Ulm (Allgemeines)

  • Leider hat das Ulmer Münster kein allzu schönes direktes Umfeld, was besonders beim Blick von oben deutlich wird. Auch hier ist Straßburg wesentlich erfreulicher. ...

    Selbst Freiburgs Münsterplatz ist, trotz Kriegseinwirkungen, erfreulicher anzuschauen als das Ulmer Pendant:



    Südseite:

    https://www.alamy.de/stockfoto…eutschland-175658850.html


    Nordseite:

    https://www.alamy.de/stockfoto…utschland-e-25764224.html


    Westseite:

    https://de.123rf.com/photo_24635320_ansicht-der-gebäude-in-freiburg-im-breisgau-stadt-aus-freiburg-münster-deutschland.html


    In der letzten Draufsicht sieht man übrigens noch eine Kriegslücke in der Eisenstraße, die bei näherer Betrachtung wie aus der Zeit gefallen scheint:

    https://maps.app.goo.gl/sXpj9so2ugQw3RdT8

    Dass dieses 1949 von Architekt Carl Wassmer konzipierte Nachkriegsprovisorium eines Behelfsladens inzwischen selbst Kulturdenkmalstatus genießt und daher womöglich noch längerfristig einen sinnvollen Lückenschluss behindert, ist ein anderer Aspekt.

  • Na ja, kein Wunder, schließlich diente das Münster als Zielpunkt. Das heißt, es ist ein Wunder, dass es verschont geblieben ist. Aber der umliegende Platz war eben Epizentrum, während die noch dazu sehr schöne Freiburger Südseite verschont blieb. Darüberhinaus war der Freiburger Wiederaufbau schon im alten Forum als geradezu legendär dargestellt, dies wohl auch mit einigem Recht, sieht man vom unnötigen Breuninger ab, während sich der Ulmer Wiederaufbau am Münsterplatz gemeinsam mit dem Ostteil von seiner schlechtesten Seite zeigt und das übliche BRD-Niveau nicht übersteigt.

    Dazu dürfte kommen, dass Ulm mit der Gestaltung des eigentlichen Münsterplatzes immer gewisse Probleme gehabt haben dürfte. Richtig repräsentativ wie Freiburg und Straßburg war er wohl nie gewesen, vielleicht auch wegen seiner Größe. Allerdings muss der Blick von oben nach Süden dereinst wunderschön gewesen sein (dass ich ihn heute "Interessant" finde, wage ich ja kaum noch auszusprechen ohne von konservativer Seite gemaßregelt zu werden).

    Eine gewisse Hilflosigkeit widerspiegelt sich noch beim Umbau bzw Neubau dieses äbtlichen Haushaltswarenhauses. Der spitze 3fach- Giebel wird zwar eine unbestreitbare Verbesserung sein, ist aber dennoch ein gehörig abgelutschtes Allerweltsmotiv. Eine "Ausweitung" der NM würde ich auch nicht so unbedingt begrüßen, so unwürdig die ganze Nordwestseite auch augenscheinlich ist. Ulm ist eben eine alte Stadt, und so ganz ohne - über einfachste Kubaturen hinausgehende Referenzen an das bauliche Erbe erscheint die Münsterplatz-Bebauung doch recht leer und seelenlos. Es sind eben doch die Altbauten, die Straßburg und Freiburg um so viel schöner machen, auch die Freiburger Nordseite lebt von Rekos und nicht von Anpassungsfassaden.

    In Ulm würde dies konkret eine Referenz an die Gründerzeit bedeuten. Dies wäre eine erfrischende Abwechslung und somit enorme Aufwertung, erscheint aber wohl als völlig unrealistisch.