Bacharach (Mittelrhein, Galerie)

  • Bacharach ist ein berühmter Fremdenverkehrsort und liegt südlich von Oberwesel. 2018 hatte die Kleinstadt am Mittelrhein gerade einmal 1868 Einwohner. Somit gehört Bacharach zu den kleinsten Städten in Rheinland-Pfalz.


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    Stich von Merian 1645


    Ein kleiner geschichtlicher Überblick: der Ort selbst wurde erst im 11. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Seit dem 7. Jh. gehört das Gebiet rund um das spätere Bacharach Kurköln, welches den Pfalzgrafen das Territorium weiterverpfändet Die Burg Stahleck, welche über der Stadt thront wurde ebenfalls von den Pflazgrafen errichtet. Durch Heirat kam Bacharach für kurze Zeit im 13. Jh. an die Welfen, 1214 kam es zurück an die Pfalzgrafen, jedoch nun die wittelsbacher, also bayerische Linie. 1356 erhielt Bacharach Stadterchte. Während des Pfälzer Erbfolgekrieges wurde die Stadt 1689 zum Glück nicht so stark von den Franzosen zerstört, lediglich Burg und zwei Türme der Stadtmauer wurden gesprengt. 1794 besetzten abermals die Franzosen die rheinische Stadt von 1798 bis 1814 gehörte sie sogar offiziell Frankreich... 1815 wurde sie dann schließlich preußisch. Ab den 1840er Jahren setzte sich mit Victor Hugo und anderen, englischen Gebildeten der Tourismus für die Rheinromantik ein, dessen Geist noch bis heute in der Stadt lebt, trotz Industrialisierung!


    Beginnen wir den Spaziergang durch das Städtchen am Bahnhof. Von hier hat man einen reizenden Blick auf die Stadtsilhouette:


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    Das spätklassizistische Gebäude selbst stamm von 1858/59:


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    Folgen wir nun der Mainzer Straße, der Haupstraße die sich später Oberstraße nennt:


    Links, die neue Kellerei, 16-18. Jahrhundert. Im Hintergrund Burg Stahleck:


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    Schräg gegenüber, an der Ecke zur Zollstraße ein hübsches historistisches Fachwerkhaus, um 1904:


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  • In der Zollstraße links daneben, ein Fachwerkhaus von 1533. Die Vorsprünge sind wie im Rheinland übrig, mit Sprüchen u.a. liebevoll verziert:




    Der linke Nachbar stammt aus dem 18. Jh auf auf Fundamenten der alten kurpfälzischen Kellerei, bezeichnet „1505“:








  • Nun kommen wir an der Langstraße an, der Parallelstraße zur breiten bekannten Hauptstraße. Sie ist sehr geprägt von Bauten des 19. bis frühen 20. Jahrhunderts:




    Nr. 12 ist ausnahmsweise ein herrliches, fränkisches Fachwerkhaus des 16. Jh.




    Der Aufgang zur historisierenden Stadtmauer, mit Brunnen:




    mit Spolien :



    ist sehr beliebt auch bei den Toúristen. Man gelangt zu einem Laubengang, der an der ehem. Stadtmauer führt, direkt parallel an der Eisenbahn:




    Am Krahnenturm geht es wieder hinunter:


  • Daneben ein hohes Neorenaissancegebäude:



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    In einer Sackgasse am Fuße des Burgberges, mehrere Fachwerkhäuser des 16. Jh.


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    2 Fachwerkbauten an der Oberstraße des 16. Jh.


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    Gegenüber, zwei ebenfalls sehr hübsche Exemplare, wohl aber erst aus dem 18.- frühen 19. Jh..


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  • Klassizistisches Fachwerk des frühen 19. Jh.



    Kommen wir zum berühmten Posthof. Das malerische Gebäudeensemble stammt aus dem 15-16. Jahrhundert:



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    Das prächtige Renaissanceportal:





    Besonders malerisch ist aber der Innenhof:



    Oben die Wernerkapelle:


  • An der Ecke zur Blücherstraße, eines der am südlichsten liegenden romanischen Kirchen rheinischer Bauweise St. Peter von 1230/40:





    Kommen wir nun zum wohl berühmtesten Haus von Bacharach, dem "alten Haus" am Marktplatz. Der Fachwerk-Kernbau stammt von 1389/90 und ist somit der älteste von der ganzen Stadt, was man ja am Namen leicht erraten kann;). Die Renaissanceerweiterung ist von 1568.







  • Alte Ansichten vom alten Haus:


    Ein Werbeprospekt aus den 1920ern:



    Zeichnung von Victor Hugo:



    Ansichtkarte von H. Hoffmann um 1900:



    Das Haus erlangte eine internationale Berühmtheit nach einer Operette "Wenn die kleinen Veilchen blühen" von Robert Stolz, die in Bacharach spielte. Wilhelm Weber, der Wirt des "Alten Hauses" bedankte sich und bestoch das Theater von Weimar mit mehreren Weinflaschen, damit sie weiterhin Werbung für sein Haus machen.


    Aufführung von 1932:



    Lithographie von A. de la R./ Paris Anfang 19. Jh. Links standen einige alte mittelatlerliche Fachwerkbauten:


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    Von der anderen Seite mit Kirche im Hintergrund von Caspar Scheuren:



    Leider wurde die Häuser für das "Altkölnische Hotel" von 1905 abgerissen. Sieht zwar auch harmonisch aus und verständlich wegen dem damlas starken Tourismus, aber trotzdem ist auch ein Stück Authentik weg...






  • Vielen Dank für die ausführliche Dokumentation dieses schönen Ortes, den ich schon einige Male besucht, aber tatsächlich nur einmal vor 7 Jahren fotografiert habe. An die Laubengänge kann ich mich noch gut erinnern, wenige Meter daneben dann gleich die beiden Gleise der Bahnlinie ...


    Generell ist der Rhein zwischen Wiesbaden und Boppard für mich die schönste Flußlandschaft in Deutschland, bestenfalls einige Abschnitte der Mosel können da mithalten.

    sou perfeito porque / igualzinho a você / eu não presto

  • An der Ecke zur Koblenzer Straße ein rosafarbenes Haus des 18. Jh.



    Daneben das reizvolle, reformierte Pfarrhaus von 1596:



    In der Straße "Auf der Münze" das Eichamt, ein historisiendes aber sehr gelungenes Fachwerkhaus von 1873:




    Der Münzturm:




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