Metz - Teil 6: Colline Ste. Croix, das mittelalterliche Herz der Stadt

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    Mit dieser Galerie entdecken wir das historische Herz von Metz. Bereits zur Keltenzeit vor über 2000 Jahren war dieses Gebiet auf dem Hügel Ste. Croix / Heiligkreuz besiedelt! Im Mittelalter war aufgrund der Nähe zum Stephansdom ein Zentrum der Stadt, was sich an den Wohntürmen bermerkbar macht.


    Beginnen wir unsere Stadtteilserkundung in der Straße "En Fournirue" /Goldschmiedgasse. Hier steht schon ein sehr interessantes Gebäude im Kern aus dem 16. Jh. , später mehrmals umgebaut. Heute befindet sich hier die Apotheke:


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    Ein Stück weiter, noch ein weiteres altes Haus, das wegen seiner Büsten auch als das "Köpfehaus" (Maisons des têtes) genannt wird. Es wurde 1529 errichtet im Stile der Renaissance. Um 1913 wurden die Originalköpfe jedoch nach Amerika und Straßburg verkauft, sodass man sie aufgeteilt zwischen den Museen von Boston und Metz finden kann. 1974 wurde das gesamte Gebäude transloziert, beim Bau des EKZ Centre commercial St. Jacques:







  • Folgen wir der Goldschmiedgasse:



    An der Kreuzung mit der Rue Taison befand sich einst das wichtigste Drehkreuz mittelalterlicher Fernstraßen: die West-Ost Fernstraße von Paris nach Prag traf hier die Nord-Süd Verbindung von Amsterdam ans Mittelmeer:




    In der Rue Taison:



    Hier "fliegt" eine Figur des legendären Metzer Drachen Graoully:






    Ein idyllischer Hinterhof:



  • In der Rue du Chanoine Collin, auf der rechten Seite, ein Verwaltungsgebäude der 1950er Jahre für das Rathaus, auch unter Mondon errichtet, wirkt wie ein Fremdkörper:




    In der ehemaligen Karmelitenkirche aus dem 17. Jh., später Stadtbibliothek ist nun der Eingangsbereich für das Historische Museum der Stadt Metz "Musée de la cour d'or":





    Nach dem Durchbruch des EG voriges Jahr sieht die Kirchenfassade nun so aus;


    Google Maps


    Ebenfalls zum Museum zugehörig ist der dahinter befindliche mittelalterliche Speicher "Grenier de Chèvremont" aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts:



  • Zurück zur Rue Taison: sie mündet in den Place Sainte Croix, dem Hauptplatz des Viertels:



    Zur Südseite befindet sich ein barocker Brunnen:




    Das Haus dahinter wurde mal von der Antifa besetzt...



    Blick in Richtung Norden:



    Zur rechten Seite, das ehem. Hôtel de la Bulette, das ein Teil der früheren Stadtverwaltung beinhaltete, stammt im Kern aus dem 15. Jh., im 18. Jh. in ein ehemaliges Kloster eingefügt und wurde im 19. Jahrhundert von der Fassade verändert:





    Der restliche Gebäudekomplex. Er wurde teuer renoviert (sogar entkernt) um neue Wohnungen einzubauen:


  • Folgen wir nun der Hauptstraße, die sich nun Rue des Trinitaires (Straße der Dreifaltigkeit) nennt. An der Ecke zur Rue du Haut, die ehemalige Dreifaltigkeitskirche von 1720, jetzt Ausstellungsraum:





    Das etwas karge und "abgenutzte" Innere:






    Im Inneren befindet sich direkt neben dem Museum noch der Kreuzgang des ehem. Klosters.






  • Gegenüber befindet sich der älteste mittelalterliche Wohnturm der Stadt, das Hôtel St. Livier: es wurde im 13. Jahrhundert errichtet, Im 15. und 16. Jahrhundert verändert, umfasst die Anlage heute das FRAC (Fond Régional d'Art Comptemporain) ein Art Museum für zeitgenössige Kunst:




    In den ersten zwei Geschossen, Fenster aus dem 13-14. Jh.



    Nachts:




    Durch das Renaissanceportal betreten wir den Innenhof:




  • Im Inneren nun noch ein paar "Ausstellungsstücke":




    Ist das Kunst oder kann das weg?:--)






    Im Inneren des alten Turms:



    Die alten Doppelfenster mit Kapitellen sind nach außen verschlossen:



    Ansonsten ist er innen vollkommen entkernt, wie ein normaler Ausstellungsraum...


    Das Schönste vom Museum mMn der Garten;



  • Besonder schön ist es hier in den warmen Monaten, wenn die Restaurants ihre Tische aufgebaut haben!




    Abends:




    An der Ecke zur Rue de la Glacière, ein im Kern gotisches Haus:



    Kommen wir nun zur Kirche Sainte. Ségolène: die mächtige Doppelturmfassade stammt aus der deutschen Zeit, von 1896-98 unter der Leitung des berühmten Architektern Conrad Wahn. Sie ersetzte eine ziemlich unharmonische, verbaute Fassade des 15. Jh. :



    Links befindet sich ein Hochhausviertel...





    Details der Portale:






  • In der Rue marchant, links von der Kirche, dieses Renaissancehaus:




    Ein Stück weiter, die Kapelle des St. Dominique Krankenhauses aus dem 18. Jh.




    Weitere interessante Details in der Straße:




    An der Ecke zum Boulevard Paixhans, der Rest der Karmeliterkirche (èglise des Grands-Carmes) aus dem 14-15. Jahrhundert:





    Der "Boulevard" selbst ist von deutschen Gründerzeitlern geprägt:



  • Rechts von Ste. Ségolène befindet sich die Rue des Capucins, die Kapuzinergasse:


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    Wenn wir nun weiter geradeaus gehen, nennt sie sich Rue du Paradis. An der Ecke zur Rue du Trombois befindet sich ein sehr interessantes Gebäude, das heutige Musikkonservatorium seit 1969. Im Hof befindet sich ein ziemlich gut erhaltener Kreuzgang, wohl aus gotischer Zeit, da es damals das Kapuzinerkloster war


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    Leider habe ich keine genauen Informationen, wann genau der Gebäudekomplex errichtet wurde:


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  • In der Rue du Tombois, dieses harmonische Gebäude im postmodernen Stil:






    Wieder zurück zur Kapuzinergasse, hier befindet sich eine Treppe in einem Haus, die die höhere Straße Rue des Récollets verbindet:





    In dieser Straße befindet sich eine Schule aus den 1950er Jahren, die ein wahrer Fremdkörper ist:





  • Die Rückseite von dem profanierten Kloster, welches umgebaut wurde für Wohnungen:



    An der Ecke zur Rue de l'Abbé Risse, das Eingangsportal zum ehemaligen Rekollektenkloster jetzt u. a. städtisches Archiv.





    Ein Höhepunkt ist der zu 3 Seiten geschlossenen Kreuzgang von der Zeit um 1250: