Frankfurt am Main - Schauspielhaus

  • Kuppeln & Türme, Dome & Paläste


    Am besten noch garniert von imposanten Plätzen mit Brunnen und Denkmälern: das macht eine historische Stadt aus.



    Gerade in Frankfurt wird seit Jahrzehnten versucht, den kriegsbedingten Mangel daran mit Hochhäusern auszugleichen. Es wird nach vorne geschaut - was zunächst nicht falsch klingen mag. Gleichwohl sind es diese Phrasen, die schnell vergessen lassen, dass der Verzicht auf den historischen Prunk und das Beschränken auf historische Kleinigkeiten wie kleine Häuschen aus dem Mittelalter den Pfad brechen, der als einziger die gesamte Entwicklung der Stadt bezeugen kann.

    Nur dem Einsatz clever agierender Kleingruppen ist zu verdanken, dass wenigstens im Kleinen Druck aufgebaut und mit diplomatischem Geflecht durchgesetzt wird, wenn ausnahmsweise ein kleines Altstadtviertel wiederersteht. Doch Schlösser oder Frauenkirchen, die zentrale Bezugspunkte gestatten und nationalen wie internationalen Glanz verleihen, sind Schritte, die den Entscheidungsträgern häufig die Sinne rauben.


    Der moderne Kontrastdenker hat damit sein Problem. Dabei ist es gerade dieser Kontrast, der dem Neuen die Berechtigung gibt, dem Alten zu schmeicheln.


    Wie reduziert war vor dem Wiederaufbau des Stadtschlosses die Erinnerung an das monarchische Berlin, als es unter den größeren nur das Charlottenburger Schloss gab? Wie reduziert wäre Kölns Stadtbild noch zusätzlich ohne Sankt Martin? Und wie einsam wirkt die Alte Oper im künstlerisch bedeutenden Frankfurt ohne sein bewusst gewähltes Pendant des Schauspielhauses am Theaterplatz?


    Erfreulicherweise tut sich hier in kleinen Schritten immer mehr, was zu beobachten lohnen dürfte. Die Debatte darüber sollte helfen, Bekanntheitsgrad und Außenwirkung zu steigern, worum ich auch in diesem Forum bitte.


    Zum dritten Mal haben vergangene Woche hierzu die "Frankfurter Schauspielgespräche" getagt. Und regelmäßig finden hierzu die Frankfurter "Schauspiel-Tables" statt.


    Frankfurter Altstadt Forum - NEWS!!!


    Die zunehmende Beachtung zeigt sich in den Namen der Teilnehmer. Redakteure, internationale Architekten, Radiosender sowie Schirmherren erfolgreicher Reko-Projekte sammeln sich zunehmend in Frankfurt und bedürfen für ihr Engagement jedweder Unterstützung.

  • Der Abriss der städtischen Bühnen wurde beschlossen.
    Zugleich wurde aber in der Presse erwähnt, dass eine historisierende Neugestaltung nicht zur Diskussion stehe. Ein Architekturwettbewerb solle her. Nun, warten wir mal die Entwicklung ab.


    Frankfurt : Theater und Oper werden abgerissen

    https://www.faz.net/aktuell/rh…-abgerissen-16609749.html


    Oper und Schauspiel

    Städtische Bühnen Frankfurt: Entscheidung gegen die Sanierung

    https://www.fr.de/frankfurt/st…n-sanierung-13512930.html

  • "Zugleich wurde aber in der Presse erwähnt, dass eine historisierende Neugestaltung nicht zur Diskussion stehe."


    Alles andere hätte mich auch sehr gewundert, angesichts der kulturellen Beschaffenheit dieses Landes. Zum Glück habe ich nicht den Fehler gemacht, diesem Gedanken allzu optimistisch gegenüberzustehen.

  • Man kann sie ja noch in die Diskussion bringen, grmmpf. Jetzt geht es eh erstmal um die Standortsuche, wenn ich die Zeitungsberichte richtig verstehe. Sobald da erste Ideen raussickern, sollte man "historisierende Entwürfe" in Umlauf bringen. Da kommen die Bürger dann schon auf den Geschmack.

  • Und selbst wenn. Das wird man ihnen dann mit "Historismus ist rechts und rückwärtsgewandt"-Propaganda schon austreiben. Nein, der Zeitgeist ist denkbar ungünstig für so ein Projekt, da sollte man sich nichts vormachen. So gerne ich auch unrecht hätte.

  • Entwurf für Städtische Bühnen : Das Ufo ist noch nicht gelandet

    Neubau der Städtischen Bühnen am Frankfurter Osthafen?


    Vision für den Osthafen

    Rem Koolhaas präsentiert Entwurf für Städtische Bühnen

    Journal Frankfurt Nachrichten - Rem Koolhaas präsentiert Entwurf für Städtische Bühnen - Vision für den Osthafen


    Skandal oder nicht Skandal?

    Rem Koolhaas distanziert sich von Investoren-Vorstoß für Frankfurter Bühnen

    BauNetz.de - Artikel

  • Das wäre ein exzellenter Kompromiss. Dort am Osthafen, stören die Dinger wirklich architektonisch keinen da sie dann mit der neuen EZB unter Gleichwertigen stehen.

    Und dafür haben wir die Möglichkeit an dem Original-Standort das Schauspielhaus zu rekonstruieren. :applaus:

    Nur die zukünftige Nutzung muss dann klar durchdacht sein!

  • Standort hin oder her. Nur wegen eines Standorts fast außerhalb der Stadt braucht man nicht so ein grobschlächtiges Ungetüm tolerieren. Der Vergleich mit Sydney hinkt doch total. Sydney ist dagegen ein Höhepunkt ästhetischer Erscheinung.

    Es ist wieder einmal eine totale Verweigerung von Harmonie und Proportionalität. Mein bildhauerisches Empfinden lehnt das ab.

    Mal schräge Bauklötzchen, wo sonst nur Quader in die Landschaft gesetzt werden, ist die einzige Abwechslung, tsss.... !? Sollen sie doch einen Gehry damit beauftragen, dann hat es wenigstens einen flotten Schwung und diese "Studie" ihren Zweck erfüllt, wenn sie auf eine bewegte, organische Architektur hinarbeiten wollte!?

  • Vielleicht tut es gut, in den Zeitungen mal was anderes als nur über Trump und das Corona-Virus lesen zu können. Deshalb habe ich mir nun doch noch die Zeit genommen, die drei in Heimdalls Beitrag verlinkten Berichte zu lesen. Aber das Ganze ist einfach nur noch grotesk mit all diesen Phrasen!


    Und die Eröffnung des Doppelhauses in einigen Jahren wird dann mit einem landenden Helikopterballett mit acht landenen Helikoptern auf dem Dach gefeiert werden:

    Journal Frankfurt Nachrichten - Rem Koolhaas präsentiert Entwurf für Städtische Bühnen - Vision für den Osthafen (und dann das Bild vergrössern).


    Einige Zitate:

    Stararchitekten haben einen Entwurf für den Osthafen angefertigt – die CDU war daran nicht unbeteiligt.

    [...]

    Diesen am Computer generierten Entwurf [betrifft die Elbphilharmonie; Einfügung von mir] wollte die Stadt unbedingt haben. Koste es, was es wolle. Die Elbphilharmonie ist ein Beispiel dafür, welche Sogwirkung Bilder entwickeln können. Projektentwickler und Architekten wissen das. Sie zeichnen ihre Bauvorhaben stets in verheißungsvollen Farben.

    [...]

    Projektentwickler Jürgen Groß, der mit seinen Bauten das Stadtbild prägt, hat das Architekturbüro OMA um einen Entwurf für einen Neubau der beiden Spielstätten auf dem Raab-Karcher-Areal im Osthafen gebeten. Dessen Gründer, der Stararchitekt Rem Koolhaas, war aber offenbar nicht eingebunden.


    Auf Initiative der in Frankfurt ansässigen Grundstücksentwicklungsgesellschaft Groß und Partner hat Rem Koolhaas, der vielleicht bekannteste Vertreter zeitgenössischer Architektur, eine Vision für eine Doppelanlage am Osthafen entwickelt.

    [...]

    Als Bürger Frankfurts [Jürgen Groß] empfinde er eine gewisse Verantwortung gegenüber der Stadt; eine Bewerbung für die Umsetzung des Projekts gehe damit nicht einher.


  • Um das teure Thema wollten sich die regierenden Politiker schon lange herumdrücken. Nun ist mit dem Corona-Virus und den folgenden finanziellen Belastungen der gesuchte Vorwand gefunden, die Neubauplanungen für das Erste ad acta zu legen. Soviel mal zu den Auswirkungen von Corona auf die Architektur. Allerdings könnte das für die Städtischen Bühnen bedeuten, dass irgendwann der Betrieb eingestellt werden muss. Denn aus Gründen der Sicherheit und des Brandschutzes ist ein Weiterbetrieb eigentlich kaum noch zulässig.


    Geplanter Neubau der Frankfurter Bühnen

    Corona-Krise in Frankfurt: OB Feldmann stoppt Milliarden-Projekt

    Corona-Krise in Frankfurt: Feldmann stoppt Milliarden-Projekt | Frankfurt