Freiburg im Breisgau (Allgemeines)

  • Aktuelle Bilder vom Neubau in der Herrenstraße in Anlehnung an das Andlausche Haus:


    Der Neubau stimmt in der Kubatur einigermaßen mit dem alten Andlauschen Haus überein, wobei das Obergeschoß erhöht wurde. Als Spolie wurde das alte Sandsteinportal wiedereingebaut, nun aber modern-kantig gerahmt. Der Saal im Obergeschoß soll einen schönen Ausblick auf den Münster-Chor gewähren. Der Einblick ist aber auch nicht gering:

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    Nebenan ein sprechendes Bild: Die Büste von Alban Stolz soll zwar nicht gleich entsorgt, wohl aber eingelagert werden und aus dem Stadtbild verschwinden. Grund dafür sind antisemitische Äußerungen im Werk des katholischen Theologen und in seiner Zeit viel gelesenen Volksschriftstellers. Er war Direktor des erzbischöflichen Konvikts, dessen Kirche im Hintergrund zu sehen ist.

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  • Freiburg, Herrenstraße 26 „zur Linde“ und 28, „zum Lindenkranz“


    Im APH wurde über ein freies Trümmergrundstück zwischen Münsterchor und Herrenstraße diskutiert. Wie SchortschiBähr gehe auch ich davon aus, daß die dortige Grünfläche bald wiederhergerichtet wird; etwa wie zuvor: Foto. Luftbild. Gerne wurde der Rasen z. B. von französischen Schülern zum Verputzen des Vesperbrotes genutzt. Laut „Freiburg im Breisgau in Alten Ansichten“ von Peter Kalchthaler (Europäische Bibliothek, 2001) wurden 1944 auf dem Grundstück übrigens Bombenopfer aus den Trümmern der Herrenstraße begraben.


    Grundsätzlich stimme ich Neußer jedoch zu. Schmale Zugänge sind typisch für den Freiburger Münsterplatz, im Gegensatz zu innerstädtischen Grünflächen für die Altstadt. Es müßte aber eine Rekonstruktion oder ein wirklich angepaßter Neubau sein. Die von SchortschiBähr im APH gezeigten Neubauten (Teil 1–3) sind dies meiner Meinung nach nicht. Aktuell ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Projekt aber äußerst gering.

    Erschwerend käme hinzu, daß ein Großteil der heutigen Freifläche vom ehemaligen Haus Nr. 26, „zur Linde“, eingenommen wurde. Das Eckhaus Nr. 28 ragte wohl weiter in die Verbindungsgasse zum Münsterplatz vor als die heutige Umfassungsmauer der Grünfläche. Man achte auf das Verhältnis zu den Strebepfeilern des Münsterchors:


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    Fast aktuell, noch ohne Andlawsches Haus-Nachfolgebau. Quelle: FreiGIS


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    Ausschnitt aus dem Kellerplan Freiburg, Zustand von ca. 1890. Quelle: Leo Schmidt: Kellerkartierung und Hausforschung in Freiburg i. Br., in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 2/1985, S. 115.


    Anbei noch einige Fotos der recht bescheidenen, aber umso malerischeren Häuser „zur Linde“ (ehem. Nr. 26) und „zum Lindenkranz“ (Eckhaus, ehem. Nr. 28), beide im Besitz des Domkapitels, genutzt als Wohnhäuser für Dompräbendare und (später, Nr. 26) des Domorganisten:


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    Foto 1: Links das Eckhaus Nr. 28, "zum Lindenkranz", daran anschließend Nr. 26, "zur Linde", undatiert. Quelle: Stadtarchiv Freiburg, hier aus: Günther Klugermann: Freiburg. Ein verlorenes Stadtbild. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen, 2000, S. 48.


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    Foto 2. Fotograf: Gottlieb Theodor Hase, 1885–1896, Quelle: Stadtarchiv Freiburg M75-13, Nr. 694


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    Foto 3, undatiert. Quelle: Großdiathek Halle


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    Foto 4: Alte Münsterbauhütte, rechts das Haus "zum Lindenkranz". Fotograf: Georg Röbcke, um 1900. Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg


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    Foto 5: Rückseiten zum Münsterplatz, um 1930. Quelle: Helmut Müller-Schilling: Alte Photos erzählen Freiburger Stadtgeschichten 1840-1944. Verlag Karl Schillinger, Freiburg, 1976.


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    Luftbild 1, von SO. Quelle: Bildarchiv Foto Marburg, fm931598 (Ausschnitt).


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    Luftbild 2, von SW. Fotograf: Chr. Hoppe vor 1919 (Ausschnitt).

  • Übrigens regte namentlich diese Ecke den Maler Friedrich Eibner (1825–1877) zu romantisch-idealisierten Bildern an:


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    Friedrich Eibner: Das Freiburger Münster von Osten mit der Münsterbauhütte, 1854


    Doch erinnern die im vorigen Beitrag zu sehenden Rückseiten der Häuser nicht an Gemälde von Spitzweg?


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    Carl Spitzweg: Im Dachstübchen, 1849.

    Foto: Jean-Marc Pascolo, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0


    Die biedermeierlichen Ansichten deutscher Landstädte waren, anders als häufig angenommen, keineswegs nur romantische Fantasterei, sondern oft einfach Realismus.

  • Neues aus Freiburg: Vor über drei Jahren wurde berichtet, daß die Landesbank Baden-Württemberg ihr Haus an prominenter Stelle am Münsterplatz abreißen und durch einen Neubau ersetzen wolle: Zeitlos' Meldung im APH.

    Erfreulicherweise wollte man sich am Vorgängerbau, dem klassizistischen Kaufhaus Kapferer orientieren und hatte dafür den Architekten Jo Franzke engagiert, der in Mannheim ja schon ein ähnliches Projekt mit der LBBW realisiert hatte.


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    Münsterplatz in Freiburg, Kaufhaus Kapferer rechts im Bild, Foto: Joseph Schlippe, 1943/44


    Foto von 1910 und aktuelle Ansicht.

    Grafik von ca. 1905–10 und aktuelle Ansicht.


    Es geht um den weißen, vierstöckigen Nachkriegsbau.

    Seither hat man nichts mehr gehört und auch eine Visualisierung wurde meines Wissens nie veröffentlicht. Nun wurde bekannt, daß das benachbarte Modegeschäft Breunigner die Immobilie gekauft hat und Teile davon vorübergehend als "Outlet" nutzt. Quelle: Badische Zeitung.

    Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Ich bin ehrlich gesagt eher pessimistisch, denn für die üblichen Verkaufsflächen wäre das nur dreistöckige, fensterreiche Gebäude ja wahrscheinlich kaum geeignet.