Beiträge von Heimdall

    Sollte ein Armenier unter den Foristen sein, so wird er vermutlich empört den Strangtitel zurückweisen. Bergkarabach sei auch Armenien, sagte mir mal ein Armenier auf einer Party. Völkerrechtlich aber gehört die autonome Region Bergkarabach bzw. Republik Arzach zu Aserbaidschan. Deshalb dieser Titel.


    Dort gab es nun erneut Krieg, den dritten seit den 1990er Jahren. Azerbaidschan eroberte den größten Teil der in den 90ern an die Armenier verlorenen Gebiete zurück. Die Armenier behalten das verkleinerte Kerngebiet Bergkarabachs unter russischem Militärschutz. Weiterführende Informationen dazu bitte selbst recherchieren.


    Doch es geht darum, ob auch Kulturgüter durch die aktuellen Kämpfe in Mitleidenschaft gezogen wurden.


    Erwischt hat es wohl die Kathedrale von Susha. Die Aserbaischaner haben den Schutz christlicher Religionsstätten zugesagt. Ob darunter auch die Reparatur dieser Kathedrale fällt, vermag ich aber nicht zu sagen.


    Azerbaijan accused of bombing 19th century cathedral

    https://www.laprensalatina.com…g-19th-century-cathedral/


    Nagorno Karabakh: Armenia accuses Azerbaijan of bombing the historic Shusha Cathedral

    https://www.eg24.news/2020/10/…ric-shusha-cathedral.html


    Nagorno-Karabakh: Armenia accuses Azerbaijan of shelling Shusha cathedral. #BBC

    https://artsakh.news/en/news/191203

    @"Loggia". Da hast Du wohl Recht. Ich hatte das für ein Parkhaus gehalten. Aber vermutlich ist das ein völlig misslungenes Geschäftshaus.

    @"Zeno". Klar erkannt. Es müsste eben dort wirklich investiert werden, u.a. mit einem neuen Bodenbelag, um den Ort wieder wirtlich zu machen.

    @"Fachwerkliebhaber"

    Am schlimmsten finde ich dieses überdimensionierte Rathaus, das überdimensioniert wirkende Parkhaus, dann dieses heillose architektonische Durcheinander mit "Möbel Fundgrube" (die eher in ein Gewerbegebiet passt), der halbrunde Glaskasten und dergleichen. Und zwischendurch führt noch eine Hochstraße, als wäre die für einen Ort dieser Größe unbedingt nötig. Das ist alles ein völliges Tohuwabohu, ohne irgendeine gestalterische Linie.

    Dahingehend finde ich (und das sage ich als Kritiker der Moderne) den Marktplatz relativ gelungen. Er ist immerhin mal, wenn auch im 70er-Jahre-Betonstil, gestaltet. Er ist dabei recht kleinteilig konzipiert, denn ich sehe nur unterschiedliche, 2-3-geschossige Gebäude. Die Dimensionierung ist so falsch nicht. Und durch die Abwesenheit von Autos hat diese Platzstruktur eine gewisse Intimität. Ich könnte mir vorstellen, wenn es gelänge, den Platz schöner zu gestalten, z.B. durch Begrünung oder einen Brunnen, und man die Läden mit guten Geschäften/Gastronomie (Eissalons usw.) füllen könnte, wäre es kein so ganz schlechter Raum. Wohlgemerkt, ich rede nur von dem Markt, nicht von dem hässlichen Rathaus oder dem Parkhaus, die durch traditionellere Lösungen ersetzt werden sollten. Das Hallenbad ist auch halbwegs in Ordnung. Als Zeitdokument, mit dem ich leben kann.

    So sehr unterscheidet sich das nicht von manchen Umlandgemeinden im Rhein-Main-Gebiet. Ein großer Unterschied ist allerdings die Leerstandsquote der Geschäfte, was ein Großteil zur Trostlosigkeit beiträgt. Die Vorkriegsgebäude sind bescheiden, aber es ist gut, dass es noch etwas historische Substanz gibt. Ich finde das "Markt"-Areal gar nicht mal so schlecht. Es erinnert mich womöglich auch nur nostalgisch an meine Kindheit. Eine Art Mustersiedlung der späten 60er/frühen 70er Jahre. Es müsste aber belebt werden. Das schreckliche Plattenbau-Brutalismus-Rathaus mit Ziergestänge kann man hingegen nur noch abreißen. Auch hier bräuchte es einfach mal ein städtisches Gestaltungskonzept, dass zur Beruhigung und Harmonisierung des Stadtbildes beiträgt. Einhergehend mit Wirtschaftsförderung.

    3. Heilbronn

    Heilbronn finde ich zu negativ bewertet. Das ist ein eher beschauliches Städtchen, in dessen Innenstadt zwar viel im Krieg zerstört wurde, dass aber einige historische Gebäude erhalten konnte. Verlässt man das überschaubar kleine Zentrum, ist man rasch in Villengebieten, einigen Gründerzeit-Straßengebieten und Weinbergen. Insofern ist Heilbronn auch nicht mit den erwähnten Großstädten vergleichbar.

    "Ursus", wenn für Dich diese durchaus gefällig angepassten Gebäude "unerträglich" sind, dann werden Dir sicher diese Gewerbebauten gefallen, die in unserer Umgebung zu 99% in einem Stil errichtet werden, den Du höchstwahrscheinlich ehrlich, klarer, passender empfindest.


    Roller, Hanau: https://images.app.goo.gl/iWV1XUqxbs7Lh4L39


    Poco, Frankfurt: https://images.app.goo.gl/MfAggFRHhotUf6rE9


    Real, Maintal: https://images.app.goo.gl/BqUpU7L97WUaGo8H6

    Andere Ansicht Real, Maintal: https://images.app.goo.gl/fjNVt4ZgceMxi7p76


    Das ist immer noch zu kitschig? Dann vielleicht ein Haus mit weniger Ornament?


    Ikea, Maintal: https://images.app.goo.gl/7R6c5bDL84hawnA48

    (Sogar mit ökologisch wertvoller Grünfläche vor dem Eingang)


    Natürlich geht es auch einen Hauch eleganter.


    Z.B. das loop 5, Darmstadt: https://images.app.goo.gl/pwLEvPXkcedC2seE7


    Jetzt müsste doch das Herz in Höhen hüpfen. Und man kann sich ganz gewiss sein, solche schrecklich Häuserl, wie die aus Österreich gezeigten, würden in der Rhein-Main-Region zum Glück nie und nimmer gebaut werden. Da sind wir hier glücklicherweise völlig kitschbefreit.

    Hier sieht man die sonstigen Verschandelungen durch das Büro Amandus Samsoe Sattler bzw. Allmann Sattler Wappner: https://www.allmannsattlerwappner.de/de/projekte/


    Diese ist besonders abstoßend: https://www.allmannsattlerwapp…rtier-kuvertfabrik-pasing


    Wenn in dem Tor unbedingt das Museum drinbleiben soll, wird man einen zweiten Fluchtweg (und diesen barrierefrei) einbauen müssen. So sind wohl die Vorschriften. Ich hoffe aber, dass das weit gefälliger ausfällt.

    Ich finde es schon fast bedauerlich, daß momentan das Nachkriegs-Ludwigshafen mit den Hochstraßen verschwindet und eigentlich nur noch belangloses verbleibt.

    Nun, die Hochstraße Süd bleibt ja nach der Sanierung erhalten. Die Hochstraße Nord soll verschwinden. Dafür entsteht eine neue, ebenerdige Straße. Wenn auf dieser ansprechende Architektur entsteht, könnte das durchaus eine positive Weiterentwicklung sein.

    Um mal dieses nicht vollkommen falsche, aber völlig einseitige Bild von Ludwigshafen etwas zurecht zu rücken, ein paar andere Eindrücke:


    Ludwigshafen südliche Innenstadt


    Fußgängerzone: https://images.app.goo.gl/2UwDAzQJhgjdL8AHA


    Bahnhofstraße: https://images.app.goo.gl/MtnmhMcJo5hU9e9K8


    Ludwigshafen nördliche Innenstadt


    Hartmannstraße: https://images.app.goo.gl/Zk3kgtRaBHXZekJF6


    Jakob-Binder-Straße: https://images.app.goo.gl/tbtVXS7A8w8suwxXA


    Stadthaus Nord: https://images.app.goo.gl/QGeY3G6c8YzMvouw5

    Die Bildauswahl ist sehr selektiv. Das ist nicht das ganze Bild Ludwigshafens. Es gibt in der Innenstadt primär eine engere Blockrandbebauung. Im südlichen Bereich incl. Fußgängerzone mit Nachkriegsbebauung, nördlich der Hochstraße Nord primär gründerzeitlich geprägt. Wer allerdings eine Altstadt erwartet, dürfte enttäuscht werden.

    Ja ansonsten gibt es auch andere Outlet-Center die zt regionale Formen mitnehmen, aber das Meiste ist Kitsch. Dazu gab es mal im APH einen Strang...

    Hier habe ich mal Fotos des Wertheim Outlet Centers gepostet:

    https://www.stadtbild-deutschl…&postID=136029#post136029


    Supermärkte in einer ehemaligen Fabrikhalle, Tramdepot o. ä.

    In Frankfurt am Main gibt es einen solchen Rewe im ehemaligen Straßenbahndepot Bornheim.


    Siehe hier: https://images.app.goo.gl/kLLC2rGnZ9Tbq54R8


    Und hier: https://images.app.goo.gl/LRwSXaqdYwNr7Zwe7


    Ansonsten sollte man sehen, dass auch viele Aldis und Rewes zumindest in ihrer Grundform gewisse traditionelle Elemente aufweisen, so ein steiles Dach.

    Ein Beispiel: https://images.app.goo.gl/pg1MVwmfWBwo5oJL9

    Das ist z.B. bei Ikea ganz anders.

    Ein Beispiel: https://images.app.goo.gl/yXiLvjQqTvh8eu7H7

    Zentraler Platz, jetzt Neue Mitte genannt.

    Die Leere wurde mit diesen lächerlichen Riesenblumentöpfen gefüllt, weil man offenbar die Bäume nicht richtig einpflanzen wollte oder konnte. Dahinter ein Block, der für sich ja noch eine gewisses Minimum an Würde ausstrahlen könnte. Dieses hat man ihm auch noch durch den kindischen, konzeptlosen Anstrich mit bunten Farben genommen. Also, dieses "Neue Mitte"-Areal sollte wirklich großflächig umgestaltet werden. Entweder man macht einen richtigen Park daraus. Oder ein Stadtviertel in Anlehnung an den historischen Zustand. Das jetzt sieht allenfalls nach Vorgelände von Ikea aus.


    P.S.: Gegenüber dem Interhotel sind die Gera Arcaden sogar eine deutliche Verbesserung. Das soll etwas heißen.

    Vielleicht passt das hier hinein. Es handelt sich eigentlich um den gleichen linken Ungeist, der auch bei BLM oder den Ikonoklasten hierzulande dominiert. In Chile haben sich Proteste an einer Kleinigkeit entzündet (der Erhöhung von Fahrpreisen für Busse und Bahnen im ÖPNV um umgerechnet 3 Cent). Nun soll es eine neue Verfassung richten, die mehr "soziale Rechte" festschreibt. Die alte Verfassung stammt von 1980, also aus der Zeit der Pinochet-Herrschaft. Die deutsche Presse jubiliert, Chile feiere seine "Wiedergeburt" ("Spiegel") oder wähle seine "Diktatur-Verfassung" ab ("ntv"), unter der ja nun bereits seit 1990 Wahlen und Demokratie stattfanden.


    Die "Deutsche Welle" konstatiert nüchterner:

    Zitat

    An der aktuellen Verfassung gab es wegen ihres autoritären Ursprungs, der starken Bündelung von Machtbefugnissen bei der Zentralregierung und begrenzter Einflussmöglichkeiten der Bürger stets viel Kritik. Sie weist erhebliche Mängel auf, wie der Politologe Gabriel Negretto erklärt: "Es fehlen grundlegende soziale Rechte, insbesondere auch die von Indigenen. Die Verfassung hat zudem in ihrer Ausgestaltung dafür gesorgt, dass der Staat auf ein Minimum reduziert und das Sozialsystem privatisiert wurde."

    Die Folgen sind ein unzureichendes öffentliches Bildungs- sowie Gesundheitswesen, hohe Lebenshaltungskosten, mickrige Renten und eine hohe private Verschuldung. "Man darf nicht vergessen, dass die neoliberale Verfassung Chile auch einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung beschert und das Entstehen einer neuen Mittelklasse ermöglicht hat. Das Paradoxe ist, dass es zu einem guten Teil genau diese Menschen sind, die jetzt unzufrieden sind und auf die Straße gehen", sagt Negretto, der an der Päpstlich-Katholischen Universität von Chile lehrt und bereits die Vereinten Nationen beraten hat.


    Die alte Sehnsucht Sozialismus dürfte eine Rolle spielen. Sie sollen nach Annahme einer neuen Verfassung am besten ihren zweiten Allende bekommen. Vielleicht sind sie dann zufriedener.


    In diesem Zusammenhang aber ist folgendes für uns anmerkenswert. U.a. eine der ältesten Kirchen Santiagos wurde von einem vermummten Mob geplündert und abgefackelt:

    Kirchen in Chile gehen in Flammen auf

    https://www.dw.com/de/kirchen-…in-flammen-auf/a-55319242


    Ich bin ja nicht in der Kirche. Trotzdem lässt mich das nicht kalt. Und auf mich wirken diese ganzen Unruhen in der gesamten westlichen weißen Welt so, als hätte Satan nach der Macht gegriffen und seine vermummten Jünger losgeschickt.