Welche Orte haben Euch 2018 begeistert?

  • Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, so steht im Mittelpunkt der Erinnerung der lange und sehr warme Sommer. Die Aufenthalte in Orten, die ich neu kennengelernt habe oder in denen ich nach einem früheren Aufenthalt wieder war, sind mir in diesen Tagen, wenn man weniger draußen ist, immer wieder lebendig.


    Manchmal ist es auch so, dass man Orte kennengelernt hat, die man sich gar nicht so großartig vorgestellt hat, aber was es dort zu sehen gegeben hat, war war dann doch begeisternd. Natürlich auch andersrum, auch Enttäuschungen gehören zum Leben. Es kommt auch vor, dass man bei einem ersten Besuch enttäuscht war, später aber begeistert war.


    An welche Orte denkt Ihr in Verbindung mit dem letzten Jahr? Welche Orte haben bei Euch einen bleibenden guten Eindruck zurückgelassen, wegen dem Ihr immer wieder an den Aufenthalt in diesen Orten zurückdenkt?




    Bei mir waren es:

    als mir bereits bekannter, wieder besuchter Ort: Ornbau

    als neu kennengelernter Ort: Schmidmühlen

  • Ich habe letztes Jahr dank Flixbus mehr Städte besichtigt als jemals zuvor - in sehr kurzer Zeit (so nach dem Motto 6 Städte in 5 Tagen - mehr Urlaub geht leider beruflich nicht).


    Bereits bekannt: Straßburg (allein 2018 sieben Besuche), Metz und Nancy (letzte Besuche waren da aber 2004) - Straßburg begeistert mich jedesmal wieder von neuem, und immer gibt es wieder neue Ecken kennenzulernen - außerdem die Ecke Rügen - Stralsund - Usedom, wo ich auch schon öfters war (auch immer nur einen Tag), da habe ich unter anderem das wunderbare Binz und Stralsund neu entdeckt


    Neu kennengelernt: Breslau, Krakau und Warschau - wobei Warschau die ganz große positive Überraschung war, auf Rügen habe ich das ziemlich unerschwingliche Sellin neu kennengelernt (Tagesausflug von Stralsund) - wunderbare Architektur, toller Strand und beeindruckende Seebrücke (ein paar, etwas dunkle Fotos kann ich nachreichen)


    Von den Nahzielen habe ich es zum ersten Mal nach Ellingen geschafft, da gabs auch eine sehr schöne Brauereigaststätte nebst Craft Beer-Verkostung aus der eigenen Brauerei.

  • Quedlinburg! Wir hatten schon gewisse Erwartungen, aber die wurden übertroffen. Sehr sehenswert, gerade auch für Fachwerkliebhaber. Wernigerode fand ich hingegen enttäuschend, das ist zu gerade, die Häuser sind (nach einem Stadtbrand?) alle so ziemlich aus der gleichen Zeit, es fehlen die durchgebogenen Balken und die Häuser aus verschiedenen Jahrhunderten. Quedlinburg ist so ein bißchen verträumt, im Windschatten der Geschichte, hatte ein Damenstift (wo die Schwester Ottos I. residierte, und das bis ins 18.Jhdt durchgängig Damenstift war), und ist nie explodiert in seiner Bevölkerungszahl, so daß die Anbauten neuer Stadtviertel alle sehr ordentlich konzentrische Ringe bilden und in keiner Weise das Stadtbild stören.

  • Ja, Quedlinburg finde ich auch die schönste Stadt am Harz. Ich war im Sommer 2016 dort, und es war damals auch meine Nr. 1 des Jahres. Was richtig schöne Fachwerkhäuser betrifft (und da rede ich von Häusern aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert) ist Goslar aber viel beeindruckender, und sogar viel kleinere Städte wie Osterwieck, Hornburg oder Stolberg haben da deutlich mehr zu bieten! Und ja, Wernigerode scheint mir auch weniger interessant zu sein. Habe diese Stadt deshalb auch verpasst, weil die Zeit für alles einfach nicht reichte!

  • Innerhalb Deutschlands war die größte Überraschung wohl Fritzlar. So viele besondere Bauwerke und die historische Tiefe in einer in ihren Ausmaßen sehr übersichtlichen Stadt sind selten zu finden. Wobei es mir hessische Fachwerkstädte generell angetan haben.

    Auch auf meinen Besuch in Regensburg und Landshut (beide bei bestem Wetter; Regensburg im Trubel während des Weinfests in Stadtamhof; Landshut während eines ruhigen und sonnigen Montagmorgens) blicke ich mit großer Freude zurück.

    Deren Stadtbild wird wohl nur von Prag übertroffen, was definitiv die schönste Stadt ist, die ich in meinem Leben bisher besucht habe. Zum Glück wurde die Stadt weder von Nazis, Alliierten Bombern noch den Sowjets nennenswert in Mitleidenschaft gezogen und präsentiert sich heute in einem Mix aus pulsierender Metropole bei gleichzeitiger Bewahrung des historischen Stadtbildes. Die Unmengen an Touristen schmälerten die Freude allerdings ein wenig, wobei auch die Stadtteile abseits von Kleinseite, Hradschin, Alt- und Neustadt (z. B. Vysehrad oder Vinohrady) sehenswert und weniger überlaufen sind.

    Den Höhepunkt habe ich am Ende des Jahres mit China erlebt. Abstoßend - und gleichzeitig doch irgendwie faszinierend. Enormer Wildwuchs an Hochhäusern, Verkehrsinfarkt sowie extrem weite Distanzen - und doch gibt es sie, die architektonischen Perlen. Während Shanghai davon außer dem Bund weniger zu bieten hat und eher durch die Skyline und Spaghettiknoten-Autobahnkreuze überzeugen will, ist Peking da schon ein anderes Kaliber. Verbotene Stadt, Himmelstempel, Kaiserlicher Sommerpalast oder die nahe Mauer. Sehenswürdigkeiten von Weltrang - und trotzdem kann es nicht mit europäischen Städten mithalten. Man fühlt sich in jeder Hinsicht fremd und ist am Ende doch froh, wieder zurück in die gewohnte Welt zu kommen.


    Denn: Zu Hause ist es immer noch am schönsten. :wink:

  • Mein Besuch im Harz 2009 war relativ kurz - rein subjektiv hat mir Wernigerode am besten gefallen, knapp dahinter kam Quedlinburg. Goslar hat mich dann nicht mehr so angesprochen, wahrscheinlich war die Besuchsdauer einfach zu kurz.


    Und was ich noch oben vergessen hatte: Bamberg hat mich erneut absolut begeistert! Meines Erachtens die schönste Stadt in Franken.

  • silesien : hm, das mag vielleicht daran liegen, daß das 9 Jahre vor meinem Besuch war, und sich Quedlinburg in dieser Zeit um einiges verschönert hat. Bestes Beispiel ist das "1560": vor 6 Jahren noch einsturzgefährdet, wurde das Fachwerkhaus behutsam, fachgerecht und recht zügig restauriert, und das Erdgeschoß für Gastronomie ausgebaut. Das ist jetzt das beste Restaurant Quedlinburgs, mit einer sehr ansprechenden Atmosphäre. Im Gastraum hängen Photos von der Restaurierung des Hauses mit Jahreszahlen, dadurch lernt man das kennen (1560 ist das Baujahr des Hauses, davon der Name). Das Haus liegt in einem Gäßchen, nicht so an den Haupttouristenwegen, aber dank TripAdvisor finden die Touristen dort schon hin. Und wir hatten uns ein gutes Hotel gegönnt (die historistische Villa an den Stadtmauertürmen) und dort das wahrscheinlich beste Zimmer bekommen: der Blick aus den Fenster war sagenhaft, eine echte Vedute mit den Dächern und Spitzen - wir mußten uns am Morgen erstmal eine Weile hinstellen, um dieses sagenhafte Panorama zu bewundern. Es gäbe noch einiges aufzuzählen, was uns gefallen hat (z.B. die lustige Stadtführung im Rathaus, das Café durch 7 Häuser und, und) - alles in allem fanden wir es ein äußerst schnuckliges Städtchen.

    @NL, Lux: aha, Goslar und Fritzlar packe ich mal in den Hinterkopf als "könnte man mal hinfahren".

  • Es gab einige Orte, die ich letztes Jahr besucht habe und die mich fasziniert haben: an der Mosel hat mir Bruttig-Fankel mal wieder sehr gut gefallen, ein Doppelort mit wunderschönen mittelalterlichen (Fachwerk-)Häusern! Aber auch Neuentdeckungen wie Piesport mit seiner wundervollen barocken Kirche haben mich begeistert.

    Die Reise in's bergische Land fand ich ebenfalls sehr interessant: der Altenberger Dom war definitiv eines der Höhepunkte sowie die Altstadt von Remscheid-Lennep und natürlich die weltberühmte Wuppertaler Schwebebahn!

    Der Ausflug nach Mainfranken hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, besonders fasziniert war ich von den Winzerorten Sommerhausen und Frickenhausen, sind richtige Geheimtipps mit wenig bis gar keinen Tourismus, aber viel historischen Charme:)!

    Sehenswert war der Tagesausflug in's Nahetal, mit Besuch des Freilichtmuseums in Bad Sobernheim!

    Ein wenig enttäuscht war ich aber von der Tagesfahrt nach Rheinhessen: leider sind die Orte hier ziemlich verunstaltet worden in den 60er und 70er Jahren, was sehr traurig ist, da es dort enorm viel Potenzial gibt, was die Bausubstanz betrifft, die wirklich gut erhalten ist zum größten Teil...

  • 2018 war kein besonderes Jahr der Städtereisen.

    eigentlich kann ich nur Presov und Sp. Sobota ins Treffen führen. Beide sind zwar nicht schlecht, allerdings kannte ich sie bereits. Nicht einmal in Tschechien bin ich gewesen, sieht man vom kurzen Fuß über die Grenze Strecken bei Bayerisch Eisenstein ab, nebenbei bemerkt auch mein einziger Deutschlandbesuch...

    2019 steht mehr auf dem Programm, sogar Moskau. Mit dem für Februar geplanten Barcelona wird es aufgrund familiärer Umstände wohl nichts (was mir jetzt - wegen der Stadt - nicht besonders leidtut)

  • @uc: Moskau klingt sehr interessant. Da war ich noch nie, und da könnte man vielleicht ein wenig von dem russischen Stilmix mitbekommen. Der ist ja mit den orthodoxen Zwiebeltürmen sehr speziell.

  • Letztes Jahr war ich auch kaum unterwegs, nur einmal Anfang Juni in Berlin und Hamburg, als es hoch her ging im APH, und sonst nur in ein paar schon bekannten Städten in Hessen und Thüringen. Am meisten haben mich eigentlich die Dörfer Marisfeld und Rohr begeistert, die nicht gerade weit weg von mir sind, die ich aber trotzdem noch nicht kannte.


    In Moskau war ich vor 10 Jahren mal für 4 Tage als Startpunkt für eine Reise mit der Transsib nach Wladiwostok, das erstaunlich europäisch geprägt ist.

  • 2018 bin ich wieder nicht viel rumgekommen, halt nur der jährliche 7-Tage Görlitz-Urlaub. Nichtsdestotrotz gab es für mich zwei Orte, welche mich begeistert haben. Zum einen Radmeritz, bezeihungsweise das ehem. Stift Joachimstein, welches in seinem postsozialistischem Dornröschenschlaf in der Spätsommersonne vor sich hindämmerte. Zum anderen Oybin, wo ich gleich zweimal je ein Tag war.


    Nach meinem Oybin-Besuch hab ich mir für dieses Jahr dann auch Bayern vorgenommen. Dann hoffentlich mit einer neuen Canon EOS M100. :foto:

    „Die Architektur ist die Fortsetzung der Natur in ihrer konstruktiven Tätigkeit.“

    Karl Friedrich Schinkel

  • Nach meinem Oybin-Besuch hab ich mir für dieses Jahr dann auch Bayern vorgenommen. Dann hoffentlich mit einer neuen Canon EOS M100

    Gute Wahl :smile: Hoffentlich mit dem Ultraweitwinkel-Objektiv (und sei es, als Zweitobjektiv)? Hast Du schon Reiseziele für Bayern? Eher unbekannt, aber reizvoll, ist der Norden des heutigen Oberbayern, mit Neuburg, Eichstätt, Beilngries und dem Altmühltal (bis zur Gebietsreform vormals Schwaben, Mittelfranken und Oberpfalz).

  • Mich hat Imola sehr begeistert, eine Stadt, die man eigentlich nur mit Autorennen assoziiert, aber so viel mehr zu bieten hat. Wir haben dort auf der Rückfahrt von Apulien Halt gemacht und sind dementsprechend spät angekommen - eine Stadtbesichtigung war eigentlich gar nicht geplant. Nach dem Abendessen gab es dann doch noch einen Spaziergang ins Stadtzentrum, nicht zuletzt aufgrund meiner Überzeugungskünste. Was wir da zu sehen bekamen, übertraf alle Erwartungen! Ich wusste zuvor, dass Imola über eine historische Altstadt verfügt, aber ich hatte sie mir nicht einmal ansatzweise als derartig eindrucksvoll vorgestellt. Es war ein schöner Sommerabend, die Menschen trieb es auf die Straßen und Gassen, man atmete mediterranes Lebensgefühl. Und dann diese grandiose Kulisse! Die prächtigen Renaissance- und Barockfassaden, die Kathedrale, die Festung... Typisch für Italien gab es auch ein paar recht interessante Mussolinibauten zu sehen. Imola hat mich wirklich tief beeindruckt und mir noch einmal die Großartigkeit Norditaliens vor Augen geführt: Obwohl diese Altstadt derartig großartig ist, kennt man sie überhaupt nicht, da sie in der weiteren Nachbarschaft überstrahlt wird von noch (!) Großartigerem.

  • 2018 war ich etwas mehr unterwegs als in den Jahren zuvor, allerdings wenn ich das so recht sehe deutschlandweit nur innerhalb der bayerischen Grenzen, dies dafür aber mal wieder umso ausführlicher. Offenbar war ich nicht einmal in BaWü...

    Besonders gefallen haben mir im Fränkischen Königsberg und Prichsenstadt, Ornbau könnte ich auch durchaus nennen sowie Merkendorf. Wolframs-Eschenbach will und kann man dagegen heutzutage nicht mehr nennen, genauso wenig wie Iphofen, einfach unendlich schrecklich diese widerwärtigen Gegensätze. In der Oberpfalz war ich von Vilseck ziemlich angetan. Da ist man zwar überall schon mal zumindest kurzzeitig gewesen, aber eben noch nicht gründlicher.

    In Memmingen und Landsberg/Lech war ich nach Jahren auch mal wieder, begeistern einen einerseits nach wie vor, aber halt leider mit den heutzutage üblichen (nicht nur architektonischen) Einschränkungen (ganz besonders ekelerregend und widerwärtig ist die Rathaus-Rückseite von LL geworden, da haben sich mal wieder destruktive Elemente ganz extrem bemüht). Des weiteren könnte man noch etliche Kirchen nennen, z.B. die Bruderschaftskapelle von Binswangen, die Wallfahrtskirche von Sossau bei Straubing, Heiligenstadt bei Gangkofen oder Maria Ponlach (Tittmoning).


    Ansonsten war ich mal in den drei vorarlbergischen Städten Bregenz, Dornbirn und Feldkirch, wobei insbesondere Dornbirn bekanntermaßen an "spannenden" (für mich: völlig überflüssigen) Kontrasten ganz besonders reich ist und entsprechend für mich auch schwer verdaulich war (andererseits muss man schon ein wenig zugeben dass es auf eine gewisse kranke und selbstzerstörerische Art und Weise faszinierend sein kann, ähnlich wie die "Altstädte" von N oder M etc heutzutage). Und 2x ging es nach Katalonien, wobei ich 1x mehr gerne in Girona war (mit den heutzutage üblichen Einschränkungen...). Dort aber eigentlich mehr in der Natur als in der Stadt selber. Einen Tag Barcelona habe ich mir auch mal wieder gegönnt und bin dort von früh bis spät zu Fuß rum gelaufen. Großstädte sind aber für mich heutzutage generell sehr anstrengend, ganz besonders schwer verdaulich und entsprechend tue ich es mir eigentlich nicht mehr gerne an und fahre auch lieber nach Ornbau...

  • deutschlandweit nur innerhalb der bayerischen Grenzen

    Ich war letztes Jahr auch im Ausland. In Baden-Württemberg war ich einmal ca. 5 km tief drin, dann einmal sogar ca. 20 km weit und dann noch einmal sagenhafte 300 m (in Worten: dreihundert Meter)! In Thüringen dagegen waren es 4 km. Ansonsten habe ich mich ausnahmslos in Bayern aufgehalten. Das wird vielleicht auch mal wieder anders, aber das werden wir dann schon sehen. Und man muss ja auch nicht ständig in der Weltgeschichte unterwegs sein.


    ganz besonders ekelerregend und widerwärtig ist die Rathaus-Rückseite von LL geworden

    Ja, absolut widerwärtig.


    z.B. die Bruderschaftskapelle von Binswangen, die Wallfahrtskirche von Sossau bei Straubing, Heiligenstadt bei Gangkofen oder Maria Ponlach (Tittmoning)

    Da sind die Spezialisten zugange! Heiligenstadt bei Gangkofen war selbst mir kein Begriff...