Impressionen aus den Vorstädten - rund um die Rechtstadt

  • Bevor ich einige Impressionen der wiederaufgebauten Rechtstadt teilen möchte, zunächst eine Reihe von Ansichten der nur teilrekonstruierten Umgebung.


    Beginnen möchte ich im Norden, in der Nähe der Werft, hier ein Nachkriegseindruck aus der Schichaustraße, gleich nördlich des Hansaplatzes:


    schichau.jpg


    Ich habe Schwierigkeiten, den genauen Ort zu ermitteln, da hier inzwischen die meiste Bebauung verschwunden ist - ggf.handelt es sich um die erhaltenen Bauten am Stiftswinkel.


    Genau zuordnen kann ich hingegen natürlich die folgenden Bilder, einmal den erhaltenen Bahnhof im Jahr 1959:


    bahnhof59.jpg


    Und in den 70er Jahren:


    bahnhof70er.jpg


    Übrigens wurde der Entwurf für den Bahnhof aus Kostengründen in sehr ähnlicher Form in Colmar im Elsaß nochmals verwendet, der Turm ist fast identisch, das Gebäude etwas abgewandelt.


    Direkt östlich des Bahnhofs befindet sich die Altstadt, hier bestehen die heutigen Hauptsehenswürdigkeiten aus den Mühlen und den Kirchen.


    Hier die Große Mühle mit der Katharinenkirche gleich dahinter, damals noch ohne vollständig rekonstruierten Turm:


    muehle.jpg


    Dieselbe Ansicht nochmals - heute wäre dieses Foto nicht mehr möglich, weil zwischenzeitlich ein kleines Fachwerkhaus (das Mühlenwerkerhaus) vor der Mühle wieder aufgebaut wurde:


    muehlealt2.jpg


    Hinter der Katharinenkirche steht die Brigittenkirche, Blick nach Norden mit dem früheren Heveliusz-Hotel, heute Mercure:


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    In der entgegengesetzten Richtung befindet sich das unzerstörte frühere Altstädtische Rathaus (gleich westlich der Großen Mühle), die umgebende Bebauung ist jedoch restlos verschwunden:


    altrathaus.jpg


    Hier die anschließende Bebauung in Richtung Norden, die dann aber schnell in Brachen bzw. Hochhäuser übergeht:



    Ganz im Osten der Altstadt das Gebäude der Polnischen Post (übrigens ein Bau von Schinkel von 1844), die ja ebenfalls am 1. September 1939 angegriffen wurde:


    post.jpg


    Südlich der beiden Kirchen befindet sich der Altstädtische Graben, von dem leider fast nichts mehr erhalten ist.


    Relativ gelungen indes die Bebauung am nördlichen Holzmarkt, der nach Osten hin in den Graben übergeht - es handelt sich um das Haus der Presse von 1950.


    presse.jpg

  • Hier nun Eindrücke vom Holzmarkt der Nachkriegsjahre, der ebenso wie der südlich davon befindliche Kohlenmarkt weiterhin weitgehend unverändert besteht.


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    Links sehen wir den Turm "Kiek in die Kök", dahinter beginnt der Altstädtische Graben, der am charakteristischen Knick der Mottlau endet - früher war das Gebiet dicht bebaut, die Grünanlage ist wohl eher eine Notlösung. Bei dem großen Gebäude hinter der Stadtmauer handelt es sich um die Nikolaikirche.


    Das Denkmal zeigt übrigens den polnischen König Jan Sobieski und stand früher in Lemberg/Lwów - es wurde ähnlich wie viele andere Denkmäler und Kirchenausstattungen ab 1945 in die neu entstandene VR Polen gebracht.


    Hier nochmals der extrem verbreiterte Altstädtische Graben mit bestenfalls mäßig angepaßter Architektur:


    kiek.jpg


    Und hier der Blick auf die Rechtstadt mit dem Denkmal, das Gebäude rechts ist das Theater der Küste von 1967, das anstelle der sicherlich rekonstruktionsfähigen Ruine des dortigen Theaters errichtet wurde:


    theaterruck.jpg


    Und dasselbe Theater von Süden aus - es trennt Holzmarkt und Kohlenmarkt (rechts das Zeughaus):


    theaterkohl.jpg


    Und hier die Gesamtansicht von Süden:



    Neben dem Zeughaus das modern gestaltete Gebäude der Kunstakademie von 1968:



    Von hier aus nun ein weiter Sprung nach Osten, leider habe ich hier nur sehr wenige Fotos. Wir sehen hier mein einziges Bild von der Speicherinsel mit dem Milchkannentor, das alt wirkende Gebäude links daneben ist tatsächlich auch aus der Nachkriegszeit:


    milchkanne.jpg


    Das Hochhaus rechts im Bild steht noch, das flache Gebäude daneben hingegen nicht mehr, hier sind halbwegs angepaßte Wohngebäude entstanden.


    Geht man vom Milchkannentor den Langgarten nach Osten, so erreicht man das Langgarter Tor - inzwischen ist es rekonstruiert, steht jedoch praktisch im Nichts:


    langgartertor.jpg


    langgartertors.jpg


    Zum Abschluß noch einige Impressionen aus der südlichen Vorstadt, aufgrund der weitgehenden Zerstörungen gibt es hier - abgesehen vom Süden - kaum mehr Sehenswertes.


    Am bedeutendsten ist sicherlich der Komplex der Trinitatiskirche mit dem früheren Franziskanerkloster, später als Gymnasium und heute als Museum genutzt:


    trinitatis.jpg


    trinitf.jpg


    Blick in Richtung Rechtstadt nach Norden - hier kommt keine Bebauung mehr außer einigen Plattenbauten:


    trinitsw.jpg


    Weiter geht es dann in einem neuen Strang mit etwas erfreulicherem - der rechtstädtischen Bebauung entlang der Mottlau.