• An dieser Stelle möchte ich auf die Architekturführer von DOM publishers hinweisen, die mir persönlich recht gut gefallen - gekauft habe ich bislang die Ausgaben zu Warschau, Danzig/Zoppot/Gdingen und Krakau, vermutlich werde ich mir noch einige weitere zulegen (speziell Prag und Budapest interessieren mich).


    Im Gegensatz zu den eher etwas deprimierend aufgemachten Führern des Reimer-Verlags (alles grau in grau :smile:) sind diese Architekturführer recht ansprechend gestaltet und bieten auch jede Menge Hintergrundinformationen zu Geschichte, Politik und Spezialthemen von Giebeln bis hin zu Skulpturen. Außerdem gibt es Übersichtskarten und beschriftete Luftbildaufnahmen, damit die Gebäude auch gleich im passenden Umfeld eingeordnet werden können. Und nicht zuletzt werden Städte behandelt, zu denen es wohl noch nie einen Architekturführer gab ...

  • Nochmals einige Buchtipps:


    Soweit ich es anhand meiner beiden Reiseführer (Ukraine und Lemberg) beurteilen kann, machen die Bücher aus dem Trescher Verlag einen guten Eindruck, speziell für Osteuropa gibt es wohl meist sowieso keine Alternative.


    Wer sich für Danzig und Breslau interessiert, dem seien diese beiden Bücher empfohlen:


    "Die fremde Stadt - Breslau nach 1945" von Gregor Thum, einem Historiker und Slavisten, der auch Originalquellen lesen und auswerten kann - entsprechend umfangreich sind die dokumentierten Quellen. Das Buch zeichnet die eher chaotischen Versuche nach, die Stadt Breslau wieder zu einer funktionierenden Stadt zu machen - und vor allem die Probleme, überhaupt ausreichend neue Bewohner zu finden (entgegen einer weit verbreiteten Meinung stammten gut 80 % der Neusiedler übrigens aus Zentralpolen und nicht aus "Ostpolen").


    Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Doktorarbeit "Neue Stadt in altem Gewand - Der Wiederaufbau Danzigs 1945-1960" von Jacek Friedrich, der ich auch viele neue Informationen entnehmen konnte - sowohl zur Art der Bebauung als auch zu deren Abfolge (die - leider wenigen - Abbildungen sind auch extrem spannend und zeigen z. B. ein Danzig, in dem zwar schon die langen Häuserzeilen in Ost-West-Richtung errichtet wurden, aber noch die Bebauung entlang der Mottlau fehlte). Interessant auch die Information, daß der kleine original erhaltene Teil Danzigs um die Häkelgasse mangels finanzieller Mittel verfiel und auch weitgehend durch historisierende Neubauten ersetzt wurde (wenn ich mich recht entsinne, gab es in Hirschberg/Jelenia Gora ganz ähnliche Probleme - wobei diese Stadt ja kaum im Krieg beeinträchtigt wurde).


    Sehr aufschlußreich sind auch die umfangreichen Hintergrundinformationen zur polnischen Politik der Zwischenkriegsjahre - vielleicht gehe ich auf die Konflikte zwischen "Piasten" und "Jagiellonen" bzw. der kommunistischen Linken und dem Nationaldemokratischen Block bei Gelegenheit nochmals näher ein.

  • Mag schon sein, dass manche Leute "Hutgerechtigkeit" als veraltet ansehen. Aber einfach so sollte das Wort nicht aus den Verzeichnissen getilgt werden. Das Wort dürfte noch unzählige Male als Grunddienstbarkeit in den Grundbüchern stehen. Dasselbe gilt für die Kornläutgarbe, die wohl kaum mehr bekannt ist.


    Kann natürlich sein, dass sich mancher unter "Hutgerechtigkeit" was anderes vorstellt:

    "Wenn der eine Kopfbedeckung aufhat, dann darf ich auch eine aufsetzen" ablachen:)ROFL.