Nürnberg - einige Eindrücke aus Nürnberg

  • Im August hatte ich die Idee, ich könnte doch mal in Nürnberg übernachten - und Nürnberg als Standort für meine Tschechienausflüge nutzen, schließlich fährt der Zug ja in 90 Minuten bis knapp vor die Grenze. Die Umstiegszeiten inkl. der zeitaufwendigen Fahrt mit Bus und U-Bahn zum Bahnhof hatte ich dabei natürlich nicht beachtet, so daß leider nicht mehr als der Abstecher nach Franzensbad dabei heraussprang ...


    Dafür ergab sich aber die Möglichkeit, einige Ecken von Nürnberg zu fotografieren, ich glaube, in Diskussion zu Nürnberg wurden auch Aufnahmen des Unschlittplatzes (offensichtlich ein Synonym für Talg) gewünscht.


    Beginnen möchte ich aber mit dem City Point, zu dem es ja auch im APH eine Diskussion gab.


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    Von hier aus ist schon die Lorenzkirche zu sehen:



    Indes soll es Richtung Kornmarkt gehen, um einen realistischen Eindruck des heutigen Nürnberg zu vermitteln:



    Das meinte Franka wohl mit "hochmoderne" Stadt:





  • Wirklich schön sind die Plätze nicht gerade:


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    Blick zurück Richtung City Point:


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    Die Gegenrichtung ist leider nicht besser (Richtung Weißer Turm):


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    Die Parallelstraße nördlich davon, die Frauengasse:


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    Und nochmals nördlicher davon, der Josephsplatz - hier sind wir schon relativ nah an der Pegnitz:


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    Hier wird die Bebauung dann endlich besser, es geht vom Josephsplatz hinunter in Richtung Kaiserstraße:


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    Das war jetzt zugegebenermaßen keine wirklich repräsentative Fotoauswahl, und der Kornmarkt ist wohl die häßlichste Ecke der Innenstadt. Aber immerhin weiß man dann die häufig recht schlichten Nachkriegsgebäude eher zu schätzen, aus denen der Rest der Nürnberger Innenstadt überwiegend besteht - es hätte alles viel schlimmer kommen können.


    Weiter geht es nun entlang der Wörthstraße(n) in Richtung Unschlittplatz.

  • Von hier aus geht es jetzt wie angekündigt weiter zum Unschlittplatz:


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    Die angepaßte Architektur finde ich gar nicht schlecht:


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    Hier dann der Unschlittplatz mit dem namensgebenden Haus, in dem laut Wikipedia der Talg (=Unschlitt) der Metzger verkauft wurde - ebenfalls Wikipedia verdanke ich die Information, daß an diesem Platz erstmals Kaspar Hauser auftrat - und daß tatsächlich 1972 fünf erhaltene Fachwerkhäuser abgerissen werden sollten ...


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    Weitere Platzeindrücke:


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  • Nürnberg ist so eine laute lärmende Auto-Stadt, das man wirklich sehr viel Vorstellungsvermögen braucht, diese Orte als ideologisch wahrzunehmen (In der SS-Kaserne ist jetzt das Bamf)

    Nürnberg ist keine romantische Stadt zum Leben, in der man das Gefühl der Vertrautheit entwickelt. Nürnberg muss funktionieren. So sieht es dort auch aus.

  • Das mit der Südkaserne ist mir auch aufgefallen, das ist natürlich sehr symbolhaft gewählt - ich glaube, auf dem Platz vor der Kaserne stand noch irgendein Hinweisschild zur europäischen Einigung.


    Indes weiter zu einer wirklich malerischen Brücke, der Maxbrücke gleich nördlich des Unschlittplatzes:


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    Sogar nördlich der Brücke gibt es noch ein attraktives Fachwerkhaus:


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    Bevor man dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird:


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    Leider sieht es dann östlich des Hauptmarkts auch eher so wie in der Hans-Sachs-Gasse aus:


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    Weiter soll es indes in der Umgebung des Laufer Tors und Pellerhauses gehen.

  • Mit leichter Verspätung nun der Rest der Nürnberg-Fotos - am nächsten Tag fuhr ich mit der U-Bahn zum Laufer Tor bzw. Rathenauplatz.


    Wir befinden uns hier im am stärksten zerstörten Bereich der Nürnberger Altstadt, der Sebalder Steppe:

    Zitat

    Die Stadt­planer entschieden sich für die komplette Räumung des Trümmer­feldes, das durch die Bombar­dierungen entstanden war.

    Der 1952 begonnene Wieder­aufbau in der Sebalder Steppe hat den Stadt­teil verwandelt, zwangs­läufig jedoch auch dessen alte Bebauungs­strukturen über­deckt: die Häuser, Straßen und Gassen in der öst­lichen Sebalder Alt­stadt sind nun Zeug­nisse der Bau­praxis der 50er Jahre, die sich an den damals vordring­lichsten Bedürf­nissen der Bevöl­kerung orientierte.

    Tatsächlich ist hier der Bestand an Vorkriegsarchitektur minimal, der größte Höhepunkt meines Erachtens besteht im Tucherschloß - der Campus der Uni gleich nördlich davon würde aber eher irgendwo an den Stadtrand passen.


    Nach dem Verlassen der U-Bahn-Station fällt der Blick auf diese Gebäude:


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    In Richtung Innenstadt dominiert der Turm des Laufer Tors:


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  • Das finde ich gar nicht - verglichen mit anderen Städten (die aber natürlich nicht so bedeutsam waren) ist Nürnberg sogar überdurchschnittlich gut rekonstruiert worden, man denke nur mal an Hannover, Kassel, Stuttgart, Mannheim oder gar Pforzheim als Vergleich.


    Allerdings wirkt Nürnberg auch in den unzerstörten Vierteln teilweise etwas unwirtlich, einerseits aufgrund der wohl frankentypischen ocker-braun-grauen Farbtöne der Häuser, andererseits ist vieles - ähnlich wie in Stuttgart oder Mannheim - etwas heruntergekommen oder schmuddelig.


    Immerhin vermittelt das heutige Nürnberg noch einen Eindruck der Zeit vor ihrer Zerstörung, während z. B. Magdeburg oder Dessau einfach nur noch deprimierend sind, Plauen ist mit dem gar nicht mal so schlecht verdichteten Zentrum und den angrenzenden verbliebenenen Gründerzeitvierteln deutlich besser, aber auch nur noch ein Schatten der einstigen Pracht ... aber ich schweife doch etwas zu sehr ab.


    Stattdessen weiter in Richtung Egidienplatz und Pellerhaus entlang der Äußeren Laufer Gasse bzw. Hirschelgasse:


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    Hinter diesen traditionellen Gebäuden, vermutlich aus den 50er Jahren, stehen teilweise Neubauten, wie sie auch auf der grünen Wiese stehen könnten:


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    Das Tucherschloß, im wesentlichen durch Eigeninitiative der gleichnamigen Familie rekonstruiert:


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    Fotografiert habe ich die ganze Ecke mit Stadtmauer und Uni ein Jahr zuvor, bei meiner kleinen diesjährigen Tour ging es mir eher um das Umfeld des Pellerhauses.


    Hier nähern wir uns schon dem Egidienplatz, das ist der Webersplatz von unten:


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    Und von oben:


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    Die Bebauung fand ich sehr seltsam, mit all den quergestellten Häusern in der Mitte des langgestreckten Platzes. Kennt hier jemand die Geschichte des Platzes oder den Vorkriegszustand von Fotos?

  • Die Bebauung fand ich sehr seltsam, mit all den quergestellten Häusern in der Mitte des langgestreckten Platzes.

    Die stehen nicht in der Mitte des Webersplatzes, sondern der Webersplatz besteht aus zwei Teilen, östlich und westlich dieser Häuser. Diese sieben Zeilen zu je drei Häusern sind etwas besonderes, es sind die "Sieben Zeilen":


    Sieben Zeilen - Nürnberg

    https://de.wikipedia.org/wiki/sieben_zeilen

    Baukunst Nürnberg: gotik sieben_zeilen

    Nürnberg, Sieben Zeilen, Luftaufnahme


    Der Zustand entspricht weitgehend dem historischen. Bloß die südlichste Zeile wurde später neu gebaut; anstelle von drei Häusern steht hier jetzt nur noch eines (das die Fläche der drei Häuser umfasst). Dieser Neubau ist umstritten.


    "Sieben Zeilen" ist ein hochoffizieller Name, auch der Straßenname für die 7 * 3 - 2 = 19 Häuser.

  • Mit leichter Verspätung nun der Rest der Nürnberg-Fotos - am nächsten Tag fuhr ich mit der U-Bahn zum Laufer Tor bzw. Rathenauplatz.


    Wir befinden uns hier im am stärksten zerstörten Bereich der Nürnberger Altstadt, der Sebalder Steppe:

    ...

    Tatsächlich ist hier der Bestand an Vorkriegsarchitektur minimal, der größte Höhepunkt meines Erachtens besteht im Tucherschloß - der Campus der Uni gleich nördlich davon würde aber eher irgendwo an den Stadtrand passen.


    Nach dem Verlassen der U-Bahn-Station fällt der Blick auf diese Gebäude: ...

    Der U-Bahnhof befindet sich unter dem Rathenauplatz, der sich im Bereich des Stadtgrabens und damit außerhalb der Altstadt befindet (ausgenommen die Häuser Nrn. 11 - 15 an der Maxtormauer).


    Die großen Geschäftshäuser der Nürnberger Versicherung, der Universa-Versicherung und die einstige Oberpostdirektion (später Direktion Postdienst, dann Direktion Telekom, jetzt ev. Kirche) stehen damit außerhalb der Altstadt.



    Auch kenne ich den Begriff Steppe nur für einen hier noch nicht angrenzenden Teil der Altstadt. Die bräunlich angelegte Fläche in der Abbildung se_ste.jpg ist genau das Gebiet, das auch ich als "Steppe" kenne; das Gebiet östlich der Grübelstraße gehört auch meiner Auffassung nach nicht mehr dazu.

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    Kompass Sebalder Steppe · Willkommen

  • Kleiner Exkurs (und ein völliger Kontrast zur einstigen Steppe):


    Der U-Bahnhof Rathenauplatz ist ein Trennungsbahnhof; die Linien U 2 und U 3 verzweigen sich hier. Er wird im Regelbetrieb nur von automatischen (= fahrerlosen) Zügen angefahren. In der HVZ kommt alle paar Minuten ein Zug. So eine dichte Zugfolge auf den Gleisen dürfte es auch in den U-Bahnhöfen in München nicht geben.


    Rubin – Wikipedia

  • giulio

    Hat den Titel des Themas von „Einige Eindrücke aus Nürnberg“ zu „Nürnberg - einige Eindrücke aus Nürnberg“ geändert.