Der Schwerpunkt des Rekonstruktionsprojekts - rund um Lange Gasse und Jopengasse

  • Im Prinzip hätte ich die Fotos natürlich auch in Die wiederaufgebaute Rechtstadt - Ansichten und Perspektiven präsentieren können, und teilweise läßt sich eine gewisse Überschneidung nicht ganz verhindern.


    Dennoch dachte ich, daß das "Herz" des Rekonstruktionsprojekts, nämlich Lange Gasse/Langer Markt und die nördliche Parallelstraße, die Jopengasse, einen eigenen Strang verdient haben.


    Außerdem möchte ich hier einzelne Vorkriegsaufnahmen zum Vergleich präsentieren, für die es ja eigentlich einen eigenen Bereich unter Das historische Danzig gibt.


    Wir beginnen mit dem Grünen Tor an der Mottlau:


    grunestor.jpg


    Unmittelbar dahinter beginnt schon der Lange Markt, der hinter dem Rechtstädtischen Rathaus in die Langgasse übergeht:


    langerm2.jpg


    Am Ende des Langen Markts kommen auf der linken Seite die Königlichen Häuser, in denen der polnische König mitsamt Gefolge residierte - im Gegensatz zu seinem Nachfolger Lech Walęsa verschmähte er nämlich seine Gemächer im Grünen Tor :smile:


    Diesselbe Ansicht in Farbe, hinter den Königlichen Häusern kommt ein rotes Haus, das den Übergang zur Langen Straße markiert - dies ist das Schumannhaus, dessen Fassade tatsächlich besser aussieht als im Original ...


    langerm.jpg


    Blick auf die rechte Seite des Langen Markts, den Königlichen Häusern gegenüber gelegen - Neues Schöffenhaus und rechts daneben das Goldene Haus (mit den vier Figuren):


    langermarkt1.jpg


    Hier in etwa dieselbe Ansicht wie zuvor, allerdings ist hier der Artushof ebenfalls abgebildet (ja, das ist tatsächlich der Nachbau und nicht das Original):



    Und hier eine Vorkriegsaufnahme, anstelle der Bauten im Vordergrund entstanden "optimierte" Füllhäuser, also ohne Flachdach:


    12.jpg

    Ce qui arrive en fin de compte, ce n’est pas l’inévitable mais l’imprévisible.

    John Maynard Keynes

  • Von hier aus nun weiter über die Langgasse zu den drei Toren, die am Ende dieser Gasse kommen: Langgasser Tor (auch Goldenes Tor genannt), dahinter Stockturm (wenngleich dieser Turm schon früh seine Funktion als Tor verlor) und Hohes Tor.


    Blick über die Langgasse zum Langgasser Tor, darüber der Stockturm:


    langest2.jpg


    Damals fuhr hier noch die Straßenbahn - das scheint sogar das Modell von 1952 zu sein, das im Film (Filme über Danzig) gezeigt wurde:


    stockt1.jpg


    Zum Vergleich - die Vorkriegssituation:


    001.jpg


    Und in der anderen Richtung mit der Vorkriegs-Straßenbahn:


    08.jpg


    Und hier noch zum Vergleich die Vorkriegs-Bausituation mit Blick zum Stockturm, in der dichten und etwas chaotischen Bebauung fällt die Langgasse fast nicht auf, heute stehen ja nur noch die beiden Häuserreihen rechts und links - aber sofern man die Langgasse nicht verläßt und nicht hinter die Häuserreihen blickt, ist die Illusion weitgehend perfekt:


    30.jpg

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  • Wir verlassen nun die Langgasse durch das Langgasser Tor und sehen den Stockturm:



    Dieser kommt deutlich puristischer daher als das Original, da die Umbauung mit kleinen Häusern beseitigt wurde.


    Hier im Kontext - links Stockturm, rechts Langgasser Tor mit Georgshalle, im Hintergrund das Theater der Küste am Kohlenmarkt:



    Und hier nochmals Langgasser Tor mit Georgshalle:



    In Richtung Kohlenmarkt nach Norden und von dort zum Zeughaus, hinter dem die Jopengasse beginnt:



    Leider habe ich nur eine Miniatur-Luftaufnahme der Vorkriegssituation, zu sehen ist das ursprüngliche Theater, links davon der Holzmarkt und rechts davon das Zeughaus:



    Bei der Jopengasse gab man sich große Mühe und rekonstruierte sogar in großer Anzahl wieder die Beischläge, Blick zurück auf das Zeughaus:



    Und in Farbe:



    Und der Blick zur Marienkirche:



    Auch dieser noch in Farbe:



    Abgesehen von den Autos weist auch das Fehlen von Bebauung ab Höhe der Kirche auf eine Nachkriegsaufnahme hin - dort endet die Jopengasse jedoch bereits und geht in die Brotbänkengasse über, die teilweise erst ab 1976 rekonstruiert wurde.


    Als absolut letztes Foto der Nachkriegsaufnahmen möchte ich noch die Königliche Kapelle präsentieren, in etwa auf Höhe des Übergangs Jopen- zu Brotbänkengasse gelegen, aber nördlich der Marienkirche:



    Jetzt aber soll es mit dem "originalen" Danzig der Vorkriegsjahre weitergehen.

    Ce qui arrive en fin de compte, ce n’est pas l’inévitable mais l’imprévisible.

    John Maynard Keynes