Freistadt im Mühlkreis

  • Eines der wenigen gotischen Stadtbilder Österreichs ist in der einzigen nennenswerten Stadt des Mühlviertels, nämlich Freistadt, zu bewundern.

    Trotz zahlreicher Stadtbrände blieb dieses ausnehmend gut erhalten. Lediglich die späten 60er Jahre führten zu gewissen empfindlichden Beeinträchtuigungen, die sich indes verglichen mit Zuständen anderswo als Luxusproblemchen ausnehmen.


    Blick auf die Altstadt von Norden über den Stadtgraben:

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    Böhmergasse mit Böhmtor sowie den Nr 8, Goldener Hirsch (rechts) und, damit baulich verbunden, Nr 10:


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    Die groteske Nr 8 mit wertvollen got. Details unter einer historistischen Protzfassade:


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    Wertvoller Bestand in der Böhmergasse. Sämtliche Häuser gotischen Ursprungs. Der Turm der Stadtpfarrkirche ist so wirksam situiert, dass zwei Hauptstrassenzüge auf ihn zulaufen:

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    Schlossgasse:


    Einmündung der Samtgasse in den Platz:


    nö. Platzecke mit gotischem Bergfried und barockklassizistischen Fassaden:


    östliche Platzseite mit ehem Piaristenhaus (Starhembergsches Freihaus), 1967/68 weitgehend entkernt:


    Hauptplatz 16: spätgot. Zusammenschluss 2er älterer Häuser. Fassade 18Jh mit got.Details


    Altes Rathaus. Die dem Hauptplatz zugewandte Fassade wenig interessant, überdies 1969-73 erneuert, dabei der Komplex weitgehend entkernt, sowie das Nachbarhaus abgerissen (richtig Raiffeisen!). Hier die interessantere Hinterseite mit got. Rathausturm (Bild um 1975):


    Gesamtschau des Platzes:



    Hauptplatz 2 und 3


    Hauptplatz 3 mit got. Erker und Altan, sowie barockem (?) Turm:

  • Das Stadtbild ist reich überaus an wertvollen got. Details wie hier Ecke Hauptplatz/ Pfarrgasse:


    An der Südseite die zweite Platzdominante: die Stadtpfarrkiche St. Katharinen. Sie zierte einstmals ein dem Bergfried ähnlicher hochgotischer Turm. Durch dessen barocken Neubau wurde der gotische Charakter des Stadtbildes entscheidend abgeschwächt. Die Häuser an der Südseite weniger attraktiv: Nr 21 ehem Rathaus (siehe oben) und Nr 22 skandalöser Abriss eines got. Hauses und Neubau 1966, in zwar um Anpassung bemühten, jedoch kitschig-missglückten Formen, immerhin unter Verwendung von got. Originalsubstanz.

    Die Pfarrkirche ist eine fünfschiffiger got. Basilika mit schönem Chorgewölbe (1967 der barocken und neogot. Ausstattung beraubt):


    Von außen, hier vom Pfarrplatz aus, überwiegt der barocke Eindruck:

    Man beachte die überdimensionierten Eckstützen der Häuser am Pfarrplatz, ein Freistädter Spezificum.


    Blick in die Pfarrgasse:



    Haus Nr 8:

    um 1616 zusammengebaute ältere Einzhelhäuser. Flacherker mit spätgot. Maßwerkfries mit Dreipassmotiv um 1600.

    Nochmals in der Pfarrgasse:



    Blick in die Huterergasse:


    Flacherker in der Eisen- (Linzer-)gasse um 1600:


    Eisengasse mit Linzer Tor:

  • Die Salzgasse bildete den am frühesten besiedelten Teil der Freistädter Altstadt, denn hier befand sich eine der drei Vorgängersiedlungen, ein Straßendorf genannt Pregarten. Der Name deutet auf tschechische Wurzeln hin (Přehrady= Vorburg, die gemeinte Burg war Vorgängerbau des heutigen Salzhofs=Altenhof), wie auch jener der südlichen Vorgängersiedlung Zaglau (vgl Cáhlov= tschech. für Freistadt). Ursprünglich war die Salzgasse, über die der Durchzugsverkehr ging, mit dem darin gelegen Salzhof das wirtschaftiche Zentrum der Stadt.

    Auch hier ist der ma. Baubestand erhalten geblieben, leider mit einer Ausnahme, ein wenngleich um Anpassung bemühter, jedoch kitschiger Neubau an der Ecke zur Altenhofgasse.


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    Nr 10 und 12 sind die einzigen erhaltenen got. giebelständigen Häuser, nachdem Kaiser Maximillian aufgrund der zahlreichen Stadtbrände die Errichtung der Neubauten in 'welscher' Manier', dh mit hochgezogenen, vorgeblendeten Brandmauern verordnet hatte. Dadurch hat Freistädt Züge der Inn-Salzach-Städte angenommen.

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    Altenhofgasse mit Haus Waaggasse Nr 13 mit got. Erker:

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    Kreuzung Waaggasse-Samtgasse mit Durchblick zum Platz, rechts Waaggasse 14= Samtgasse 7, altes Brauhaus 16 JH:

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    Samtgasse 13:

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    durch fragwürdige Renovierung wurde die barocke Außenhaut zugusnten eines pseudomittelalterlichen Erscheinungsbildes völlig zerstört.

    Einmal editiert, zuletzt von Niederländer () aus folgendem Grund: War ein Doppelpost.