Städtebauliche Entwicklung anhand von Stadtplänen und Luftaufnahmen

  • Im Folgenden möchte ich anhand einiger Stadtpläne und Luftaufnahmen ganz grob die städtebauliche Entwicklung von Danzig illustrieren.


    Zunächst eine Übersichtskarte aus dem 19. Jahrhundert - aufgrund der umfangreichen Stadtbefestigungen konnte sich Danzig kaum ausbreiten, entsprechend hat sich an der Flächenausdehnung der Stadt über Jahrhunderte hinweg kaum etwas geändert.



    Wir sehen, daß Danzig - obwohl früher eine der bedeutendsten Hafenstädte - ähnlich wie Hamburg nicht direkt am Meer liegt. Danzig liegt an der Mottlau, einem kleinen Fluß, der von Süden her über die südliche Stadtbefestigung bzw. deren Wassergraben zur Speicherstadt geleitet wird.


    Dort fließt die Mottlau heute durch einen künstlich angelegten Kanal östlich der Speicherinsel, die sogenannte Neue Mottlau, während der frühere Hauptflußlauf eher eine Art stehendes Hafenbassin ist, das nur noch durch einen schmalen Querkanal im Süden der Speicherinsel angebunden ist.


    Nach dem Zusammenfluß von Mottlau und Neuer Mottlau im Norden der Speicherinsel erfolgt dann die Einmündung in die Danziger Weichsel (auch Tote Weichsel genannt), einem früheren Nebenarm der Weichsel, der stark versandete und nicht mehr mit der Weichsel verbunden ist - diese fließt seit 1895 ("Weichseldurchstich") auf kürzerem Wege in die Ostsee, während die Danziger Weichsel zwischen Neufahrwasser und der Westerplatte in die Ostsee mündet.


    Historisch bedeutende Orte, die nordwestlich von Danzig auf der Karte zu sehen sind: Langfuhr als bedeutendster späterer Vorort und noch weiter im Nordosten Oliva mit dem bekannten Kloster. Hier befindet sich heute der Siedlungsschwerpunkt des Nachkriegs-Danzig, praktisch die gesamte Fläche in Nordosten ist mit großen Plattenbausiedlungen bebaut, in der gut 95 % der heutigen 470.000 Einwohner leben.

    Ce qui arrive en fin de compte, ce n’est pas l’inévitable mais l’imprévisible.

    John Maynard Keynes

  • Werfen wir nun einen Blick auf das "klassische" Danzig, wie es bis Ende des 19. Jahrhunderts inklusive der Stadtbefestigungen erhalten blieb - danach wurde ja der Wassergraben im Westen zugeschüttet und die Stadt erweiterte sich zumindest etwas.


    Danzig_1687.jpg


    Wirklich viel tat sich nach dem Endes des Goldenen Zeitalters dann städtebaulich nicht mehr, lediglich die unbebauten Flächen unten auf dem Stadtplan wurden bebaut. Der Plan ist übrigens um 90° gedreht, oben auf der Karte liegt der Westen.


    Hier ein Ausschnitt des Stadtplans mit Anmerkungen:


    Danzig_1687_b.jpg


    • 1 und 2 zeigen die Anhöhen im Westen der Stadt, hier wurden Befestigungsanlagen errichtet, 1 zeigt den Bischofsberg, 2 den Hagelsberg
    • 3 zeigt den ungefähren Standort des Hakelwerks (siehe Entwicklung der Stadt Danzig bis 1945) entlang der Radaune, einem kleinen Nebenfluß der Mottlau
    • 4 kennzeichnet die Lage der Altstadt, die eher von einfachen Leuten besiedelt war und erst rund 150 Jahre nach der Rechtstadt das Stadtrecht erhielt - zwischen 3 und 4 befand sich ungefähr die Junge Stadt des Deutschen Ordens, dort befinden sich heute in etwa die Werften (noch an Namen wie Jungstädtische Gasse ersichtlich)
    • 5 in etwa hier befand sich die Ordensburg, die nach dem erfolgreichen Unabhängkeitskrieg durch die Stadt Danzig abgerissen wurde
    • 6 hier befindet sich die Rechtstadt, die ja teilrekonstruiert wurde
    • 7 hier ist die Speicherinsel mit der oben erwähnten Neuen Mottlau darunter (eigentlich im Osten)
    • 8 dies ist die Langgarten, damals noch nicht bebaut, dieser führt zu erhaltenen Langgarter Tor im Osten, das Stadtviertel wurde als Niederstadt bezeichnet
    • 9 hier wird die Mottlau über den Wassergraben und die Steinschleuse (übrigens auch heute noch) in das Stadtgebiet geleitet
    • 10 Mündung der Mottlau in die Danziger Weichsel
    • 11 dies ist die Danziger Vorstadt, die heute leider nur noch ein Fragment ist

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  • Hier nun ein Stadtplan, der das Danzig von Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt:


    Danzig.jpg


    Wir erkennen weiterhin eine recht übersichtliche Stadtstruktur, die durch die zahlreichen Bastionen vorgegeben wird:

    • eine große (künstliche) Insel im Westen mit der Altstadt im Norden, Rechtstadt in der Mitte und Vorstadt im Süden, getrennt durch den Altstädtischen Graben im Norden (der am Holzmarkt beginnt) bzw. Vorstädtischen Graben im Süden
    • zwei Inseln östlich davon, die Speicherinsel im Süden und Bleihofinsel im Norden, getrennt durch die Mottlau
    • und die halbkreisförmige Niederstadt, die den östlichen Rand der Stadt bildet

    Ende des 19. Jahrhunderts wurden große Teile der Bastionen beseitigt und die zugehörigen Wassergräben verfüllt - heute ist nur noch im Süden etwas von den Wassergräben zu sehen.


    Entsprechend präsentierte sich Danzig um die Jahrhundertwende wie auf folgendem Stadtplan:


    Danzig-Innenstadt-1896-560x880.jpg


    Dadurch war es möglich, die Stadterweiterung im Westen besser an die Altstadt anzubinden (unter anderem Standort des neuen und heute noch erhaltenen Bahnhofs) - wirklich viel wurde dort aber nicht gebaut.

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  • Anbei nun eine Luftaufnahme mit einer Gesamtansicht von Danzig - die Bezeichnung "Totalansicht" übertreibt also nicht:


    totalansicht.jpg


    Hier dieselbe Karte nochmals kommentiert:


    totaltext.jpg


    1. westlich der Stadt erhebt sich ein Höhenzug, der ebenfalls mit Festungsanlagen geschützt wurde, wir sehen den Bischofsberg im Süden und den Hagelsberg im Norden, Teile der Maueranlagen sind noch zu erkennen
    2. hier verlief der westliche Teil der Bastionen mit dem Wassergraben, dieser wurde ab etwa 1893 verfüllt und im Süden als Exerziergelände genutzt
    3. zeigt den Bahnhof Lege Thor (die Schreibung ist uneinheitlich, häufig auch Leege oder Leeges Tor)
    4. zeigt die Speicherinsel, ungefähr auf Höhe der 4 verläuft heute die große Ost-West-Trasse über den Vorstädtischen Graben, etwas oberhalb der 4 sehen wir ...
    5. den früheren Langgarten, die schönste Straße der Niederstadt, die am Milchkannentor die Speicherstadt in Richtung Langer Markt/Lange Gasse der Rechtstadt durchquerte, in etwa hier befindet sich eine Art von pseudohistorischer Bebauung auf der Speicherinsel von 1998, die unmittelbar südlich der Milchkannengasse verläuft.
    6. hier befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme wohl schon die Kaiserliche Werft, später wurden die Werftanlagen zu kommunistischen Zeiten deutlich ausgebaut, später bekannt durch die Aufstände der Werftarbeiter, die zur Gründung der Gewerkschaft Solidarność führten
    7. etwas unterhalb der 7 befand sich die Altstadt, ein Ort, an dem eher Handwerker und einfachere Gesellschaftsschichten lebten
    8. die Rechtstadt, nach 1945 schwerpunktmäßig als Arbeitersiedlung für die Werftarbeiter durch das Arbeitersiedlungskombinat ZOR neu errichtet
    9. die Vorstadt, ursprünglich nur sehr sporadisch bebaut, die abgebildete Bebauung dürfte wohl nicht besonders bedeutend gewesen sein und lange nach der Blütezeit Danzigs entstanden sein

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  • Ab ungefähr 1949 wurde ein Teil der Rechtstadt wieder aufgebaut ("Recht" wohl im Sinne von "rechte Stadt", also eigentliche Stadt), den ich blau eingezeichnet habe:


    danzigreko.jpg


    Ungefähr in zwei Dritteln der Nord-Süd-Ausdehnung dieses Gebiets habe ich nochmals eine Linie eingezeichnet, das südliche Areal entfällt auf das "flächendeckende" Rekonstruktionsgebiet, das im Norden fließend in eine Art von "punktuellem" Rekonstruktionsgebiet übergeht.


    "Flächendeckend" bedeutet allerdings nicht, daß wirklich jedes Haus der Vorkriegszeit (auch nicht idealisiert oder polonisiert) wieder aufgebaut wurde, sondern nur, daß versucht wurde, den alten Raumeindruck und die alten Strukturen halbwegs und teilweise sehr "kreativ" zu rekonstruieren - und zwar durch das Errichten langer Häuserzeilen mit standardisierter Breite in Ost-West-Richtung mit vorgeblendeten historischen oder pseudo-historischen Fassaden entlang der bedeutenden Gassen und Straßen - in Nord-Süd-Richtung wurde hingegen der Straßenverlauf in den meisten Fällen nur durch Lücken in der Bebauung angedeutet.


    Ebenso wurde zwischen diesen langen Häuserreihen überwiegend auf Bebauung verzichtet - die Gebäudezeilen sollten von der Rückseite erschlossen werden, die Grünanlagen waren für die Nutzung durch die Bewohner vorgesehen (sind aber recht schnell verwildert und heruntergekommen).


    Wenn man strenge Maßstäbe anlegt, wäre bestenfalls der Bereich um den Langen Markt bis zur Südseite der Marienkirche eine echte Flächenrekonstruktion - hier befinden sich alle Highlights mit Rathaus, Artushof, Goldenem Haus usw., wurden tatsächlich auch die alten Gassenstrukturen nachgebildet und relativ stark verdichtet.


    Diese Phase der Rekonstruktion entfällt auf die Jahre 1949 bis 1961, ich würde mal ganz grob schätzen, daß der Umfang der Bebauung maximal ein Viertel der Vorkriegsbebauung ausmacht (eher noch weniger).


    "Punktuell" bedeutet, daß in einer zweiten Rekonstruktionsphase ab Anfang der 70er Jahre bis etwa 1981 weitere Rekonstruktionsprojekte im Norden der Rechtstadt stattfanden (Bau der restlichen Stadttore nördlich des Krantors, Vervollständigung der Bebauung entlang der Mottlau südlich des Krantors, vereinzelt weitere Bürgerhäuser, teilweise aber bewußt ohne Anlehnung an Vorkriegsbauten). Auch wurden jetzt endlich die wenigen verbliebenen Vorkriegsgebäude rund um St. Johannes gesichert oder saniert, die vorher teilweise eingestürzt waren - weil diesem Bereich in der unmittelbaren Nachkriegszeit keine Mittel zugeteilt wurden.


    Generell präsentierte sich dieses Areal zum Ende des Kommunismus ziemlich uneinheitlich - in weiten Teilen Brache, teilweise die klassische Ost-West-Bebauung (aber nicht durchgehend, z. B. fehlt die komplette Südseite am Anfang der Heilig-Geist-Gasse), teilweise auch Nord-Süd-Bebauung wie am Damm (die Straße heißt heute wörtlich übersetzt "Grobla", ist aber ahistorisch hinsichtlich Bebauung und Lage - um den Blick auf die Katholische Kapelle zu ermöglichen, wurde die Straße verbreitert und verschoben).


    Abschließend ein Luftbild, auf dem das oben gesagte zu den Rekonstruktionsarealen deutlich erkennbar wird:


    256-010.jpg


    Wir sehen die langen Ost-West-Zeilen, die seit der Wende durchaus gekonnt nachverdichtet werden, links unten sehen wir das einzige komplett rekonstruierte Bürgerhaus (das lange Haus mit der auffälligen gelben Farbe), in dem sich das Stadtmuseum befindet:


    Das Uphagenhaus, das erst 1993 bis 1998 seinen rückseitigen Anbau und damit seine volle historische Größe erhielt (früher waren die meisten Häuser ähnlich tief, beim Wiederaufbau wurde meist ahistorisch eine vereinfachte Version der Schaufassade auf der Rückseite gespiegelt).


    Die große Schneise im Vordergrund stellt den extrem verbreiterten Altstädtischen Graben dar (heute mit Shakespeare-Museum, anonsten überwiegend verwilderte Grünanlagen, ursprünglich als Verkehrsbauwerk mit Parkplätzen konzipiert), die Speicherinsel ist im Norden noch unbebaut, im Süden der Speicherinsel ist ansatzweise die Phantasiebebauung entlang der Milchkannengasse zu sehen - das Foto würde ich daher auf grob 2010 (plus/minus 5 Jahre) datieren.

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  • Diese Ansicht zeigt in etwa dieselbe Blickrichtung wie bei der obigen "Totalansicht", allerdings mit Schwerpunkt auf der Vorstadt - ganz oben sind noch das Rathaus der Rechtstadt sowie die Marienkirche zu erkennen:


    danzigvork.jpg


    Die Vorstadt ist praktisch vollständig verschwunden, es gibt noch die beiden Kirchen St. Peter und Paul sowie St. Trinitatis (links) mit Kloster, ansonsten noch einige Überbleibsel der Vorkriegsbebauung und viele Brachen und Plattenbauten.


    Nochmals dieselbe Blickrichtung, diesmal aber steht die Innenstadt mit den Hauptsehenswürdigkeiten und dem Langen Markt im Mittelpunkt:


    256-009.jpg


    Wir bemerken die extrem dichte Bebauung - und daß z. B. unten rechts in der Hundegasse viele Gebäude gar keine Giebel hatten. Am langen Markt verfügen zwei Gebäude auf halber Höhe des Markts sogar über ein Flachdach.


    Hier nun ein Blick auf die Altstadt in Richtung Osten:


    altstadt1929.jpg


    Wir erkennen rechts die Markthalle der Rechtstadt, gemeinsam mit der daneben befindlichen Nikolaikirche das einzige unzerstörte Großgebäude.


    Von der Altstadt existieren nur noch die Katharinen- und Brigittenkirche unten links im Bild (sowie die nicht abgebildete historische Mühle) - ansonsten gibt ein wenig Giebelhaus-Nachbauten, moderne Wohnzeilen und nördlich des Bildausschnitts auch Hochhäuser - und die polnische Post, aus historischen Gründen.


    Selbe Blickrichtung, aber Blick auf die Rechtstadt vom Bischofsberg aus:


    136648.jpg


    Das lange Gebäude links unten im Bild existiert noch (das Polizeipräsidium), die Kuppel dahinter gehörte zur nicht aufgebauten Großen Synagoge, anstelle der im Mai 1939 abgerissenen Synagoge wurde vor kurzem das Szekspirowski-Theater errichtet, in anderen Teilen der Welt ist der Autor auch als Shakespeare bekannt ... :smile:


    Die Gebäudezeile unten rechts (mit der früheren Landesversicherungsanstalt) fehlt heute genauso wie die gesamte weitere Bebauung bis hin zur Mottlau, hier ist heute die Verkehrsschneise des Vorstädtischen Grabens.

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  • Hier nun einige Eindrücke vom Danzig zum Ende der Volksrepublik Polen, die Fotos dürften in etwa von 1991 stammen. Zum Thema Rekonstruktion verweise ich auf Danzig/Gdańsk seit 1945 - Wiederaufbau und aktuelle Entwicklungen - damit klar wird, warum es so aussieht wie auf den folgenden Fotos :smile:


    Hier Vorstadt, Rechtstadt und Altstadt, fotografiert nach Norden:



    Und hier Speicherinsel und Niederstadt:



    Auch hier dürften natürlich die Erläuterungen nicht fehlen:



    1 damals gab es offensichtlich noch den Güterbahnhof Leege Tor, gleich darüber ist übrigens das Bassin zu sehen, in dem der frühere Hauptarm der Mottlau im Süden endet


    2 zeigt den Norden der Vorstadt, hier hat sich leider seitdem kaum etwas geändert, die große leere Fläche zwischen St. Trinitatis und St. Peter und Paul existiert noch, die Plattenbauten wurden saniert und entlang der Mottlau entstanden kleinere Wohnprojekte


    3 die Speicherinsel ist entweder ungenutzt oder mit provisorischen Schuppen bebaut, die Stelle, an der sich die "3" befindet, ist weiterhin unbebaut, in Richtung Mottlau sind historisierende Gebäude entstanden, auf der anderen Seite ein größeres Wohngebiet mit moderner Bebauung

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  • 4 zeigt den Milchkannenturm mit der gleichnamigen Gasse, die direkt zum Langen Markt führt - hier fehlt jegliche Bebauung, die historisch wirkenden Gebäude stammen komplett von 1998, die Behelfsbebauung im nördlichen Teil der Insel wurde abgerissen, hier entstehen gerade angepaßte Neubauten


    5 fehlt, weil ich mich verzählt habe biggrin:)


    6 zeigt einen Teil der Niederstadt, das frühere Mattenbuden, hier ist nichts erhalten geblieben, immerhin wurden ganz im Norden am Langgarten einige Giebelhäuser frei nachempfunden, südlich davon ist noch etwas alte Bebauung erhalten geblieben, diese ist aber eher ein Fragment und wird inzwischen durch angepaßte Neubauten ergänzt


    7 zeigt den verbliebenen Rest von Wassergraben und Bastionen im Süden, hier entsteht gerade eine Grünanlage, die früher angelegten "wilden" Gärten wurden entfernt

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  • Mir fällt auf, dass die Stadt vor dem Krieg über das historische Zentrum hinaus eine recht geringe Ausdehnung hatte. Große Vorstadtquartiere der Gründerzeit wie in anderen Städten haben sich wohl hier nicht entwickelt? Wenn ich bedenke wie Stuttgart um die Jahrhundertwende gewachsen ist, der Westen ist flächenmäßig weit größer als die (ehemalige) Altstadt.

  • Das ist völlig richtig, durch die Befestigungsanlagen und die Hügel im Westen gab es nur eine minimale gründerzeitliche Erweiterung entlang der Westseite des früheren Wassergrabens. Das meiste Wachstum spielte sich damals wie heute nordwestlich der eigentlichen Stadt Danzig ab, in einem langen Streifen über Zoppot bis nach Gdingen, das Ballungsgebiet wird entsprechend ja auch als "Dreistadt" bezeichnet.

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  • Abschließend noch ein Blick auf die Rechtstadt von der Mottlau aus:



    1 zeigt nochmals die Lagerhalle, die schon im obigen Übersichtsbild neben der Ziffer "4" zu sehen war - insgesamt ist die Entwicklung der Speicherinsel in den letzten Jahren durchaus erfreulich


    2 markiert den Standort des Radisson SAS Hotels aus dem Jahr 2009, einem sehr gelungenen Projekt an historischer Stelle (dort befand sich ursprünglich das Hotel de Leipzig)


    3 zeigt die Stelle südlich der Königlichen Kapelle, an der derzeit einige Bürgerhäuser sowie das Reko-Projekt An den Fleischbänken errichtet werden


    4 zeigt die erst wenige Jahre zuvor (etwa 1986) fertiggestellte Abschlußbebauung zur Mottlau hin

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  • Nochmals ein Blick auf die Rechtstadt, diesmal von der anderen Seite.


    rechtstadt91zeug.jpg


    Im Vordergrund rechts der Kohlenmarkt mit dem neu errichteten Theater, links unten ist eine große Brache zu sehen, deren nördliche Hälfte vor kurzem erst bebaut wurde.


    Hier fällt die geringe Bebauungsdichte auf - und daß das neue Danzig praktisch auf der grünen Wiese gebaut wurde, denn abgesehen von einigen Bürgerhäusern blieb fast nichts übrig ...


    ... außer der Nikolaikirche, der Markthalle gleich daneben und der mäßig beschädigten Johanniskirche, die hier zu sehen ist:


    johannes91.jpg


    Die Reihe an Bürgerhäusern rechts der Johanniskirche blieb völlig erhalten, verfiel aber nach dem Krieg und wurde teilweise durch neu gebaute Giebelhäuser ersetzt.


    Ganz unten links ist das Johannistor von 1978 und rechts davon das Häckertor von 1958 zu sehen, die Bebauung dazwischen dürfte von 1986 stammen. Rechts neben dem Häckertor gibt es nur Behelfsbebauung, inzwischen wurde die Bebauung entlang der Mottlau jedoch fertiggestellt und wird später vorgestellt.

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