Rosenberg an der Moldau (Galerie)

  • Aus der APH- Kaplitzer Galerie:


    Von dort [Hohenfurth] begeben wir uns zunächst moldauaufwärts. Das tschechische "Vltava" ist übrigens germanischer als unser "Moldau", denn darin hört man noch das Wort "Wald" mitrauschen. Tatsächlich hieß (und heißt) der Fluss im Dialekt der Böhmerwäldler "Wulda". Die deutsche Bezeichnung für Dolní Vltavice war denn auch Unterwulda.


    Der nächste Ort an der Wulda ist besser dokumentiert. Er präsentiert sich von außen sehr freundlich, was aber über den argen Substanzverlust im Innern nicht hinwegtäuschen darf.



    Das stolze Rosenberg scheint so überhaupt nicht in den Kaplitzer Bezirk zu passen!



    Ein kleines Krumau, möchte man meinen!


  • Noch 'n paar Bilder von Rožmberk nad Vltavou.

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    Die "Stadt" besteht eigentlich nur aus ein paar Dominanten, wie der Nikolauskirche (bedeutendes Interieur, das Gewölbe ist dem von Haslach an der Mühl sehr ähnlich - Krumauer Bauhütte -, aber uns ists das letztlich vschetzkejedno, weil die Kirche ohnehin zu hat), sowie die Obere und die Untere Burg.


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    Ach ja - einen Stadtplatz gibt's auch noch.


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    Das war eine arg geschönte Ansicht, für die man sich schon bemühen muss. Praktisch sieht's so aus:


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    Grundsätzlich bestätigt sich die Tendenz des Grenzlandes: Während die größeren Orte wie Krumau, Kaplitz, aber auch Gratzen, Deutsch Beneschau und Hohenfurth recht ordentlich erhalten geblieben sind (besser als es bei uns der Fall gewesen wäre, muss man objektiv zuerkennen), war der Verfall und Substanzverlust in den kleineren Märkten nicht aufzuhalten. Besonders ärgerlich ist dies im Falle Rožmberks - hier wurde die Stadtmitte ausgehöhlt. An den heutigen Gasthof zur Rose schlossen sich mindestens genau so schöne Giebelhäuser an. Damit ist jegliche Platzwirkung, ohnehin zusätzlich durch den (allerdings nicht besonders starken Durchzugsverkehr) beim Teufel, ein hübsches Kleinstadtbild wahrscheinlich für immer zerstört. Irgendwann werden sie, wie ich sie kenne, einen postmodern grellen Hotelbau hinknallen, mit ein paar plumpen Giebeln, damit's schöner aussieht.

    Wer sich drüber freuen kann...

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    über ehemalige Gehöfte und Weiler hinweg


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    den Fluss entlang


    nach Ottau, wo uns über dem (ganz gut erhaltenen Dort) eine schöne gotische Kirche erwartet.


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    Na ja, erwartet, war zu viel gesagt, denn sie war schließlich geschlossen.


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    Man sieht, dass man sich um Krumau zu mehr um die Pflege der Kulturdenkmäler bemüht.

  • Noch einmal Ottau:


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    Im kargen Niemandsland zwischen Kaplitz/der Europastraße und dem Moldautal liegt der Marktflecken Rožmitál na Šumavě. Es überrascht uns keineswegs, dass es dafür auch eine deutschen Namen gab, den wir unschwer erraten können. Selbstverständlich handelt es sich beim heutigen Namen um eine alte, historische Bezeichnung (wie auch bei Rožmberk oder auch Krumlov), der eher der bequemeren tschechischen Aussprache als der Entgermanisierung geschuldet war. In letztere Kategorie fällt etwa Benešov nad Černou statt Německý Benešov.


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    Wikipedia misst uns folgendes Quantum an Informationen zu:


    Zitat

    Rosental wurde im Zuge des Kolonisation des Böhmerwaldvorlandes gegründet und erstmals am 23. Mai 1259 in einer in Moldautein ausgestellten Urkunde des Prager Bischofs Johann erwähnt, als dieser das von Wok von Rosenberg dem Kloster Hohenfurth geschenkte Patronat über die Kirche von Rosenthal bestätigte[2]. Es war im Besitz der Rosenberger, die es 1380 zu einem Mediatstädtchen erhoben.


    1420 zogen die Hussiten unter Chval von Machovice durch und lagerten auf dem Žižkův kopec. Um 1550 begann der Silberbergbau in der Grube St. Andreas.


    Bis zum 20. Jahrhundert existierte in dem Städtchen eine Brauerei.


    Mehr brauchen wir auch nicht, denn den Rest wissen wir eh.


    Heute ist es um Rosenthal völlig ruhig geworden (sieht man von der Pest des sich immer weiter auch in diese Gebiete ausbreitenden Flugverkehrs ab). Wenig mitteleuropäische Landstriche sind dermaßen dünn besiedelt.


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    Der Ort sieht nur von der Ferne nett aus. Im Inneren hat der Verfall zu einer nahezu völligen Liquidierung der einstigen alten Substanz geführt.

    Anstelle ältere behäbiger Ackerbürgerhäuser mit Empirefassaden finden sich heute schäbige, den rauhen Gebirgsvorland angepasste Plattenbauten.


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    Generell hat es das Schicksal mit diesen einstmals so netten, unscheinbaren Ortsbildern nicht gut gemeint. Es fällt mir schwer zu sagen, welche Art der Zerstörung ich bevorzugen würde - die Mühlviertler Modernisierung bis zur Unkenntlichkeit, oder die radikalere tschechische Methode, die immerhin einen Hauch der alten Stimmung zurücklässt.

    Wer einen relativ gut erhaltenen Ort dieser Art besuchen will, dem sei Windhaag bei Freistadt empfohlen (bild ich mir zumindest ein , vielleicht verwechsel ich es auch mit einer Nachbargemeinde. Wenn ich mit die Bilder bei Dr. Gugl anschau, kömmen mir jedenfalls Zweifel).


    Die Kirche ist ungeachtet der historistischen Entstellung alt. Ihr werdet lachen, sie war sogar geöffnet, weil irgendein örtlicher Handwerker irgendwelche Arbeiten vornahm. Dazu spielte er aus seinem Radio nicht besonders geistliche Musik. Angesichts dieser Idylle hab ich keine Bilder gemacht (es war ohnehin sehr dunkel).


    Hier noch die typische Landschaft des Böhmerwaldvorlandes.


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