Heidenreichstein vulgo Hoaningschdoa (Galerie)

  • Stadtplatz:


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    das älteste Haus der Bürger-Stadt:


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    das schönste Ensemble der Bürgerstadt:


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    Schule unweit des Stadtplatzes, 1904 errichtet:


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    Die Weite des Stadtplatzes. Anders als fast alle Waldviertler Städtchen ist der H.Steiner Platz viereckig und weist auf das ostdt. Zentralmarktschema der böhm. Länder hin:


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    Brunnen mit der gründlich verhunzten Nordseite (der Rest ist einigermaßen anständig erhalten):


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  • Heidenreichstein ist kein Ruhmesblatt für Österr. Stadtbild- und Landschaftspflege, in vielem ein typ. Beispiel, wie man es nicht hätte machen sollen.


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    Die wunderschöne Landschaft, in die sich seine EFH-Siedlungen krebsmäßig hineingefressen haben, die Burg als Sehenswürdigkeit von europäischem Rang, daneben ein nettes, verschlafenes Kleinstadtzentrum - daraus hätte sich bei entsprechender Liebe und Pflege schon weit mehr machen können!


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    Stadtpfarrkirche:


    1280px-Heidenreichstein_Pfarrkirche2.jpg

    Von BSonne - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, File:Heidenreichstein Pfarrkirche2.jpg - Wikimedia Commons


    ev. Kirche:


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    HRS war Nebenlinie der Waldviertler Schmalspurbahnen. Die weitsichtige Stadtverwaltung wollte die Gleise im Stadtgebiet bereits beseitigen...

    1280px-Heidenreichstein_station.jpg


    Von Nils Öberg - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, File:Heidenreichstein station.jpg - Wikimedia Commons


    Als Besonderheit kommen auf dieser Zweigstrecke die historischen Diesellokomotiven 2091.09 (im optischen Zustand der 1970er-Jahre) und 2041.02/s (originalgetreu im Auslieferungszustand) regelmäßig zum Einsatz.


    Einfahrt einer 2091 in den Bahnhof Heidenreichstein:


    1280px-%C3%96BB2091_heidenreichstein_1.jpgVon Herbert Ortner, Vienna, Austria - Eigenes Werk, CC BY 3.0, File:ÖBB2091 heidenreichstein 1.jpg - Wikimedia Commons

    Hier, bei Altnagelberg ist die Gabelung des Nordastes (Litschau) und des Ostastes (HRS):

    1280px-%C3%96BB_2091_2095_waldviertel.jpgQuelle ditto

  • Die Doppelausfahrten im Bahnhof Altnagelberg zählen zu den größten Attraktionen der Waldviertler Schmalspurbahnen:


    Parallelausfahrt von Alt-Nagelberg

    (ditto)

    Typische Schmalspurromantik im nördlichen Waldviertel:


    1280px-%C3%96BB39903_gopprechts.jpg

    (ditto)


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    Schräg neben dem gotischen Giebelhaus um 1400, abseits des Stadtplatzes, steht das historistische Rathaus:


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    nochmals der Pranger:


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  • Die Burg finde ich auch äußerst eindrucksvoll!! Das gibt es selten, eine Burg mit so hohen Dächern, und offenbar noch "komplett", und anscheinend noch aus der Vorbarockzeit überkommen!

    Die kath. Kirche ist wie so viele barockisierte Gotik, der Zwiebelturm ist aber schon eine nette Zutat.

    Interessieren würde mich die ev. Kirche. Ich würde mal annehmen, daß die so um 1900-1910 erbaut wurde? Ich finde, die hat mal wieder so ein "mongolisch-exotierendes" Dach, an der Seite. Ganz sonderbare Jugendstil-Mischung. Auch das Turmdach wirkt nicht so wirklich "europäisch-gewohnt".

    Die Schmalspurbahn: aaah, dort gibt es das also auch noch!

    Ich war ja im Frühjahr in Quedlinburg, und da haben wir auch mal einen Tagesausflug nach Wernigerode (nicht so heimelig wie Quedlinburg) und mit der Harzschmalspurbahn (HSB) auf den Brocken hoch gemacht. Zu meiner Verblüffung war an einer Haltestelle ein großes Stellenangebotsplakat, "Heizer gesucht!". Für derart selten gewordene Tätigkeiten ist es wahrscheinlich schwer, Bewerber zu finden.

  • Das gibt es selten, eine Burg mit so hohen Dächern, und offenbar noch "komplett", und anscheinend noch aus der Vorbarockzeit überkommen!

    Die Burg scheint wirklich gut erhalten zu sein, ganz original ist sie freilich nicht. Sieht man heutzutage bei Burgen vergängliche Details wie Zinnen, Erker, Türmchen, Wehrgänge etc., dann sind es sehr oft Rekonstruktionen oder romantische Zutaten, meistens aus dem 19. Jahrhundert. Der gern photographierte große Rundturm von Heidenreichstein hat z.B. im 20. Jahrhundert ein neues Dach nebst Wehrgang erhalten.


    "Hainrichstain" 1672, schon ohne Wehrgang:


    heidenreichstein_1983_vischer.jpg



    Um 1906 noch ohne Wehrgang:


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    06888-Heidenreichstein-1906-Blick auf Heidenreichstein-Brück & Sohn Kunstverlag [CC0], by Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, from Wikimedia Commons


    Heute mit Gang. Der Turm links hatte um 1900 auch ein anderes Dach.


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  • Ja gut, daß da schon einige Male was ausgebessert wurde und Details verändert, ist der Lauf der Zeit. Aber überhaupt noch soviel Originalsubstanz der Mauern, sonst sind das doch meistens alles Ruinen, wo vielleicht noch ein Turmstumpf steht, oder es ist gleich im Barock abgerissen oder völlig barockisiert worden.

    Die Dachlandschaft von 1672 ist aber schon sehr interessant: die Dächer haben alle "Schleppen", oder wie man dieses "Eingedellte, nach unten zu Ausgezogene" nennt. Und das Dach des ev. Kirchturms, das ich etwas exotisch fand, findet sich genau auf dem Burgturm wieder! D.h. das ev. Kirchturmdach nimmt alte örtliche Formen auf.