Metz - Teil 13: Montigny

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    Zuerst einmal frohe Ostern an alle :blumen:


    Eigentlich ist Montigny-les-Metz eine selbständige Stadt von über 20.000 Einwohnern, jedoch ist sie seit dem frühen 20. Jh. so mit Metz zusammengewachsen, dass es im Grunde fast schon ein Kuriosium ist aus unserer deutschen Sicht, dass sie immer noch selbständig ist. Doch in Frankreich ist die Selbständigkeit der Vorstädte eigentlich was ganz Normales, siehe die "Banlieues" von Paris, oder auch die Vororte von Nancy, Troyes, Lille, etc.., die im Übrigens die Bewohner der eigentlichen "Großstädte" (Stadtkerne) um ein Vielfaches übersteigern!

    Montigny selbst ist historisch gesehen bis ins 19. Jahrhundert eher ein unbedeutendes Dorf vor den Toren von Metz gewesen. Erst durch die Industrialisierung und nicht zuletzt durch Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich von 1871-1919 hat sich dieser Ort zu einer gründerzeitlichen Vorstadt entwickelt.


    Beginnen wir mit der Bebauung in der Verlängerung der Metzer "Avenue de Nancy". Diese nennt sich hinter der Stadtgrenze Rue de Pont-à-Mousson. Die Bebauung bleibt städtisch wie in der Metzer "Neustadt", teils Gründerzeit, teils 1920er Jahre aufwärts:


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    Auf der rechten Seite erscheint die Begrenzungsmauer der Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, nämlich des botanischen Gartens, welcher in den 1860er Jahre begonnen wurde anzulegen:


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    Das Gewächshaus stammt aus dem Jahr 1861, aus der Zeit der internationalen Messe-Ausstellung "Exposition-universelle de Metz":


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  • Auch im Winter hat der Garten seinen Reiz:



    Die neue Parkordnung wurde etwas plumpt auf der kunstvoll gerahmten vorherigen geklebt :



    Der Plan des botanischen Gartens, auf einem ähnlich elegant gestalteten Schild:















    Der kleine "Bahnhof" für die Kinderbahn, welche früher, vor über 10 Jahren noch durch den Park fuhr. Leider steht er jetzt leer, seit dem Tod des verrenteten Lokführers. Waren schöne Erinnerungen!





  • Verlassen wir nun entgültig den Garten. In der Rue de Pont-à-Mousson entdecken wir einige Gründerzeitler aus der deutschen Zeit:





    An der Gabelung steht die reformierte Kirche, welche 1894 im neogotischen Stil erbaut wurde. Der schlanke Glockenturm ist 50 Meter hoch!







  • An der Ecke zur Rue Mangin:



    Man könnte meinen, man wäre in einer rheinischen Kleinstadt:



    Die Erker geben dem Ganzen noch eine gewisse Würze:






    Das linke Haus mit dem rot verbretterten EG beherbergt einen Club:



    Zwischen den Mietshäusern befinden sich noch wenige, meist einfache Häuser des bäuerlichen alten Montignys:




  • Dahinter befindet sich das Château de Courcelles, Anfang des 18. Jh. erbaut:




    Die Statue soll an den "siège de Metz" erinnern, gemeint ist die 1552 erfolgte Besetzung der freien Reichsstadt durch französische Truppen:



    Die Gartenseite;





    Zurück zur Rue de Pont-à-Mousson:




    Eckhaus zur Rue Meurisse:



  • An der Ecke zum Passage Léon Zimmermann interessante postmoderne Bebauung:



    Daneben, in der Kurve der Rue de Pont-à-Mousson, dieser Gründerzeitler;



    Etwas weiter, der typische französische Neotraditionallismus der späten 1980er bis frühen 2000er Jahre:




    Nun biegen wir zunächst links am Rathaus in die Rue de l'Hôtel de Ville. Diese wird dann zur Rue des Martyrs de la Résitance. Zur rechten Seite betreten wir zunächst die rue Général Pougin:



    Hier befindet sich noch ein weiterer, komplett erhaltener deutscher "Kiez" mit Reihenhäusern der 1900er Jahre:






  • Auch die neobarocke Schule wurde zur selben Zeit erbaut:


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    Kehren wir um. Etwas weiter nördlich befindet sich die schönste und monumentalste Kirche der Stadt; St. Joseph. Sie wurde 1901-1906 von Ludwig Becker im Stile der rheinischen Romanik errichet. Der Jaumontstein und diese eher deutsche Architketur gehen eine wunderbare Symbiose ein:


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    Herrlich, wie die Abendsonne die südwestliche Eingangsfront anstrahlt:


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    Die Apsis mit achteckigen Vierungsturm könnte auch im Rheinland stehen! Wie bei den romanischen Kirchen von Köln:


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    Das neugotische Pfarrhaus:


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  • Über die Rue Saint Louis und Rue des Loges gelangen wir noch zur Rue des Roses, der Rosenstraße. Hier stehen noch einige schöne Mietshäuser, zt im Jugenstil:


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    An der Ecke zur Rue des Loges;


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    Gegenüber, dieser neomittelalterliche Bau;


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    In der selben Straße befindet sich auch diese neogotische Villa:


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    An der Einmündung in die Rue Mangin, dieser prächtige Gründerzeitler:


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    Hier im Schatten der reformierten Kirche, endet unser Rundgang durch Montigny-les-Metz:


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    --- Ende ---