Die Rechtstadt - der städtebaulich bedeutendste Teil

  • Kommen wir nun abschließend zum bedeutendsten Teil des Vorkriegs-Danzig, der Rechtstadt. Auch hier sollen zuerst die nicht ganz so bedeutenden Bauwerke vorgestellt werden, bevor dann zum Abschluß Langer Markt und Lange Gasse in Form historischer Postkarten präsentiert werden.


    Den Anfang machen diese Postkarten, anhand derer die Hauptsehenswürdigkeiten ersichtlich werden - eben der Lange Markt und das Rathaus:



    Auch diese Postkarte zeigt die gängigen Motive, ergänzt diese aber interessanterweise durch das Stadtmuseum in der Vorstadt:



    Hier wiederum sind gleich zwei Ansichten der Frauengasse zu sehen:



    Und bevor dann die einzelnen Gassen präsentiert werden, noch zwei Ansichten der Rechtstadt:




    Auf beiden fällt sofort auf, daß die Originalbebauung keineswegs so einheitlich aussah wie die heutige freie Rekonstruktion, die Bauten waren viel vielfältiger, hatten nicht alle einen Giebel und auch keine einheitliche Form und Größe.

  • Zunächst einmal wieder ein Überblick über die Rechtstadt:


    danzigrechtn.jpg


    Wir sehen im wesentlichen:

    • Langgasser Tor -> Langgasse -> Langer Markt -> Grünes Tor -> Grüne Brücke
    • Zeughaus -> Jopengasse -> Brotbänkengasse -> Brotbänkentor
    • Holzmarkt -> Heilige-Geist-Gasse -> Heilig-Geist-Tor
    • Holzmarkt -> Breitgasse -> Krantor
    • und im 90°-Winkel dazu: Kuhtor -> Lange Brücke -> Krantor (entlang der Mottlau)

    Wir beginnen mit der Mottlau-Ansicht entlang der "Langen Brücke", die ja gar keine Brücke ist, sondern eine Uferpromenade.

  • Los geht es im Süden auf der Höhe des Kuhtors, also am südlichen Rand der Rechtstadt - das Kuhtor führt über die Kuhbrücke auf die Speicherinsel:


    kuhtor.jpg


    Hier eine Ansicht aus etwas größerer Entfernung, vermutlich von der Grünen Brücke aus:


    kuhbr.jpg


    Es fällt auf, daß nicht nur die heutige Bebauung völlig abweicht, auch die Ufergestaltung ist eine völlig andere, die Häuser sind heute grob geschätzt 20 Meter von der Mottlau entfernt.


    Hier nun der Blick von der Kuhbrücke nach Norden, zu Grünem Tor und Grüner Brücke - über die damals noch die Straßenbahn fuhr, obwohl die alte Brücke viel filigraner war:


    kuhbrucke.jpg


    gruneb.jpg


    Dieselben Brücken, nur aus der anderen Richtung aufgenommen:


    mottlauo.jpg


    Beide Brücken konnten in der Mitte hochgeklappt werden, allerdings war die Durchfahrtsbreite sehr gering.


    Hier nun der Blick nach Norden über die "Lange Brücke", man das Hinweisschild Neufahrwasser-Westerplatte - wie schon erwähnt, geht die Bezeichnung auf das "neue Fahrwasser" zurück, eine neu ausgehobene Fahrrinne für die Schiffe aus dem 17. Jahrhundert (siehe hier).


    langeb.jpg


    Man beachte die abweichende Schreibweise - damals war die Rechtschreibung noch nicht standardisiert, entsprechend findet sich neben Krantor auch Krahntor oder eben Krahnentor wie auf dieser Postkarte (vgl. auch "Langebrücke" auf obiger Karte):


    krantoro.jpg


    Kaum zu glauben - so unspektakulär sah das Krantor damals von der Rückseite aus:



    Das heutige Tor weicht nicht nur von der Baumasse und bei vielen Details ab, auch die Rückseite mit der reich gegliederten Fassade wirkt viel dramatischer.

  • Hinter dem Krantor begann die Breitgasse, die direkt zum bereits ausgiebig gezeigten Holzmarkt führte. Deutlich bedeutender war indes die südlich parallel dazu verlaufende Heilig-Geist-Gasse, die am gleichnamigen Tor endete:




    Wieder einmal fällt auf, daß die heutige Bebauung sehr schematisch und weitgehend ahistorisch ist - das Original war viel vielfältiger und aufwendiger, wenn auch bei weitem nicht so geschlossen wie die heutige einheitliche Giebelbebauung.


    Wie aus obigem Stadtplan ersichtlich, beginnt die Jopengasse direkt am Zeughaus, ändert ihren Namen ab Marienkirche aber in Brotbänkengasse - immerhin bleiben wir beim Thema Ernährung, denn Jopen stand für Jopenbier.


    Hier das Zeughaus vom Kohlenmarkt aus:



    Und hier von der Rückseite - dort beginnt die Jopengasse:



    Einer der wenigen Orte, an denen im heutigen Danzig auch die Beischläge zumindest teilweise rekonstruiert wurden, von einer so aufwendigen Fassadengestaltung mit Skulpturen sind wir heute aber leider weit entfernt:



    Hier die Brotbänkengasse, Blick in Richtung Jopengasse mit der Marienkirche. Die heutige Bebauung ist komplett ahistorisch, es wurde zwar auch eine Häuserzeile errichtet (vgl. das weiße Gebäude in Bildmitte), allerdings weicht diese völlig vom Original ab und steht auch etwas unmotiviert im Leeren, da dahinter eine freie Fläche ist.



    Und hier das Ende der Gasse vor dem gleichnamigen Tor, das 1961 rekonstruiert wurde, auch hier gibt es wieder einige Beischläge:


  • Abschließend nun noch einige Postkarten mit dem Herzen der Rechtstadt, dem Langen Markt und der Langgasse.


    Wir beginnen am Grünen Tor direkt an der Mottlau:



    Hier der Blick in Gegenrichtung mit dem Neptunbrunnen:



    Der Neptunbrunnen aus der Nähe - man beachte die nicht gerade denkmalgerechten Werbeaufschriften auf dem Schumannhaus links im Bild:



    Hier der Blick nach rechts auf den Artushof, heute sicherlich das am besten rekonstruierte Gebäude am Platz:



    Der Blick zum Grünen Tor, der komplette Lange Markt ist hier zu sehen:


  • Auf diesem Bild ist das Rechtstädtische Rathaus zu sehen, das den Übergang von Langem Markt zu Langgasse markiert:



    Die Langgasse mit Blick auf das gleichnamige Tor und den Stockturm:



    Dieselbe Ansicht, nur etwas weiter westlich:



    Ungefähr vom selben Standort aus der Blick in Gegenrichtung:



    Auch hier fällt wieder auf, daß das Vorkriegs-Danzig sehr viel mehr Vielfalt bei den Fassaden bot als die heutigen, fast immer gleichen Giebelhausimitationen.


    Mit dieser Ansicht der Langgasse ist dann der Teil mit historischen Ansichten abgeschlossen: