Die Vorstädte - Altstadt, Vorstadt und Niederstadt inkl. Speicherstadt

  • Abgesehen von der Altstadt sieht es hier mit historischen Ansichtskarten eher mau aus - offensichtlich gab es laut damaliger Meinung kaum etwas, das sich als Postkartenmotiv eignen würde.


    Beginnen wir mit der Vorstadt - auch hier darf natürlich eine Kartenübersicht nicht fehlen:


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    Die Vorstadt wird hier unten auf der Karte (diese ist wieder um 90 Grad gedreht, also liegt die Mottlau östlich) durch das Bassin der Mottlau begrenzt, der Vorstädtische Graben, damals noch nicht diese gigantische Verkehrsschneise wie heute, bildet die Abgrenzung gegenüber der Rechtstadt.


    Abgesehen von den beiden Kirchen (Trinitatis und Peter & Paul), gründerzeitlichen Verwaltungsgebäuden sowie einigen Gebäuden ganz im Süden ist von der Vorstadt leider nichts mehr erhalten.


    Hier eine Ansicht der Fleischergasse, die von Süden nach Norden an der Trinitatiskirche vorbeiführt:


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    Die weiteren Postkarten zeigen den großen Komplex der Trinitatiskirche mit dem früheren Franziskanerkloster:


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    Hier das frühere Kloster, später als Gymnasium und Museum genutzt:


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  • Weiter nun mit Niederstadt und Speicherstadt - hier der Überblick:


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    Leider gibt es kaum Postkarten mit der Niederstadt, hier eine Ansicht von Mattenbuden von der Speicherinsel aus:


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    Die bedeutendste Straße der Niederstadt war der Langgarten mit der Kirche St. Barbara, abgesehen von dieser Kirche ist kaum noch etwas erhalten:


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    Deutlich besser ist die Speicherinsel dokumentiert, auch wenn hier die meisten Postkarten die Milchkannengasse zeigen, also die Verbindungsstraße zwischen Langgarten und Langer Markt.


    Hier eine Ansicht des Milchkannentors von Süden, von Mattenbuden aus fotografiert:


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    Aus der Nähe:


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    Hier der Blick in die Milchkannengasse, die heutige Bebauung wirkt zwar alt, ist aber erst nach dem Ende des Kommunismus entstanden:



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    Diese Aufnahme entstand kurz vor der Zerstörung, es fällt auf, dass die Straßenbahn nicht mehr durch den kleinen Turm fährt (bereits mit einem Gitter versehen):


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    In Richtung Rechtstadt war eine gründerzeitliche Sparkasse entstanden, in einem ähnlichen Stil wie bei den Gebäuden am Kohlenmarkt:




    Und hier die Speicherstadt mit der Sparkasse links, rechts die Rechtstadt mit Grüner Brücke und dahinter Kuhbrücke


  • Hier eine ganz ähnliche Ansicht, allerdings als Foto:



    Eine Aufnahme der Speichergebäude aus der Nähe, vermutlich aus der Zwischenkriegszeit (aufgrund der polnischen Bezeichnung Poznan):



    Das nördliche Ende der Speicherinsel mit Blick zur Bleihof-Insel:



    Der sogenannte Königliche Packhof, der östliche Uferabschnitt zwischen den beiden Inseln:



    Und hier noch die zugehörige Luftaufnahme:


  • Auf dem letzten Bild ist ganz oben links ein "Knick" am Flußlauf der Mottlau zu sehen, dort befand sich der Fischmarkt, der schon den Übergang zur Altstadt markiert.


    Hier die zugehörige Übersichtskarte:


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    Auf dieser Luftaufnahme sehen wir eine dichte Bebauung rund um den Schwanenturm herum, der Fischmarkt ist der längliche Platz parallel zur Mottlau:


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    Hier noch die zugehörige Ansicht von der Mottlau aus, der Uferabschnitt trug den Namen "Am brausenden Wasser":


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    Und aus der Nähe:


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    Von der Bebauung ist nichts erhalten geblieben, lediglich der Schwanenturm steht noch. Daneben wurde in Richtung Nordosten 2010 ein Hilton-Hotel errichtet, südlich des Turms ist eine freie Fläche.

  • Wie schon mehrfach erwähnt, konnte die Altstadt kaum mit der Rechtstadt mithalten und war eher eine ärmere Wohngegend. Entsprechend hält sich auch die Anzahl der Ansichtskarten in Grenzen, die fast immer nur die Hauptsehenswürdigkeiten zeigen - die Kirchen und die Mühlen.


    Hier eine Übersicht über die Altstadt mit der Katharinenkirche:



    Die Kirche aus der Nähe, die kleinteilige Bebauung fällt auf:



    Die Kirche wurde gern mit der großen Mühle und dem Müllergewerkehaus abgebildet, beide wurden rekonstruiert:



    Diesen Anblick gibt es weiterhin:



    Mit dem Gewerkehaus:



    Die Große Mühle aus der Nähe:



    Gleich daneben, die Fortbildungsschule, diese existiert wie - mit Ausnahme des Rathauses - die gesamte frühere Bebauung nicht mehr:



    Das Rathaus gibt es noch, das Umfeld ist aber nicht mehr sehr attraktiv:



    Abschließend noch eine Aufnahme der Hohen Seigen, einer Uferstraße entlang der Radaune, die durch die Altstadt fließt und an der auch die Mühlen liegen. Die Hohe Seigen lag am nördlichen Ufer, die Niedere Seigen am südlichen Ufer, rund 250 Meter flußabwärts der Mühle:



    Hier befinden sich heute Parkplätze und Plattenbauten aus kommunistischer Zeit.

  • Daß dort in unmittelbarer Nähe des Altstädtischen Rathauses das Gerberviertel lag, glaube ich ehrlich gesagt nicht, schließlich sollten ja solch "unreinen" Gewerbe aus der Stadt verbannt werden. Ich könnte mir vorstellen, daß ein entsprechendes Viertel eher außerhalb der Stadtmauern lag, z. B. entlang der Radaune beim früheren Fischerviertel westlich der Stadtbefestigungen, das ist aber eine reine Mutmaßung.


    Die Mühle war bis 1945 in Betrieb und brannte dann komplett aus, tatsächlich war nur noch die Wand erhalten, die oben auf "Große Mühle und Fortbildungsschule" zu sehen ist, rundherum stand nur noch die Umfassungsmauer der früheren Mühlräder. Das Innere der heutigen Mühle ist somit völlig neu und dient als Verkaufsfläche (die Kleine Mühle gleich daneben war übrigens nie eine Mühle, sondern diente als Lagergebäude für die Große Mühle).


    Die Große Mühle wurde 1836 auf Dampfmaschinen umgestellt, vermutlich wurden die Mühlräder dabei entfernt (?) Am Erscheinungsbild änderte sich dadurch wenig, weil die relativ kleinen (maximal 18) Räder hinter den beiden Umfassungsmauern auf beiden Seiten verborgen waren - die Radaune wird um die Mühle ja in zwei Kanälen herumgeführt.


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