Römisch-antike Architektur

  • In Ostia Antica sind, soviel ich weiß, auch 2,3 "Insulae" (Mietshäuser) rekonstruiert. Die zu sehen ist interessant, denn sie ähneln sehr heutiger Stadtbebauung. Ob man sie auch innen besichtigen kann, weiß ich nicht, damals als ich dort war, ging es nicht. - Man kann aus Rom mit der Bahn/U-Bahn einfach nach Ostia Antica rausfahren, es ist nicht weit.

  • Woran glauben die Römer?

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    Woran glaubten die Römer? Und vor allem wie? Beteten sie wie wir heute? Das herauszufinden, ist nach 2000 Jahren gar nicht mehr so einfach. Deshalb hat sich der Althistoriker und Religionswissenschaftler Wolfgang Spickermann von der Universität Erfurt zusammen mit einer Gruppe Studenten vorgenommen, die antiken Schriftquellen (Cicero, Cato der Ältere, Lukian) nach den religiösen Praktiken der Römer zu durchforsten. Damit aber nicht genug: Die Gruppe hat die Zeremonien dann auch real durchgespielt. Ort der Handlung war der rekonstruierte Tempelbezirk von Tawern, der dem Gott der Reisenden und der Händler, dem Merkur, geweiht war. In der Folge erfahren wir, wie wichtig den Römern Götterzeichen und die Verehrung ihrer Götter waren. Aber nicht nur ihrer eigenen Götter: Sie nahmen auch Götter eroberter Völker in ihren Pantheon auf. Doch mit dieser Toleranz war Schluss, sobald die Anerkennung ihres „göttlichen“ Kaisers und die bestehende Himmelsordnung in Frage gestellt wurden.

    Wie funktioniert die römische Wirtschaft?

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    In den Wäldern Germaniens wurde vor 2000 Jahren gerodet, was das Zeug hielt. Holz brachte gutes Geld und die Abnehmer verlangten nach immer mehr. Diese Abnehmer saßen in den römischen Provinzen an Rhein und Donau, sie betrieben Keramik-Manufakturen, große Bäderanlagen oder verarbeiteten im großen Stil Metall. Dazu brauchte man jede Menge Energie und Rohstoffe. Der Ressourcen-Hunger der Römer war enorm. Wie groß er war und was dieser über das römische Wirtschaften vermuten lässt, das wollen Archäologen mit einem Experiment ermitteln. Ihre Frage: Wie viel Holz benötigte man damals, um ein Kilogramm Eisen zu produzieren? Neben dem Experiment, das eindrucksvoll nacherleben lässt, wie einfach, aber effektiv römische Rohstoff-Erzeugung war, zeigt der Film auch, welche Handelsbeziehungen die Römer mit ihren germanischen Nachbarn pflegten. Und auch bei den Römern ist Geld, das „Schmiermittel“, das die Wirtschaft am Laufen hält. Mit einer kleinen Besonderheit: Ein einheitliches Währungssystem, wie es die Römer reichsweit eingeführt haben, kennen wir in Europa erst wieder seit der Einführung des EURO.



    Wie sichern die Römer ihr Imperium?

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    Bis ins Rheinland und in den Donauraum dringen die Römer in das Land vor, das sie Germania nennen. Auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands errichten sie drei Provinzen: Germania inferior, Germania superior und Raetia. Doch wie gelingt es den Römern, diese Provinzen über Jahrhunderte gegen Angreifer aus dem freien Germanien zu sichern? Neben dem 550 Kilometer langen Grenzwall, dem Limes, sind es die Flüsse Rhein und Donau, die als „nasse Grenze“ Schutz bieten. Aber nur, wenn sie gut bewacht werden. Zum Beispiel mit schnellen Patrouillenbooten, wie dem „Navis Lusoria“. Aus geborgenen römischen Schiffswracks erarbeitet ein Expertengremium um Prof. Dr. Schäfer Baupläne und rekonstruiert in aufwändiger Arbeit dieses historische Schiff. Der Film begleitet die Arbeit bis zu den ersten Testfahrten. Aber man will nicht nur wissen, ob das Schiff schwimmt: Die Historiker wollen Aussagen über die Leistungsfähigkeit des Schiffstyps Navis Lusoria machen – und damit auch zur generellen Leistungsfähigkeit dieses Grenzverteidigungssystems an Rhein und Donau.


  • Ein etwas anderer Blick auf die antike Architektur, Ihre "Kontinuität" bis in die Gegenwart, Ihre Bautechnicken und Baumaschinen, erstaunliche kultur- und baugeschichtliche Zusammenhänge und Parallelen der Entwicklung über Kontinente hinweg.

    Bemerkenswert und eindrücklich das zur Illustration verwendete Quellenmaterial, meist historische Schriften des 17. und 18. Jahrhunderts. Sehenswerter Beitrag von Norman Investigativ. Er hat genau hingeschaut. Über seine Annahmen und Herleitungen kann diskutiert werden ... !


  • Hm, 320, war da Rom nicht schon ziemlich menschenleer?

    Martin Armstrong (Armstrong Economics | research the past to predict the future) hat sich eingehend mit dem Zusammenbruch des antiken Roms befaßt, vor allem in monetärer Hinsicht (er hat z.B. über Jahrzehnte römische Münzen aufgekauft und den Geldumlauf zu diversen Zeiten rekonstruiert, allerdings hat er nie ein Buch darüber geschrieben, sondern nimmt nur in seinem Blog immer mal wieder Bezug auf seine Funde.

    Er sagt jedenfalls, daß in der Spätkaiserzeit die Leute aufs Land flüchteten, weil man in der Stadt nicht mehr leben konnte.

  • Na, 320 war doch konstantinische Zeit, oder!? und bis zum Ende Westroms im 5 Jh. noch eine Weile hin. Konkurenz machten freilich Byzanz/ Konstantinopel, Trier und Köln, Mailand und Ravenna, später dann halt.

    Man vergesse nicht , daß in frühchristlicher Zeit Rom eine Blüte mit den ersten Kirchenbauten erlebte:

    Petersbasilika, Santa Maria Maggiore, Santa Sabina, San Paolo fuori le muri, Grabmal der Galla Placidia usw. also menschenleer war es in der Endzeit (die es eh so nie gab) sicher nicht, aber leerer als zur Kaiserlichen Hochblüte in jedem Fall.

    Aber dazu kennen sich die Historiker unter uns sicher sehr viel besser aus! :lehrer:

  • Der Vesuvausbruch, der Pompeii und Herculaneum verschüttete, war 79, bis 320 passierte noch einiges...

    die Architektur brachte immer größere Gebäude hervor, und die Hochhäuser in Rom sollen mal die Höhe des Palatins erreicht haben, aber ich weiß nicht mehr wann, so um 150 vielleicht. Was Armstrong mal erwähnt hatte: die vom Senat geschriebene Chronik sei wohl auch in den späteren Jahren sehr verläßlich in ihren Angaben. Man hielt sie zeitenweise für Blödsinn, weil darin Kaiser vorkamen, die sonst nirgends erwähnt waren und nur ein paar Tage amtierten. Er sagt aber, er habe Münzen gefunden, die diese Kaiser zeigen, also Nachweise, daß es stimmt.

    In der Kaiserzeit wurde es deutlich kälter als je zuvor in der Römerzeit; die Völkerwanderung war eine Flucht vor der Kälte und daraus resultierendem Hunger. So um 175 kollabierte das Geldsystem, und es wurden allenthalben Münzhorte angelegt, nicht mehr investiert. Erst zur Karolingerzeit wurde es vorübergehend mal wieder etwas wärmer, und dann wieder im Mittelalter.

  • Hier bringt er eine Temperaturkurve für die letzten 2500 Jahre, die aber sehr sehr "global" ist:

    The Climate Change – Al Gore & Jennifer Morgan's Fraud | Armstrong Economics

    demnach war es zu Ende des (west-)römischen Reiches, anders als ich das in Erinnerung hatte, wärmer als zur Zeit der römischen Republik. Nach dieser Kurve kam die Kälte erst so um 550, zum "dunklen Zeitalter".

    Die Kurve mit der Bevölkerungsentwicklung der Stadt Rom findet sich hier:

    All Empires Die By Deflation – Not Inflation | Armstrong Economics

    Die Bevölkerungszahl ging wohl seit -100 stürmisch aufwärts, um so ab etwa 180 (ca. 1,4 Mio EW) wieder drastisch zurückzugehen, innerhalb 200 Jahren auf unter 200.000. Um 400 steigt sie nochmal auf über 200.000 (vielleicht durch die Installation des Papstamtes), um dann weiter zurückzugehen, um 1300 auf mickrige 50.000 Einwohner. Zwischen 1500 und 1600 erfolgt dann wieder eine Bevölkerungsexplosion auf 400.000, was sich bis 1900 nochmal verdoppelt. -

    Jedenfalls soll Justinian in Byzanz 534 das erste Luftreinhaltungsgesetz erlassen haben.

    Und Cäsar hatte bereits die Foren in Rom zu Fußgängerzonen gemacht (Lieferverkehr mußte nachts bei Fackelschein stattfinden). -

    Hier ist noch eine Kurve zur Sonnenaktivität und diverse Zeugnisse zu 500ff mit Pest in Byzanz und Mißernten allerorts:

    Is Climate Change Dispute the Same As the Fall of Rome? | Armstrong Economics

  • zufälliger Netzfund: Ein atemberaubend schönes und realistisches 3D-Video römischer Stadtarchitektur: Mit sich bewegenden Tieren und Menschen, vom Wind bewegten Bäume, Rauchfahnen und flammendes Feuer, Wasser- bewegungen, wunderbare Architekturen im plastisch herausbildenden Schräglicht, so realistisch wie ein Flug durch ein reales Modell, wundervolle Innenräume. Ich kam mir wie in jene Zeiten dieser Hochzivilisation versetzt und bekam Gänsehaut! Unbedingt ansehen!