Die wiederaufgebaute Rechtstadt - Ansichten und Perspektiven

  • Im Folgenden möchte ich einige Eindrücke aus der Rechtstadt der Nachkriegsjahre präsentieren - Fotos zu den einzelnen Plätzen und Straßen folgen dann in einem separaten Strang.


    Gleich zu Anfang eine klassische Ansicht, die ich in ähnlicher Form schon präsentiert habe - der Vorstädtische Graben in der extrem verbreiterten Nachkriegsform:


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    Die autogerechte Stadt, obwohl zu Zeiten des Sozialismus der private Autobestand sehr gering war. Die Bebauung der Rechtstadt endet in etwa auf Höhe der früheren Hintergasse, lediglich entlang der Mottlau ist die Bebauung noch etwas weiter nach Süden bis zum Ankerschmiede-Turm gezogen (dem auf dem Foto offensichtlich noch das Dach fehlt).


    In etwa derselbe Standort, nur diesmal mit Blick auf die Rechtstadt - unten links ist der Postkomplex zu sehen, an der früheren Postgasse, dadurch wird eine höhere Bebauungsdichte suggeriert:


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    Die Parkanlage von damals finde ich sehr gelungen, wesentlich besser als der heutige chaotische Wildwuchs:


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    Hier nochmals ein Blick auf den Graben, diesmal aber von der anderen Richtung aus:


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    Bemerkenswert die weitgehend beräumte Speicherinsel, die kleine Brücke links der neu angelegten großen Brücke für den Vorstädtischen Graben (dort gab es früher weder eine große Straße noch eine Brücke) ist die Kuhinsel, das verdeckte Kuhtor wurde als einziges Tor nicht zerstört.


    Hier blicken wir in Richtung Bleihof-Insel nach Nordosten, im Vordergrund ist das Neptun-Kino zu sehen, der teilzerstörten Johanniskirche im Hintergrund fehlt noch das Dach - sie wurde als einzige Kirche bis 1990 nicht rekonstruiert.


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    Es fällt auch die sehr aufgelockerte Bebauung zur Mottlau hin auf, die Ostseite des Grabens (die Straße gleich links des Kirchturms der Marienkirche) steht ebenso wenig wie die Bebauung entlang der Mottlau. Hier wird das Konzept der langen Ost-West-Häuserreihen nochmals deutlich.


    Hier noch eine Ansicht in Richtung Hauptbahnhof links oben und rechts daneben Altstadt - noch ohne die Hochhäuser der 70er Jahre.


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    Deutlich erkennbar das bereits vorgestellte Haus der Presse am Südrand der Altstadt, das auffällige Dach unten links im Bild stammt vom Neptun-Kino, inzwischen wurde die Dachlandschaft aber um 90° gedreht, die historisch wirkende Häuserreihe gleich dahinter ist natürlich eine reine Phantasie-Konstruktion, bei der die Fassaden zur Vorderseite einfach auf die Hinterseite gespiegelt wurden.


    So sah es dort eigentlich aus (untere rechte Bildhälfte):


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  • Dieselbe Ansicht nochmals, diesmal etwas stärker gezoomt, die große freie Fläche ist der frühere Holzmarkt, der nahtlos in den stark verbreiterten Altstädtischen Graben übergeht:


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    Auffällig auch die große freie Fläche oben rechts, später Standort des bereits angesprochenen Miastoprojekts.


    Am Südrand des Altstädtischen Grabens befindet sich die einzige unzerstörte Kirche, die Nikolaikirche:



    Betrachten wir nun den westlichen Rand der Rechtstadt, der Hansaplatz wurde ja schon in Impressionen aus den Vorstädten - rund um die Rechtstadt gezeigt.


    Hier die Gesamtansicht des westlichen Rands des Rekogebiets, im Vordergrund Eckturm mit Stadthof an der Hundegasse:


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    Das Ceniromor-Hochhaus wurde zugunsten eines passablen Hotelneubaus abgerissen, dahinter die weiterhin unbefriedigende und etwas chaotische Freifläche des Kohlenmarks.


    Hier noch zwei Ansichten des Stadthofs:




    Einige Meter weiter östlich: Die gigantische Verkehrskonstruktion trennt Rechtstadt und Vorstadt, die Hochstraße führt kreuzungsfrei auf den Vorstädtischen Graben - ziemlich genau auch noch der heutige Zustand:


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    Indes beginnt am südlichen Rand des Kohlenmarkts das rekonstruierte Areal, wir sehen das Goldenen Tor mit der Georgshalle gleich daneben:


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    Ja, die Aufnahme zeigt das Nachkriegs-Danzig, wie folgende Perspektive mit dem Neptun-Kino verdeutlicht (die Nichtbebauung rechts des Goldenen Tors ist übrigens historisch korrekt):


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    Bevor wir auf die Mottlau-Seite wechseln, noch ein letzter Blick von Westen, es zeigt den südlichen Abschnitt des Holzmarkts:


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  • Zuerst ein kurzer Blick auf die Mottlau mit der Speicherinsel, die Abschlußbebauung an der Mottlau wurde hier noch nicht errichtet:


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    Zur Orientierung: links das Krantor, das hohe Gebäude rechts im Bild ist das Haus der früheren Naturforschenden Gesellschaft, und wiederum rechts davon ist der einzige erhaltene Speicher im Norden der Speicherinsel zu sehen, der Deo Gloria genannt wurde. Die Speicherruine an der Nordspitze der Speicherinsel wurde vor kurzem rekonstruiert, der deutsche Name ist mir nicht geläufig (auf polnischen Plänen als "długa droga = langer Weg" bezeichnet).


    Eben von dieser Ruine aus blicken wir nun auf die Rechtstadt mit dem noch nicht umbauten Krantor:


    krantorfarbe.jpg


    Aber der Reihe nach - von Süden nach Norden. Die Bebauung endet im Süden am Ankerschmiedeturm, der auf diesem Foto noch teilzerstört ist und kein Dach hat:



    Auf diesem Foto sehen wir den südlichen Abschnitt der Mottlau-Bebauung mit dem Grünen Tor auf der linken und dem Brotbänkentor auf der rechten Seite:


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    Bezeichnet ist diese Ansicht mit dem Jahr 1975, wobei das Gebäude südlich des Grünen Tors offensichtlich gerade erst errichtet wird. Generell sind diese Jahresangaben aber mit Vorsicht zu bewerten, es scheint aber plausibel zu sein, da auf diesem früheren Foto (frühe 60er Jahre?) tatsächlich südlich des Grünen Tors eine Lücke zu sehen ist, während gerade die Bebauung südlich des Frauentors im Rohbau steht:


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    Hier klafft an derselben Stelle noch eine Lücke:


    mottlausw.jpg


    Weil es aus heutiger Sicht so surreal wirkt, hier eine weitere undatierte Aufnahme des Mottlauufer, die aber auf jeden Fall vor 1986 entstanden ist:

    marienmott.jpg


    Angeblich von 1986 stammt diese Ansicht, deutlich zu sehen ist, daß die Bebauung mit Ausnahme des Krantors nördlich des Frauentors nicht vorhanden ist (einzige Ausnahme: das 1958 aufgebaute Häckertor ganz im Norden, aufgrund der Biegung der Mottlau nicht mehr zu sehen):


    mottlau86l.jpg


    Und weitere Fotos mit aus heutiger Sicht sehr skurrilen Motiven, in etwa aus derselben Zeit:


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    Die Häuserzeile links im Bild zeigt die Heilige-Geist-Gasse, die damals noch frei von der Mottlau aus sichtbar war. Immerhin war damals anstelle der nicht aufgebauten Südseite dieser Gasse noch eine Art von Grünanlage vorhanden:


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    Teile der Südseite werden übrigens momentan nach archäologischen Grabungen gerade in einer Art von postmodernem Stil neu errichtet.


    Hier nochmals ein Blick auf das freistehende Krantor, ganz im Hintergrund sind die Werftanlagen zu sehen, an der Mottlau steht im Norden das Häckertor mit den beiden Ecktürmen, vom Johannistor sind nur einzelne Reste zu sehen - daher dürfte das Foto von Mitte der 70er Jahre stammen:


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    Das folgende Foto kann ich hingegen genau einordnen, es stammt von 1986, als die Lücke zwischen Frauentor und Krantor mit einer lose an die Vorkriegsbebauung anknüpfenden, fast schon postmodernen Bebauung geschlossen wurde:


    mottlau86.jpg


    Natürlich wurden diese Ansichten damals auch auf Postkarten gezeigt, links ist das Frauentor zu sehen:


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