Oberbayerische Barockklöster (Galerie)

  • Die folgenden Beiträge zeigen eine kleine Reise zu einigen bayerischen Barockklöstern, wie ich sie 2014 im Aph veröffentlichte:

    Wie ich gesehen habe fehlt unserer bayerischen Galerie noch ein Strang mit den oberbayerischen Klöstern. Von einer kurzen Reise um den Ammersee und Starnbergersee habe ich fotografische Eindrücke von den dort so zahlreich vertretenen prachtvollen Barockanlagen mitgebracht!

  • Von einigen vorösterlichen Reisetagen im April 2014 , reich ausgefüllt mit Erkundungstouren um Starnbergersee und Ammersee, bringe ich Euch Eindrücke von den prachtvollen, beeindruckenden Klosteranlagen Andechs, Dießen, Wessobrunn und Schäftlarn mit.



    Teil 1 - Kloster Andechs


    Beginnen möchte ich mit dem heiligen Berg Bayerns, dem Andechs und mit dem gleichnamigen Benediktinerkloster, das auf dem Berg zur Betreuung der Marienwallfahrt und des Heiltumsschatzes seit 1455 mit Unterbrechung besteht!


    Andechs Mobile

    http://de.wikipedia.org/wiki/kloster_andechs



    Annäherung - der Andechs als markanter Kegel auf der Hochfläche oberhalb des Ammersees ...


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    ... den steilen Weg hinauf in den Klosterhof vor der Kirche ...


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    Der Kirchturm, aus der ersten frühbarocken Erneuerungsphase stammend ...


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    Fortsetzung folgt!


    (Quelle: eigene Bilder)

  • Teil 2 - Kloster Andechs


    Zum 300-jährigen Bestehen des Benediktinerklosters wurde die spätgotische Hallenkirche 1755 in erlesenem feinsten Rokoko umgebaut und neu ausgestattet.


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    Der beschwingte Rokokoraum, der nun entstand, wurde von bekannten bayerischen Meistern des Rokoko gestaltet. Wir lesen Namen wie Johann Baptist Zimmermann, Johann Georg Üblher und Franz Xaver Feichtmayr d. J. für die Stukkaturen, ein Zimmermann Sohn und ein Johann Michael Helterhof waren für die Fresken verantwortlich!


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    Den Erfordernissen einer Wallfahrtskirche entsprechend, wurde das Chorgestühl der Mönche auf die Orgelempore verlegt und durch eine umlaufende Galerie der Raum horizontal zweigeteilt, sodaß ein zweigeschossiger Marienaltar gebaut werden konnte. Unten im Raum der Pilgergemeinde steht das Andechser Gnadenbild, eine spätgotische Madonna, gerahmt von einem vergoldeten und versilberten Altaraufbau, dessen Figuren von dem berühmten Hofbildhauer Johann Baptist Straub gestaltet wurden!


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    Nun noch weitere Raumeindrücke vom schrägen Abendlicht aus dem Westen beleuchtet ...


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    (Quelle: eigene Bilder)


    Fortsetzung folgt!

  • Teil 4 - Kloster Dießen



    Weiter geht's mit Kloster Dießen am Westufer des Ammersees gelegen. Die Bilderschau wird sich weitgehenst auf die Klosterkirche beschränken. Ich verweise auf die umfangreiche Galerie von Markus mit Bildern von Ort und Klosterkirche:


    Dießen am Ammersee


    Meine Bilderserie aus der vorösterlichen Woche 2014 sollen lediglich aktuell ergänzen und andere Blickwinkel präsentieren.


    Von Fassade und Innenraum der Klosterkirche und Marienmünster Dießen bin ich sehr angetan, ja wurde ich geradezu freudig ergriffen. So eine jubelnde, schwingende, in sich harmonisch ergänzende Gesamtarchitektur bedeutet höchsten barocken Raumgenuß. Hier wirkte meisterliches Können eines Johann Michael Fischer. Das barocke Gesamtkunstwerk verwirklichten weitere namhafte Künstler!


    Im Jahr 1732 begonnen, wurde der Neubau bereits 1739 vollendet.


    Für weitere Informationen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/kloster_die%c3%9fen


    Markt Diessen am Ammersee - Aktuelles


    Ich beschränke mich auf das reine Bildwirken. Seht selbst!


    Zuerst die wunderbar proportionierte und gegliederte Fassade. Ein- und ausschwingend, eine barocke Welle empfängt den Besucher, nimmt ihn auf ...







    Trotz der barocken Fülle atmet der Innenraum auch eine Ruhe durch die ganz in weiß gehaltenen Architekturgliederungen und dezent in rose-grau abgesetzten Stukkaturen. Mit der Architravzone und über dem Hauptgesims in der geschwungenen Überleitung zum Gewölbe zeigt sich geradezu auch eine "Ruhezone", in der sich der Raumklang entfalten kann. Auf dieser weißen Raumschale können die farbprächtigen Altaraufbauten umso wirkungsvoller in Erscheinung treten. Die goldorangenen Farbklänge der Altäre wirkten auf dem weißen Hintergrund für mich freudig, vitale Gefühle auslösend. Ebenso die gesamte Raumgestaltung, deren einzelne Künste sich ineinander einfügen und eine wohltuende Gesamterscheinung bilden. Barocke Architekturtheatralik in vollendeter Form!









    (Quelle: eigene Bilder)


    Fortsetzung folgt!

  • Teil 5 - Marienmünster Dießen


    Zitat: " An der Innenausstattung beteiligte Künstler

    1733 unternahm der <auftraggebende(Anm.)> Propst Herculan die zweite Kunstreise nach Innsbruck, Südtirol (bis Bozen), Augsburg und München, den damaligen künstlerischen Zentren, um die besten Handwerker und Künstler für sein <Himmlisches Jerusalem> zu finden: den damals schon berühmten Augsburger Akademiedirektor Johann Georg Bergmüller, der hier sein Hauptwerk schuf, und dessen Meisterschüler Johann Evangelist Holzer, den führenden Augsburger Bildhauer Ehrgott Bernhard Bendl, aus Weilheim den Bildhauer Franz Xaver Schmädl, sowie aus Kempten den fürstäbtlichen Hofmaler Franz Georg Hermann. Von den Künstlern am Münchner Kurfürstlichen Hof stand er in Verbindung mit Francois Cuvillies, dem Hofbildhauer und -kistler Joachim Dietrich, dem Flamen Aegid Verhelst, dem Schweden Georg Desmarees, dem Bildhauer und Vater der bayerischen Rokokoskulptur Johann Baptist Straub, sowie den Münchner Malern Balthasar Augustin Albrecht und Johann Andreas Wolff. Die beiden Venezianer Giovanni Battista Pittoni und Giovanni Battista Tiepolo malten für jeweils 600 Gulden (!) Altarblätter.

    Der um 1736/37 entstandene Stuck ist ein Gemeinschaftswerk Wessobrunner Künstler, der Brüder Johann Michael und Franz Xaver Feichtmayr. d.Ä., sowie Johann Georg Üblhers (figural-plastische Arbeiten)."


    (Quelle Text: Marienmünster Dießen, Peda-Künstführer Nr. 531/2009 )







    Engel- und Puttotanz im Auszug über den beiden Seitenaltären am Chorbogen










    Nochmal ein Blick auf die Fassade und zum Abschluß die Lage im Ort:






    Die Lage von Dießen mit dem Marienmünster vom Ostufer des Ammersees aus gesehen



    (Bildquelle: eigene)


    Fortsetzung folgt mit Wessobrunn!

  • Teil 6 - Kloster Wessobrunn


    Diesen Teil der kleinen Galerie zu oberbayerischen Barockklöstern kann ich leider kaum mit eigenen Bikldern illustrieren. Ich war wohl so von der rudimentären Klosteranlage , meiner alles ergänzen wollenden Fantasie beschäftigt und von den alten Bäumen fasziniert, daß ich das Fotografieren vergaß. Dafür habe ich einige links zur Geschichte, mit Fotos und aktuellen online-Pressemeldungen recherchiert, die über das gegenwärtige Schicksal von Kloster Wessobrunn berichten:

    Es steht zum Verkauf! (es stand zum Verkauf - ist mittlerweile an ein Kosmetikunternehmen veräußert worden)

    Also liebe APH-Fangemeinde, wie wär`s, machen wir eine "architectura pro homine-Gemeinschaft" auf!? :wink:


    Laut den Artikeln sind bisher alle Investoren und Nutzungskonzepte nicht verwirklicht worden. Ein Klinikkonzern stand bereit, was Widerstand unter den Bürgern hervorrief, bei der Kirchenleitung und den Schwestern allerdings Verkaufsbereitschaft. Das, wie ich meine, stimmige Konzept der Einrichtung einer Wasserakademie, ein ganzheitliches Heilzentrum der St.Leonardsquellen-Betriebe, ist den Kirchenleuten zu esoterisch, die Bürger finden's begrüßenswert. Zuletzt war ein Kosmetikbetrieb im Gespräch. Wie man hier sieht, hat man`s mit bürgerorientierten Entscheidungen von Kirchenseite her(Bischof) nicht so sehr!


    Dabei würde sich die Wasserakademie direkt auf die Gründungslegende Wessobrunns beziehen. Noch heute grüßen den Besucher, wenn er einen Durchlass auf der Nordseite der Klostermauer durchschritten hat, die 3 barocken Quellbecken und ein die Quellen fassendes barockes Brunnenhaus.

    Von der Gesamtanlage existiert nur mehr noch etwa ein Viertel, vor allem der dreiflügelige Gästetrakt mit parchtvollen, üppigen Wessobrunner Stukkaturen. Klosterkirche und der Konvent wurden nach 1803 privatisiert und abgerissen. Die Abbruchmaterial wurde für den Wiederaufbau Weilheims wieder verwendet.

    Der Blick, der sich von Norden her bietet, hier in einem eigenen Bild. In der Mitte der hochmittelalterliche Glockenturm der romanischen Klosterkirche. Im Hintergrund der Gästetrakt und rechts die Pfarrkriche Johannes Baptist.


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    Zur Geschichte:

    Wessobrunn – Wikipedia


    Als Herzog Tassilo zur Jagd um das Jahr 758 in der Gegend weilte, soll er einen Traum gehabt haben, so die Legende. Petrus sei auf der Himmelsleiter gestanden, an deren Fuss 3 Quellen entsprangen. Ein Jagdgefährte namens Wezzo machte sich gleich, nachdem der Traum erzählt war, auf den Weg die Quellen zu suchen und wurde freilich fündig. So wurde das Kloster "ad fontes Wezzonis" gegründet, das spätere "monasterium Wessofontanum".


    Die Erinnerung an diese Gründungslegende hält die sogenannte wohl 800-jährige Tassilolinde lebendig.


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    " Zwei Begriffe sind mit dem Namen des Klosters untrennbar verbunden: das Wessobrunnner Gebet und die Wessobrunner Stuckatorenschule. Beide verhalfen dem kleinen Ort zu großem Bekanntheitsgrad. Das "Wessobrunner Gebet" gilt als das älteste deutsche Sprachdenkmal mit christlichem Inhalt und ist Bestandteil eines um 814 vermutlich im Bereich des Augsbruger Bistums entstandenen Codex aus der ehemaligen Klosterbibliothek.".

    "Unter Wessobrunner Stukkatorenschule" wurde zu Beginn bayerischer Kunstdenkmäler-Inventarisierung Ende des 19.Jh. zusammengefasst, was damals nur vereinzelt zu benennen war, nämlich eine in Wessobrunn ansässige, über mehrere Generationen zu verfolgende, versippte Künstler- und Schulgemeinschaft von 600 Stuckatoren, die vom frühen 17. bis ins ausgehende 18.Jh. tätig waren. Im Gefolge der Vorarlberger Baumeister eroberte sie erst Süddeutschland und die Schweiz, später drangen Wessobrunner Stuckatoren sogar bis nach Ungarn und Russland vor. Kerngebiet blieb natürlich Bayern, wo es kaum einen namhaften Bau dieser Zeit gibt, an dessen Ausstattung kein Feichtmayer, Finsterwalder, Gigl, Merck, Rauch, Schaihauf, Schmuzer, Übelher, Zimmermann oder Zöpf mitgearbeitet hat- Familienamen, die heute Wessobrunns Straßenschilder schmücken"

    Zitate: Schnell, Kunstführer, Nr. 526: Wessobrunn, 17.Aufl. 2012





    Weitere Bilder, siehe dort auch die barocke Ansicht der idealen Gesamtanlage im Vergleich zu den noch stehenden Gebäudeteilen:


    Wessobrunn – Reiseführer auf Wikivoyage


    Siehe hier auch die idealisierte, barocke Gesamtanlage auf einem alten Kupferstich:


    hio_reg_whm wessobrunn-kloster.html


    kloster-wessobrunn.html


    Pfarrei Wessobrunn


    Hier eine Sammlung von Presseartikeln und Blogbeiträgen zu den Verkaufsverhandlungen:


    http://wessobrunn.blog.de/2013…ster-wessobrunn-15994058/


    bayerns-kloester-unterm-hammer.html


    martin-abfalter-st-leonhards-quellen-ueber-seine-plaene-kloster-wessobrunn-2944570.html


    st-leonhards-quellen-informierten-wessobrunn-moeglichem-kloster-kauf-2944553.html


    http://www.merkur-online.de/verschiedenes/search/?qr=verkauf+kloster+wessobrunn&tt=1&sb=1&sn=&rs=&bc=suche&fd=&td=&es=1&idheadersearchsubmit=suchen


    http://www.merkur-online.de/verschiedenes/search/?qr=+kloster+wessobrunn&tt=1&sb=1&sn=&bc=suche&rs=&fd=&td=&es=1


    Hier eine Bürgerinitiative, die sich bemüht ein nachhaltiges, gemeinschaftlich orientiertes Nutzungskonzept zu finden:


    Wikispaces



    Fortsetzung folgt mit Kloster Schäftlarn, dann wieder mit vielen eigenen Fotos und Wessobrunner Stuck, versprochen! :smile:

  • Teil 7 - Kloster Schäftlarn - Benediktinerabtei



    Weiter geht die Reise zu oberbayerischen Barockklöstern mit dem zwischen München und Wolfratshausen und an der Isar gelegenen Kloster Schäftlarn. In der Klosterkirche begegnen wir einer sehr edlen Raumschöpfung von allergrößter Meisterschaft. Ein Johann Michael Fischer ist beteiligt und einer der Wessobrunner Stuckatoren zauberte den eleganten, höfisch anmutenden Stuck an die Gewölbe. Die Raumschale ist nun seit der bis 2012 andauernden Restaurierung wieder in dezenter Vergoldung strahlend und funkelnd zu erleben. Insbesondere bei direktem Sonnenlicht ist es ein Augenschmaus den Kirchenraum zu erkunden.


    Die Klosteranlage folgt in relativ bescheidenen Ausmaßen dem Ideal des Klosterpalastes, wie er durch Philipp II. mit dem Escorial in Spanien bereits Ende des 16.Jh. vorbildgebend verwirklicht wurde. Mehrflügelige Anlagen gruppieren sich um diverse Innenhöfe, deren Mittelachse die Kirche bildet. Hier in Schäftlarn ist es eine Vierflügelanlage, durch Eckpavillons betont, deren Mittelachse die Kirche bildet und sich dadurch zwei Innenhöfe ergeben. Die Kreuzungsachsen werden durch Risalite mit Giebeln betont.






    Zitat

    "Die spätbarocke Klosterkirche Schäftlarn zählt zu den herausragendsten Bauten ihrer Zeit. Der heutige Klosterbau wurde 1707 nach Plänen von Antonio Viscardi, Hofbaumeister des Kurfürsten Max Emanuel, fertiggestellt. Der Neubau der Klosterkirche im Stil des Rokoko wurde nach Abbruch des gotischen Vorgängerbaus von 1733 bis 1740 von François de Cuvilliés d.Ä. begonnen und zwischen 1751 und 1760 von Johann Baptist Gunetzrhainer und Johann Michael Fischer fertiggestellt (der Kirchturm hingegen entstand schon 1710). Stuck und Fresken stammen von Johann Baptist Zimmermann, die Altäre von Johann Baptist Straub."


    Quelle:

    Kloster Schäftlarn (Benediktinerabtei) – Orden-online.de



    Weitere Informationen:


    http://de.wikipedia.org/wiki/kloster_sch%c3%a4ftlarn


    Kloster Schaeftlarn: Startseite


    benediktinerabtei-schaeftlarn_3-seite_klosterdetails.html?inst_id=12




    Der Wirtschaftshof, dessen Gebäude nach Augenschein auch alle erhalten sind. Leider führt die Landesstraße mitten hindurch.







    Betreten wir nun den edel anmutenden Innenraum:



    Zitat

    "Die Stuckaturen, ... von J.B. Zimmermann sind im typischen Rokoko der Müncher Hofkunst geschaffen. Bemerkenswert sind die zu Gruppen zusammengefassten kirchlichen Embleme in der Chorbogenlaibung, die rosettenartig gelösten Ziermotive, ferner die fein geschwungenen Rocailleornamente, die sich in lockeren Rhythmen oder wie Girlanden über die Gewölbe legen. Vasen, Engelsköpfe, Wolkenbildungen und die sonst beliebten kirchlichen Ziermotive fehlen, von der Muschel abgesehen. Auch durch diese wohl abgewogene Stuckatur wird die höfisch gestimmte Wirkung erreicht."


    Quelle:

    Peda-Kunstführer Nr.866/2012








    Sehr üppiges, etwas gröber gearbeitetes Sichtschutzgitter auf den Brüstungen der Seitenemporen im Chorraum.



    Die Hl. Dreifaltigkeit über dem Hauptaltar.





    Der Hauptaltar









    Fortsetzung folgt!

  • Teil 8 - Kloster Schäftlarn



    Gehen wir weiter in erhöhter Aufmerksamkeit durch diesen fein beschwingten Raum



    und schauen uns beobachtend um:




    Ausschnitt aus der Hl.Dreifaltigkeitsgruppe im Auszug des Hauptaltares







    Nach diesem Detailüberschwang tut es auch wieder gut den Gesamtraum mit seiner Wirkung in Augenschein zu nehmen.






    Nun folgt noch ein reichhaltiger "Blumenstrauß" mit einigen Deckengemälden, skulpturaler Theatralik, Stuckdetails, Orgel, Putten und Engel!

















    Weitere Stuckornamente, ua. an der Orgelempore, in den Gewölbezwickeln, dort mit Grisaille-Malereien, das heilige Grab in der Karwoche und ein kleines Figurendiorama das Hl. Abenmahl darstellend.









    Fortsetzung folgt!

  • Teil 10 - Kloster Schäftlarn



    Es folgen auf unserem Rundgang durch Kloster Schäftlarn nun noch ein paar Außenansichten und ein Besuch des erst vor einigen Jahren wiederhergestellten Prälatengartens.













    Von den vielen Rosenarten im Garten blühte freilich Mitte April noch keine einzige, aber dieses Blütenpolster reckte eifrig seine Blütenköpfchen in die warme Aprilsonne!







    Letzter Blick auf das gesamte Kloster am Rande des Isartals




    So das war`s bis auf weiteres. Falls Euch die Reisewege nach Bayern führen, fleißig barocke Klöster fotografieren und hier den Faden verlängern! :wink: :smile:

  • Inhaltsverzeichnis:


    Andechs, Kloster

    Dießen am Ammersee, Kloster

    Ettal, Benediktinerabtei

    Schäftlarn, Kloster Schäftlarn (Benediktinerabtei)

    Wessobrunn, Kloster


    Das hier einfach mit der Zitierfunktion übernehmen (nicht zitieren, sondern nur die Zitierfunktion verwenden, um die Syntax zu übernehmen)



    Es wäre gut, wenn die Überschriften der jeweiligen Objekte entsprechend groß wären.


    Im übrigen bin ich der Meinung, dass für jedes Objekt ein eigener Strang noch besser wäre.



    Bitte auch diese Überschriften vereinheitlichen, d. h. nach einem einheitlichen Muster schreiben:

    Teil 1 - Kloster Andechs

    Kloster Andechs - Teil 2

    Kloster Andechs - Teil 3

    Teil 4 - Kloster Dießen

    Teil 5 - Marienmünster Dießen

    Teil 6 - Kloster Wessobrunn

    Teil 7 - Kloster Schäftlarn - Benediktinerabtei

    Teil 8 - Kloster Schäftlarn

    Teil 9 - Kloster Schäftlarn

    Teil 10 - Kloster Schäftlarn

  • Ein Kloster mit bedeutender Kirche ist die Benediktinerabtei Ettal in Oberbayern, gelegen in einem Gebirgstal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau.

    Das Kloster wurde 1330 durch Kaiser Ludwig den Bayern gestiftet, der bei dieser Gelegenheit dem Kloster eine aus Italien mitgebrachte Marmorstatuette der hl. Maria vermachte, die seitdem als Ettaler Madonna verehrt wird. Schon der mittelalterliche gotische Kirchenbau ist ungewöhnlich: es handelte sich bereits damals um einen zwölfeckigen Zentralbau. Die gotische Kirche mitsamt Klosteranlage kann man auf folgendem Stich von Merian aus dem Jahre 1645 schön sehen:


    1212px-Ethal_(Merian).jpg?uselang=de

    (Quelle: Wikimedia Commons, Genehmigung gemeinfrei: file:ethal_(merian).jpg?uselang=de)


    Das zuerst nicht sehr bedeutende Kloster fand erst um 1700 zu einer Hochblüte, die hauptsächlich aufgrund der immer populäreren Wallfahrten zustande gekommen war. Im Zuge der gestiegenen Bedeutung wurde ab 1710 das Kloster neu gebaut und die Klosterkirche durch den Münchner Hofbaumeister Enrico Zucalli im Barockstil umgebaut. Zu dem bereits bestehenden gotischen Zentralraum wurde ein querovaler Chor angebaut und das über dem Zentralraum auf einer Mittelsäule ruhende gotische Rippengewölbe durch eine barocke Kuppel mit Laterne ersetzt. Vom gotischen Ursprungsbau blieb das Mauerwerk des Zentralraums bis zum Kuppelansatz, die Strebepfeiler, die mittlere Portalvorhalle sowie der alte Glockenturm, der heute noch etwas lustig über die barocke Balustrade lugt und vielleicht ein bisserl die Symmetrie stört... aber trotzdem ist er ein nettes Kuriosum. Die Schwierigkeit im Bau der Kuppel waren die aus dem gotischen Zentralbau sich ergebenden Ausmaße: nach dem Abbruch der Mittelsäule ergab sich ein Kuppelraum von 25 m Durchmesser ohne Querarme oder Kapellen und einer Höhe von ca. 40 m bis zur Laterne und insgesamt 71 m bis zum Kreuz. Außerdem wurde eine geschwungene, von Berninis Louvre-Projekt inspirierte Fassade aus Kalkwerkstein vorgeblendet, die durch Pilaster, Säulen und Figurennischen zusätzlich rhythmisiert ist. Hier ein Grundriss der Kirche:


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    Ursprünglich sah das Projekt noch eine statuengeschmückte Balustrade vor, doch dann zerstörte ein großer Brand im Jahre 1744 weite Teile des Klosters und der Kirche. Danach wurde von Joseph Schmuzer, dem Wessobrunner und Rottenbucher Stiftsbaumeister, das Kloster wiederaufgebaut und die Kirche fertiggestellt, das Äußere weitgehend nach Zuccallis Plänen und das Innere im Rokokostil der neuen Zeit. Die Entwürfe zur Innenausstattung stammen vermutlich aus dem Münchner Hofbauamt um Francois Cuvilliés d.Ä. Vom Tiroler Maler Johann Jakob Zeiller stammen das riesige und großartige Kuppelfresko (ca. 1300 m²), einer der Höhepunkte der barocken Deckenmalerei im 18. Jhdt, welches die Glorie des Benediktinerordens darstellt, sowie das Fresko über dem Chorbogen, welches die Gründungslegende erzählt. Die Fresken des Chorraumes sowie einige Altarblätter wurden von Martin Knoller gemalt, ebenfalls aus Tirol stammend. Die reichhaltige Rokoko-Stuckdekoration ist ein Gemeinschaftswerk der beiden Wessobrunner Johann Georg Üblher und Franz Xaver Schmuzer (Sohn des Baumeisters). Der Münchner Bildhauer Johann Baptist Straub schuf die Altarfiguren und die Kanzel im Zentralraum und der ebenfalls in München tätige Hofbildhauer Roman Anton Boos die Reliefs am Sockel des Hochaltars und in den Chorwänden. Der Hochaltar wurde von Ignaz Günther entworfen und von Joseph Lindner, einem Steinmetzmeister aus Salzburg, ausgeführt. Die Orgel ist ein Werk des schwäbischen Orgelbaumeisters Johann Georg Hörtrich von 1753.

    Der Chor wurde ab 1769 - im Gegensatz zum Rokoko des Hauptraumes - in frühklassizistischer Weise ausgestaltet und stellt somit eine der frühesten klassizistischen Raumdekorationen in Bayern dar. Erst 1790 konnte der Gesamtraum der Kirche in Betrieb genommen werden, zu diesem Zeitpunkt waren aber Teile des Fassadengesimses sowie die beiden Türme noch nicht fertig. Diese wurden erst 1853 (nördlicher Kirchturm) sowie 1890-1907 (Fassadengesims und südlicher Kirchturm) fertiggestellt. Dabei wurden die beiden Turmhauben leider verschieden gestaltet, die eine mit, die andere ohne Uhr. Der gotische Turm hatte nach dem Brand von 1744 nur ein provisorisches Satteldach bekommen, da er ja eh hätte abgerissen werden sollen.


    In der Zwischenzeit war durch die Säkularisation 1803 das Kloster aufgehoben und große Teile des Konvents bis 1822 abgebrochen worden. Im Laufe des 19. und des 20. Jhdt's wurden die Klostertrakte aber wieder aufgebaut und präsentieren sich heute wieder als stimmige Gesamtanlage. Von den ursprünglichen barocken Klostergebäuden blieben stehen der Mitteltrakt östlich der Kirche (d.h. dahinter) mit der Sakristei, der Nordtrakt links neben der Kirche, in dem sich bis 1744 die bekannte Ritterakademie befand, sowie das westliche Tor zum großen Klosterhof, welches sogar noch aus dem frühen 17. Jhdt stammt.

    Noch ein Satz zur vorher angesprochenen Ritterakademie und zur weiteren Nutzung des Klosters: 1710 wurde in Ettal während der österreichischen Besatzung Bayerns nach der Niederlage von Max Emanuel bei Höchstädt und seiner Flucht ins Exil eine Akademie für Kriegswissenschaften, Militär- und Zivilbaukunst eingerichtet, die bis 1744 bestand und eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten des politischen Lebens in Bayern und Österreich hervorbrachte. Nach der Aufhebung des Klosters kamen erst 1900 wieder Benediktinermönche nach Ettal, die zuerst ein Priorat des Klosters Scheyern waren und seit 1907 wieder eine eigenständige Abtei bilden. In der Tradition der alten Ritterakademie wurde außerdem ein humanistisches und neusprachliches Gymnasium mit Internat gegründet, welches bis heute besteht. Des weiteren gibt es eine Reihe von Wirtschaftsbetrieben, u.a. Brauerei, Likörherstellung, Klostergasthof und ein Verlag. Seit 1920 hat die Klosterkirche den Rang einer Basilica minor.



    Nun zu den Bildern, fangen wir mit einer Gesamtübersicht der Klosteranlage an (die ich von Wikipedia nehme, weil ich keine eigene habe):


    Kloster_Ettal_Klosteranlage.JPG?uselang=de(Wikimedia Commons, Urheber: Bbb auf wikivoyage shared, Lizenz: Creative Commons — Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 1.0 Generic — CC BY-SA 1.0)


    Eine sehr imposante Anlage!


    Jetzt ein paar Ansichten der Kirche und des großen Klosterhofes:


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  • Gehen wir nun in die Kirche hinein:


    Zuerst sehen wir ein gotisches Überbleibsel: die kleine Vorhalle mit einfachem Kreuzrippengewölbe und Portal (um 1350).


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    Ein sehr simpler und bescheidener Auftakt. Gehen wir nun aber in den Hauptraum hinein, so ändert sich schlagartig die Szenerie:


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    Ein Blick in die Kuppel:


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    Überwältigend!


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    Der vordere Bereich mit Blick auf die Seitenaltäre und in den Chor:


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    Blick auf die Rückseite mit Orgel:


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    Nochmal die gesamte Kuppel:


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    Beichtstuhl:


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    Die Eingangstüre von innen, auf dieser Seite kein gotisches Portal, sondern Rokoko:


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    Und zum Abschluss noch ein Blick in die Sakristei, wofür ich abermals Wikipedia zu Hilfe rufen muss:


    Sakristei_Kloster_Ettal_Vestries_in_Bavaria.JPG?uselang=de

    (Wikimedia Commons, Urheber Zeitblick, Creative-Commons-Lizenz)



    Das war's, meiner Meinung nach eine der beeindruckendsten Kirchen in Bayern, die man gesehen haben sollte, alleine schon wegen des Kuppelfreskos!