Berliner Schloss - Humboldt-Forum

  • Besucherleitsystem

    Diese ganzen Guides in den Museen gehören eh abgeschafft. Anstatt dass die Leute selbsständig sich die Informationen beschaffen und die Exponate ungestört auf sich wirken lassen, werden sie gelenkt und manipuliert. Betreutes Denken. Ohne Guides geht es fast schon gar nicht mehr, zumindest sind die Exponate dann ohne Erklärungen...:gehtsnoch:

  • Ach, ganz abschaffen würde ich es nicht (habe auch schonmal eine Führung erlebt, die ich relativ gut fand, aber das war auch individuell und nicht eine Großgruppe), aber idR flüchte ich auch davor, weil ich nicht ständig aural belästigt werden will, wenn ich gucke.

  • Natürlich darf man auch Rekonstruiertes mit Modernem in Bezug setzen, aber bitte doch auf höherem Niveau!


    Ich finde, mit der Formulierung "höherem Niveau" schmeichelst Du den dafür verantwortlichen Koryphäen noch unabsichtlich. Für mich hat das überhaupt kein Niveau.


    Auch schickere Irren- und Strafanstalten habe ich schon gesehen. Zugegeben, um das zu untermauern, müsste ich darin wenigstens mal eine Zeit lang gewohnt haben. Doch verschlägt es mich dorthin genauso wenig, wie in das Innere des neuen 'Schlosses'.


    Ich stelle mir häufig die Frage, wie es wohl auf einen ausländischen Besucher wirken mag, wenn er das tolerante Deutschland mit seinem multikulturellen Humboldtforum besucht. Womöglich wird er die Eingangshalle für ein riesiges Lagerregal halten, in welchem hinter einer Scheinfassade die Wunderwaffen für den nächsten Blitzkrieg versteckt sind.


    Harmonie wird er dort jedenfalls nicht antreffen. Und in dieser Atmosphäre ganz gewiss auch keine Schmeicheleien für eine fremde, gar seine eigene Kultur.

  • Man betrachte auch das Design der anderen Innenräume: alles in weiß, weiß und nochmal weiß. Selbst der Boden gibt keine Hoffnung auf eine warme Farbe, sprich feines Parkett. Anödendes weiß, so weit das Auge reicht und der geneigte Besucher gehen will. Einzig die Exponate und deren Farbigkeit könnten ein wenig Hoffnung auf Abwechslung und Augen- freude versprechen.

    80 Hochwertige Berliner Stadtschloss Video-Clips und Filmmaterial - Getty Images


    (Frage mich nur wie das in wenigen Jahren aussieht? Bei diesem zu erwartenden großen Besucher Andrang!? Wie sieht es mittlerweile im brandenburgischen Landtag/Potsdamer Schloß aus? Der Kulka frönte da ja auch dem totalen Weiß!?)

  • Neue Baustellen-Bildchen von mir, von gestern:




    Portal V


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    Lüftungsanlage überm Lüftungsgitter des Ostblocks


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    Und weils so schön ist, nochmal Innenportal I und Kuppel mit Sonne. 8)


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    „Die Architektur ist die Fortsetzung der Natur in ihrer konstruktiven Tätigkeit.“

    Karl Friedrich Schinkel

  • Habt Ihr im neuen Berliner Extrablatt den Tagebuchbericht eines Wolfgang Gehrke vom Abriss des Berliner Schlosses gesehen und gelesen? So erschütternd und zugleich spannend geschildert. Er heimlich in die Ruine eindringend, auf der Hut vor der Volkspolizei und ein exzellenter Kenner der Schloßgeschichte war er, ebenso ein Feingeist, der einzuschätzen vermochte, was die Barbaren gerade zu zerstören im Begriff waren.

    Ich lese den Bericht gerade total beeindruckt in der Druckausgabe!


    Hier online, ab Seite 6:

    Berliner Extrablatt Ausgabe 92 by Förderverein Berliner Schloss - Issuu

  • Ein Instrument des aktuellen hiesigen Kulturmarxismus ist es, möglichst große Teile der deutschen Geschichte als Verbrecheralbum darzustellen. D.h. positive Bezugspersonen der nationalen Vergangenheit werden nach Möglichkeit dekonstruiert, indem man aus heutiger Sicht negative Aspekte sucht und danach Bewertungen vornimmt.


    Aktuell sind die Humboldt-Brüder im Visier. Alexander von Humboldt wird als Vorläufer von Rassisten und als Gegner der Menschenwürde dargestellt. Wilhelm von Humboldt wird zum Antisemiten gekürt, u.a. weil er einen jüdischen Bankier als "roh" und "ungebildet" bezeichnet hat.


    Der Zeitpunkt der Attacke dürfte angesichts des absehbaren Endes der Bauarbeiten am Humboldt-Forum bewusst gewählt sein.


    Sollten die Freunde des Stadtschlosses diese Attacke ihrerseits dazu nutzen, zu fordern von der Bezeichnung "Humboldt-Forum" offiziell abzurücken und nur noch vom Berliner Schloss zu reden? Nun, so verlockend es erscheint, auf diesen Diffamierungs-Zug sollten sie wohl besser nicht aufspringen...


    Ausstellung über die Humboldt-Brüder

    Vom Sockel geholt

    Sie gelten noch heute als Idole: Eine Ausstellung in Berlin widmet sich Wilhelm und Alexander von Humboldt - und stellt die Brüder in ihrer sonst so gern übergangenen Widersprüchlichkeit dar.

    Wilhelm und Alexander von Humboldt: Ausstellung in Berlin - SPIEGEL ONLINE

  • Aktuell sind die Humboldt-Brüder im Visier. Alexander von Humboldt wird als Vorläufer von Rassisten und als Gegner der Menschenwürde dargestellt. Wilhelm von Humboldt wird zum Antisemiten gekürt, u.a. weil er einen jüdischen Bankier als "roh" und "ungebildet" bezeichnet hat.


    Wäre betreffender Bankier Katholik oder Protestant gewesen, das geringschätzige Urteil eines der beiden Humboldtbrüder wäre vollkommen uninteressant und bedeutungslos.


    Man darf wohl einen Bankier als "roh" und "ungebildet" bezeichnen aber nur so lange dieser kein Jude ist.


    Die in den USA lehrende deutsche Germanistin Barbara Hahn (die im Katalog nicht genannt wird) schrieb bereits vor Jahren, dass unter Wilhelm von Humboldts liberal wirkender Haltung "etwas wuchert, das moderne Gesellschaften zerfressen und im 20. Jahrhundert mörderische Konsequenzen haben wird. Nennen wir es ruhig beim Namen: Antisemitismus".


    Da ist es wieder, jenes Grundprinzip der "Kulturmarxisten", die von Luther über die deutsche Romantik eine gerade Linie bis hin zu Adolf Hitler ziehen und den Deutschen somit einen positiven Blick auf ihre Kulturgeschichte austreiben wollen.