Nancy - Teil 3: die Südstadt mit Rokokokirche Notre Dame de Bonsecours (Lothringen, Galerie)

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    Hinter dem St. Nicolas-Tor befindet sich der Vogesenplatz/Place des Vosges:


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    Ein Art-Déco Haus von 1922 am Platz:


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    Die sehr lange Straße in Richtung Südost, die Verlängerung von der Rue St. Dizier heißt nun Avenue du Maréchal de Lattre de Tassigny.


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    Das ehem. Diozösen-Seminar, jetzt Teil der Uni Fakultät Politikwissenschaften /Sciences Po:


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  • Gegenüber, das neobarocke Krankenhaus Hôpital civil, 1878-83:






    Direkt anschließend, die sehr monumentale neogotische Kirche St. Pierre, von den Dimension fast schon wie eine Kathedrale!


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    Hinter der Kirche, in der Rue Lionnois, schauen wir uns ein sehr außergewöhnliches Jugendstilhaus an. Es wurde 1903-4 von Lucien Weissenburger erbaut. Eisenschmied war Louis Majorelle, und die Glaskünster Jacques Grüber und Georges Janin. Heute ein Teil der Uni:








  • Doch kommen wir nun zum wirklichen Grund, warum ich so einen Umweg gehe und diese über einen Kilometer lange Straße gegangen bin: die großartige Kirche Notre-Dame-de-Bonsecours. Sie hat eine sehr interessante (Vor)Geschichte: das heutige Gotteshaus steht ungefähr an der Stelle, an der der lothringer Herzog René II 1477 die Burgunder geschlagen hatte und so einen großen Pufferstaat zwischen Frankreich und Deutschland verhindert hatte.1484 ist bereits mit Erlaubnis des Herzogs eine erste Kapelle mit Eremitage errichtet worden. 1629 wurde sie erweitert. Die heutige Kirche stammt von 1737-41 und wurde vom Baumeister Emmanuel Héré erbaut. Von Außen gibt sie sich ganz schlicht:








    Gegenüber, ein interessantes postmodernes Anwesen:



    Der Chor mit außergewöhnlichen Erker:



    Natürlich ist die Kirche als monument historique in die Denkmalschutzliste eingetragen:


  • Treten wir nun in die Kirche ein:




    Das prächtige Innere ist nämlich sehr sehenswert, abert dennoch bei den Touristen sehr unbekannt, wahrscheinlich wegen der abseitigen Lage der Kirche. Diese Fülle an Stuck, Marmor und Malereien, ja dieser sehr rokokolastige üppige Barockstil gibt es so gut wie gar nicht in Kulturfrankreich!




    Das Gewölbe wurde vom lothringischen Künstler Joseph Gilles gemalt:







  • Sehr viel mit rotem Marmor wurde gearbeitet. Offenbar sollte es "polnisch" wirken, da Stanislaus eine gewisse Nostalgie pflegte zu seiner alten Heimat:




    Eine kleine Seitenkapelle:









    Die Kanzel, im Stil Louis XV , bei dieser Pracht kommt einen eher wie in Süddeutschland vor!




  • Der Chor ist am Beeindruckendsten: hier befinden sich u.a. die Gräber von Stanislas:





    Durch den Erker, den wir von außen gesehen haben, gelangt ein fast schon magisch wirkendes Licht hinein und strahlt die Statue der Notre Dame de Bonsecours :






    Das Grab von Stanislaus:




  • Wenn man jetzt zurückschaut in das Kirchenschiff, dan kommt man sich vor wie von der Bühne eines Theaters mit den Vorhängen oben:




    Was für ein Blick!



    Auch die Beichtstühle sind reich geschnitzt:





    Überschlagen von dieser Pracht, steuern wie den Ausgang an:



  • Nun kehren wir um. Wir laufen die selbe Straße wieder zurück bis kurz vor dem Place des Vogses. Links über die Avenue du général Leclerc steuern wir den Quai de la Bataille. Die NR. 6 ist ein kunstvoller Jugendstilbau, 1905 von Henri Gutton und Joseph Hornecker errichtet:









    Wieder in der Avenue Leclerc, dieses Mietshaus mit Art-Nouveau-Anklängen:


  • Etwas weiter westlich befindet sich ein Viertel mit mehreren Art-Nouveau Villen. Es wird Parc de Saurupt genannt und wurde von Jules Villard, dem ehem Schlossparkbesitzers 1901 angelegt. Seine Vision: eine Gartenstadt im Jugendstil.


    Rue de Brice Nr. 2: die Loge du Concierge von 1902, von Emile André:





    Nr. 5 die Villa Les Glycines, 1902-4 ebenfalls von Emile André:






    Schräg gegenüber, die Villa des roches, 1904, selber Architekt:



    Hat ein bisschen was vom katalanischen Gaudi-Jugendstil:


  • An der Ecke Rue Colonel Renard und Boulevard Clemenceau schauen wir uns noch die Villa Lang an, 1905-6 von Lucien Weissenburger errichtet:






    Direkt vis-à-vis, eine weitere Art-Nouveau-Villa:




    Interessante Abschließung der Straßenecke!



    Leider habe ich die Villa Frühinsholz an der Avenue Leclerc Nr 77 verpasst. Sie wurde 1908-10 von Léon Cayotte gestaltet, die Buntglasfenster stammen von Jacques Grüber.



    Grandmou — Travail personnel CC BY-SA 3.0


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