Assmannshausen (Stadt Rüdesheim am Rhein, Galerie)

  • Heute stelle ich euch den romantischen Weinort Assmannshausen vor.

    Er ist der erste rechtsrheinische Ort hinter dem Binger Loch, und somit im Mittelrheintal gelegen und neben Lorch der einzigste hessische Ort am Mittelrhein. Die wunderschöne Landschaft um diesen majestätischen, deutschen Strom, eingebettet in einem engen Seitental, bieten ideale Rahmenbedingungen für einen Weinort wie diesem.


    Assmannshausen.jpg


    Manfred Heyde - Eigenes Werk CC BY-SA 3.0


    Ein paar Worte zur Geschichte: 1108 wurde der Ort bereits urkundlich erwähnt, in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Ruthard. Seither gehörte Assmannshausen zu Kurmainz. 1489 ließ der Mainzer Erzbischof nach Quellen unter dem Rhein suchen, die dann später im 19. Jh. den Aufschwung unter dem Namen "Bad Aßmannshausen" erklären. Durch die Rheinromantik statteten auch viele berühmten Menschen dem Ort einen Besuch ab wie Clemens Brentano, Ferdinand Freiligrath, Hoffmann von Fallersleben, und Robert Schumann; auch Kaiser Wilhelm I., Wilhelm II., Otto von Bismarck und Elisabeth von Österreich-Ungarn („Sissi“) Seit 1977 ein Stadtteil von Rüdesheim.


    Beginnen wir unseren Spaziergang durch Asssmannshausen an der Uferpromenade Sie ist die Postkartenseite des Ortes mit dem berühmten Hotel Krone, wo selbst der Kaiser nächtigte. Die Anlage, im Kern von 1541, wurde 1893-1928 zum heutigen Erscheinungsbild umgebaut :


    IMG_20171016_153541.jpg


    IMG_20171016_153522.jpg


    IMG_20171016_153519.jpg


    IMG_20171016_153507.jpg


    IMG_20171016_153453.jpg


    IMG_20171016_153444.jpg


    IMG_20171016_153432.jpg


    IMG_20171016_153423.jpg


    IMG_20171016_153359.jpg

  • Weitere Hotels an der Rheinuferstraße:





    Es hat mich ein wenig an die Uferspromenade von Cochem erinnert.



    Das Tor ist ein Rest der Stadtbefestigung von 1491:




    Um zum Rhein zu gelangen, muss man aber zunächst die Bundestraße 42:






    Jetzt verstehe ich bei so Felsen auch warum es die Schiffer über Jahrhunderte schwer hatten am Mittelrhein :--)#


  • Machen wir uns nun auf in Richtung Dorfplatz:




    Der kleine Platz ist höchst malerisch gelegen im Tal. Zu Norden zu sehen wir die kath. Kirche zum Heiligen Kreuz aus dem 14. Jh., das einzigste mittelalterliche Gebäude in Assmannshausen. Im 15. Jh. umgebaut wurde sie 1880-1890 um ein Joch nach Westen erweitert:




    Besuchen wir noch das Innere:



    Die Empore aus der Eweiterung des 19. Jh.







  • Der Chor mit Hauptaltar des frühen 16 Jh. aus dem nürnbergischen Raum:


    IMG_20171016_142858.jpg


    IMG_20171016_142759.jpg


    IMG_20171016_142722.jpg


    Die Seitenaltäre sind aus dem 18. Jahrhundert:


    IMG_20171016_142745.jpg


    IMG_20171016_142709.jpg


    IMG_20171016_142928.jpg


    Wieder ans Tageslicht draußen angelangt...





    ...schauen wir uns nördlich von der Kirche, in der Lorcher Straße, das sehr malerischen, typisch-rheinischen Fachwerkbau "Altes Haus" von 1578 an, eines der wenigen authentischen Fachwerkhäuser im Ort:


    IMG_20171016_143041.jpg


    IMG_20171016_143055.jpg

  • Links von der Bauernschänke, in der Höllenbergstraße. befindet sich ein hübsches historistisches Gebäude mit Lüftelmalerei zur fensterlosen Giebelseite:


    IMG_20171016_143728.jpg


    IMG_20171016_143754.jpg


    IMG_20171016_143753.jpg


    Der rechte Nachbar, ein nachgeahmtes Fachwerkhaus:


    IMG_20171016_144005.jpg


    IMG_20171016_143820.jpg


    Blick zurück:


    IMG_20171016_143948.jpg


    War schon damals ein reicher Fremdenverkehrsort!


    IMG_20171016_144009.jpg


    IMG_20171016_144038.jpg


    IMG_20171016_144021.jpg

  • In der rechts von der Bauernschänke einmündenden Niederwaldstraße wird das Haus mit dem gegenüberligenden Nachbarn von einer sehr malerischen Fachwerkbrücke verbunden:






    Und das stammt alles aus dem frühen 20. Jh. wohlbemerkt. Für ungeschulte Augen erscheint es beinahe mittelalterlich:








  • So ist es also, wenn ein Ort seit 150 Jahren Touristenziel ist: reichlich Hotels und Restaurants und Weinstuben.

    Ein recht nett anzuschauendes Örtchen.

    Interessant finde ich die 50er-Jahre-Häuser mit den Sgraffitti, die hier noch in ein paar Exemplaren erhalten sind (soweit ich weiß, blühte der neuerliche Tourismus nach dem Krieg in D in den 1950ern zuerst in den Weinorten auf).

  • Genau Loggia das fand ich auch sehr interessant zu sehen. Es war vor allem durch die Rheinromantik des frühen 19. Jahrhunderts und der deutschen Nationalbewegung wo zum ersten Mal der Tourismus aufkam! Durch die Eisenbahn in den 1860er Jahren ist das Rheintal dann so richtig erst erschlossen wurden. Schätze so um 1900 war dann der Höhepunkt erreicht. Auch Nachbarregionen wie die Mosel, das Ahrtal haben davon profitiert. Dann in den 1950er Jahren kam offenbar ein weiterer Aufschwung in der Tat. So bis in die 80er Jahre ging es wohl noch gut, nur mittlerweile seit 30 Jahren ist der Tourismus hier leider in der Krise. Wahrscheinlich gibt es mehrere Gründe: der Lärm der Güterwaggons, die das Tal beschallen und die für das Schrumpfen der Dörfer, Städte verantwortlich sind aber auch das leider in Deutschland sehr verbreitete Fernweh", dass man lieber weit weg im Ausland Urlaub macht und die Vorzüge und Schönheiten des eigenen Landes nicht mehr zu schätzen weiß. Aber vielleicht gibt es ja bald wieder eine Renaissance des Deutschlandurlaubs (die Übernachtungszahlen der Inländer steigt seit Jahren wieder).