Jaromiersch und Josefstadt

  • 9557185136_b1b32a8324_h.jpg

    Das ist Jaroměř, deutsch selten Jermer oder Germer, meistens, so schon von Grete Reiner mit Jaromiersch transkripiert. Übrigens die einzige der Städte, die ein hübsches Elbpanorama bietet (das hier aufgrund einer Brückensanierung nur unbefriedigend wiedergegeben werden kann).

    9554405203_5f63d93a44_h.jpg


    9557271388_fc97852285_k.jpg


    9557306366_d9ccae8fb7_h.jpg

    Für mich eines der charaktervollsten Stadtbilder Böhmens.

    9554473799_9ecebec05b_b.jpg

    Die Mariensäule ist ein Werk des Mathias Bernhard Braun, zu dem an dieser Stelle eine gewichtige Anmerkung fällig wäre aber dennoch unterbleibt, da dies in der Galerie über die ganz junge Elbe nachzuholen ist (im Vordergrund übrigens dessen Büste):

    9557174540_ab930c62a7_h.jpg

    Hier im ostböhmischen Raum findet sich eine bemerkenswerte Abkehr vom ostdt. Zentralmarktschema hin zum süddt. Straßenmarkt. Die Stadt besteht nur aus einem solchen samt einer Verlängerung. Die Südwestseite ist allerdings sehr ausgeweitet (und dazu von Historismus- und Zwischenkriegsarchitektur geprägt, was die Stadt wohl nicht auf die Liste der MPR, der städtischen Denkmalreservationen gebracht hat):

    9557226436_d4916466de_h.jpg

    Hier einige weitere Hauptplatzbilder (wie gesagt, was anderes gibt es hier eigentlich nicht):

    9557235276_2221a02b11_h.jpg


    9554608879_82a5b28f9c_h.jpg


    9554675751_b0ad68ed0a_h.jpg


    9557317748_4aa0b44210_h.jpg


    9554596605_70027bb951_b.jpg


    9557472700_e0691e63bb_h.jpg


    9554719557_74e83e2571_h.jpg


    9554728997_4c1db17b07_b.jpg


    9557609884_3ddb2ca1d1_b.jpg


    9554757849_78aca5f0fa_h.jpg


    9554831583_b14e9c9ca5_h.jpg

    Die Nordseite ist bis auf eine Unterbrechung von zwei Häusern laubenmäßig geschlossen.

    9554946357_a76c7f8167_h.jpg

    typische tschechische Zwischenkriegsarchitektur:



    9554928153_425b02a596_h.jpg



    9557726454_f694d1ee6c_h.jpg

  • die schlesischen Kriege haben Österreich nicht nur Schlesien gekostet (und die Deutschen in den böhm. Ländern in die Minderzahl gebracht), sondern auch dazu geführt, dass aus Böhmen ein strategisch enorm wichtiges Stück Land gerissen wurde: die Grafschaft Glatz (Heute, da sowohl Böhmen als auch Schlesien als auch die Grafschaft perdu sind, ist dieser Aspekt nicht mehr so bekannt, aber wie heißt es doch in Fridericus Rex: Sie gönnen mir nicht Schlesien UND die Grafschaft Glatz,...).

    Ohne Grafschaft war Böhmen - damit Österreich an der Nordflanke tödlich verwundbar. Folglich wurden hier umfangreiche Festungswerke, ja ganze Städte errichtet - es half nichts. Der preußische Einmarsch fand dennoch hier statt. In den Schicksalstagen spielte die Festung Josefstadt so gut wie keine Rolle, sie konnte nicht einmal richtig ins Geschehen eingreifen. Die Entscheidung fiel südwestlicher, bei einem Dorf nahmes Sadová. So heißt diese Schlacht auch im Französischen. Die DDR-Geschichtsbücher hingegen sprachen von der Schlacht bei Hradec Kralové, was sich jedoch im deutschen Sprachraum nicht durchsetzen sollte.

    Wir aber sprechen jetzt von Josefstadt, heute wie gesagt Teil von Jaromiersch und städtische Denkmalreservation (während es Jaromiersch selbst nur zur städtischen Denkmalzone gebracht hat, was aber wie ersichtlich ausreichenden Schutz garantierte).

    Die josephinische Stadt nimmt Bezug auf das ostdeutsche Kolonialschema mit rasterförmigem Straßennetz und großem viereckigem Zentralmarkt. In kommunistischer Zeit wurde sie militärisch genutzt (durfte aber dennoch betreten und photographiert werden). Heute denkt man, diese Häuser nur Angehörigen der Roma zumuten zu können, was den Charakter der Stadt in großem Maße prägt.



    9554997527_219f17b118_h.jpg



    9557793188_4c6864d304_h.jpg



    9555067531_4409a9fc0a_h.jpg



    9557867842_ee115cca66_h.jpg



    9557952984_995e2f8fec_h.jpg



    9557959638_5aaacf8317_h.jpg



    9555109069_aa15c9d750_h.jpg