der letzten CMT:



    Swift setzt im Gegensatz zu Fendt auf Vollausstattung ohne große Aufpreislisten und einen modernen, besonders leichten Aufbau, also holzfrei: komplett aus GfK (glasfaserverstärkter Kunststoff) und PU (Polyurethan-Leisten ersetzen das klassische Holzfachwerk).


    Der Stand war relativ klein und auf der Galerie in Halle 1 angebracht. Hier ist einer der kleinsten Swift-Wohnwagen zu sehen, vertrieben unter dem Modellnamen Sprite:



    Auf dem Informationsschild fällt gleich der eigenwillige Grundriß ohne permanentes Bett auf:



    Tatsächlich ist diese große "Bug-Dinette" eine der Besonderheiten englischer Wohnwagen.


    Meines Erachtens ist die Dinette genauso groß wie in den größeren Sprite-Modellen - bestehend aus zwei langen und extrem hochwertigen Sitzbänken (dickes Polster und Lattenrost) und einem "Multifunktions-Würfel" am Ende:



    Tatsächlich erfüllt dieser Würfel gleich mehrere Aufgaben:



    Oben befindet sich ein ausklappbarer kleiner Tisch (ein größerer Klapptisch kann dazugestellt werden), darunter ist dann tatsächlich eine kleine Ablagefläche.


    Unter dem hellen Oberteil befindet sich ein ausziehbarer Lattenrost, mit dem sich die Bug-Dinette in ein Bett verwandelt - die Rückenpolster passen genau auf diesen Rost. Und ganz unten ist der interne Wassertank untergebracht, nebst einem komplizierten System aus Reglern.


    Hier sind wir schon bei der zweiten Besonderheit, nämlich der Wasseranlage. Bei deutschen Caravans befindet sich in einzigen Wassertank (meist unter einer Sitzgelegenheit oder unter dem Bett untergebracht) eine Saugpumpe, die beim Öffnen eines Wasserhahns durch einen Mikroschalter aktiviert ist.


    Bei Swift kommt das Truma Ultraflow-System zum Einsatz - eine externe Saugpumpe, die Wasser aus einem externen Wasserfaß wie einer Aquaroll ansaugt (siehe Produkt-Website) und mit Überdruck arbeitet. Damit wird dann der Boiler versorgt, auf Wunsch auch der interne Wassertank - wo das Wasser genau herkommt und hinfließt, wird durch eine Reihe von Absperrhähnen vor dem Wassertank eingestellt (im ersten Video zu sehen).


    Hier ist wiederum zu sehen, wie sehr hier auf Leichtbau gesetzt wird:



    Die Möbel weisen (ebenso wie die Außenwände) geringe Wandstärken auf und werden durch Kunststoffprofile verstärkt.


    Weitere Besonderheiten sind stets eine gut ausgestattete Küche und ein relativ großes Bad:



  • Bei den größeren Sprite-Modellen gibt es dann natürlich ein richtiges Bett und immer auch eine richtige Dusche mit Kabine (und keine Notlösung wie bei Fendt).


    Hier der derzeit größte Sprite Cruzer (und so ziemlich der einzige mit Doppelachse):



    Vorn die Dinette, im Heck ein großes Querbett. Die Besonderheit des Aufbaus besteht im Raumbad, das Aufenthaltsraum und Schlafraum voneinander trennt und so mittels Türen und Abdeckungen tatsächlich mehrere getrennte Räume realisiert (z. B. können zwei Personen im Bug und zwei im Heck übernachten, getrennt durch das Bad):



    Links die Kühlschranktür, dahinter die Tür zum Bad:



    Das Bad mit Toilette und Waschbecken auf einer Seite:



    Und der Duschkabine auf der anderen Seite (man beachte den Designer-Duschkopf):



    Blick ins Schlafzimmer:




    Schrank mit Truma-Kombiheizung (also inklusive Boiler):



    Blick vom Schlafzimmer zum Bad:


  • Abschließend noch ein letztes Sprite-Modell, diesmal mit deutlich konventionellerer Raumaufteilung - mit Heckbad und Längsbett, also ganz ähnlich wie beim obigen Fendt.


    Hier die großzügig verglaste Front inkl. Panorama-Dachfenster:



    Die bereits bekannte Dinette, hier mit ausgeklapptem Tisch:



    Blick vom Längsbett in der Mitte auf die Dinette:



    Und hier in der umgekehrten Richtung zum Heckbad:



    Das Heckbad mit Dusche:




    Abschließend noch ein Blick auf die Küche:


  • Von hier aus nun weiter zu Adria, einem Anbieter aus Slowenien, der inzwischen zum französischen Trigano-Konzern gehört, aber noch weitgehend eigene Technologie einsetzt (so das selbst entwickelte und gefertigte Klappwaschbecken).


    Das Angebot von Adria besteht einerseits aus absoluten Einsteiger-Wohnwägen und solchen der unteren Mittelklasse und andererseits aus der Luxus- und absoluten Luxusklasse, dazu später mehr.


    Irgendwo außerhalb dieser Einstufung liegt der Action, der irgendwie für sportliche Outdoor-Aktivisten ausgelegt ist, für Windsurfer, Freeclimber ... hier ein ausführlicher Test:




    Die Einsteigermodelle sind zwar sehr günstig, der Aufbau gilt trotz konventioneller Technologien als recht robust und dauerhaft. Mir persönlich wäre die Innenausstattung aber doch zu einfach, insbesondere auch die Polster sind sehr dünn:


    Hier diverse Fotos der Einsteigermodelle Aviva und Altea:





    Im Innenraum wird deutlich, wo überall gespart wurde:




    Immerhin - es gibt auch eine Dusche:



    Mit der kompletten Ausstattung und robusten Verarbeitung sicher für junge Familien geeignet, aber doch recht rudimentär ...

  • Das Kontrastprogramm aus demselben Hause stellt die Alpina-Baureihe dar, die ursprünglich speziell für den skandinavischen Markt entwickelt wurde, um mit den dortigen wintertauglichen Herstellern in Konkurrenz zu treten (von denen nur noch Kabe als größerer Hersteller überlebt hat).


    Entsprechend gehoben ist das Preisniveau der Baureihe:



    Außen orientiert man sich an der gehobenen Mittelklasse aus dem eigenen Haus, dem Adora:



    Innen gibt es hochwertige Verarbeitung und aufwendige Detaillösungen sowie eine besonders gute Isolierung und die Alde-Fußbodenheizung:






    Auch hier darf eine hochwertige Dusche nicht fehlen:



    Gleich gegenüber stand das absolute Highlight von Adria, das fast schon etwas in Richtung Tiny House geht - vermarktet wird das ganze unter dem schon zuvor für Luxus-Caravans verwendeten Markennamen Astella.

  • Den Alpina finde ich etwas "overdone", zu modisch mit seinen aufgesetzten Waschbecken und glänzenden Schrankfronten. Das läßt sich doch alles schlecht putzen und ist für robusten Gebrauch nicht wirklich geeignet. Beeindruckt bin ich durch die überall vorhandenen Duschen, das finde ich eine tolle Sache.

  • Na ja, das Duschen ist eher eine Notlösung, der Boiler kann nur 5 Liter Wasser erwärmen und der standardmäßige Fendt-Tank hat nur wenig mehr als 20 Liter insgesamt für alle Verbraucher. Erst mit dem großen Tank mit über 40 Liter oder einem "City-Anschluß", über den kontinuierlich von außen Wasser zugeführt wird, ist zumindest kurzes Duschen möglich.


    Bleibt das Abwasserproblem, speziell bei Minustemperaturen wie jetzt. Da gibt es bei wintertauglichen Wohnwagen wie von Kabe nur einen Ablaß direkt nach außen, an den ggf. ein Kunststoffsack gehängt wird. Die Zufuhr ist zwar beheizt, das Abwassersystem der Dusche aber allein schon aus Kapazitätsgründen nicht. Entsprechend wirklich nur im Ausnahmefall zu verwenden (wobei bei den meisten Wohnwagen die Wasserleitungen am Unterboden verlaufen und bei Minustemperaturen sowieso einfrieren würden, da hilft nur komplettes Ablassen inkl. Entleeren des Boilers, der als Kunststoffteil sonst platzen würde).

  • Ajaje, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich hab gedacht, man hängt die Dusche auf dem Campingplatz an die Wasserleitung, und die hat unten einen komfortablen 20l-Boiler, so wie die Steh-Campingduschen, die es früher gab, und die in ofenbeheizten Altbauten aufgestellt wurden.

  • Das ist eher bei Wohnmobilen üblich, die seit jeher viel stärker auf komplett autarken Betrieb ausgelegt sind - schließlich darf man ja in Deutschland (im Ausland meist nicht) legal für eine Nacht auf einem normalen Parkplatz übernachten.


    Entsprechend sind Wohnmobile auch ziemlich teuer, und riesige Luxusmobile für 100.000 Euro haben nicht nur eine Heckgarage für ein echtes Auto, sondern auch entsprechend große Tanks und Boiler.


    Beispielsweise so etwas von Herstellern wie Morelo:



    Home | MORELO First Class Reisemobile


    Quasi-Monopolist Truma hat da auch größere Boiler mit bis 14 Litern im Angebot:


    Warmwasserbereiter für Wohnwagen und Reisemobil


    Im Wohnwagen-Bereich ist eine Truma Combi 6 mit 5 Litern schon die Obergrenze des Möglichen und Üblichen:


    Truma Combi 6: Heizen und Wasser erwärmen


    Die meisten Wohnwagen haben überhaupt keine Dusche, es wird ja praktisch nur auf dem Campingplatz übernachtet und dort gibt es ja in jedem Fall sanitäre Einrichtungen. Nur Luxus-Stellplätze haben fließendes Wasser oder sogar einen eigenen Abwasseranschluß, entsprechend wird wohl niemand lang duschen, wenn er das Wasser nicht nur zum Wohnwagen tragen (Gießkanne, "Wassertaxi"), sondern auch das Abwasser wieder manuell in Gefäßen zum Entsorgen tragen muß ...

  • Nun weiter mit dem neuen Luxusmodell von Adria, dem Astella, der eine Art Mischung aus Tiny House und Luxus-Wohnwagen mit entsprechenden Preisen ab 50.000 Euro darstellt.


    Die Besonderheit stellen die beiden seitlichen Türen dar, die besonders großzügig gestaltet sind (tatsächlich gibt es von Adria als einzigem Hersteller schon einen Doppeltür-Wagen in der Einsteigerklasse, allerdings ist die zweite Tür für einen weiteren Schlafraum für Kinder gedacht).


    Hier die Gesamtansicht:



    Der Grundriß ist derselbe wie beim oben vorgestellten Sprite - auf der einen Seite Küche und Essraum, dazwischen das Bad und im Heck dann das Schlafzimmer.


    Die Türen sind extrem groß:



    Innen gediegen und hochwertig:




    Aber auch minimalistisch und nicht unbedingt gemütlich:



    Hier geht es zum Bad in der Wagenmitte:



    Blick in das Bad, das auf die beiden Seiten verteilt ist:




    Und schon sind wir im Schlafzimmer, die Betten sind so ausgerichtet, daß der Blick nach außen durch die Türen fällt:



    Insgesamt ein spannender neuer Ansatz, auch wenn ich den Innenraum verblüffend eng fand:


  • Kommen wir nun zum einzigen verbliebenen größeren skandinavischen Hersteller, nämlich Kabe. Die Caravans werden tatsächlich noch in Schweden gefertigt, sind entsprechend sündhaft teuer, aber in vielerlei Hinsicht für den Wintereinsatz ausgelegt.


    So gibt es eine besonders gute Isolierung, eine frostsichere Wasserzufuhr inkl. Beheizung, spezielle Scheiben und serienmäßig eine Alde-Fußbodenheizung inkl. besonders professioneller Hinterlüftung der Einbauten nebst saugfähiger Oberflächenbeschichtung, um Kondensatbildung zu vermeiden.


    Materialien und Ausstattung machen einen Top-Eindruck, wenngleich natürlich auch die Teile der üblichen Zulieferer wie Dometic, Thetford und truma verbaut sind (Alde gehört ja zu truma).


    In Sachen Verarbeitung gibt es durchaus geteilte Meinungen im Kabe-Forum (KABE-Freunde Deutschland - Community), teilweise sind ab Werk Teile gar nicht angeschlossen oder defekt, auch die Elektrik scheint öfters Probleme zu bereiten. Dazu kommen noch teilweise massive Probleme mit dem Aufbau anläßlich des letzten Modellwechsels wie undichte Stellen, sich ablösende Dichtungen oder sogar versehentlich nicht verklebte Abdeckungen. Entsprechend kauft man sich für das viele Geld also nicht unbedingt sorgenfreie Top-Qualität, während Adria offensichtlich trotz mancher primitiv wirkender Detaillösungen ziemlich "unkaputtbar" zu sein scheint.


    Der Stand war relativ klein:



    Genauso wie bei Sprite/Swift gibt es fast keine Händler:



    In Südeuropa ist die Abdeckung dann praktisch nicht mehr gegeben.


    Das Preisniveau ist sehr gehoben, selbst für die kleinen Einsteiger-Caravans:




    Von außen eher unauffällig, es gibt Hammerschlag bei den einfacheren Modellen, Glattblech bei den Oberklasse-Modellen:




    Die Wandverkleidungen wirken natürlich edel:




    Die Einbauteile wirken indes auch nicht besser als bei der Konkurrenz, auch hier wird Kunststoff z. B. zur Verriegelung verwendet:



    Die Toilette ist wieder von Thetford (einziger Konkurrent ist hier Dometic):



    Auch bei den Küchen gibt es ja im wesentlichen nur noch die beiden Hersteller, immerhin ist der Möbelbau attraktiv:



    Es gibt auch spezielle Modelle mit Frontküche:




    Die üppigen Lederbezüge in den Topmodellen wirken edel:



  • Weiter nun zu Trigano aus Frankreich, dem Unternehmen, das durch die Übernahme von Adria zum europaweit größten Anbieter wurde und auch Fertighäuser anbietet.


    Adria wird weiterhin eigenständig geführt, abgesehen von einigen Nischenmarken vermarktet Trigano seine Produkte als Caravelair und Sterckeman, wobei unter beiden Namen praktisch identische Produkte angeboten werden.


    IMG_20200117_154224.jpg


    IMG_20200117_154233.jpg


    Das ist alles ziemlich durchschnittliche Massenkost ohne besondere Highlights, dafür aber mit einer eher mäßigen Qualität und Verarbeitung:


    IMG_20200117_154247.jpg


    IMG_20200117_154252.jpg


    IMG_20200117_154257.jpg


    Teilweise schief eingebaute Teile, extrem wacklige Türklinke aus günstigem Plastik:


    IMG_20200117_154304.jpg


    Mäßige Polsterung:


    IMG_20200117_154336.jpg


    Aber einige Besonderheiten hat der Konzern dennoch zu bieten, einerseits eine relativ fortschrittliche Aufbautechnologie:


    IMG_20200117_154401.jpg


    Und andererseits Mini-Caravans mit extrem kleinen Abmessungen, die in fast jede Garage passen:


    IMG_20200117_154350.jpg


    Weitere Besonderheit - die niedrige Bauhöhe, da das Dach am Aufstellort hochgefahren werden kann:


    IMG_20200117_154404.jpg


    Dies gibt es in verschiedensten Ausführungen, mal solide, mal nur als eine Art von Folienkonstruktion.

  • Werfen wir nun einen näheren Blick auf die Mini-Caravans. Das Preisniveau ist moderat, die Abmessungen garagentauglich:


    IMG_20200117_154525.jpg


    Auch größere Varianten sind lieferbar, dann aber zu einem vergleichsweise hohen Preis:


    IMG_20200117_154436.jpg


    Beim günstigen Modell ist das Aufstelldach entsprechend simpel:


    IMG_20200117_154519.jpg


    IMG_20200117_154535.jpg


    Beim großen Caravan wirkt alles solider:


    IMG_20200117_154433.jpg


    Innen kann ich tatsächlich nur unter dem hochgestellten Dach halbwegs stehen:


    IMG_20200117_154442.jpg


    Besonders wohnlich wirkt der Innenraum nicht unbedingt:


    IMG_20200117_154449.jpg


    Skurriler Einblick - ohne Abdeckung kann man bei hochgefahrenem Dach in die Toilette vom Wohnraum aus blicken, vermutlich muß hier noch eine weitere Trennwand im Inneren hochgeschoben oder eingesetzt werden:


    IMG_20200117_154542.jpg

  • Abschließend nun noch ein Besuch bei Knaus aus der Nähe von Passau - dazu gehört auch noch Tabbert aus Hessen sowie weitere Markennamen wie Weinsberg.


    Tatsächlich gibt es Tabbert noch als eigenständigen Hersteller mit eigenen Aufbauten, Weinsberg ist nur noch eine Marke und wird im Konzernverbund gefertigt.


    Tabbert kommt die Rolle des Nobelherstellers zu, Knaus bietet eher Einsteiger-Caravans und Spezial-Caravans für Aktivurlauber an.


    Hier gibt es einerseits konventionelle Modelle wie den Sport & Fun, mit herkömmlichem Aufbau (Holzfachwerk und Styropor), dafür mit Details wie Dachreling und Hecktür:




    Spannender sind wohl die bereits letztes Jahr kurz vorgestellten beiden Modelle mit der neuen FibreFrame-Technologie, bestehend aus einer selbsttragenden Rahmenkonstruktion aus geschäumten, per Ultraschall verschweißten Polyurethan-Profilen.