Teil 1 - von Rivetoile in das Schweizerviertel

  • Hier nun also die Haltestelle, die ziemlich genau an der Grenze zwischen Straßburg und Neudorf liegt, einem großen, aber nicht besonders attraktiven Viertel (übrigens nicht zu verwechseln mit dem weiter südlich gelegenen Neuhof, das wohl das unsicherste Viertel von Straßburg sein dürfte).




    Von hier aus geht es nach Norden zum ehemaligen Hafengelände, in dem das Rivetoile-Projekt als Mischung aus Wohnungen, Einkaufszentrum und kulturellen Einrichtungen inzwischen fast fertiggestellt wurde.


    Hier die Südseite mit dem charakteristischen Turm des Kinos:



    Das große Projekt zur Stadterweiterung bis nach Kehl, das schon in Straßburg (F) - Straßburger Städtetouren, Teil 11, von Kehl über den Straßburger Hafen bis zur Cité Rotterdam vorgestellt wurde, ist hier am weitesten fortgeschritten bzw. weitgehend fertig:





    Hier ist am östlichen Ende des Hafenbassins noch eine Fläche unbebaut:


  • Die Nordseite des Areals ist überwiegend der Kunst gewidmet:


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    Links im Erdgeschoß und Untergeschoß die Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants, darüber dann Wohnungen:


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    Hier ist die auch bereits vorgestellte Cité de la musique et de la danse von 2006 zu sehen:


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    Blick nach Norden, das Schweizerviertel wird hier teilweise durch Hochhäuser von Charles-Gustave Stoskopf verdeckt, dem wir auch Teile der Bebauung am Eisernen Mann, in der Esplanade (dort vor allem!) und in Petite France "verdanken";


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    Blick nach Norden zur ehemaligen Börse, die ja bereits ausführlich in Straßburger Architekten - Paul Dopff (1885-1965) vorgestellt wurde:


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    Ebenfalls schon kurz vorgestellt, und zwar in Straßburger Architekten - Gustave Oberthür (1872 - 1965), wurde die Krankenkasse, hier wird die Einbettung ins Schweizerviertel deutlich:


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    Bekanntermaßen wurde dieses Viertel, so genannt aufgrund der Straßennamen, während der deutschen Zeit kaum bebaut, da erst relativ spät die Stadtbefestigung im Süden inkl. Metzgertor abgerissen wurde.


    Daraus resultiert eine recht interessante und überwiegend gelungene Bebauung, bei der die einzelnen Zeitschichten für den Betrachter sichtbar werden.

  • Wir überqueren nun den Kanal und gehen an der östlichen Platzkante vorbei, der Gebäudefront aus dem Jahr 1957 wurde ja wie erwähnt eine passende Fassade vorgeblendet, sich bestens zur Börse paßt:


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    Die frühere Börse zum Vergleich:


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    Von hier aus geht es weiter nach Norden in Richtung des früheren Metzgerplatzes, das Eckgebäude stammt von 1929:


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    Blick nach rechts in das Schweizerviertel in die rue Jasques Peirotes, die attraktiven Gebäude in der Mitte der Straße stammen allesamt aus den dreißiger Jahren und fügen sich harmonisch in die wenigen Gebäude der deutschen Zeit, aber auch die Bebauung der 20er Jahre ein (namentlich das Wohngebäude von Gustave Oberthur ist hier zu nennen, das bereits in Straßburger Architekten - Gustave Oberthür (1872 - 1965) vorgestellt wurde).


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    Die Parallelstraße weiter nördlich präsentiert sich so - die aufwendigere Bebauung stammt aus den 30er Jahren, die schlichten Fassaden von Mitte der 50er:


    sou perfeito porque / igualzinho a você / eu não presto

  • Von hier aus geht es weiter nach Norden zum Metzgerplatz (heute Place d'Austerlitz), hierzu zwei Stadtpläne.


    Einmal die städtebauliche Situation von 1910, das Metzgertor ist hier schon abgerissen, die freien Flächen südlich des Platzes sind Militärgelände. Die Feld-Artillerie-Kaserne, die auf älteren Stadtplänen zwischen Metzgerplatz und Züricher Platz noch eingezeichnet ist, fehlt hier - vielleicht wurde sie schon zur Vorbereitung der geplanten Bebauung abgerissen (?)


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    Jedenfalls wird klar, daß südlich dieser Verbindungslinie zwischen den beiden Plätzen keine historische Bebauung zu erwarten ist, hier die heutige Situation mit den eingezeichneten Aufnahmeorten:


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    Und es gibt auch wieder eine 3D-Ansicht unter 3D-Modelle zu Straßburg in Google Earth


    Hier der Blick auf den Place d'Austerlitz von heute:


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    Das Gebäude auf der linken Seite stammt übrigens von 1960 und ersetzte die kleinteilige Bebauung aus dem 18. Jahrhundert, die 1954 abgerissen wurde (ein Foto der vorherigen Bebauung gibt es hier).


    Ansonsten präsentiert sich der Platz sehr schön gestaltet und vor allem auch gepflegt und mit Grünanlagen (die ja in Deutschland häufig völlig fehlen):


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    Blick durch die kleine Fußgängerzone nach Norden zum Alten Zoll:


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    Dieser Platz war übrigens bis 2008 der offizielle Busbahnhof von Straßburg und wurde inzwischen durch den neuen Busbahnhof weiter südlich ersetzt, gleich neben der Cité de la Musique et de la Danse (auf Überdachungen und funktionierende Anzeigen muß man dort allerdings weiterhin verzichten, die richtigen Busse findet man eher durch Zufall).


    Von hier aus geht es jetzt weiter durch die historische Bebauung von Krutenau, wobei ich den Rundgang in drei Phasen unterteilt habe:

    • das kleinteilige alte Krutenau
    • die Neubebauung des 19. Jahrhunderts
    • die klassischen Hauptsehenswürdigkeiten

    sou perfeito porque / igualzinho a você / eu não presto

  • giulio

    Hat den Titel des Themas von „Straßburg (F) - Straßburger Städtetouren, Teil 15, Sehenswertes außerhalb der Altstadtinsel“ zu „Teil 1 - von Rivetoile in das Schweizerviertel“ geändert.