Sankt Goar (Mittelrhein, Galerie)

  • Sankt Goar ist eine Kleinstadt am Mittelrhein mit 2731 Einwohnern. Sie ist ein gutes Beispiel für ein typisches Städtchen am Mittelrhein, das seine besten Tage hinter sich gelassen hatte, aber dennoch heute noch touristisch besucht wird.



    Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian (1655)


    Kurz noch ein paar Worte zur Geschichte: der Ortsname rührt vom heiligen Goar, ein christlicher Missionar aus Südwestfrankreich, welcher sich im 6. Jahrhundert hier niederließ. 1183 bekam die Siedlung bereits Stadtrechte, seit 1190 gehörte sie den Grafen von Katzenellenbogen, 1479 kam sie an die Landgrafen von Hessen. 1527 hielt die Reformation Einzug in die Stadt, bis heute ist die Bevölkerung mehrheitlichg protestantisch. 1648 kam St. Goar an Hessen-Kassel. Während des Pfälzer Erbfolgekrieges wurde die Stadt 1692 von französischen Truppen belagert. Die Burg über der Stadt wurde zur Festung ausgebaut und 1793 erneut bei französischer Besatzung gesprengt. Sie wurde später privatisiert und abgetragen, um damit die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz zu errichten! Seit 1815 gehört St. Goar zur preußischen Rheinprovinz, mit dem Anschluss an das Bahnnetz 1859, wirtschaftliches Wachstum. Seit 1946 zu Rheinland-Pfalz zugehörig. Ab den 1980er Jahren, anhaltender Bevölkerungsrückgang.


    Beginnen wir unserem Rundgang durch die Kleinstadt am Bahnhof: dieser liegt sehr zentral mitten in der Altstad. Das Bahnhofsgebäude, ein expressionistisches Schieferbauwerk von 1926-28 ist leider in einem weniger guten Zustand:


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    Links daneben, "Hoffmanns Weinstube", ein interessanter abgerundeter Bruchsteinbau der 1920er Jahre. So geht Kreativität mit lokalen Baustoffen!


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    Direkt gegenüber, die evangelische Stifstkirche:


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    Sie stammt aus der spätgotischen Zeit von 1469 und wurde im 19. Jh. restauriert:


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  • Das Innere der protestantischen Kirche war sensationellerweise offen und man konnte es sich anschauen!





    Was für ein herrliches Netzgewölbe!





    Ein reich ausgestattete Seitenkapelle:





    Generell schon sehr erstaunlich, dass noch so viel Ornamente und Kunst erhalten blieben, fast wie eine katholische Kirche!


  • Nun verlassen wir die Kirche und gehen in die Oberstraße.



    Hier steht zur rechten Seite eines der wenigen gut erhaltenen freigelegten Fachwerkhäuser des 18. Jh. der Stadt:



    Die Nr. 46 mit barocker Haustür:



    Durch eine Verbindungsgasse, Blick zum Rhein:



    Das "Feste Haus der Stadt Goar" angeblich Aufenthaltsort des Heiligen Goars:




    Ansonsten wurden die Fassaden in dieser Gasse in der Nachkriegszeit sehr verunstaltet:






  • Nun geht es zur Rheinseite:



    Heerstraße 41, ein verputztes, heruntergekommenes Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts:




    Hier beginnt nun die Hotel- und Souvenirlädenmeile:




    Es herrscht vorallem eine Bebauung des 18.-19. Jh . vor:



    Außer diesem Fachwerkhaus , im Kern aus dem 16. Jahrhundert mit Umbauten im 17. Jh.





    Die ev. Kirche von der Uferseite:


  • Zurück zur Heerstraße: nun wird sie eine zu beiden Seiten bebaute Straße, der Hauptstraße von St. Goar:


    Die Kreissparkasse von 1936:




    Nr. 101, ein Fachwerkhaus im Kern aus dem 16. Jh., bezeichnet 1675:





    Auf dem Berg im Hintergrund thront die Festung Rheinfels:



    An der Ecke zur Schleiergasse, dieses fränkische Fachwerkhaus von 1682, im Kern auch älter (die Kreuzstreben deuten es an):




    Verlassen wir nun die Hauptstraße und schauen "hinter den Kulissen":



    Man merkt schnell die Strukturschwäche der Region wegen der eher heruntergekommenen Altbauten: