Kaub und Burg Pfalzgrafenstein (Galerie)

  • Die Pfalz(grafenstein) ist ja auch völlig einzigartig! Nicht mal an der Loire gibt es sowas verrücktes, obwohl Chenonceaueigentlich auch mitten in einem Fluss liegt (der Cher ist im Vergleich zum Rhein aber nur ein kleines Rinnsal).

    Mir gefällt die Anlage auch deswegen gut, weil sie nicht im Historismus aufgebrezelt worden ist.

    Da fallen mir aber schon einige ähnlich gut erhaltenen Burganlagen ein (viele sind es aber auch nicht):

    -Burg Eltz

    -Die Marksburg

    -Burg Falkenstein (Harz)

    -Die Harburg

    -Die Meersburg

    -Burg Kriebstein (Sachsen)

    -Burg Vischering (Lüdenscheid, Westfalen)

    -Burg Wildenstein (Oberes Donautal - nur die Lage ist hier wirklich spektakulär)

  • Da fallen mir aber schon einige ähnlich gut erhaltene Burganlagen ein

    Mir auch, aber am Rhein hat der Historismus besonders gründliche Arbeit geleistet. (Nebenbei: Praktisch alle erhaltenen Burgen wurden im 19. Jahrhundert oder 20. Jahrhundert restauriert und dabei unweigerlich verändert. Zum Beispiel sind Zinnen, die schnell verwittern, sehr oft moderne Ergänzungen. Es kommt dann darauf an, wie stark eine Burg verändert worden ist und wie originalgetreu die Ergänzungen sind. Die Grenze zwischen legitimer Restaurierung und historistischer Zuckerbäckerei ist nicht immer ganz klar.)

  • Im Raum Koblenz gibt es aber trotzdem immer noch 3 völlig erhaltene mittelalterlichen Burganlagen (Pfalz, Marksburg und natürlich auch die schönste Burg Deutschlands, die Burg Eltz), also mehr als irgendwo sonst in Deutschland! Und das trotz aller Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte (Ludwig XIV, Ludwig XV, Franz. Revolution, Historismus, WKII...).

  • Alles wunderbare Burgen, keine Frage, aber die Eltz ist 1920 durch einen Brand schwer zerstört worden und was wir heute sehen, ist in weiten Teilen eine Rekonstruktion.


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    Und die Marksburg sah vor ihrer Restaurierung auch anders aus:


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  • Ja Leute ihr habt die Gründe alle genannt, warum mich der Besuch zur Pfalzgrafenstein so gereizt hat: diese Unberührtheit vom Historismus und die Lage waren die Hauptgründe meiner Reise:daumenoben: Die meisten Rheinburgen außer der berühmten, schon vorgestellten Marksburg sind jedenfalls entweder Ruinen oder im 19. Jahrhundert durch die Preußenkönige im damaligen Stil wiederaufgebaut wurden, ganz prominent und irgendwie kitschig ist Schloss Stolzenfels bei Koblenz.



    Im Raum Koblenz gibt es aber trotzdem immer noch 3 völlig erhaltene mittelalterliche Burganlagen (Pfalz, Marksburg und natürlich auch die schönste Burg Deutschlands, die Burg Eltz), also deutlich mehr als irgendwo sonst in Deutschland!

    Schloss Bürresheim wäre noch zu nennen, auch vorzüglich erhalten und sehr malerisch<3

  • Nun schauen wir uns das Städtchen Kaub an. Beginnen wir am Bahnhofsgebäude aus der Mitte des 19. Jh. :





    Daneben das Weingut Bahles aus dem späten 19. Jh. :








    Schon schnell gelangen wir in den historischen Stadtkern. Der "dicke Turm" als erstes Zeugnis der alten Stadtmauer von

    1485–87 begrüßt uns:







  • Daneben die Gebäude der ehem. Schiefergrube Wilhelm-Erbstollen von 1837:



    Folgen wir der Zollstraße. Nummer 14, das Gasthaus Zum Goldenen Hirschen eines der schönsten Fachwerkhäuser von Kaub im Kern aus dem 16. Jh.







    Schräg gegenüber:



    Stiller Protest gegen dem in der Tat als Anwohner schwer zu ertragenden Bahnlärm:


  • Ansonsten sind die meisten Häuser der Rheinfront aus dem 19. Jh.



    Blick in eine Seitengasse.





    Dieses Backsteinhaus passt aber eher nach Norddeutschland...



    Erhaschen wir einen Blick zur hoch über den Ort gelegenen Burg Gutenfels:




    Das Kurpfälzische Amtshaus von 1485:




    Zur linken Seite ein Treppenturm aus der Renaissancezeit:


  • Links anschließend die Kurpfälzische Amtskellerei, jetzt Jugendherberge. Der schlichte Vorderbau ist von 1722:





    Der Innenhof wurde 1610/11 erbaut. Spontan erinnert mich sein Erscheinungsbild stark an manche Höfe im Frankfurter Dom-Römer-Viertel:







    Interessante Dokumentation der Restaurierung von 2010:






  • Ein Stück weiter befindet sich der Beginn des unmittelbaren Altstadtkerns mit seinen engen Gassen, mit dem Mainzer Torturm aus der ersten Hälfte des 13. Jh.




    Bevor wir uns die Altstadt genauer anschauen, gehen wir wieder zur Rheinfront. Dort steht nämlich das Blücher-Denkmal von 1894, welches die historische Rheinüberquerung des preußischen Feldherrens als wichtiger Meilenstein im Sieg über Napoleon würdigt!




  • Wieder zurück am Mainzer Torturm:



    In der folgenden Metzgergasse kommt jetzt Altstadtgefühl auf:



    Die meisten Häuser sind im Kern aus dem 16. Jahrhundert:




    Metzgergasse 6, das Gebäude des Blüchermuseums von 1780:






    Schauen wir uns den Innehof an:





  • Nr. 3 am Berghang gelegen im Kern aus dem 15. Jh.



    Daneben verschieferte Gebäude aus dem 16. Jh.



    Der Platz liegt über der Metzgerstraße:



    Nr. 25 ein verspieltes rheinisches Fachwerkhaus von 1661:





    Nördlich vom Kirchplatz kommen wir zur Simultankirche. Links der evangelische Teil dem Heiligen

    St. Trinitatis geweiht. Sie ist der ältere Teil des Gotteshauses und ihr Turm aus der romanischen Zeit, der Rest aus dem 15-17, Jh.



    Natürlich war diese Teil für eine Innenbesichtung verschlossen...