Eger / Cheb in Böhmen (CZ)

  • Da ich bei meinen Bahnfahrten nach Marienbad und Karlsbad jeweils einen längeren Aufenthalt in Eger hatte, ergab sich die Möglichkeit zu einem kleinen Stadtrundgang. Die gesamte Galerie gibt es hier.


    Zuerst ein kleiner Tipp: Das Bayern-Böhmen-Ticket rechnet sich meines Erachtens nur dann, wenn man auch längere Strecke in Bayern fährt, angesichts der extrem niedrigen Preise der tschechischen Bahn wird man es wohl mit Regionalzügen kaum schaffen, im abgedeckten Gebiet mehr als 28 Euro am Tag auszugeben.


    Sehr empfehlenswert ist die App Mein Zug der tschechischen Bahn, die nicht nur über Fahrpläne und Verspätungen informiert, sondern auch gleich den Kauf der Tickets ermöglicht (angesichts von keinerlei Englischkenntnissen der allermeisten Bahnmitarbeiter fast unverzichtbar).


    Einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten gibt es hier.


    Los gehts logischerweise direkt am Bahnhof aus den 70er Jahren:


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    Daneben gleich der Busbahnhof mit einer Übersicht:


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    Gleich hinter dem Bahnhofplatz beginnt die "Svobody"-Straße und führt in einen Talkessel hinunter:


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    Geht man weiter Richtung Innenstadt, beginnt eine Fußgängerzone:


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    Hier beginnt dann schon der langgezogene Marktplatz:


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    Hier fällt der Blick auf das unvollendete Rathaus auf der rechten Seite:


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    Weiter unten kommen das Egerer Stöckl und zur rechten Seite die Kirche St. Nikolaus ins Bild:


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    Hier das Stöckl in Nahaufnahme mit dem schmalen Gang dazwischen:


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    Il potere logora chi non ce l'ha.

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  • Unmittelbar nordöstlich hinter dem Ende des Marktplatzes befindet sich die oben erwähnte Kirche St. Nikolaus:


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    Unmittelbar nördlich davon endet die historische Bebauung bereits direkt am Ufer der Eger:


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    Von hier aus führt der Weg am nördlichen Ende des Marktplatzes weiter nach Osten, diesmal mit der entgegengesetzten Blickrichtung:


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    Hier beginnt dann eine Altstadtgasse in Richtung der Egerer Burg:


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    (Fortsetzung folgt)

  • Anstatt gleich zur Burg zu gehen, erfolgt erst einmal der Weiterweg nach Süden. Dort gibt es zuerst eine Brache in einem Hinterhof:


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    Gleich dahinter dann aber sieht man den rekonstruierten Klostergarten:


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    Blick auf eine Schule gleich gegenüber:


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    Infos zur Rekonstruktion:


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  • Von hier aus geht es dann über den südlichen Teil der Altstadt wieder zurück zum Marktplatz:


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    Am Franziskanerkloster und der ehemaligen Kirche St. Klara vorbei:


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    ... erreichen wir wieder den äußersten Nordwesten der Altstadt mit einem netten Platz:


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    Unmittelbar südlich davon befindet sich dann die Egerer Burg, direkt darunter ist ein Park, der im Rahmen der gemeinsamen Gartenschauen angelegt wurde:


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  • Der Schwarze Turm:


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    Der Blick von der Burg zur Innenstadt:


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    Zum Abschluß noch einige Fotos der Bebauung parallel zur Fußgängerzone unmittelbar südwestlich des Marktplatzes:


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    Weiter außerhalb Richtung Bahnhof sind dann relativ viele Baulücken zu sehen, dazwischen auch Plattenbauten. Insgesamt aber auf jeden Fall einen Besuch wert, die Altstadt befindet sich insgesamt in einem recht ordentlichen Zustand.

  • Auch dieses Jahr war ich kurz in Eger, wieder beim Umsteigen und wieder bei nicht idealen Aufnahmebedingungen. Was ich ganz interessant finde, ist der Vergleich des Vorkriegs-Eger mit dem aktuellen Zustand - der ja architektonisch gar nicht so schlecht ist.


    Eine recht aussagekräftige Luftbildaufnahme des heutigen Eger finden wir unter Nürnberg Luftbild (übrigens auch für viele andere Städte), eine historische Aufnahme fand sich mit der Google-Bildersuche:


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    Beim Vergleich fiel mir - neben dem teilweisen Fehlen der Bebauung hinter dem Rathaus und der Kirche St. Nikolaus - vor allem auf, daß die Innenstadt deutlich geringer verdichtet ist. Zwar sind die Gassenstrukturen noch vorhanden, aber teilweise stehen eben nur noch die straßenseitigen Gebäude, so eben auch direkt hinter dem Marktplatz und hinter dem dortigen Rathaus.


    Vom Platz aus ist die Bebauung praktisch perfekt:


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    Auch der Gesamteindruck des doch recht ausgedehnten Platzes überzeugt:


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    Geht man am Ende des Platzes nach rechts, so steht zuerst an der Kirche noch die alte Bebauung:


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    Geht dann aber rasch in eine Wiese ...


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    ... bzw. eine recht behelfsmäßig wirkende Bebauung über:


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    Der Rathauskomplex ist indes inkl. Durchgang rekonstruiert:


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    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie all dies einzuschätzen ist - kennt jemand den Zerstörungsgrad von Eger? Gefunden habe ich diese sehr einfache Website mit Informationen (Egerer Landtag), laut der wohl vor allem der Bahnhof mit Umgebung getroffen wurde - ist der heutige Zustand jetzt das Ergebnis einer durchaus gelungenen Rekonstruktion oder eher einer recht rabiaten Sanierung, bei der die Innenhöfe gewissermaßen entkernt wurden? Wobei letzteres vielleicht sogar nachvollziehbar wäre, da die Besiedlung der Stadt nach der Vertreibung nur sehr zäh anlief und die sehr dicht bebauten Altstadtgebiete wohl auch kaum Wohnkomfort boten.

  • Besonders gut gefällt mir an der Platzwirkung, dass der eigentlich Blickfang unten liegt, dass der Blick also abwärts gerichtet ist. Das ist me eher selten und macht sich gut, weil man von oben einfach besser sieht.

    Das Stöckl ist übrigens, wie mir an diesen Bildern auffällt, doch eben ein echtes "Kretzl" wie in einigen österr. Städten. Auch in den böhm. Ländern dürfte das verbreitet gewesen sein, der Prager Altstädter Ring, Iglau, Znaim hatten jedenfalls auch solche alte Häuserinseln. Nach ihrem Abriss (in Prag und Znaim schon tief im XIX Jh) konnte eine wirklich überzeugende Platzwirkung nie mehr hergestellt werden. Man stelle sich beispielsweise den Egerer Ring oder Markt ohne Stöckl vor.

  • Zur letzten Frage nach dem Zerstörungsgrad von Eger:

    Eger wurde zwar bombardiert, allerdings dürften sich die Zerstörungen in der Altstadt in Grenzen gehalten haben. Im Brockhaus aus den 70ern ist ein Blick von einem Turm über die Stadt drin, das eine altertümliche, aber bedrohlich verkommene Dächerlandschaft zeigte.

    Das dürfte auch der wahre Hintergrund sein, dem im bekannten Buch Zmizelé Sudety Zmizelé Sudety / Das verschwundene Sudetenland | Grenzenloses Erzgebirge ein ganzes Kapitel gewidmet ist: nämlich der Zerstörung der Egerer Altstadt zugunsten des heutigen, äußerlich ansprechenden, aber hohlen Altstadtbildes.

    Es ist natürlich leicht, das zu kritisieren. Die Vertreibung der nahezu gesamten Bevölkerung zeitigt natürlich auch Auswirkungen auf das Stadtbild. Es gibt mW nur zwei wirklich malerische Klein- und Mittelstädte (mit nennenswertem Straßennetz), welche die (über 50%ige) Vertreibung stadtbildmäßig "mit Anstand" überstanden haben, Krumau (nahezu perfekt, ein Sonderfall) und Eger (mit klug geplanter Vereinfachung, vergleiche das gar nicht so anders gelagerte Hirschberg in Schlesien).

    In Eger hat man weitestgehend die Fassaden erhalten, abe wie s dahinter aussieht, geht niemanden was an...

    alles in allem mE keine ganz schlechte Leistung sozialistischer Stadtbildpflege.

  • Stimmt, der Eindruck ist recht stimmig, weitaus ausgeprägter habe ich diese Art der "Vereinfachung" in Halle/Saale wahrgenommen, den Platz Alter Markt im Süden der Altstadt habe ich als recht ansprechend empfunden, bis ich mal zwischen zwei Häusern hindurchgeschaut habe - da stand tatsächlich rechts und links nur noch eine Häuserreihe und dahinter kam dann einfach überhaupt nichts mehr.

  • Zeno

    Hat den Titel des Themas von „Eger / Cheb in Böhmen (CZ) (Galerie)“ zu „Eger / Cheb in Böhmen (CZ)“ geändert.