Hans Schoch (1550 - 1631)

  • Hans Schoch ist sicherlich unter den bislang genannten Architekten eine Ausnahmeerscheinung - er ist der bisher einzige präsentierte Architekt, der noch zu den Zeiten Straßburgs als Reichsstadt tätig war, und zudem sind nur noch zwei seiner Bauwerke (wenn auch nicht mehr originalgetreu) erhalten - dennoch soll er hier genannt werden, da die Große Metzig und der Neubau zu den bekanntesten Bauwerken Straßburgs zählen.


    Schoch wurde 1550 in Königsbach (heute: Enzkreis bei Karlsruhe) geboren und erlernte zuerst den Beruf des Zimmermanns. Er kam vermutlich auf seiner Wanderschaft nach Straßburg, erwarb dort das Bürgerrecht und heiratete dort auch 1572. Nach einigen Jahren in seiner badischen Heimat kehrte er 1577 nach Straßburg zurück und war am städtischen Zimmerhof tätig.


    Nach einer Tätigkeit in Durlach zwischen 1582 und 1585 kehrte er nach Straßburg zurück und wurde zum "Lohnherren" ernannt, war also für die Vergabe öffentlicher Bauaufträge zuständig. Von 1590 bis 1587 war er dann Stadtbaumeister in Straßburg, bevor er nach seiner Entlassung im Auftrag von Kurfürst Friedrich in Heidelberg aktiv war und dort den "Friedrichsbau" des Schlosses schuf. Offensichtlich war er im Anschluß daran von 1620 bis 1627 wieder als Stadtbaumeister in Straßburg tätig, es scheinen aber keine Gebäude aus dieser Zeit erhalten zu sein.


    Zu seinen bekanntesten Gebäuden außerhalb Straßburgs zählt sicherlich das Markgrafen-Gymnasium in Durlach und das mehrfach zerstörte und rekonstruierte Schloß Gottesaue bei Karlsruhe.