München (Allgemeines)

  • Ich eröffne hier mal einen Faden zum Bau- und Sanierungsgeschehen in München.


    Bzgl. der anstehenden "Sanierung" der Lukaskirche im Lehel (im APH zuletzt besprochen), habe ich gestern zuerst mit dem Mesner und dann mit dem Pfarrer gesprochen. Beide waren erstaunt, woher ich das wüsste, der Pfarrer war sogar etwas irritiert und hat die Stirn gerunzelt... Der Mesner hat mir zuerst mitgeteilt, dass die Pläne des Wettbewerbsiegers nicht komplett umgesetzt würden, dass neben einer allgemeinen Sanierung nur die vorderen Bänke des Hauptraumes (also nicht die Seitenbänke!) entfernt würden, damit sie mehr Platz bekämen und außerdem ein mobiler Altar (so eine Art Volksaltar) aufgestellt würde. Von einer Entfernung der Seitenbänke und der steinernen Seitenbalustraden sowie von der Aufhängung von Akustiksegeln wisse er nichts. Da mir diese Antwort nicht 100% sattelfest vorkam, habe ich dann noch den Pfarrer aufgesucht und ihm die gleiche Frage gestellt. Wie gesagt schien er etwas irritiert, dass ich überhaupt etwas davon wusste und hat dann nur ausweichende Antworten gegeben, indem er zuerst darauf hingewiesen hat, dass die Gemeinde St. Lukas natürlich hocherfreut wäre, eine solche Kirche zu besitzen, aber dass man auch verstehen müsse, dass so eine Kirche auch lebt und benützt werden soll und dass zu diesem Zweck die Innenraumgestaltung auch an neue Anforderungen angepasst werden müsse, man wolle eben mehr Platz für Veranstaltungen haben. Man sei aber noch in der Planungsphase und würde mit dem Denkmalschutzamt die Möglichkeiten ausloten. Dann hat er darauf hingewiesen, dass ja schließlich im hinteren Bereich auch historische Gegebenheiten wiederhergestellt würden, indem z.B. zwei historische Holzdecken wieder freigelegt würden, desweiteren zwei Portale reaktiviert würden, die in den 60er Jahren zugemauert worden waren und schließlich die Farbgebung des gesamten Innenraumes, die heute einheitlich grau-beige ist, an die ursprüngliche angepasst würde (wie das genau aussehen sollte, wollte er nicht sagen). Auf meine konkrete Frage, ob denn die Seitenbänke und Balustraden drinbleiben und Akustiksegel in der Kuppel aufgehängt würden, wollte er nicht antworten und hat darauf hingewiesen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt nichts darüber sagen könne, er bitte um Verständnis. Die Bauarbeiten sollen erst im Sommer 2020 beginnen.


    Alles in allem keine sehr beruhigende Antwort, man kann nur hoffen, dass das Denkmalschutzamt zu krasse Veränderungen untersagt. Das Argument, dass die Kirche schließlich auch an die Anforderungen des Gemeindelebens angepasst werden solle, verstehe ich zwar einerseits; andererseits scheint der Gottesdienst-Besuch in St. Lukas aber eher gering zu sein, obwohl es eine der wichtigsten und größten evangelischen Kirchen in München ist: ich war am Sonntag im Pfingst-Gottesdienst (obwohl ich katholisch bin) und es waren vielleicht 60-70 Leute im Gottesdienst. Und das am Pfingstsonntag! Der Mesner hat gemeint, dass sonst noch weniger kommen würden und auch der Pfarrer zeigte sich in seiner Predigt erfreut, dass "heute soviele Leute im Gottesdienst wären". Die großen katholischen Kirchen in der Altstadt Münchens sind an solchen Feiertagen total voll und auch an normalen Sonntagen gut besucht. Angesichts dieser kleinen Gemeinde von St. Lukas scheint eine Vergrößerung des freien Platzes vor dem Altar schwer legitimierbar zu sein, aber es geht ihnen anscheinend mehr um außergottesdienstliche "Veranstaltungen".

    Ich weiß jetzt auch nicht, ob und wie man da weiter vorgehen sollte, vielleicht könnte man mit dem Denkmalschutzamt reden, das aber halt auch schon involviert ist.