Breslau im Mai 2018 (Galerie)

  • Hier möchte ich eine kleine Galerie zu Breslau präsentieren, die sich im Wesentlichen auf das Zentrum sowie Sand- und Dominsel beschränkt.


    Breslau war ja aufgrund seiner Lage kaum von Luftangriffen betroffen, die Erklärung zur Festung Ende 1944 und die nachfolgende Schlacht hatte jedoch eine großflächige Zerstörung zur Folge, die praktisch die gesamte Stadt betraf und nicht nur wie in manchen anderen Städten auf das Zentrum beschränkt war.


    Im Gegenteil, der Ring um das Rathaus herum war eher unterdurchschnittlich stark zerstört (außer an der Südseite), die stärkste Zerstörung betraf die Ohlauer Vorstadt südlich der Kaiserbrücke östlich des Zentrums, hier wurde meines Wissens ein provisorischer, aber nie genutzter Flugplatz zur Versorgung der "Festung" angelegt.


    Rekonstruiert wurden im Wesentlichen der Ring mit dem daneben befindlichen Salzmarkt und der Kirche St. Elisabeth sowie (teilweise) die Sandinsel sowie (weitgehend) die Dominsel, wobei ich aufgrund eines Vergleichs mit Vorkriegsaufnahmen aber von einer teilweise recht freien Nachgestaltung ausgehe - wobei die Dominsel schon seit dem 19. Jahrhundert keine Insel mehr ist, weil der Nebenarm der Oder verfüllt wurde. Verbunden werden diese rekonstruierten Viertel durch einen schmalen Streifen entlang der Oder inkl. Matthiasgymnasium und Markthalle.


    Die Straßennamen habe ich aus dem Shell-Atlas von 1934 entnommen eye:)


    Beginnen soll der kleine Rundgang am Breslauer Bahnhof von 1855, der seit der Komplettrenovierung wieder im alten Glanz erstrahlt:


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    Der Bahnhof befindet sich südlich der Altstadt, dazwischen liegt die Schweidnitzer Vorstadt, in der sich auch meine Ferienwohnung befand. Das Viertel präsentiert sich als wilde Mischung aus Vorkriegsbauten, realsozialistischen Bauten und relativ vielen Neubauten, wobei man immerhin versucht hat, das alte Straßennetz beizubehalten.


    Gleich hinter dem Hauptbahnhof befindet sich übrigens der Busbahnhof in einem großen Einkaufszentrum - da können die deutschen Busbahnhöfe nicht mithalten, insbesondere nicht der improvisierte Dresdner "Fernbusbahnhof".


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    Der Neubau mit den Ferienwohnungen:


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    Relikte der Vorkriegsbebauung:


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    Und hier die direkte Verbindung zur Innenstadt, die Neue Taschen Str. mit Blick auf St. Adalbert


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  • Das liegt wohl daran, dass wir bei uns nur noch Müll und Dreck haben, egal wo man hinkommt.


    Jedenfalls haben diese Bilder den Eindruck gemacht, dass es in dieser Hinsicht dort ganz anders ausschaut wie bei uns.

  • Also, von der westlichen Innenstadt und dem weiteren Rekonstruktionsprojekt der Dominsel und eingeschränkt der Sandinsel war ich schon begeistert (die Fotos liefere ich schon noch mal nach). Daß der Rest teilweise reichlich unansehnlich ist, läßt sich angesichts der Zerstörungen und kommunistischen Mangelwirtschaft wohl nicht vermeiden.


    Ich wäre jedenfalls froh, wenn es in Stuttgart und Umgebung ein Rekonstruktionsprojekt dieser Größe gäbe ...

  • Weiter nach Norden wird die Bebauung langsam attraktiver:


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    Hier das Eckgebäude an der Ohlauer Straße, die wohl jetzt Olawska heißt - leider fällt es mir mangels Sprachkenntnissen schwer, die diversen Bezeichnungen einander zuzuordnen (sobald mein bestellter Architekturführer eingetroffen ist, kann ich hoffentlich noch Infos nachreichen):


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    Dieses Gebäude kann ich indes zuordnen - es ist das Einkaufszentrum Galeria Dominikańska aus dem Jahr 2001:


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    Unmittelbar dahinter kommt dann die schon oben angesprochene Kirche St. Adalbert, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und bis in die 80er Jahre nach Kriegszerstörungen wiederaufgebaut wurde.


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    Von hier aus geht es nun gleich Richtung westliche Innenstadt, denn der nördlich davon befindliche Innenstadtbereich zählte leider nicht zum Rekonstruktionsgebiet.

  • Da wir uns nun am Rande des Zentrums befinden, möchte ich eine Übersichtskarte bereitstellen:


    Einmal ein Vorkriegsstadtplan von 1934 und einmal eine aktuelle OSM-Karte:


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    Rekonstruiert wurde wie angesprochen nur die westliche Hälfte der Innenstadt, wobei die frühere Schweidnitzer Straße in etwa die Grenze markiert (die heute seltsamerweise nur im südlichsten Abschnitt nur noch so heißt - bis zum orangen Punkt auf dem Stadtplan).


    Auf Höhe des Rings (Rynek) wurde indes auch noch die unmittelbar östlich daran anschließende Bebauung rekonstruiert, bis zur Kirche St. Maria Magdalena, also bis zur nächsten Querstraße.


    Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: die bedeutenden Gebäude direkt an der Oder, die sich von der Universität bis zum früheren Matthias-Gymnasium erstrecken (mein Avatar zeigt übrigens die direkt östlich davon liegende Markthalle), wurden ebenfalls wiederaufgebaut.


    Im Süden dieser östlichen Hälfte steht überwiegend aktuelle Architektur, man hat sich aber offensichtlich an früheren Straßenverläufen orientiert.


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    Der Blick zurück zu St. Adalbert:


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    Nördlich davon befinden sich überwiegend Plattenbauten, die bis zum Matthias-Gymnasium reichen:


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    Das einzige erhaltene ältere Gebäude an der Nordseite dieser Straße (Albrechtstr.):


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    Dahinter wieder Plattenbauten bis kurz vor den Ring im Norden:


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    Hier erreichen wir dann die teilrekonstruierte Magdalenenkirche - die Turmhelme fehlen:


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    Bevor es nun aber mit dem Ring und dem allseits bekannten Rekonstruktionsprojekt losgeht, noch ein Foto eines Klassikers, des Kaufhauses Rudolf Petersdorff:


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  • Direkt von diesem Kaufhaus aus erreichen wir nun den Ring, genauer gesagt dessen fast vollständig zerstörte Südseite.


    Hierzu noch ein (leider schlecht lesbarer) Stadtplan von 1904:



    Der Ring ist exakt in der Mitte des Ausschnitts, daneben schließt sich westlich im Norden die Elisabethkirche an und im Süden der Salzmarkt (ab 1827 als Blücherplatz bezeichnet und auch so eingezeichnet). Am rechten Bildrand fällt noch ein weiterer bedeutender Breslauer Platz auf, der Neumarkt - dieser wurde jedoch nicht rekonstruiert, dazu später mehr.


    Hier ist zunächst das Alte Breslauer Rathaus zu sehen, das Bestandteil eines eigenen "Mittelblocks" ist, der wiederum seltsamerweise leicht gegenüber dem Ring verdreht ist.




    Geht man von hier aus nach Norden, so fällt auf der rechten Seite das frühere Kaufhaus Barasch auf, nicht mehr so prachtvoll wie zur Erbauung, aber schon 1929 umgestaltet:



    Blick zur Magdalenenkirche, hier sind auch die Häuserblöcke jenseits der früheren Schweidnitzer Straße rekonstruiert:




    Die nordöstliche Ecke des Rings, die Bebauung auf der linken Seite gehört zum mittleren Häuserblock des Rings:



    Blick auf die Ostseite des Rings, bei dem großen Gebäude handelt es sich wohl um das frühere Warenhaus Louis Levy von Leo Schlesinger, beim abschließenden Gebäude ganz links um den Goldenen Hund, das als letztes Gebäude des Rings 1990 fertiggestellt wurde:




    Blick zur Elisabethkirche:



    Unterwegs am nördlichen Ring:



    Der Blick zurück zum Goldenen Hund:


  • Hier ein erster Blick auf die Elisabethkirche mit den beiden verbliebenen Altaristenhäuser, die auch als "Hänsel und Gretel" bezeichnet werden:




    Weiter indes in Richtung Salzmarkt - hier wird der Mittelblock durch das Neue Rathaus von Mitte des 19. Jahrhunderts dominiert:




    Die Südseite des Rings - beide Rathäuser sind hier zu sehen:



    Und das alte Rathaus von der anderen Seite als zuvor:



    Die Südseite des alten Rathauses:



    Und hier sehen wir nochmals... Magdalenenkirche und Kaufhaus Barasch:



    Direkt gegenüber geht es nun durch den Mittelblock hindurch, der ursprünglich Tuchhaus, Schmetterhaus (Brotbänke ...) und Leinwandhaus beherbergte. Diese historischen Gebäude wurden mitsamt eines Großteils der vormaligen Bebauung bereits im 19. Jahrhundert abgerissen, zugunsten des neuen Rathauses und zwei neuen Häuserzeilen:



    Am Ende dieses Durchgangs ist man wieder am Neuen Rathaus angelangt, wo ein Bankgebäude aus dem Jahr 1931 (auf dem Foto noch Bank Zachodni, inzwischen Santander Bank Polska) den Übergang zum Salzmarkt markiert:


  • Was leider fehlt (es zog ein Gewitter mit Starkregen auf, so daß ich meine Tour vorzeitig abbrechen mußte), ist die Südseite des Rings sowie die doch recht attraktive Gegend um den früheren Exerzierplatz herum. Dies soll im Laufe dieses Jahres nachgeholt werden ...


    Daher gleich weiter zum Salzmarkt, wo gleich neben dem Bankgebäude noch ein weiteres modernes Gebäude aus den 20er Jahren steht, erbaut von Adolf Rading:




    Abgesehen davon präsentiert sich der Salzmarkt in recht erfreulichem Zustand. Blick zurück auf den Ring:



    Ansprechend auch die zur Elisabethkirche führende Straße, die tatsächlich bis zur Oder fast vollständig historisch bebaut ist:





    Diese Straße geht es nun entlang bis auf die Höhe der Elisabethkirche mit diesem durchaus gelungenen Neubau:



    Von dort aus nun wieder in Richtung Ring zu den Altaristenhäusern:




  • Das Viertel nördlich der Elisabethkirche scheint weitgehend unzerstört geblieben zu sein, jedenfalls sieht es historisch gewachsen aus.


    Zuvor noch ein letzter Blick auf die Kirche:


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    Daher die frühere Oderstraße entlang bis zur Oder:


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    Unterwegs gab es dieses schöne Gasthaus, dessen Außengastronomie echten Altstadtflair vermittelte:


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    Auch die Seitenstraßen gefallen mit Kleinteiligkeit und Bebauung:


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    Weiter zur nahen Oder:


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    Die Oder mit Neubauten, dahinter entsteht gerade eine Art von Yachthafen:


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    Alles in allem fand ich dieses Rekoprojekt begeisternd, es würde allein schon die Fahrt nach Breslau lohnen. Besonders positiv finde ich auch, daß der Ring tatsächlich in eine funktionierende urbane Struktur eingebunden ist (im Gegensatz zu z. B. Danzig, wo unmittelbar jenseits des Rekoprojekts die Qualität der Bebauung ins Bodenlose abstürzt) - und daß es eben noch weitere rekonstruierte Areale gibt:


    Wendet man sich nun wieder Richtung Osten, so beginnt das zweite große Reko-Projekt, das sich über fast das gesamte Ufer der Oder bis zum Marktgebäude erstreckt und dadurch alle drei großen rekonstruierte Areale miteinander verbindet - Ring, Oderufer und Sandinsel/Dominsel.


    Den Anfang macht hier die spätere Universität, die Leopoldina, die 1702 als Jesuitenkolleg gegründet wurde, nach der Eroberung Schlesiens durch Preußen als Friedrich-Wilhelms-Universität fortgeführt wurde und seit 1945 eine polnische Universität ist.


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    Auch hierzu erst einmal wieder eine Übersichtskarte:


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    Die Universität befindet sich ganz links in der Mitte, die große runde Insel ist die Sandinsel, rechts davon (abgeschnitten) noch die Dominsel zu sehen (die seit den Aufschüttungen im 19. Jahrhundert gar keine echte Insel mehr ist).

  • Nun noch weitere Ansichten der Universität - hier von der Oder aus gesehen:


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    Und hier die Rückseite, auch die barocke Universitätskirche, die erhalten ist, ist zumindest teilweise im Hintergrund zu sehen:


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    Die Rückansicht der Universität:


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    Das schöne Gebäude im Hintergrund ist das St.-Josephs-Konvikt:


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    Unmittelbar südlich davon beginnt - obwohl wir uns noch in der westlichen Hälfte der Innenstadt befinden - eine teilweise unschöne Mischung aus erhaltenen (aber teilweise heruntergekommenen) Gebäuden, Brachen und unpassenden Neubauten.


    Hier nochmals der Blick auf die Universität, diesmal mit der umgebenden Bebauung:


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    Und der zugehörige Straßenzug:


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    Auch die weitere Bebauung präsentiert sich etwas chaotisch, bevor dann die Plattenbauten dominieren - hier der nördlichste Teil der früheren Schmiedebrücke:


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  • Bevor es nun mit den weiteren Reko-Projekten weitergeht, folgt erst einmal ein kurzer Rundgang durch die östliche Innenstadt - schließlich möchte ich die Stadt ja auf repräsentative Weise darstellen und dazu gehören eben auch die nicht so gelungenen Areale.


    Zunächst gehen wir indes die frühere Schmiedebrücke (heute: Kuźnicza) weiter Richtung Süden entlang, wo im Eckgebäude die "School of English" der Universität untergebracht ist, ein Neubau von 1992:


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    Die Bebauung südlich davon besteht meines Erachtens aus Neubauten im traditionellen Stil - die einzigen, die ich in der gesamten Innenstadt gesehen habe:


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    Obwohl ja eigentlich die westliche Innenstadt rekonstruiert wurde, befindet sich hier hinter einem Plattenbau eine große Brachfläche (grob geschätzt 250 Meter nördlich des Rings):


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    Direkt südlich angrenzende Plattenbauten:


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    Von hier aus geht es nun weiter in die östliche Innenstadt, die durch Plattenbauten, grüne Wiese und teilweise ungepflegten Altbestand (entstuckt oder Nachkriegsbebauung?) dominiert wird:


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    Erst kurz vor der Magdalenenkirche wird es wieder etwas besser, mit der Kirche im Hintergrund:


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    Und der Blick in Gegenrichtung nach Norden - wieder die frühere Schuhbrücke (und heutige Szewska), die ja die gesamte Altstadt von Süden nach Norden durchquert und schließlich auf die kleine Matthiasinsel auf der Oder führt:


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    Östlich hiervon kommen nun endgültig Plattenbauten:


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    Nochmals ein Blick auf die Schuhbrücke:


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  • Von hier aus nun nach Norden - ja, wir befinden uns noch in der Innenstadt, zwischen zwei großen Plattenbauriegeln in Süden und Norden:


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    Unmittelbar östlich davon befindet sich übrigens das klassizistische frühere Gemeindeamt auf der Südseite des Neumarkts, das als einzige Bebauung erhalten wurde (die Bürogebäude östlich davon kommen indes wieder betont modernistisch daher).


    Die weitere Bebauung:


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    Blick aus dem Durchgang in Richtung Magdalenenkirche:


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    Nördlich dieses Areals erreichen wir den Neumarkt oder besser Nowy Targ, denn mit dem früheren Platz, der hier zu sehen ist, hat diese Betonwüste aus den 60er-Jahren nichts mehr zu tun:


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    Blick nach Süden - zur Adalbertkirche, die bereits am Anfang zu sehen war:


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    Blick nach Osten zur Piaskowa - da es diese Verkehrsschneise früher nicht gab, soll nur der polnische Name genannt werden:


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  • Etwas weiter nördlich sind wir dann schon wieder an der Oder, wo als Kontrastprogramm der schönste Teil des Rundgangs beginnt.


    Auf der linken Seite sehen wir die Kirche St. Vinzenz, auf dem zweiten Foto ist noch zusätzlich die Hochberg-Kapelle zu sehen:


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    Der Blick nach rechts am selben Ort zeigt die Markthalle Nr. 1 in Breslau, die Nr. 2 wurde - wenn ich der Wikipedia trauen darf - nicht aufgebaut (Standort südlich der Innenstadt):


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    Von hier aus geht es über die offensichtlich älteste erhaltene Brücke (von 1861), die Sandbrücke, auf die gleichnamige Insel - dort ist schon die Kirche St. Maria auf dem Sande zu sehen:


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    Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick auf die Dominsel nebst Dom:


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    Und die Neubauten dahinter ... in dieser Richtung befindet sich übrigens auch die Jahrhunderthalle (nicht fotografiert):


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    Vor der Kirche befindet sich die Universitätsbibliothek:


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    Und links daneben die frühere St.-Anna-Kirche, die heutige Kirche St. Kyrill und Method. Hier einige Eindrücke der Bebauung - wesentlich mehr steht auf dieser ursprünglich dicht bebauten Insel nicht mehr, wovon sie aber durchaus profitiert:


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    Wer sich über die Umbenennung der Kirche wundert - unter den Kommunisten wurden zwar die meisten Kirchen wieder aufgebaut, aber da man die katholische Kirche nicht zu mächtig werden lassen wollte, wurden die Kirchen möglichst kleinen und unbedeutenden Religionsgemeinschaften zur Nutzung übergeben - von orthodox über altkatholisch bis hin zu griechisch-katholisch oder uniert ...

  • Wenige Meter weiter östlich kommen wir nun zur Dominsel, die ja schon seit dem 19. Jahrhundert keine Insel mehr ist, weil der Nebenarm der Oder aufgefüllt wurde - dort befindet sich jetzt zum Teil der Botanische Garten.


    Hier der Blick auf die Dominsel von der Sandinsel aus, wir sehen links die Kreuzkirche, das kleine Gebäude direkt an der Brücke ist die Kirche St. Peter und Paul, unmittelbar dahinter sind schon die Türme des Doms zu sehen, die Kathedrale St. Johannes:



    Im Vordergrund nochmals St. Peter und Paul:



    Das Vorhängeschloß-Unwesen hat auch Breslau erreicht:



    Die Kreuzkirche:



    Gleich davor das "Orphanotropheum", ein kurfürstliche Waisenhaus, das 1715 unter dem Fürstbischof von Breslau Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg durch den Breslauer Baumeister Peintner errichtet wurde:



    Von hier aus führt die Domstraße direkt zum Dom, die Bebauung der Straße ist etwas vereinfacht, aber dennoch gelungen:





    So sah es hier nach dem Krieg aus:


  • Hier der Dom mitsamt angebauten Kapellen und der Blick nördlich des Doms in Richtung Domplatz - Infos zum Dom gibt es ja unter dem obigen Link:


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    Das Backsteingebäude stellt die nördliche Bebauung des Domplatzes hinter dem Dom dar:


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    Der Platz selbst ist einfach eine Grünanlage:


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    Nach Osten hin steht nur noch ein Gebäude:


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    Dahinter endet dann das Reko-Projekt:


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    Den Botanischen Garten habe ich nicht fotografiert, wird aber bei Gelegenheit nachgeholt. Die Bebauung im Umfeld war meines Erachtens nicht besonders wertvoll (ziemlich dichte Bebauung mit Wohnhäusern), ich finde es auch verblüffend, wie nah die Wohnbebauung an den Dom heranrückte.

  • Südlich des Platzes gibt es gerade diverse Bauprojekte, ein Luxushotel direkt am Platz und die Rekonstruktion der Bischöflichen Residenz (nicht abgebildet).


    Ganz im Osten der Dominsel befindet sich dann noch das frühere katholische Waisenhaus "Marienstift":





    Von hier aus geht es nun etwas die Oder entlang, hier entstanden Neubauten für die Universität, im Vordergrund die neue Universitätsbibliothek, die erst 2012 fertiggestellt wurde:



    Dahinter dann der Campus "Grunwaldzki" der Universität - auch hier wird an die Schlacht von Tannenberg 1410 erinnert, die in Polen Schlacht bei Grunwald heißt und die Niederlage des Deutschen Ordens gegen Polen-Litauen besiegelte:




    Noch etwas weiter östlich kommt dann die - Überraschung - Most Grundwaldzki, die frühere Kaiserbrücke, die 1910 eröffnet wurde und in die Kaiserstraße führte.



    Die Brücke hat viel von ihrer einstigen Pracht verloren:



    Immerhin bietet sich hier ein schöner Blick auf die Dominsel:



    Dahinter befand sich früher die Ohlauer Vorstand, diese wurde in weiten Teilen für die Errichtung eines Behelfsflugplatzes der "Festung Breslau" schon vor den eigentlichen Kampfhandlungen abgerissen:




    Erst südlich dieser Fläche beginnt wieder eine mäßig attraktive Bebauung, einziges Highlight ist die im Hintergrund zu erkennende Kirche St. Mauritius:


    Entsprechend steht unmittelbar südlich der Brücke nichts mehr außer einer großzügigen Verkehrsführung ... oder fast nichts mehr, denn das riesige Verwaltungsgebäude aus der NS-Zeit, das nach Plänen von Felix Bräuler 1939 bis 1945 (!) errichtet wurde und bei seiner Teilzerstörung fast fertig war, wurde wieder aufgebaut und dient heute als Woidwodschaftsamt:




  • Von hier aus geht es nun weiter Richtung Innenstadt, wobei direkt an der Ufer dieses charmante Gebäude aus dem Jahr 1886 des Berliner Architekten Endell auffällt - seit dem 2. Weltkrieg als Nationalmuseum genutzt:


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    Gleich daneben befindet sich ein kleiner "Gondelhafen" (Zatoka Gondoli), der auch schon auf dem alten Stadtplan von 1904 eingezeichnet ist:


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    Das Oderufer ist hier recht ansprechend gestaltet und bietet vor allem schöne Ausblicke auf die Dominsel:


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    Das schon angesprochene Reko-Projekt noch ganz in weiß:


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    Blick auf die Sandinsel:


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    Somit sind wir auch schon wieder am Ausgangspunkt dieses Rundgangs über Sand- und Dominsel angelangt, nämlich an der Markthalle. Von dort aus geht es nun an der Oder entlang weiter, Blick vom Matthias-Gymnasium, dem heutigen Ossolineum mit dem Bestand einer früher in Lemberg beheimateten Bibliothek. Bekanntermaßen stammt ja ein guter Teil der heutigen Bevölkerung in Breslau aus Lemberg, entsprechend steht auch ein Denkmal für Aleksander Fredro heute am Breslauer Ring:


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    Ganz im Hintergrund des obigen Fotos ist die Markthalle zu sehen, hier das Ossolineum aus der Nähe:


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    Wie ersichtlich, zog langsam ein Gewitter auf, so daß ich meine Tour vorzeitig abbrechen mußte. Kurzzeitig wurde es immerhin wieder etwas heller ... daher noch Fotos eines Gebäudes, was vor der bereits gezeigten Universitätskirche steht in einer etwas unbefriedigenden Brache:


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