Oberwesel (Mittelrhein, Galerie)

  • Oberwesel ist eine Kleinstadt von nur 2813 Einwohnern am Mittelrhein, zwischen St. Goar und Bacharach.



    Kupferstich von Matthäus Merian 1646.


    Kurz zur Geschichte: bereits zur La-Tène Zeit wurde der Ort besiedelt. zur Römerzeit befand sich hier an der Heerstraße eine Station. Im Jahr 966 das Hofgut (Ober)Wesel – in den Urkunden als „curtem Weslia“ bezeichnet und damit die erste Erwähnung der Stadt!
    Zwischen 1200-1250 wurde dann die bis heute höchst beeindruckende Stadtbefestigung errichtet. Bis 1237 war die Stadt an mehrere Herrscher vom deutschen Kaiser verpfändet, doch in diesem Jahr hat sich das Bürgertum "freigekauft" und fortan war Oberwesel freie Reichsstadt. Später wurde Oberwesel wieder verpfändet, und zwar bis 1794 an Kurtrier. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrmals eingenommen, doch erst 1688, im Pfälzer Erbfolgekrieg, wurde sie von französischen Truppen fast komplett eingeäschert! Seit 1815 gehörte die Stadt zur preußischen Rheinprovinz. Während des 19. Jh. wurde dank der Industrialisierung mit der Eisenbahn das Stadtbild maßgeblich verändert. Die Rheinromantik, die doch Gäste aus nah und fern brachte, ging somit dahin während der selben Epoche!


    Beginnen wir ganz am südlichen Ende der Stadt mit der gotischen Liebfrauenkirche aus dem 14. Jh.





    Ein Teil des Kreuzgangs ist noch erhalten:





    Das Innere ist hochinteressant: ein spätgotischer Lettner trennt die Kirche in zwei Bereiche:





  • Gehen wir zurück zur Hauptstraße, der Liebfrauenstraße. Es grüßt uns schon das erste Relikt der Stadtmauer, der Zehnerturm:


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    In der Kirchstraße befindet sich ein interessantes spätmittelalterliches Fachwerkhaus des 15. Jahrhunderts:


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    Das Krüppelwaldmdach sowie das schlichte strebelose Fachwerk sind ein Indiz für das hohe Alter!


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    Der "weiße Turm":


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  • Gegenüber, ein hochinteressantes Fachwerkhaus von 1526. Sein Gefüge, das sehr ursprünglich erscheint mit wenig Streben, wurde in den 1980er Jahren rekonstruiert:





    Links daneben, die Nr. 2 ein verputzter Fachwerkbau aus dem 18. Jh.




    An der Kreuzung zur u.a. Rathausstraße, der Schaarlplatz mit einem schönen Kriegerdenkmal für 1866 und 1870/71 mit Germania, 1895 von Heinrich Schuler gestaltet:






    Eine dem heutigen Zeitgeist entsprechenden Informationstafel:


  • Ein eher unpassender Neubau an der Kreuzung:





    Biegen wir nun in die Oberstraße ein:



    An der Ecke zur Bußgasse:



    Steigen wir nun den Hang hinauf in Richtung Stadtmauer und Stadtgarten. Denn von dort oben hat man einen wundervollen Blick!




    Ehemaliges Minoritenkloster:








  • Ganz im Hintergrund erkennen wir die Liebfrauenkirche, die wir schon besucht haben. An den Dimensionen sieht man auch wie extrem lang dieser Ort ist. Es geht dann ungefähr noch genauso weit in Richtung Norden!



    Steigen wir nun wieder die Treppe hinab:



    Das ehem. Minoritenkloster von der Oberstraße:


  • In der Oberstraße befindet sich noch die ehem. Lateinschule aus dem 15-16. Jh.




    In Richtung Norden nennt sich die Fortsetzung der Straße Heumarkt. Ein Fachwerkhaus des 18. Jahrhundert.






    Es geht nun den Berg hinauf in Richtung St. Martin:






    Blick zurück:


  • Die Kirche St. Martin wurde im 14-15. Jh. errichtet und nach den Zerstörungen der Franzosen wurde das Schiff um 1700 wieder errichtet und zwar in gotischen Formen ohne "Bruch" !


    Zunächst das Küsterhaus aus dem 17. Jh.







    RomkeHoekstra - Own work CC BY-SA 3.0


    Leider war das Innere bei beiden Besuchen verschlossen, daher ein gemeinfreies fremdes Bild:



    Tilman2007 - Own work CC BY-SA 4.0


    Auch vom Kirchberg aus hat man einen herrlichen Blick über die Stadt zum Rhein:




  • Was für eine Stadtmauer! Schönes Städtchen - leider sieht man es aber der fast totalen Zerstörung im Pfälzer Erbfolgekrieg immer noch an. Das nahe Bacharach ist da zum Glück besser erhalten geblieben (auch wenn in Bacharach der Dreißigjährige Krieg gewütet hat).



  • In der Koblenzer Straße, der westlichen Haupstraße, der barocke Von der Leyenscher Hof von 1745:




    Dahinter, eine der wenigen modernistischen Bausünden:



    Folgen wir der Straße weiter...




    ... in Richtung Marktplatz. Er besitzt das einzigste geschlossene Ensemble an rheinischen Fachwerkbauten des 17-18. Jh.



  • Weitere Ansichten:


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    Die Wernerstraße an der Stadtmauer:


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    Direkt hinter der Stadtbefestigung befindet sich der Bahndamm. Da er an der berühmten bzw berüchtigten Mittelrheinstrecke liegt, der Nord-Süd Verbindung in Europa, verkehren hier mehrmals stündlich (Güter)Züge...


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    Züruck zum Marktplatz:


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    Die Südseite ist eher von historisierenden Gebäuden des 19-frühen 20. Jahrhunderts dominiert:


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    Das Rathaus:


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    Davor so ein merkwürdiges Gebilde zur Ehrung? des Weines...


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    Dieses pittoreske Fachwerkhaus von 1658 am roten Turm in der Unterstraße habe ich noch verpasst (bzw mein Fotogerät hatte gestreikt...)



    HOWI - Horsch, Willy - Eigenes Werk CC BY 3.0


    sowie der Eberbacher Hof im Kern aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im 18. Jh. umgebaut:



    HOWI - Horsch, Willy - Eigenes Werk CC BY 3.0


    Hier endet unser Spaziergang durch die Oberweseler Altstadt. Es folgt noch eine Galerie zum benachbarten Bacharach!


    --- Ende ---