Fritz Beblo (1872-1947)

  • Friedrich Beblo wurde 1872 in Breslau geboren und studierte nach der Schulzeit in Leipzig an der Technischen Hochschule Charlottenburg Architektur - Charlottenburg wurde ja erst 1920 nach Berlin eingemeindet, aus der Hochschule ging die heutige TU Berlin hervor.


    Er war insgesamt von 1903 bis 1919 in Straßburg tätig, zuerst als Stadtbauinspektor, ab 1910 dann als Stadtbaurat. Somit war er der letzte der drei Stadtbauräte der deutschen Kaiserzeit in Straßburg, nach dem gebürtigen Straßburger Jean Conrath und dem Hessen Johann-Carl Ott.


    Nach 1919 wurde er wie viele andere Reichsdeutsche ausgewiesen und übernahm danach eine Stelle als Oberbaudirektor in München, wo er neben der Errichtung von Großsiedlungen vor allem richtungweisende Bebauungs-, Verkehrs- und Grünanlagenpläne entwickelte. Interessanterweise übernahm sein Sohn Richard Beblo während der deutschen Besetzung Straßburgs von 1940 bis 1944 dieselbe führende Position als Leiter des Stadtbauamts, allerdings erfolgten kriegsbedingt keine größeren Baumaßnahmen.


    Schwerpunkt seiner Tätigkeit waren neben der Umsetzung des Großen Straßendurchbruchs ab 1910 vor allem die Errichtung von Schulen, zudem war er der Architekt der Magdalenenkirche und der Städtischen Bäder.


    Skurrilerweise verdankt die Stadt München Beblo auch die Aufstellung der Statue "Vater Rhein" im Jahr 1932 direkt vor dem Deutschen Museum in München - die Statue wurde 1918 von den Franzosen vom Broglieplatz entfernt und eingelagert und durch Vermittlung von Beblo dann gegen die Statue des "Meisenlockers" eingetauscht, die heute in Straßburg auf dem Stephansplatz steht.


    Daher beginnt diese Galerie ausnahmsweise mit Fotos aus München:


    Die Statue:


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    Die Informationstafel:


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    Die Putten und die restliche Gestaltung lehnen sich lose an das ursprüngliche Denkmal in Straßburg an (siehe hier:


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    (Fortsetzung folgt)

  • Auch hier nun ein weiterer Beitrag - und zwar zur Thomasschule, die durch Beblo von 1905 bis 1907 zwischen Ill und Münzgasse errichtet wurde. Danach sollen noch weitere Schulen präsentiert werden, die ja einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildeten.


    "Thomas" und "Münz" geben schon den Rahmen vor - wir befinden uns im Umfeld der Thomaskirche bzw. des Thomasplatzes, während die Münzgasse auf die frühere Alte Münze verweist, die sich am heutigen Standort der Thomasschule befand.


    Die Münze (später Königliche Münze) wurde 1756 errichtet und diente dem Prägen von Münzen, zu deren Ausgabe ja Straßburg auch nach 1681 weiterhin berechtigt war (im Zuge der französischen Revolution wurden die Privilegien der Stadt aber immer stärker eingeschränkt), entsprechend bot sich die Lage direkt an der Ill zur Nutzung der Wasserkraft an.


    Hier eine alte Ansicht mit der Thomaskirche und der Münze:




    Blick in Richtung Petite France kurz vor dem Abriß:



    Zu diesem Zeitpunkt war die Münze als solche aber aufgrund der Zugehörigkeit zu Deutschland nicht mehr in Betrieb, dort waren vorübergehend Behörden untergebracht, insbesondere Finanzbehörden, die nach Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes am Kaiserplatz umziehen konnten.


    Die Münze wurde 1900 abgerissen und nach archäologischen Grabungen durch den Schulneubau ersetzt, der im einem historistischen Stil mit Anklängen an die Renaissance gehalten ist, während das Innere sehr aufwendig gestaltet wurde und teilweise durch den Jugendstil inspiriert ist (Innengestaltung ist erhalten).


    Hier die klassische Ansicht von der Thomasbrücke aus:




    Von der Martinsbrücke aus gesehen:




    Und noch eine eher ungewöhnliche Ansicht von gegenüber (Mühlenplatz):